Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Frage: Augenheilkunde/Ops
DoctorNew
12.03.2010, 08:07
Darf ich fragen, was dir an der Arbeitsmedizin nicht gefällt? Die Arbeitszeiten sind gut und die Tätigkeiten (so wie ich das immer höre) sind immer sehr schematisch. Tendentiell kommt halt viel Papierkram auf einen zu, aber das scheint dich ja gerade nicht zu stören. Finanziell ist die Arbeitsmedizin wohl auch recht attraktiv und die Verantwortung in Bezug auf schwierige Entscheidungen deutlich geringer als in anderen Fachrichtungen.
wildcoyote
12.03.2010, 08:30
Betriebsarzt? i.d.R ist der Patientenkontakt sehr kurz und der Aufwand gering. Und da läufts nach Schema F je nach dem wo man arbeitet...
Käthe, MD
13.03.2010, 11:29
JVersuche halt irgendwie verzweifelt noch etwas zu finden was mir als Motivation für die verbleibenden 2 Jahre und Examen dienen kann etc. aber selbst das will mir nicht gelingen.
Kann mich meinen Vorrednern nur anschließen und dir von Augenheilkunde abraten! Allerdings muss ich auch sagen, dass die 2 Jahre, die noch vor dir liegen incl. dem PJ und dem Examen,einen nicht unerheblichen Teil des Studiums darstellen! Und wenn du, wie du schreibst, doch einige Probleme mit dem Fach Medizin als ganzes hast, wird dich v.a. das PJ und das anschließende Examen noch mal richtig herausfordern. Also mal gerade eben so das Studium abschließen ist sicherlich nicht gang soo richtig. Überleg dir also gut, ob es das ganze wirklich wert ist!
Medichonder
13.03.2010, 17:37
Kann mich meinen Vorrednern nur anschließen und dir von Augenheilkunde abraten! Allerdings muss ich auch sagen, dass die 2 Jahre, die noch vor dir liegen incl. dem PJ und dem Examen,einen nicht unerheblichen Teil des Studiums darstellen! Und wenn du, wie du schreibst, doch einige Probleme mit dem Fach Medizin als ganzes hast, wird dich v.a. das PJ und das anschließende Examen noch mal richtig herausfordern. Also mal gerade eben so das Studium abschließen ist sicherlich nicht gang soo richtig. Überleg dir also gut, ob es das ganze wirklich wert ist!
Hervorragender Einwand Käthe. Ich hab auch viel hin und her gedacht und um ehrlich zu sein fehlen mir noch einige Scheine aus vorherigen Semestern so dass ich schätze noch 40% an Arbeit vor mir liegt. Wär ich jetzt 22-23 würd ich wohl was ganz anderes machen aber angesichts der Tatsache das ich einen Quereinstieg gemacht habe und so in der Vorklinik 4 Semester auf einen Platz gewartet habe und nun 26 geworden bin seh ich leider nicht so die tolle Alternative.
Hab an BWL/VWL gedacht aber ich hätte den Abschluss dann auch erst so um die 30 herum(und meine Freunde die mit 26 fertig geworden sind haben so schon Mühe anständige Jobs zu finden).
Blieben noch Lehramt/Ingenieurswissenschaften/Jura als Alternativen--Jura dauert mir viel zu lange, Ingenieurswissenschaften finde ich ganz interessant und ich bin auch nicht schlecht in Mathe , aber habe mich in diesem Bereich schlau gemacht und gesehen dass die meisten doch so 6 Jahre bis zu einem Abschluss benötigen.
Ich seh es prinzipiell genauso wie viele von euch--das ich nicht wirklich geeignet bin für den medizinischen Bereich , aber empfinde gleichzeitig meine momentane Situation als nicht einfach. Ich denke halt das ein Abschluss der Medizin mit 28 Jahren noch mehr Türen offen lässt als ein Abschluss in anderen Fächern mit 31, 32 oder so.:-nix:-nix
Ich hab außerdem soviel an Energie,Mühe,und seelische Kraft hireingesteckt das es mir irgendwie schwer fällt komplett abzubrechen, gleichzeitig macht es aber auch weiß Gott keinen Spaß immmer so am Rande zu sein (bei Praktika etc.) und sich irgendeine Randfachrichtung aussuchen zu müssen weil man für den Rest ungeeignet ist. Ich hab meine 20er anders vorgestellt. Ich habe mich quasi auf keine Vorlesung,Praktikum,Seminar,Semester oder so gefreut--generell hat mir die Uni einfach nur Bauchschmerzen und schlaflose Nächte bis zu aktuellen Depression bereitet---aber naja was will man machen, scheine auch nicht den Mut zu haben mit 26 komplett neu anzufangen.
Ansonsten habe ich mich im Bereich Arbeitsmedizin eingelesen und muss sagen dass es sich nicht schlecht anhört.Hab mich auch über komplette Alternativen zum medizinischen Bereich informiert und muss sagen das es sich fast so anhört als ob es ohne 2-3 Jahre klinische Erfahrung nicht so einfach ist irgendwo reinzukommen.
