PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Berufsunfähigkeit



Seiten : 1 [2] 3

docmezzomix
27.01.2003, 20:31
Hallo ist gut, wenn du da einmal anfragst kommt der Herr Kaiser, der Herr Müller von der Ali.. der Herr Meier von der V. .. sogar morgens um 7:30 und abends um 21:15 die sind schlimmer als irgendwelche Sektenjünger, denn wenn du dehnen sagst du hast keinen Bock kommen die nie wieder, aber der Herr Kaiser und seine Freund sind echt anstrengend.................. ;-)

Heinz Wäscher
27.01.2003, 20:58
absolut nervig
wär kein Job für mich

hibbert
27.01.2003, 21:07
KLINKENPUTZER, SO NENNT MAN DIE, KLINKENPUTZER :-( :-( :-(

Heinz Wäscher
27.01.2003, 21:10
Scheiß-Job
Da würd ich noch lieber bei der Müllabfuhr arbeiten

Dr. Raddatz
27.01.2003, 21:41
Zum Thema "Berufsunfähigkeit" kann ich vielleicht weiterhelfen:
Voraussetzung zum Eintreten einer Berufsunfähigkeit ist neben einem körperlichen Schaden natürlich erst einmal ein Beruf. Gesetzlicher Hintergrund ist die Absicherung des bereits bestehenden Lebensunterhalts (!), also des Monatsgehalts. Somit ist eine sinnvolle Berufsunfähigkeitsversicherung erst dann gegeben, wenn die Rente dem ehem. Nettogehalt entspricht, was sich in der Prämie recht ordentlich bemerkbar macht, also z.B. für einen Beitrag von 500 Euro stehen mir dann ca. 4000 Euro BU-Rente zu, wobei der Beitrag naturgemäß mit höherem Eintrittsalter bzw. Vorerkrankungen o.ä. steigt. Außerdem verlangt das BU-Gutachten eine Einschränkung der zuletzt ausgeübten Berufstätigkeit von über 50 Prozent. Da muß man auch erst mal hinkommen, z.B. der Chirurg ohne Daumen, aber keineswegs der Radiologe ohne Beine. Vgl. dazu den Begriff der
Erwerbsunfähigkeit. Wenn der erfüllt ist, geht nun aber wirklich gar nichts mehr (§ 1246 und 1247 ehem. RVO).
Fazit: Ein Student braucht keine BU! Gern werden aber Studenten welche verkauft. Die Branche hat längst erkannt, daß man "unwissende" Studenten - vor allem im Hinblick auf das künftige Geschäft - leicht aufs Kreuz legen kann. Diesbezügliche Experten in Uni-Kreisen sind die gefürchteten MLP-Haie, die gern mit (Pseudo-)Fortbildung und belegten Brötchen locken und einem dann vorrechnen, wieviel Geld man spart, wenn man am besten gleich anfängt. Alles Quatsch. Ich kann ein Lied davon singen und viele meiner Kollegen ebenfalls. Aber wie heißt es so schön: "Hinterher ist man eben immer schlauer!"

Es grüßt in alle Himmelsrichtungen

Dr. Raddatz

Pascal
28.01.2003, 07:33
Hab eben mal kurz nachgeguckt. Hab auch ne Berufsunfähigkeitsvers. Ist nämlich in mener Lebensversicherung dirn. Zwar nicht der reißer, aber ich hoffe doch eh mal drauf, das ich lieber die Auszahlung der Lebensversicherung selber genießen kann. :-D

Nico
28.01.2003, 09:04
Sinnvoller ist bis zum Eintritt in das Erwerbsleben eine Unfallversicherung!
(Gut, die schützt einen nicht, wenn man aus Krankheitsgründen nicht mehr arbeiten kann....)

Denn wie schon geschrieben (siehe unten), eine Berufsunfähigkeit wird eher selten erreicht.
Und ein Chirurg ohne Daumen kann immernoch für Gutachtenschreiben oder sonstwas eingesetzt werden!
So zahlt man jahrelang teure Beiträge ein, damit man am Ende einen Schreibtischjob hat - und die Versicherung zahlt gar nichts.

