Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Stiftung Ärztetest
Heinz Wäscher
01.02.2003, 23:57
Deshalb können auch nur Eingriffe an Niere,Nebenniere und Lunge getestet werden :-))
Froschkönig
01.02.2003, 23:58
Original geschrieben von Heinz Wäscher
Da hast Du sicherlich recht,aber welche Leistungen im Krankenhaus bleiben denn Kassenpat (KP) vorenthalten,die PP nutzen können (abgesehen von Reha-Maßnahmen)?
Zum Beispiel, daß der KP vom AiP´ler behandlet wird ? Welcher natürlich auf Grund seiner mangelnden Erfahrung einiges außer Acht läßt bei Diagnose und Therapie !
Heinz Wäscher
02.02.2003, 00:01
dieser AIP steht aber noch unter Kontrolle von meist mehreren (Fach)Ärzten,die den KP auch zu Gesicht bekommen
Der Chef läßt sich weniger kontrollieren,bei der Hackordnung im Krankenhaus
Froschkönig
02.02.2003, 00:05
Heinz : WACH AUF !!!!!
Das der AiP unter Aufsicht erfahrener Ärzte arbeiten SOLL, bestreite ich nicht, hab nun aber schon vielfach gesehen, daß er das nicht tut und gerade mal dann nachfragen darf, wenn es um Leben und Tod geht !
Heinz Wäscher
02.02.2003, 00:14
hier im Krankenhaus läuft das so ab
beim KP
1)Pat wird aufgenommen (vom AIP o Assi)
2)Pat ist auf Stat & wird noch am gleichen Tag vom Oberarzt zus. mit dem aufnehmenden Arzt "angeguckt"
3)Tägliche Visite durch AIP + tägliches Erscheinen des OA beim AIP,ob alles okay sei
4)1x/Woche große OA-Visite
5)1x/Woche große CA-Visite
beim PP
1)Pat wird auch von AIP aufgenommen
2)OA kommt auch am gleichen Tag
3)CA kommt jeden Morgen um 7-8h (oft ist der Pat dann beim Röntgen oder sonstwo)
4)1x/Woche ist OA mit dabei
Das ist dann eben ein Mangel der Klinikorganisation. Aber auch der AiP muss irgendwann seine ersten Patienten betreuen. Nicht jeder kann nur vom Chef höchst persönlich betreut werden.
M.E. wäre es sinnvoller ganze Krankenhäuser oder Abteilungen zu raten, anstelle von einzelnen Ärzten. Dies würde den Druck für internes Qualitätsmanagement erhöhen, was langfristig einiges wirkungsvoller wäre, als das Abschiessen einzelner Ärzte.
Froschkönig
02.02.2003, 00:17
@Heinz
Schön, wenn das bei Dir so läuft....
Ich spreche nur aus Erfahrung, wenn ich sage, daß dem häufig NICHT so ist !!!
Heinz Wäscher
02.02.2003, 00:29
Kann auch nur für 2 Kliniken sprechen,da liefs relativ gleich ab
Legen viel Wert auf Qualitätmanagement
@Hobbes:es gab 1998 mal von Stern nen Kliniktest,der war ganz nett
da gabs zB Angaben zur Relation:Anzahl Pat/Anzahl Schwestern
Was man aber auf jeden Fall mal tranparent machen sollte,wäre die Versorgung in Pflegeheimen
-wie dort die ärztliche Betreuung aussieht
-wiviel exam.Personal auf e. Pat kommt
um nur ein paar Beispiele zu nennen
die Versorgung in Pflegeheimen ist oft katastrophal. Dabei würde sich dort wirklich auch die Frage nach der Art und Qualität der ärztlichen Versorgung richten. Doch mit den oft dementen Bewohnern dieser Heime, ist es sehr schwierig, eine gute Kontrolle zu erzielen.
