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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fragen zur Ausbildung und Tätigkeit im Bereich Notfallmedizin



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DoctorNew
09.03.2010, 00:10
@Kajana79
Ist es bei vielen Kollegen so, dass die Begeisterung für die Notfallmedizin schnell abflaut? Hatte im PJ gerade das Gefühl, dass die Notfallmedizin der interessanteste Teil der Arbeit als Anästhesist ist.

Hier ist einfach mein Problem, dass für mich seit meiner ersten Famulatur und auch im PJ die Notfallmedizin eine große Anziehung ausgeübt hat. Hatte hier auch immer wieder das Glück, von Klinikärzten mitgenomen zu werden.

Fernab von der Notfallmedizin interessieren mich Fachrichtungen wie Radiologie oder Nuklearmedizin mehr wie die Anästhesie. Leider lässt sich mit erst genannteren die Tätigkeit als Notarzt nicht sinnvoll verbinden, wenn ich das richtig sehe.

Leelaacoo
09.03.2010, 01:21
Bei jedem sind die Prioritäten anders gelegen...ich z.B. habe die Intensiv- und Notfallmedizin erst später für mich entdeckt, wollte eigentlich mal Allgemeinmed. machen, was ich mir nun rein GARNICHT vorstellen kann. Auch bei dir kann sich einiges ändern. Wissen in Innerer und Anästhesie schadet nie, auch als Radiologe nicht! Fang doch einfach in Anästhesie an, mach den NA, dann kannst du selbst sehen, ob es dir liegt...das Fach zu wechseln dürfte das kleinere Problem sein im Vergleich zum Gefühl, etwas verpasst zu haben!
Viele meiner Kollegen (bin in der Inneren) haben aus vollem Bewußtsein heraus den NA nicht gemacht, weil sie präklinisch entweder wenig Interesse haben und eher Spezialgebiete anstreben, Stationsarbeit lieber haben oder einfach keine Lust, ständig alleine verantwortlich und unter Zeitdruck zu sein...das ist voll OK und wird auch von jedem akzeptiert, die Medizin ist breit genug für alle Facetten...
(Außerdem lässt die Spannung in 5 12h-Diensten pro NA-Woche naturgemäß von alleine nach:-sleppy ... da ist ein bisschen ruhige Kugel schieben im OP oder in der Prämedambulanz auch ganz gut...).

Übrigens finde ich, dass man schon eine gewisse Erfahrung innerklinisch braucht, um fahren zu können...schnell schnell Schein machen ist zwar fein, aber ich wäre noch vor 1 Jahr definitiv nicht reif für den NA gewesen, auch wenn ich meine Zeit schon zusammen hatte...man ist den Pat. auch einen gewissen Standard schuldig und man intubiert ja nicht alle da draußen...der Großteil ist internistisch krank und man braucht gewisse Med.kenntnisse und Differentialdiagnosen, die kannst du nur durch innerklinische Erfahrung sammeln... ist aber vielleicht nur meine Meinung.

LG Lee (die jetzt doch mal schlafen geht:-sleppy ).

Kajana79
09.03.2010, 09:52
Ich kann nur von mir selbst sprechen, und da hat die Aufregung recht schnell nachgelassen. Natürlich gibt es Kollegen, die auch nach 30 Jahren noch das Blaulicht auf dem Kopf haben. Mir ist das immer ein wenig suspekt. Ich frage mich, was da im Vordergrund steht. Der Adrenalinkick? Das "Guck-mal-ich-hab-ne-tolle-Jacke-an"? Oder der Patient? Meine Beobachtung ist zumindest, dass viele noch gerne fahren, aber nach etwa einem Jahr nicht mehr ganz so überambitioniert sind und sich nicht mehr um jeden NA-Dienst reißen. Und das ist wohl der normal Weg, denke ich.

Natürlich ist Anästhesie ein super Fach, um das Rüstzeug für den NA-Dienst zu lernen. Aber wenn das Deine Hauptambition bezüglich dieses Faches ist, dann wirst Du möglicherweise schnell unglücklich werden, denn auch in der Anästhesie stellt der Notarztdienst nicht das Hauptbetätigungsfeld dar. Aber stimmt schon, wechseln kann man immer noch, und schaden tut das dann nie. Nur ob Du nach 10 Jahren in der Radiologie noch viel von anfänglichen 2 Jahren in der Anästhesie zehren kannst, das weiß ich nicht. Man kann nur das, was man täglich tut, und auch intubieren lässt sich verlernen. :-meinung

Von solchen therortischen Überlgeungen würde ich mich jetzt allerdings nicht leiten lassen. Mach einfach, was Dir jetzt Spaß macht und sinnvoll erscheint, das kann sich im Laufe der Jahre ja noch drei Mal ändern, und dann ist das doch auch ok.