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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Anästhesiefamulatur - Reichen meine Kenntnisse?



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Espressa
06.02.2010, 07:55
Jetzt kriegt euch wieder ein Leute. Als wären "gute Ärzte" nur jene die möglichst viel Nadeln und Schläuchlein in Patienten versenkt haben... :-notify

Ich hab in meiner Famulatur auch intubiert - und seit dem nie wieder, und ehrlich, ich glaub ich würds nicht mehr hinkriegen. So gesehen war es voll sinnlos. Genauso werde ich wohl nie irgendwelche Lungen drainieren oder Spinale legen oder sonstwas.
Da bin ich nicht die einzige, für viele tut das echt nichts zur Sache.
Keiner sagt dass man nicht auch schon als Famulant etwas selbständig machen darf, aber ich finde nach wie vor dass invasives Vorgehen besser denen vorbehalten bleiben soll, die das später auch machen.
Denn WENN mal was in die Hose geht, würd ich mich schon fragen wozu das gut war. Wenn ein Assi mein Baby zersticht, der aber schon als Famulant und PJ viele Leitungen an Erwachsenen gelegt hat, und dann als Assi auch an Kindern, und dann klappts halt genau bei meinem nicht, dann kann ich sicher besser damit leben, als wenn ein Studi 3x daneben sticht und wozu? Damit er nachher Dermatologe wird?

Aber vielleicht ist es auch der um sich greifende Ärztemangel, dass man Studenten schon die neue Arbeit derart schmackhaft machen muss um sie dann an sich zu binden... Weil eben das "die meisten Nadeln und Schläuche versenken" unter Studenten sehr sehr beliebt ist und fast schon als Maßstab einer guten oder schlechten Famulatur angesehen wird...

flopipop
06.02.2010, 10:44
Wenn ein Assi mein Baby zersticht, der aber schon als Famulant und PJ viele Leitungen an Erwachsenen gelegt hat, und dann als Assi auch an Kindern, und dann klappts halt genau bei meinem nicht, dann kann ich sicher besser damit leben, als wenn ein Studi 3x daneben sticht...


versteh ich nicht...:-nix

EzRyder
06.02.2010, 12:04
Jetzt kriegt euch wieder ein Leute. Als wären "gute Ärzte" nur jene die möglichst viel Nadeln und Schläuchlein in Patienten versenkt haben... :-notify

Ich hab in meiner Famulatur auch intubiert - und seit dem nie wieder, und ehrlich, ich glaub ich würds nicht mehr hinkriegen. So gesehen war es voll sinnlos. Genauso werde ich wohl nie irgendwelche Lungen drainieren oder Spinale legen oder sonstwas.
Da bin ich nicht die einzige, für viele tut das echt nichts zur Sache.
Keiner sagt dass man nicht auch schon als Famulant etwas selbständig machen darf, aber ich finde nach wie vor dass invasives Vorgehen besser denen vorbehalten bleiben soll, die das später auch machen.

Aber vielleicht ist es auch der um sich greifende Ärztemangel, dass man Studenten schon die neue Arbeit derart schmackhaft machen muss um sie dann an sich zu binden... Weil eben das "die meisten Nadeln und Schläuche versenken" unter Studenten sehr sehr beliebt ist und fast schon als Maßstab einer guten oder schlechten Famulatur angesehen wird...


LOGO: :-winky Vollkommen der gleichen Meinung

Tut mir Leid Espressa aber das ist so eine verquere Ansicht was die Ausbildung angeht, dass es echt schon ärgert so etwas zu lesen.


Jetzt kriegt euch wieder ein Leute. Als wären "gute Ärzte" nur jene die möglichst viel Nadeln und Schläuchlein in Patienten versenkt haben... :-notify

Ob es einem passt oder nicht aber danach wird der Anfänger beurteilt. Gerade als Assi kann man weder besonders toll Diagnosen stellen noch majestätische Visiten abhalten, geschweige denn virtuos operieren.
Nein, der Patient kommt in die Ambulanz und braucht wie so oft ne Nadel, da schafft es schon mal unschätzbar wertvolles Vertrauen, wenn der junge Kollege das schnell und sicher beherrscht, und durch in Famu und PJ erhaltene Routine den Kopf frei hat das weiter Vorgehen zu planen, anstatt mit schweißnasser Stirn der Mutter klarzumachen dass jetzt erst mal der Oberarzt kommen muss. Mit so einer Inkompetenz nimmt einen keiner mehr ernst.(Das so etwas keine Gedankenspiele sind habe ich in meiner letzten Famu(HNO) gelernt. Da war tatsächlich ein Assi der im Dienst die Pädiater gerufen hat wenn ein Kind nen Zugang brauchte. Absolut lächerlich und dementsprechend schlecht war auch sein Stand bei den Kollegen)
Also möglichst viel üben wenn man noch keine Verantwortung trägt und ein netter Mentor über die Schulter schaut.



