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Captain Cosmotic
21.01.2003, 19:01
Es ist sicherlich eine Sache, wenn ein Rettungshubschrauber im Einsatz abstürzt - wie vor einem knappen Jahr der SAR 71 in Hamburg. Kurz danach wurde festgestellt: Pilot & Mechaniker hatten 1,3 Promille Alkohol im Blut.

Und jetzt? Der Christoph 19 stürzt in den Elbekanal weil der Pilot versucht, seinen 3m hohen Hubschrauber eine 5m hohen Brücke zu unterfliegen! James Bond oder was?!
Pilot & Sanitäter können sich retten, der Notarzt ertrinkt im Hubschrauber.
Mich ärgert es masslos, wenn charakterliche Unzulänglichkeiten dazu führen, dass Menschen sterben. In den o.g. Fällen ganz besonders. Eigentlich erwartet man doch von professionellen Piloten in der Flugrettung eine andere Lebens- und Risikoeinstellung!
:-notify

Vielleicht nicht gerade ein Thema, über das man wild diskutieren kann - ich wollte das auch nur mal gesagt haben. Eure Meinung interessiert mich natürlich trotzdem...

Gruss,
Der Captain.

Feuerblick
21.01.2003, 19:20
Hi Captain!

Ist denn inzwischen wirklich erwiesen, daß der Pilot etwas so Dämliches vorhatte? Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Piloten von Hubis haben zwar meistens einen herrlichen Vogel, aber so beknackt sind sie meistens doch nicht...

Feuerblick

Neujahrsrakete
21.01.2003, 19:25
Original geschrieben von Captain Cosmotic
Mich ärgert es masslos, wenn charakterliche Unzulänglichkeiten dazu führen, dass Menschen sterben.

Da hast Du absolut Recht!
Ich krieg immer die Krise, wenn Leute gemütlich bei einem Glas Wein (oder sonstigem alkoholischen Gesöff) sitzen und sagen:
" Ein Glas, mehr nicht, denn ich muß noch Auto fahren."
Das finde ich unverantwortlich. Alk oder Auto. Als halbwegs normaler Mensch muß man meiner Meinung nach dazu fähig sein, innerhalb eines Abends auf eines der beiden Dinge zu verzichten. Deswegen bin ich auch für die 0.0-Promille-Grenze (oder 0.1 Promille, oder wieviel hat man, wenn man z.B. ein in Alkohol gelöstes Medikament nimmt?). Und nicht nur für die Grenze, sondern auch für die radikale Durchsetzung von Strafen bei Mißachtung der Grenze (genauso auch bei Tempolimitüberschreitungen). Wenn man schon mit einigen PS unterm Hintern durch die Straßen fahren kann, sollte man das als Privileg ansehen und nicht durch gefährliche Fahrweise (zu besoffen oder zu schnell) die Allgemeinheit schädigen. Solange die 0.0-Promille-Grenze und Tempolimits nicht durchgesetzt werden, komme ich mir von der Politik verarscht vor.

Gruß
die Neujahrsrakete

Feuerblick
21.01.2003, 19:28
*lautApplausklatschfürNeujahrsrakete*

Neujahrsrakete
21.01.2003, 19:34
Oh, jetzt werde ich ja ganz :-blush

Feuerblick
21.01.2003, 19:36
Ach was! Ist doch gar nicht nööötich :-))

Lava
21.01.2003, 19:53
Schließt das das Rad fahren mit ein? Manchmal habe ich schon Angst, ich komme nicht mehr heil zuhause an mit dem Rad ;-)
Ein Kommilitone von mir ist auch mal gestürzt und hat sich sogar total verirrt... also Rad fahren unter Alkoholeinfluss ist auch nicht ohne.

Challenger
21.01.2003, 19:56
Dir droht u.U. sogar der Führerscheinentzug, wenn du der Polizei als betrunkener Fahrradfahrer verkehrsbehindernd oder -gefährdend auffällst.

docmezzomix
21.01.2003, 23:27
:-meinung
Hi, zurück zum Thema: Ich bin der Meinung, jeder ist selbst Schuld, der sich zu so jemanden ins Auto oder den Hubi setzt.
Ich hab schon mal nen neuen Zivi bei ner Blaulichtanfahrt rausgesetzt weil er mich zwei mal fast getötet hat (und ich selbst fahr schon hart an der Grenze). Aber mir wahr mein eigenes Leben da schon recht lieb und mein Chef fand es ok. So sag ich: selbst schuld.
Doof ist natürlich wenn so Idioten andere mitreissen(in den Tod).
Aber so sind Menschen wohl.

Grüße S.

Sani
21.01.2003, 23:34
Hi ...

aber wenn Du dem Heli-Piloten sonst vertraust...weil du ihn z.B. schon länger kennst, und er vollzieht aus heiterem Himmel ein solch kritisches Manöver, dann kannst Du halt auch nix machen...Was denn?? Aussteigen?? Wohl schlecht...