Gruß
Nico




Original geschrieben von Dr. Raddatz

Zum Thema "Berufsunfähigkeit" kann ich vielleicht weiterhelfen:
Außerdem verlangt das BU-Gutachten eine Einschränkung der zuletzt ausgeübten Berufstätigkeit von über 50 Prozent. Da muß man auch erst mal hinkommen, z.B. der Chirurg ohne Daumen, aber keineswegs der Radiologe ohne Beine.
Fazit: Ein Student braucht keine BU! Gern werden aber Studenten welche verkauft.
Die Branche hat längst erkannt, daß man "unwissende" Studenten - vor allem im Hinblick auf das künftige Geschäft - leicht aufs Kreuz legen kann.

airmaria
28.01.2003, 11:20
@Raddatz: eine Berufsunfähigkeitsversicherung darf eh nur in einem gewissen Äquivalenzbereich zum derzeitigen Einkommen abgeschlossen werden!
Aber es soll tatsächlich Studenten geben, die regelmäßig Geld verdienen!
Bei niedrigerer Absicherung ist dementsprechend auch nur ein überschaubarer Beitrag zu leisten.
Ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist aber das Thema Gesundheitsprüfung: diese legt Deinen derzeitigen Gesundheitszustand zugrunde und berücksichtigt nur diese Ausschlüsse und Risikoaufschläge auch wenn Du später dann weiter aufstockst!

@Nico: die Unfallversicherung ist natürlich auch sinnvoll, dies dient aber eher für normale Geldverdiener zur Sofortabsicherung und für notwendige Anschaffungen, weniger zur Lebensunterhaltssicherung.

Beispiel: der junge Assistenzarzt fährt am Wochenende durch die Gegend, ist wegen der anstrengenden Woche übermüdet, es ist aber kein Arbeitsweg mehr... er trifft den Baum... Rolli

Die Unfallversicherung (z.B. abgeschlossen für 100.000 EUR) zahlt einen Einmalbetrag aus, je nach Mindreung der Erwerbsfähigkeit, ab 55% meist 100% Versicheungssumme.
Von diesem Betrag, wird man so aber nicht lange Leben können, er ist eher für "Sofortmaßnahmen" gedacht: Umbau/Kauf behindertengerechtes Auto, Wohnung... (und solche sachen verschlingen ne Menge Kohle!!!)

Die Berufsunfähigkeitsversicherung sichert dann den "Lebensstandart" durch weitere monatliche Zahlungen ab, ohne die man nur durch die staatliche Förderung am Existenzminimum dahinvegetieren würde!

Fazit: ich habe sowohl eine Berufsunfähigkeitsversicherung als auch eine Unfallversicherung... neben einer privaten Haftpflicht natürlich.
Zusätzlich noch: eine Anwartschaftsversicherung für eine PKV: die hält mein Eintrittsalter niedrig und berücksichtigt meinen Gesundheitszustand zum Eintrittsalter in Krankenversicherung.
Inzwischen habe ich einige gröbere Sportverletzungen hinter mir, die mir andernfalls enorme Risikozuschläge bzw gar einen Ausschluß beschert hätten!

"Mary" airmaria

hobbes
28.01.2003, 18:27
Ein Student braucht keine BU! Gern werden aber Studenten welche verkauft

Das würde ich wohl auch meinen. Später ist eine solche natürlich sicher sinnvoll.

Christian
04.02.2003, 09:47
Hallo zusammen,

angeregt durch die Diskussion haben wir Herrn Peter Dahlhausen von der Deutschen Ärzte-Versicherung gebeten, das Thema Berufsunfähigkeit einmal im Detail zu erläutern. Herausgekommen ist die folgende Artikelserie, die vielleicht einige neue Ansätze in die Diskussion bringt:

BUV - Ein 'Sollte' für den Medizinstudenten (Teil 1)
http://www.medi-learn.info/seiten/basismodul/Detailed/447.shtml

Nicht ob, sondern wie - das ist hier die Frage (Teil 2)http://www.medi-learn.info/seiten/basismodul/Detailed/448.shtml

Stimmen müssen Preis und Leistung (Teil 3)
http://www.medi-learn.info/seiten/basismodul/Detailed/449.shtml

Ich hoffe, die Infos bringen Euch weiter!
Schöne Grüße
Christian

Dr. Raddatz
06.02.2003, 21:31
__________________________________________________ _
Fazit: ich habe sowohl eine Berufsunfähigkeitsversicherung als auch eine Unfallversicherung... neben einer privaten Haftpflicht natürlich. (Airmaria)
__________________________________________________ __

Man kann sich natürlich auch gegen die ungewollte Schwangerschaft durch Außerirdische versichern (Kein Witz, Versicherungspolice erhältlich über Lloyds London).
Ob alles, was man im Leben machen kann, gleichzeitig auch sinnvoll ist, ist eine andere Frage und gilt nicht nur für die Medizin.