Heinz Wäscher
02.02.2003, 00:42
stimmt schon
aber da die meisten Pat dort absolute Pflegefälle sind,müßte es eigentlich eine ärztliche Anlaufstelle für sämtliche Heime geben
Wie oft sind nur PEGs verstopft,das könnte auch ein diensthabener Heimarzt machen,der für seinen Bezirk zuständig ist
oder Infusionen verordnen,damit die Pat nicht exsikieren
das sind nämlich oft solche Pat,die dann im Krankenhaus landen und dort über Wochen bleiben,weil man noch irgendeine Kleinigkeit entdeckt hat
Ja meine Güte,dann hat die 90 Jahre alte Pat,die total verwirrt und bettlägerig ist halt nen Darmpolypen,da muß man die arme Frau nicht noch zur Colo vorbereiten
"die Versorgung in Pflegeheimen ist oft katastrophal. " (hobbes)
in welchem? wie oft? bsp?
wenn dat meine omi hört oder liest (tut se nicht aber könnte ja sein) .... die fragt dann wo das so ist - und wo ist das? und wie oft? welchem Pflegheim kann man trauen? Woher nimmst Du dieses Urteil?
Frostbeule
Heinz Wäscher
02.02.2003, 20:51
dann arbeite mal eine Woche auf ner Inneren!
So lange,Heimbewohner nur wenig Hilfe brauchen,ist die Versorgung in Pflegeheimen meist in Ordnung
Wenn es aber schlimmer ist,läßt die Pflege oft zu wünschen übrig,weil
1. mangelnde personelle Besetzung
2. mangelnde fachliche Kompetenz (kaum exam.Personal)
3. oft Billigarbeitskräfte ohne nötigen Respekt gegenüber dem Bewohner eingestellt werden
Ich meine,in nem Pflegeheim muß man PEGs nicht mit Isolierband verbinden
Desweiteren fehlt der persönliche Kontakt oft,viele der absoluten Pflegefälle erhalten KEINERLEI Besuche
Die Bewohner werden oftmals nicht gefordert;weder intelektuell,sozial noch körperlich
können oft nicht aus dem Bett mobilisiert werden
Die Folgen sind gravierend
Psychische Schäden (Hospitalismus)
Dekubitus
Kontrakturen etc
Was nicht fachkundig ausgebildetes Personal alles falsch machen kann,ist schon gar nicht mehr wiederzugeben
zB Reißen am paretischen Arm kann die Schulter auskugeln (passiert superoft!)
Wärmflaschen an nekrotischen Füßen
Leider ist das an vielen Heimen die Regel
Mein Vater arbeitet im Arbeitsamt & die hatten vor 3 Jahren ein Heim kontrolliert
Da waren polnische und rumänische Aushilfen ohne Arbeitsgenehmigung und ohne irgendeine pflegerische Ausbildung
Da kam im Tagdienst 1 (!!!) Aushilfskraft auf 2 Stationen mit insgesamt 40 (!) Pflegefällen
Theoretisch wäre da noch eine exam Altenpflegerin gewesen,praktisch leider nicht
Das Heim hatte nen richtig guten Ruf unter den Senioren
war auch schweineteuer (hieß Schloßpark XXXX)
Die Pflegestation hat dicht gemacht,es gibt aber eine Tagesklinische Betreuung weiterhin
Die Arbeit im Altenheim besteht leider nicht nur aus malen,singen und Kasperle-Theater
Als Pflegefall biste da ziemlich alleine,vor allem,wenn Du keine Familie hast,die auch mal ein wenig Druck macht!
von Frostbeule: Pauschalurteil: "die Versorgung in Pflegeheimen ist oft katastrophal. " (hobbes)
Nö, das ist kein Pauschalurteil (deshalb steht das ja oft!)
Ich habe viele verschiedene Pflegeheime gesehen und zwar aus "ärztlicher" wie auch aus "Bewohner-naher" Perspektive.
Dabei musste ich oft feststellen, dass die medizinischen Bedürfnisse dieser Patienten oft nicht wahrgenommen werden, ja, dass sogar davon ausgegangen wird, das einzige Interesse der Bewohner wäre ein möglichst baldiger und möglichst schmerzloser Tod. Der Überlegung, dass dem vielleicht gar nicht so ist, wird keine Bedeutung beigemessen und es wird nichts unternommen, die Lebensperspektiven (auch mit beschränkter bis minimaler Lebenserwartung) zu verbessern.
Ich gebe dir bewusst keine Namen und keine Beispielen. Dies deshalb, weil ich keine Diskussion über eine beispielhafte Einzelheit führen will, sondern über eine grundsätzliche Problematik. Beispiele gibt's von Heinz.