Ich hab in meiner Famulatur auch intubiert - und seit dem nie wieder, und ehrlich, ich glaub ich würds nicht mehr hinkriegen. So gesehen war es voll sinnlos. Genauso werde ich wohl nie irgendwelche Lungen drainieren oder Spinale legen oder sonstwas.
Da bin ich nicht die einzige, für viele tut das echt nichts zur Sache.
[...]aber ich finde nach wie vor dass invasives Vorgehen besser denen vorbehalten bleiben soll, die das später auch machen.

Du wusstest also damals auch noch nicht wohin die Reise geht? Normal.
Die allermeisten von uns(7. Sem.) wissen es auch noch nicht, aber die große Mehrzahl wird eben nicht Dermatologe oder Augendoc sondern Internist, Chirurg oder Anästhesist. Was ist denn die Konsequenz deiner Meinung?
Die wäre: jeder hat sich zu entscheiden welchen Facharzt er anstrebt und bekommt dann nur "sinnvolle" Tätigkeiten zugebilligt. Verrückt gell?

Hat es jemandem geschadet dass du es geübt hast? Vielleicht wird dir diese Kenntnis mal von großem Nutzen sein. Es gilt IMHO doch ganz klar: Je mehr man als Arzt kann desto besser!
Sinnlos war das ganz bestimmt nicht. Die Sinnfrage ist stellt sich mir bei vielen schwachsinnigen Lehrveranstaltungen die man abhocken muss aber bestimmt nicht bei ärztlichen Tätigkeiten am Patienten!
Insofern ist es nur gut wenn auch die Opthalmologischen Kollegen oder Psychiater mal etwas lernen was in allgemeinen Notfällen gebraucht werden könnte statt gleich auf Fachidiot gepolt zu werden.



Denn WENN mal was in die Hose geht, würd ich mich schon fragen wozu das gut war. Wenn ein Assi mein Baby zersticht, der aber schon als Famulant und PJ viele Leitungen an Erwachsenen gelegt hat, und dann als Assi auch an Kindern, und dann klappts halt genau bei meinem nicht, dann kann ich sicher besser damit leben, als wenn ein Studi 3x daneben sticht und wozu? Damit er nachher Dermatologe wird?

Oh Gott das arme Baby wird von den Studenten misshandelt. Das ist doch der Problematik überhaupt nicht angemessen. Wenn ein Baby nen Zugang braucht, dann ist es schon mal dringlich denn keiner veranlasst das wenn nicht nötig. Also sollte man es im PJ und Famu gut üben damit der Zugang liegt wenn der Oberarzt die Therapie übernimmt!
Im übrigen völlig sinnfreies Statement. Du sagst wenn der Assi daneben sticht ist es für dich weniger schlimm als wenn der Student vorbeihaut. Ich glaube deinem Kevin ist es ziehmlich egal ob der Mann mit grauen oder blonden Haaren ihm wehtut. Hier gehts ganz offensichtlich eher um deine etwas überängstliche Befindlichkeit.
Mal ganz davon abgesehen, ist das so ein Unsinn, als ob die Patientin sich in so einer Situation Gedanken darüber macht welche Fachrichtung der junge Kerl da später mal einschlägt. 99% haben doch keine Ahnung von unserer Ausbildungsstruktur.

Abschließend kann ich nur hoffen, dass in meiner weiteren Ausbildung möglichst niemand mit so einer schnarchnasigen Einstellung für mich verantwortlich sein wird. Das würde ganz schön langweilig werden.
Ich mag den Spruch auch: See one - do one - teach one!
Also ran an den Speck!

ehem-user-02-08-2021-1033
06.02.2010, 12:45
Dem oben geschrieben kann ich nur zustimmen.

Mein Lieblingsbeispiel ist hier die schwere Anaphylaxie bzw. der anaphylaktische Schock.

"Durfte" selbst schon einem Patienten einen Zugang in einer derartigen Situation legen. (RS) Zum Glück hatte er gute Venen... Der Zugang saß...
Kurz durchatmen immernoch kein Arzt, das dauert noch 10 Minuten bis er kommt...
SpO2 von 92% bei 10l über Maske, HF 120, RR knapp 90, Urticaria überall...
Da war der Zugang noch das "kleinere" Problem...

Ein anderer RD-Kollege (ebenfalls Medizinstudent) bemerkte in einer ähnlichen Situation beim Zugang legen, dass der Patient das Bewußtsein verliert...
Kein Puls fühlbar --> CPR und Supra... --> Patient hat es ohne bleibende Schäden überlebt.


So und nun spielen wir beide Situationen ohne einen Zugang durch...

--> Es gibt einfach Basics die jeder Arzt beherrschen sollte. Das es manche nicht tun mag sein.
Deren Schule sollte aber nicht das Vorbild für unsere Generation von Ärzten sein.

Logo
06.02.2010, 14:00
... Abschließend kann ich nur hoffen, dass in meiner weiteren Ausbildung möglichst niemand mit so einer schnarchnasigen Einstellung für mich verantwortlich sein wird. ...