Dr. Raddatz

Mehrheit ist der glatte Unsinn. Verstand ist stets bei wenigen nur gewesen (Schiller)

docmezzomix
06.02.2003, 21:50
@ Dr Raddatz

Is wirklich nicht verkehrt sich zu versichern (gezielt, nicht blind Geld ausgeben) doch wer sich nicht versichert wird irgendwan einmal, wenn es zu spät ist, sich denken: Hät ich mich nur versichert. Und wir dann auch, denn arbeitslose Mediziner gibt es genug...
Und die muss ich dann ALLEEE durchschleppen, wenn ich mal Chefarzt und Gesundheitsminister bin :-D

airmaria
06.02.2003, 22:01
@Dr. Raddatz:

Nun, wenn Du mich schon so konkret darauf ansprichst:

für mich war es wohl eine sehr gute Entscheidung!

Nach Abschluß meiner Verträge vor einigen Jahren (zu der im übrigen auch noch ein Anwartschaftversicherung auf eine private Krankenversicherung gehört) habe ich inwischen diverse Knieverletzungen (VKB-Ruptur, Innenband-Ruptur.... Lig. patellae-OP) erlitten.
Wenn ich heute eine der entsprechenden Versicherungen noch abschließen wollte, wäre das kaum noch mögelich, oder aber eben mit Leistungsausschlüssen oder extremen Risikozuschlägen.

Ich bin froh, daß ich damals so vorsorglich gedacht habe, nicht nur wegen der ordentlichen Leistungszahlung aus der Unfallversicherung, die mir im Prinzip eine kostenlose Zahlung dieser Versicherungen auf Jahre bis Jahrzehnte bescheert.

"Mary" airmaria

Dr. Raddatz
06.02.2003, 22:37
Also, mal sehen, ob ich das richtig verstanden habe:
Sie haben nach div. Unfällen mit Kniebinnentrauma Leistungen aus einer privaten Unfallversicherung in Anspruch genommen. Wer - bitt'schön - hat denn eigentlich die 20.000 Euro Behandlungskosten übernommen? Und nun ganz besonders aufgepaßt: Glauben Sie allen Ernstes, daß die Anwartschaft auf eine private Krankenversicherung ohne Prüfung bestehen bleibt, wenn Sie einen Versicherungsvollschutz beantragen? Ich will's vorwegnehmen: Sie werden unterschreiben müssen, daß in der Zwischenzeit keine Unfälle, Op.'s, Kuren, Krankenhausaufenthalte usw. usw. zu verzeichnen waren. Im Zweifelsfall gucken Sie mal in die AVB.

Gruß aus der Versicherungsbranche

Dr. Raddatz

NS: Ich war 4 Jahre lang als Medizinischer Berater und Gutachter für die Deutsche Vermögensberatung tätig und habe das Risiko zahlreiche solcher und ähnlicher Fälle beurteilen müssen.

airmaria
07.02.2003, 01:35
Also lieber Dr. Raddatz, bei diesem Thema passe ich immer sehr gut auf, aber der Reihe nach:

Vorweg: die Leistungen aus einer privaten Unfallversicherung haben nun wirklich gar nichts mit der Kostenübernahme einer Krankenbahandlung zu tun. Die Leistungen richten sich einzig und allein nach dem prozuntualen Grad der Schädigung im Rahmen der Gliedertaxe.
Die Kostenübernahme der Krankenbehandlung richtet sich wie immer nach dem jeweils zuständigen Kostenträger.
Dies ist bei mir ein wenig komplizierter gelaufen, aber weil das Thema Anwartschaft hier mit angesprochen wurde, will ich versuchen, das mal einigermaßen kurz aufzudröseln:

Hm, nochmal vorweg: es gibt zwei Arten von Anwartschaftsversicherungen, dieser Sachverhalt sollte eigentlich jemandem, der nebenbei etwas mit der Versicherungsbranche zu tun hat (wenn ich das richtig verstanden habe) bekannt sein:
eine "Kleine" und eine "Große".
Bei der "Großen" behält man das Eintrittsalter (hier also 20 Jahre) immer bei und es erfolgt keine weitere Gesundheitsprüfung oder Auschluß zwischenzeitlich eingetretener Schädigungen. Der Preis richtet sich nach dem vorher festzulegendem KV-Voll-Tarif und ist bei der "Großen", welche im übrigen nicht von allen Versicherungen angeboten wird, natürlich auch dementsprechend höher.

1. Schädigung: VKB-Ruptur li Knie: zu der Zeit war ich Zeitsoldat, ich besaß eine Anwartschaftsversicherung zur Restkostenabdeckung zum 30%igen Restkostenanteil mit Beibehaltung des Eintrittsalters und der Eingangsgesundheitsprüfung.
Die Kosten der Krankenbehandlung in einem zivilen Krankenhaus wurden durch die Bundeswehr im Rahmen der freien Heilfürsorge übernommen.

