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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : med.-Personal und Alkohol.....ect.



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Pussycat
20.11.2003, 18:03
Hallo,
nach langem Suchen im Internet is dieses die einzige Seite, auf welcher das Thema suchtkrank und Pflegepersonal thematisiert wird...ein Tabu-Thema also und dabei so weit verbreitet.
War bis vor zwei Jahren in der Anästhesie als Krankenschwester tätig und habe drei Jahre lang Opiate gedrückt, ohne dass jemals einer etwas gemerkt hat. Aber als es dann raus kam.....wie der letzte Dreck, wie ein Nestbeschmutzer wird man behandelt und kriegt die fristlose Kündigung.
Ich hab monatelang einen Therapieplatz gesucht, weil keiner etwas damit zu tun haben will.
Alkohol wird in jeder Form auch in der Klinik toleriert, das gehört ja schon fast zum guten Ton....jeder weiß was über "valiumsüchtige" Krankenschwestern und morphinabhängige "Altassistenten" zu berichten....aber wie geht ihr mit solchen Menschen um?
Der Griff in den BTM-Schrank ist regelrechte Todsünde..und das in einem solch sozialen Beruf.
Kaddel, woher kommt dein Interesse? Einfach nur so? oder doch irgendwie betroffen.
Bin gerne bereit, über meine Erfahrungen zu berichten und gegebenfalls mich mit Betroffenen auszutauschen. :-blush

milz
20.11.2003, 18:33
Alkohol wird in jeder Form auch in der Klinik toleriert, das gehört ja schon fast zum guten Ton....jeder weiß was über "valiumsüchtige" Krankenschwestern und morphinabhängige "Altassistenten" zu berichten....aber wie geht ihr mit solchen Menschen um?
Da sind zwei Dinge zu trennen.
Einmal werden Suchtkrankheiten, wie die meisten psych. Krankheiten gesellschaftlich tabuisiert und sind mit einem Stigma behaftet.

Der zweiter Punkt ist jedoch wichtiger:
Als Arzt/Pflegeperson hast Du (genauso wie Busfahrer, Piloten, etc.) eine große Verantwortung gegenüber den von Dir betreuten Menschen. Wenn Du Deine Arbeit unter Drogeneinfluß machst, dann wirst Du dieser Verantwortung nicht gerecht werden können und wenn Du es trotzdem tust, wird Dir das als Charakterschwäche ausgelegt. Und ich persönlich sehe das genauso.

Inwieweit ein Suchtkranker für sein Verhalten tatsächlich verantwortbar ist, ist eine andere Frage.

mfg

Vystup
20.11.2003, 18:51
kleiner einwurf:

ich weiss aus sehr sicherer quelle von einem opiatabhängigen arzt und kenne (mindestens) einen alkoholiker.

Patty
20.11.2003, 21:56
@ Pussycat: Hast Du denn jetzt einen Therapieplatz bekommmen? Ich halte das für superwichtig, eine gute Langezeittherapie zu machen... Wie schaut es aus?

ehemalige Userin 24092013
20.11.2003, 23:43
@ pussycat

Ich hab den Thread nur aus Interesse geöffnet, weil ich, wie anfangs schon geschrieben, zwei Leute persönlich kenne und einfach mal hören wollte, wie andere das so sehen, keine persönlichen Erfahrungen also.

Auch hab ich es nie direkt erlebt, wie man einen Kollegen behandelt, bei dem eine Btmsucht rauskommen würde, allerdings muss ich sagen, finde ich es recht schwach, so zu reagieren, wie deine Kollegen es getan haben.
Wobei ich die Günde dafür, die Milz ja schon beschrieben hat, allgemein nach voll ziehen kann.
Nur kennt man ja normal den entsprechenden Kollegen länger, also eben auch auf ner ganz anderen Ebene, als Aussenstehende es tun und da kann man schon ein anderes Vehalten erwarten.
Entweder Hilfe anbieten, sofern es nicht scheinheilig ist oder sich einfach "raus" halten und denjenigen/ diejenige normal, wie immer behandeln, von der zwischenmenschlichen Seite her.
Das es zu entsprechend "harten" Maßnahmen kommt ist klar, eine Kündigung muss aber nicht sein, sofern man sich auf "Droge" nicht irgendwelche lebensgefährdenden Aktionen leistet.
Ich finde, man kann das Ganze auch anders Regeln.....eben nen Therapieplatz gemeinsam suchen und "entschärfende" Maßnahemen treffen, wie eine Versetzung auf eine andere Station oder so.


Ich wünsche Dir alles Gute!



Gruss Kaddel

Loish
21.04.2006, 20:29
das thema finde ich auch interessant,
unter anderen das scheinbare? paradoxon, dass auf der einen seite gerne mit hohen alkoholkonsum/kaffee(auch wenn vergleichsweise harmlos)/sonst diversen süchten/experimentierfreude aus dem btm-schrank/usw usw kokketiert wird (auch unter medizinstudenten gerne);
wenn es aber tatsächlich mal "ernsthaft" vorkommt, das thema absolut tabu ist und das verhalten des süchtigen als absolut unterste schublade gewertet wird.

Evil
21.04.2006, 22:41
Das Kokettieren ist auch wieder so eine Form von Mutproben, aber solange man den Eindruck erweckt, die Kontrolle zu haben, wird das akzeptiert (bewundert?).

Aber wehe, Du verlierst die Kontrolle...