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netfinder
22.11.2011, 23:02
Back to topic, bitte.

Lophophora
22.11.2011, 23:05
au ja!

yoann
12.05.2013, 17:10
ich pack diesen alten thread mal wieder aus, um ein paar fragen zu stellen.

- warum wird in deutschland eigentlich eher phenprocoumon und nicht coumadin genommen?
die hwz von coumadin ist doch deutlich kuerzer, somit besser steuerbar und coumadin wird nicht ueber cyp3a4 metabolisiert, somit sollte es weniger wechselwirkungen geben va mit statinen, makroliden und amiodaron. was ja durchaus medikamente sind, die von antikoagulierten Patienten mit diversen kardiovaskulaeren Risikofaktoren oft eingenommen werden.

- dann haben wir letzte woche einen patienten mit verdacht auf vertebralisdissektion antikoaguliert und haben kein bridging durchgeführt. ok, es war nicht lebenswichtig, dass er sofort antikoaguliert ist (war vorher mit aspirin behandelt), es hat mich aber dennoch verwundert, da ich dachte, dass man nicht nur ein bridging macht, um sofortige wirkung zu haben, sondern auch um den prokoagulatorischen Effekt ueber die protein c uns s hemmung zu vermeiden.

- ein anderer patient, auch antikoaguliert mit nmh wegen einer zerebralen venenthrombose sollte wegen liquorunterdruckkopfschmerz nach lumbalpunktion einen bloodpatch bekommen. da haben wir natuerlich ein therapeutisches Fenster gemacht. die frage ist: wie lange vorher musst man die nmh absetzen? die anesthesisten haben sich geweigert den blood patch zu machen, obwohl der patient 15 stunden keine clexane hatte. ich hab jetzt mal in der packungsbeilage geschaut, da steht in der tat: freies intervall von 12 stunden bei prophylaktischer gabe und 24 bei antikoagulation, wenn ein spinalkatheter gelegt wird. der bloodpatch ist ja kein Katheter, das risiko von haematomen somit geringer, aber dennoch gegegeben...man haette doch auch einfach anti10a aktivitaet bestimmen koennen oder? in welchem Bereich haette die denn liegen muessen, damit man den eingriff durchfuehren kann? zur effizienten antikoagulation sollte der spiegel ja zwischen 0,4 und 1,1 liegen. dh alles unter 0,4 ist problemlos?

- bridgt ihr eher mit nmh oder hmh?

- habt ihr irgendwelche Schemata zur einstellung die ihr anwendet? wir benutzen bei aelteren Patienten z.B ein schema das charles foix heisst und da ist in einer Matrix, dann vorgegeben, wie man abhaengig vom INR die coumadindosis anpassen muss

- dann noch eine allgemeine frage zur bestimmung der anti-10 a aktivitaet. warum wird das denn genau 4 stunden nach der dritten injektion bestimmt? mit den 4 stunden versteh ich ja noch, da ist anscheinend der plasmapeak erreicht. jetzt hab ich gelesen, dass das eine steady state geschichte ist. heisst das dann aber, dass ich davon ausgehen kann, dass der patient nach der 2. Injektion noch gar nicht unbedingt antikoaguliert ist?

so das waren erstmal genug fragen...ich hoffe auf antworten:-)

yoann
13.05.2013, 19:14
keiner?

yoann
22.05.2013, 22:12
mh antikoaguliert hier wirklich keiner?:)

Calde
26.05.2013, 10:37
Ein paar Kommentare aus meiner Sicht, Ex-PJlers (Wahlfach Allgemeinmedizin).


- warum wird in deutschland eigentlich eher phenprocoumon und nicht coumadin genommen?
die hwz von coumadin ist doch deutlich kuerzer, somit besser steuerbar und coumadin wird nicht ueber cyp3a4 metabolisiert, somit sollte es weniger wechselwirkungen geben va mit statinen, makroliden und amiodaron. was ja durchaus medikamente sind, die von antikoagulierten Patienten mit diversen kardiovaskulaeren Risikofaktoren oft eingenommen werden.
Ist Marcumar nicht besser bei Niereninsuffizienz?


- dann haben wir letzte woche einen patienten mit verdacht auf vertebralisdissektion antikoaguliert und haben kein bridging durchgeführt. ok, es war nicht lebenswichtig, dass er sofort antikoaguliert ist (war vorher mit aspirin behandelt), es hat mich aber dennoch verwundert, da ich dachte, dass man nicht nur ein bridging macht, um sofortige wirkung zu haben, sondern auch um den prokoagulatorischen Effekt ueber die protein c uns s hemmung zu vermeiden.
Das verstehe ich auch nicht.



- bridgt ihr eher mit nmh oder hmh?
Bei Patienten mit normaler Nierenfunktion NMH.


- habt ihr irgendwelche Schemata zur einstellung die ihr anwendet? wir benutzen bei aelteren Patienten z.B ein schema das charles foix heisst und da ist in einer Matrix, dann vorgegeben, wie man abhaengig vom INR die coumadindosis anpassen muss
2-2-2, dann nach INR weiter. Mit der Zeit hat man das im Gefühl. Klappte eigentlich immer sehr gut, bis auf einige Patienten, bei denen man teilweise 1/4-Tablettendosierungen im Wochenplan einstellen musste.