Im RTW/KTW mag das ja noch eher gehen...den Fahrer von seinem Platz verweisen und selbst fahren...aber im Heli?? Ich kenne ehrlichgesagt nur wenige bis keinen RA, der die RTH fliegen darf...(RA'S und NA's mit "normalem Privatpilotenschein" kenn ich schon)

Grüße
Sani

docmezzomix
21.01.2003, 23:51
Das stimmt schon, doch glaub ich nicht, dass so ein Pilot aus heiterem Himmel versucht unter so ner Brücke durchzufliegen.
Klar, viele Piloten können so einiges, doch es gibt immer Grenzen die man zulässt, und wenn man sagt: "Stop, ab jetzt hab ich Schiss und mir reichst" und der bringt die Aktion trotzdem, dann war das sein letzter Flug. Und ich denke soweit funktioniert da der Teamgedanke schon, dass man aufhört wenns einem reicht.
Wenn der Arzt allerdings nichts gesagt hat weil er kein Spielverderber Feigling oder Klugscheisser sein wollte, hat er Pech gehabt (auch wenn es mir selbst wahrscheinlich schwerfallen würde da was zu sagen ;-) )
Aussteigen hätte allerdings den selben effekt gehabt
Aber bisher ist da ja auch noch nix endgültiges und man sollte mal warten was bei den Untersuchungen rauskommt.

Grüße zurück!

docMezzoMix

flyingbarbar
23.01.2003, 20:09
:-??? :-((

...hmm...ich kann das ja kaum glauben das der unter der Brücke hindurchgeflogen sein soll!?

Kenne aus meinen Freundeskreis bzw. Verein einige Leute die im Rettungsdienst fliegen. Das sind wirklich 100 %'ige Profis. Die fliegen nicht mal einfach so aus Laune unter einer Brücke durch.

Denke (hoffe) also das dies nur eine "Geschichte" einen "Zeugen" war, der auch mal in Kameras und Micros lachen wollte.

In diesem Sinne....

....flyingbarbar

DoktorW
23.01.2003, 20:44
Also ich glaube schon, dass es sich hierbei um die Wahrheit handelt. Leider!
Aber ich hab mir hierüber einige Gedanken gemacht, und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass so ein "Blödsinn" leider Normalität ist. Mir kann niemand erzählen, dass er nicht mit dem RTW oder so auch mal eine richtig gefährliche Situation provoziert hat und richtig viel Spaß dabei hatte. Klar, man gefährdet andere dabei und leider sind die Opfer immer andere.
Doch ich denke dass so etwas alltäglich ist. Aber wenn ich meinen kleinen RTW bei einem illegalen Mannöver kaputt mache dann steht das nicht in jeder Zeitung (kostet auch keine 2 Millionen).
Und die Piloten, die RTH´s fliegen sind die absoluten Profis, doch auch Profis begehen mal einen Fehler, und der Fehler hierbei war wohl, dass er zu früh hochgezogen hat.

Hier noch ein Bild zu den Künsten der Piloten:

Froschkönig
23.01.2003, 23:06
Ich bin zwar *gernebiertrinker* aber muß auch sagen, daß die Promillegrenze für´s Autofahren irgendwo ein hohn ist. Wär die Grenze 0,0 %o würd ich NIX trinken, so aber argumentiere ich ja auch gerne mal "Ein Bier geht schon".
Wenn man es hingegen objektiv sieht, ist das total bescheuert ! Zumal jeder eine Indivduelle Reaktion auf Alkohol zeigt.
Der "Nie-Trinker" hat subjektiv bei 0,1 %o schon einen Sitzen, während der Bierfahrer gerade mal aufwacht. Meiner Meinung nach besteht das 0,00%o Gesetz nur noch nicht, weil uns dann vielleicht doch noch mehr Alkoholsteuer durch die Lappen geht :-???

:-meinung

maja
23.01.2003, 23:24
Von mir aus kann so ein Pilot (egal, ob jetzt ausgerechnet im Rettungsdienst oder nicht) solche Manöver ruhig bringen, aber NiCHT, wenn er gerade dabei ist, Opfer zu retten, normale Passagiere irgendwohin zu befödern o.ä.

Solange man der einzige ist, der am Steuer sitzt, ist das ja noch "vertretbar", solange man keinen anderen gefährdet. Aber muss man denn - so die Story denn wahr sein sollte - unbedingt dem Copilot, dem zu Rettenden etc. zeigen, wie toll man fliegen kann!?


Kurzer Schwenk zu der Täterseite:
Ich kann mir absolut nicht vorstellen, wie es dem Pilot jetzt geht. Dass nicht er das Opfer ist, ist mir 100% klar, aber seine Situation ist, wenn auch selbst verschuldet, sicher ganz und gar nicht leicht. Ich glaube, er kann sich von seinem bisherigen Leben in beruflicher sowie in sozialer Hinsicht absolut verabschieden. Ich glaube, ich würde mit so einer Situation absolut niemals klarkommen ...