Medichonder
13.03.2010, 17:43
Darf ich fragen, was dir an der Arbeitsmedizin nicht gefällt? Die Arbeitszeiten sind gut und die Tätigkeiten (so wie ich das immer höre) sind immer sehr schematisch. Tendentiell kommt halt viel Papierkram auf einen zu, aber das scheint dich ja gerade nicht zu stören. Finanziell ist die Arbeitsmedizin wohl auch recht attraktiv und die Verantwortung in Bezug auf schwierige Entscheidungen deutlich geringer als in anderen Fachrichtungen.
Ja hab ich bis jetzt auch so gelesen. Bis jetzt stört mich nichts wirklich daran und werde weiter ein Auge darauf behalten. Naja höchstens das es irgendwie so ein Randfach ist aber man kann halt nicht alles haben (vor allem nicht wie ich wenn man sich in einem Bereich bewegt in dem man eigentlich nicht viel verloren hat).
Relaxometrie
13.03.2010, 17:54
Guck Dir mal die Stellensuchanzeigen für Arbeitsmediziner an. Da wird oft eine nicht unerhebliche Zeit in der Inneren vorausgesetzt.
Sehr interessant Hawk. Kennst Du dich dort aus?
Warum wird in den Fächern so viel gesucht?Fächer wie Auge/Derma sind ja super beliebt da geringere Arbeitszeiten etc. also weißt Du zufällig warum die psychiatrischen Fächer so unbeliebt sind?
Mal zur Psychiatrie, in der ich gerade meine Weiterbildung bestreite: ganz wirst Du auch dort nicht um körperliche Untersuchungen rumkommen. Bei jeder Aufnahme wird auch dort internistisch/ neurologisch grob durchuntersucht, Blutentnahmen stehen auch an. Und falls ein Patient internistisch auffällig wird bist Du auch da der erste Ansprechpartner, der es je nach Lage selber in die Hand nimmt oder Konsile bahnt- wofür dann auch je nach Lage wieder Untersuchungen nötig sind.
Was die Arbeitszeiten angeht: ich bin an einem kleinen, rein psychiatrischen Haus- und arbeite pro Woche ca. 50 Stunden (mal mehr, mal weniger).
Und warum in der Psychiatrie viel gesucht wird- nun, zum Einen (wie Du ja auch anmerktest) ist es eben kein Fach wo man unbedingt eine Heilung erzielt. Viele Patienten sieht man immer wieder- d.h. der Effekt den man teilweise in der Inneren hat a la "Problem erkannt, Patient geheilt" ist hier nicht so ausgeprägt.
Und Viele haben einfach keine Lust mit dieser Art Patienten zu arbeiten- ist halt so. Muss man eben Lust drauf haben.
Schema F gibt es auch hier nicht wirklich. Depression ist nicht gleich Depression.........je nach Färbung muss man da z.B. schauen, welche Therapie, welches Antidepressivum dem Patienten das Meiste bringt.
Ist im Übrigen auch stressig- zwar eine andere Art Stress als z.B. in der Inneren, aber die Patienten können eben je nach Krankheitsbild extrem fordernd, anstrengend und agressiv sein, teilweise ohne es selber zu merken bzw. rational für eine Klärung der Lage zugänglich zu sein.
Fakt ist auch, das in diesem Arbeitsbereich Sachen hinzukommen die man nicht vergessen darf: im Zweifelsfall entscheidest Du ob z.B. jemand fixiert wird. Man sollte sich vorher damit auseinandersetzen, ob man diese Verantwortung tragen kann und will (und die Situation, die sich aus der Entscheidung entwickeln kann mit tragen kann und will, sprich: den Patienten gegen seinen Willen in die Fixation zu bringen). Da die Patienten nicht unbedingt rational sind, z.B. gerade auf Akutstation, musst Du auch damit umgehen können einfach mal angepöbelt, angeschrien oder körperlich angegriffen zu werden- trifft zwar häufig eher die Pflege, aber ich habe noch keinen Psychiater getroffen, der nicht eine Geschichte von körperlicher Gewalt gegen ihn erzählen konnte.
Das sind wohl am ehesten die Gründe, warum dieser Fachbereich nicht jedermanns Sache ist. Gilt halt für Viele auch nicht als "richtige" Medizin- obwohl ich dem deutlich widersprechen würde.
Espressa
15.03.2010, 22:04
d.h. der Effekt den man teilweise in der Inneren hat a la "Problem erkannt, Patient geheilt" ist hier nicht so ausgeprägt.
Huch, na das ist ja mal was neues. "Geheilte internistische Patienten"... Ich fand immer, sie sterben alle sowieso recht bald, durch die Behandlung eben nur etwas später... Naja. Sorry für OT.
@Threadersteller: Man kann durchaus einige medizinische Disziplinen mit etwas Abneigung oder zumindest gänzlich ohne "Herzblut" betreiben, aber jeder hasst diese Ärzte. Bevor du einer davon wirst, werde lieber keiner.
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