Man muß das hier jetzt ja auch nicht persönlich auf Espressa münzen :peace: - im Übrigen denke ich, gibt es sehr wohl genug nichtinvasive Sachen, die für suffizientes ärztliches Handeln genauso elementar sind & erlernt werden sollten... Bspw. ne Omi nicht mit 20 EBM-Leitlinien-gerechten Tabletten und garantierten 98% Interaktion, sondern eben nur mit 5 -die sie wirklich- braucht, nach Hause zu schicken und das auch entsprechend zu vertreten...
Soweit "D'accord" mit Espressa.
Den Rest, EzRyder, finde ich trefflich beschrieben.


Jetzt kriegt euch wieder ein Leute. Als wären "gute Ärzte" nur jene die möglichst viel Nadeln und Schläuchlein in Patienten versenkt haben... :-notify
Ich hab in meiner Famulatur auch intubiert - und seit dem nie wieder, und ehrlich, ich glaub ich würds nicht mehr hinkriegen. So gesehen war es voll sinnlos. Genauso werde ich wohl nie irgendwelche Lungen drainieren oder Spinale legen oder sonstwas.
Da bin ich nicht die einzige, für viele tut das echt nichts zur Sache.

Richtig. "Gute Ärzte" entstehen so per se nicht. Und es ist auch völlig akzeptabel, wenn Du für Dich sagst "brauch ich nicht" :-)
Dann gesteh' uns bitte zu, das wir das für uns und unser Arzt-Verständnis als wichtiger erachten und das lernen wollen.
Betonung liegt hierbei auch auf "Lernen". Unseriös und dem Patienten unzumutbar wäre es, anschließend zu behaupten, das man es könnte! Und man über seine Kompetenz hinaus ginge...
Um noch einmal kurz auf das Beispiel Atemwegssicherung zurück zu kommen:
Ich werde ruhiger in Dienste gehen, wenn ich weiß das ich zumindest einige Male (möglichst oft) verschieden Varianten der Atemwegssicherung - und das muß ja gar nicht die Intubation per se sein - angewendet habe. Solche Basics sich durch regelmäßige Hospitationen bspw. als Hausarzt zu bewahren, ist mir sehr wichtig...
Heißt ja nicht, ich probiere die fiberoptische Intubation beim schwierigen Patienten nur weil ich es mal unter Anleitung in einer Famulatur gemacht habe. Das ist unseriös.
Ferner ist Lehre und dazu gehört praktische Ausbildung, eigentlich die Hauptaufgabe des Universitätsklinikums, die Patienten unterschreiben das an vielen Häusern im Behandlungsvertrag und dieses nehme ich für mich und die Gesellschaft -welche mein teures Studium finanziert- auch in Anspruch.



Keiner sagt dass man nicht auch schon als Famulant etwas selbständig machen darf, aber ich finde nach wie vor dass invasives Vorgehen besser denen vorbehalten bleiben soll, die das später auch machen.
Denn WENN mal was in die Hose geht, würd ich mich schon fragen wozu das gut war.


Zur breiten, fächerübergreifenden Ausbildung ist es gut.
Gut ist auch, das da noch wer daneben steht und intervenieren kann.
Fehler sind legitim, erwünscht & Teil des Lernprozesses (unter Berücksichtigung von Pkt 2). Das Patientengut profitiert -mal ganz nebenbei- indirekt durch den Lernerfolg auch


Konkrete Frage:
Was soll in unseren klassischen Beispielen in die Hose gehen, was in einem gescheiten Setting (Betreuer der es sich zutraut etc.) nicht handlebar wäre? Wir reden hier ja nicht über Ventrikelshunt-Anlage oder RIVA stenten...



Aber vielleicht ist es auch der um sich greifende Ärztemangel, dass man Studenten schon die neue Arbeit derart schmackhaft machen muss um sie dann an sich zu binden... Weil eben das "die meisten Nadeln und Schläuche versenken" unter Studenten sehr sehr beliebt ist und fast schon als Maßstab einer guten oder schlechten Famulatur angesehen wird...

Hast du echt einen so schlechten Eindruck von Studenten? Schade.

Den Meisten ist echt egal ob sie 1, 5 oder 30 LPs gestochen haben.
Aber es bleibt schon hängen, ob man das Gefühl hat "Hey, die sehen was ich kann (und noch nicht kann), wollen mir etwas beibringen & haben Vertrauen in mich"...!
Ob ich dabei nun als "Erstversorger" das EKG befunde, den Schallkopf draufhalte, ektropioniere, den Abszess spalte, die Spalthaut antacker oder eben die Intubation mache, ist dabei doch völlig egal - das ist dann famulatur-fachspezifisch und hat wenig mit "invasiv Geilheit" zu tun...

Auch egal jetzt. Drehen uns im Kreis und sind vom Thema etwas weg inzwischen ;-)

@ Dr. Nolte: Verlink mal die Kliniken.

Gruß LOGO