Heinz Wäscher
04.02.2003, 23:51
Jep!
Und bei Bedarf hab ich noch ein paar Beispiele auf Lager... :-))
Dr. Raddatz
06.02.2003, 21:13
Leute, Leute,
wir haben's doch nicht mit einem Werkstück zu tun oder mit einem Auto am Ende der Fertigungsstraße, wo eines ausehen sollte wie das andere. Wer - bitt'schön - sollte denn in der Lage sein, ein Behandlungsergebnis so zu objektivieren, daß es als Bewertungsgrundlage für alle folgenden Individualbehandlungen dienen kann? Bedenken sollte man bei einer solchen
Qualitätskontrolle ferner den Selektionsmechanismus in der Medizin, d.h. nach Schwere der Fälle aufsteigend bekommt die Uni-Klinik für gewöhnlich nicht die Fälle zu Gesicht, die der Hausarzt, der Facharzt, das Kreiskrankenhaus auch erledigen könnten. So müßte man für jede Ebene eine meßbare Norm erheben, prktisch ein Ding der Unmöglichkeit. Wollen wir wirklich behaupten, ein Lehrer ist dann ein guter Lehrer, wenn bei ihm keine Schüler sitzenbleiben? Ein Rechtsanwalt ist dann gut, wenn er keine Prozesse verliert (vielleicht, weil er kaum welche führt)? Das darf doch alles nicht wahr sein!!!
Zu Pflegeheimen folgendes: Ich wollte vor einigen Jahren ein ärztlich geleitetes Pflegeheim einrichten, weil die Verhältnisse - wie in den zuvor beschriebenen Beiträgen - absolut unzureichend sind und das auf breitester Front. Die zuständigen Träger haben das Projekt abgeblockt, eine ärztliche Versorgung würde in ausreichendem Maße von (externen) Hausärzten geleistet, ein Vorwand, Innovationen nicht zuzulassen, wie so oft. Rechnerisch hätte dieses Projekt durchaus funktioniert.
Dr. Raddatz
NS.
Dr. Raddatz hat sich leider noch nicht klonen können, ist aber dennoch identisch mit DR:RADDATZ
Heinz Wäscher
24.02.2003, 23:31
@Dr Raddatz
In puncto Pflegeheim: Das kann ich mir lebhaft vorstellen
Warum klappts in den Pflegeheimen nicht so mit dem Qualitätsmanagement und vor allem in der Qualitätssicherung
Wie sieht die rechtliche Lage mit der ärztl Versorgung in Pflegeheimen aus?Sind die Heime verpflichtet,Ärzte zu benennen?
Sind die Ärzte wiederum verpflichtet eine gewisse Anzahl Pflichtstunden zu erbringen?
Ach,Fragen über Fragen...
Heinz Wäscher schreibt: Wie sieht die rechtliche Lage mit der ärztl Versorgung in Pflegeheimen aus?Sind die Heime verpflichtet,Ärzte zu benennen?
Die Crux ist folgende: Rechtlich gesehen sind Pflegeheime Unterbringungseinrichtungen für Menschen, die sich nicht mehr selbst versorgen können. In diesen Fälllen greift die Pflegeversicherung. Nun sind diese Menschen mit geradezu chronischer Regelmäßigkeit aber auch krank i.S.v. behandlungsbedürftig, aber wiederum nicht so krank, daß eine vollstationäre Behandlung erforderlich ist. Also hält der Gesetzgeber es für völlig ausreichend, analog einem Bettlägerigem in häuslicher Umgebung, wenn der Pflegebedürftige im Altersheim seinen Hausarzt alarmiert, der sich dann auch vermutlich auch mal blicken läßt. Wird im Akutfall tatsächlich Krankenhausbehandlung unvermeidlich, hat das Pflegeheim das Problem mit dem leeren Bett. Kein "Bewohner", kein Geld! Aus diesem Grunde kann man beileibe nicht von maximaler medizinischer Versorgung im Alters- oder Pflegeheim sprechen. dies wird gewöhnlich erst im präfinalen Stadium leichter.
Dr. Raddatz
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