Captain Cosmotic
24.01.2003, 15:13
@ DoktorW: Schön eingeparkt, die Bell :-))

@andere: Hab mal ein bisschen recherchiert...
Die Sory ist mit Sicherheit keine "Zeugengeschichte" sondern so passiert. Der Pilot war wohl erst seit einigen Wochen beim ADAC angestellt (was denen jetzt ziemlich peinlich ist) und galt ohnehin als "Draufgänger".
Er ist jetzt wegen fahrlässiger Tötung angeklagt - meiner Meinung nach mit Recht!

Gruss,
Der Captain.

Alles wird gut
24.01.2003, 16:15
@Neujahrsrakete:
Vorneweg bin ich auch gegen die Kombination von Alkohol und Fahren aber "ein Glas geht schon"!

Und hier die Rechnung:

1 Glas Wein: ca. 0,1l (etwa 100g) mit 10% Alkohol ergibt die unglaubliche Menge von 10g Alkohol...

Der Mensch zu etwa 2/3 aus Wasser bestehend:
Ich, etwa 85kg schwer, enthalte also so etwa 55l Wasser. (is sogar noch ein bisschen mehr... :-blush )

Vorausgesetzt, man würde nun wirklich den ganzen Alkohol auf einmal resorbieren, einen nüchternen Magen haben und dabei nicht zwischendurch schon immer ein wenig abbauen bzw. "ausfiltrieren", ergäbe sich die Rechnung:

10g / 55000g=0,18 %o

Unter normalen Bedingungen: Man hat was gegessen, lässt sich ein wenig Zeit beim Trinken, geht auch noch mal auf's Klo und hat eine gesunde Leber, dann steigt man eine Stunde, nachdem man angefangen hat zu trinken, "nüchtern" ins Auto!

Mal nebenbei haben irgendwelche Wissenschaftler mal mit Ärzten nach einer 24h Schicht Reaktionstests usw. gemacht...
es ergaben sich Werte von Leuten, die etwa 1,4 %o hatten!!!
D.h. diese Ärzte hätten eigentlich auf keinen Fall mehr Autofahren dürfen aber operieren geht schon..... :-???

Wer selber mal seine Alkoholspiegel ausrechnen will, hier ist die Anleitung: :-D

Neujahrsrakete
24.01.2003, 16:32
Naja, egal wie schön man die Rechnung macht: ich bleibe dabei, daß ich für die 0.0-Promille-Grenze bin. Denn dann muß man nicht rechnen, kombinieren und interpretieren. Dann isses ganz einfach: wenn Auto, dann nix Alkohol. Die 0.0-Grenze kann nur als Schutz für die allgemeine Bevölkerung dienen, die sich dann hoffentlich sagt, daß Auto und Alk sich nicht vertragen. 100%igen Schutz liefert diese Grenze natürlich nicht, aber es würden bestimmt viele Menschen genauer auf das achten, was sie trinken. Es ist so, wie der Froschkönig schon geschrieben hat: man denkt, daß bei der 0.8-Promille-Grenze ein Gläschen schon noch geht. Dann kommt das zweite Gläschen......
Was soll der Mist? 0.0 und fertig. Es gibt ja Taxis, nicht-gleichzeitig-trinkene Partner und Gästebetten.
Ich habe für besoffenes Fahren auf jeden Fall gar kein Verständnis.
Und das mit den 24h-Diensten gehört natürlich auch abgeschafft. Aber das wäre ein neues Thema.

Rakete

Alles wird gut
24.01.2003, 17:00
Original geschrieben von Neujahrsrakete

Ich habe für besoffenes Fahren auf jeden Fall gar kein Verständnis.

Rakete

Das ist doch genau der Punkt: Nach einem Glas ist man weit davon entfernt, besoffen zu sein! Der Alkoholspiegel bewegt sich da um die Nachweisgrenze herum.
Auch ein Schnaps nach einem ausgiebigen, fettreichem Essen ändert daran nichts. Wenn man allerdings vorher einen Aperitif, beim Essen zwei große Bier und danach den Schnaps oder zwei (zur Sicherheit) trinkt, sieht die Sache schon anders aus...
Und genau die letztgenannten Persönlichkeiten halten sich auch an ein 0,0 nicht!

Froschkönig
24.01.2003, 17:44
Mal "was anderes" :

1 Liter Kefir = 0,2 Promille,

1 Kilo Bananen = 6g Alkohol, der aus deren Kohlehydraten entsteht

1 Kilo Hefemischbrot = 4g Alkohol

Ja ich weiß, daß niemand ein Kilo Bananen am stück ist etc... wollte nur mal den Aspekt mit einbringen, daß ohnehin beim Verzehr vieler Nahrungsmittel erst im nachhinein Alkohol entsteht.