2. Schädigung: Lig.-Patellaedefekt re Knie: zu dieser Zeit war ich bereits aus der BW ausgeschieden, aber ich bekam noch Übergangsgebührnisse und war somit beihilfeberechtigt (70%). Meine Anwartschaftsversicherung hatte ich natürlich in eine private Restkostenkrankenversicherung umgewandelt, selbstverständlich unter den Konditionen Eintrittsalter 20 und ohne Risikoaufschläge oder Gesundheitsprüfung, trotz Angabe der VKB-Ruptur.
Die Kosten der Krankenbehandlung wurden zu 70% von der Beihilfe und zu 30% von der privaten Krankenversicherung getragen.

3. Schädigung: Innenbandruptur mit Meniskusriß li Knie: Inzwischen war ich nicht mehr beihilfeberechtigt und gesetzlich Krankenversichert. Meine private Restkostenversicherung wurde diesmal in eine Anwartsschaftversicherung auf eine private Vollkrankenversicherung umgewandelt, Eintrittsalter 20, keine Gesundheitsprüfung, keine Ausschlüsse oder Risikozuschläge!
Die Kosten der Krankenbehandlung hat natürlich in diesem Fall die gesetzliche Krankenversicherung getragen.

Sollte ich nun jemals eine Tätigkeit aufnehmen, die meine Leistungen mit einem Honorar jenseits der Beitragsbemessungsgrenze begleicht, werde ich mich privat krankenversichern, zu einem Kurs als wäre ich mit 20 Jahren eingetreten... und natürlich ohne Gesundheitsprüfung.

"Mary" airmaria

Dr. Raddatz
07.02.2003, 16:07
ad airmaria__________________________________________
Dies ist bei mir ein wenig komplizierter gelaufen

Selbstverständlich sind mir die Leistungsvoraussetzungen einer privaten Unfallversicherung bekannt. Aber trotzdem, danke für die Belehrung.
Selbstverständlich ist mir die große und kleine Anwartschaft bekannt, die sich aber dummerweise nur bei einem handverlesenen Personenkreis im Rahmen des Beamtengesetzes realisieren läßt. Wer also nicht unter die zukünftigen Beamten oder - wie in diesem Falle - Soldaten fällt, verfügt über die Privilegien nicht. Und das dürfte die Mehrheit sein. Insoweit ist solch ein E-mail-Disput für die Masse der Studenten wohl eher bedeutungslos. Es tut mir leid, daß ich das Beamtengesetz nicht im Stück repetieren kann, es ändert aber nicht das geringste an meinem Vortrag, der seinen allgemeingültigen Charakter behält.
Trotz allem, mein Glückwunsch, daß das Bein noch dran ist.

Dr. Raddatz

airmaria
07.02.2003, 16:40
Nix für ungut Dr. Raddatz, habe durch meinen "Sonderstatus" schon so einigen Versicherungsvertreter zum Schwitzen gebracht, was allerdings nicht auf Ärgerungsabsicht basierte, sondern darauf, daß ich manche Dinge eben genau wissen will.

Und genau das möchte ich einigen Leuten hier ans Herz legen:
man tut das immer so ab, scheiß Klinkenputzer, da hat mich doch son Versicherungsfuzzi genervt... usw... usw

Mich trifft es sowieso nicht, die wollen nur mein Geld...

Natürlich mag es den ein oder anderen "Überversicherten" geben, doch denke ich eher, daß die Masse völlig leichtsinnig und nahezu sträflicherweise unterversichert ist.

"Mary" airmaria

PS: ich arbeite weder für eine Versicherung, noch habe ich sonst irgendwelche Beziehungen zu dieser Branche!

DoktorW
07.02.2003, 20:54
so, der W hatte heute ein Beratungsgespräch bei einem unabhängigen Finanzdienstleister! Und jetzt werde ich wohl eine abschließen, auch wenn 34 € ne Menge Geld sind. Aber ich werde mich vorher nochmal ein bißchen umhören, was die Konkurrenz noch bietet!

gruß
W

skandi
18.07.2003, 13:01
*push*
muss diesen Artikel mal hochpushen, weil ich keinen neuen eröffnen will, aber dennoch für konkrete Vorschläge dankbar wäre, welche Gesellschaften denn nun wirklich gut sind.

DoktorW
18.07.2003, 15:35
Hi,

mach doch einfach mal einen Beratungstermin bei den großen Gesellschaften wie Deutsche Ärzteversicherung, MLP oder so.

Die Gespräche sind immer kostenlos, man kann sich informieren und dann entscheiden!

gruß
W