Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : erstmaliger Krampfanfall beim Erwachsenen
Leelaacoo
20.02.2010, 12:25
Schlagen Eure Epileptologen denn ein bessere Wort vor, oder tun sie nur wichtig?
Primär tun sie wichtig...bis sie mal ein EKG ausgewertet haben wollen:-wow
ich weiß auch nicht genau, was an "Krampfanfall" so falsch sein soll...darfs halt nicht im Brief schreiben...:-peng
LG Lee (die sich übrigens sehr gut mit den Neuros versteht, ist schon ein spannendes Fach...wollt ich auch mal werden, nach dem PJ auf einer MS-Station wurde der Plan aber verworfen...)
Unser Chef mag "Krampfanfall" auch nicht und schon gar nicht im Brief.
FirebirdUSA
20.02.2010, 13:38
Ich denke es hat eher damit zu tun, dass du bei einem epileptischen Anfall nicht krampfen musst und nicht jede Bewusstlosigkeit mit Krämpfen ein epileptischer Anfall ist (konvusive vasovagale Synkope z.B., gar nicht so selten) und insofern Krampfanfall einfach eine falsche und z.T. irreführende Bezeichnung ist.
Relaxometrie
24.02.2010, 21:22
Jetzt habe ich den Entlassungsbrief der neurologischen Station vorliegen. Es wurde nichts gefunden, was den Krampfanfall erklären würden.
Trotzdem noch ergänzend:
Das CCT direkt nach dem Krampfanfall war unauffällig. Es erfolgte trotzdem die Verlegung in eine andere Klinik auf eine neurologische Station. Der Untersuchungbefund ergab eine mittelgradige Parese des linken Arms und eine leichtgradige Parese des linken Beins.
Das cMRT (einen Tag nach Krampfanfall) zeige eine frische Ischämie im Mediastromgebiet rechts.
Das cMRT einen Tag später zeigte keine Befundveränderung, die klinische Symptomatik war jedoch rückläufig und war 5 Tage nach dem Krampfanfall völlig verschwunden.
Im zweiten cMRT wurde noch erwähnt: "kortikales und subkortikales Ödem rechtshemisphärisch, grenzzonennah".
Die Zusammenfassung lautet: postiktale Veränderungen rechts-hemisphärisch
Fazit: keine Entlassungsmedikation angeordnet, 6 Monate Fahrverbot, Kontroll-cMRT in 6 Wochen.
Jetzt hoffe ich noch auf einen Bericht der Anästhesieabteilung, um zu sehen, ob eine Narkoseeinleitung überhaupt stattgefunden hatte.
Aber wahrscheinlich werde ich einen solchen Bericht nicht bekommen, und die Ursache für den Krampfanfall bleibt unverstanden.
Versteh ich nicht so recht. Wenn wirklich ne frische Ischämie beschrieben ist, sollte doch ne Sekundärprophylaxe erfolgen. Und der Anfall wäre als symptomatisch zu werten und somit einzustellen.
Oder nicht??
psycho1899
24.02.2010, 22:15
Evtl. ist eine kortikale DWI-Hyperintensität postiktal als Anfallsäquivalent inital radiologischerseits als MCA-Ischämie gedeutet worden.
Ungewöhnlich finde ich jedoch die Aussage, dass die rechtshemisphärische Symptomatik nach 5 d vollständig regredient war. Selbst bei ordentlich vorgeschädigtem Hirn ist das für eine Todd'sche Symptomatik schon sehr ungewöhnlich. Jetzt wären neben dem Brief die Bilder interessant ;-)
Falls es sich doch um eine MCA-Ischämie mit erstmaligem symptomatischen Krampfanfall handeln würde, würde ich tatsächlich eine medikamentöse Einstellung für sinnvoll erachten. Bei einem Gelegenheitsanfall hingegen nicht.
FirebirdUSA
25.02.2010, 08:10
Wie psycho1899 schon gesagt hat, dass hört sich sehr danach an als ob der erste Radiologe das Bild etwas fehlgedeutet hat. Was aber nicht unbedingt unverständlich ist.
Eine frische Ischämie und postiktale Veränderungen können gleich aussehen. Nur die Verteilung ist i.d.R. unterschiedlich. Eine reine kortikale Ischämie wäre sehr ungewöhnlich. Insofern kann man bei dem zweiten Befund davon ausgehen, dass es sich insgesamt um reine Krampffolgen gehandelt hat, um sicher zu gehen machen sie in 6 Wochen nochmals ein cMRT. Postiktale Veränderungen sollten bis dahin nicht mehr nachzuweisen sein. Bei einer Ischämie siehst du immernoch etwas.
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