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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der Ärzte-TÜV: Ein Schwank in 3 Aufzügen



Christian
03.02.2003, 20:41
In der Onlinezeitung Ausgabe 153 erscheint der folgende Artikel von Dr. Thomas Raddatz, den wir hier als Kopie zur Diskussion abdrucken:

Kein Tag ohne neue Meldung aus dem Gesundheitsministerium. Heute nun hat - wie die HNA berichtet - Frau Schmidt ein neues Karnickel aus dem Zylinder gezaubert: Den Ärzte-TÜV. Jetzt möchte ich doch langsam mal das Schädel-CT der Ministerin zu Gesicht bekommen. Allen Ernstes liefert sie der nach längst überfälligen Reformen dürstenden Bevölkerung tröpfchenweise Beruhigungsmittel. Frei nach dem Motto: Sehet her, wir kümmern uns um euer Wohl!

Erstens
Gestern noch singt die gleiche Ministerin eine Hymne auf das im internationalen Vergleich hohe Niveau des deutschen Gesundheitswesens, das es unter allen Umständen zu wahren gilt. Heute nun stellt sie überraschende Qualitätsmängel bei den niedergelassenen Ärzten fest, die allein nur mit dem Mangel an Fortbildung erklärt werden. Au weia! Das medizinische Staatsexamen, das die grundsätzliche Qualifikation eines Arztes sicherstellen soll, heißt so, weil es von einer staatlichen Behörde nach staatlichen Richtlinien (sog. Approbationsordnung) abgenommen wird. Wenn Frau Schmidt nun also glaubt, ihre eigenen Regeln korrigieren zu müssen, sollte sie am Anfang, also bei der Ausbildung, beginnen und nicht am Ende, der Weiterbildung. Grundsätzlich darf aber gefragt werden, ob das System überhaupt einer staatlichen Lenkung bedarf. Der Abstand zur Staatsdiktatur wird durch solche Manöver immer kleiner.

Zweitens
Die ständig nachrückenden Belehrungsversuche aus dem Gesundheitsministerium können dennoch nicht verhindern, daß sich ein normal Sterblicher selbst das beste Urteil über eine gelungene Behandlung bilden kann. Somit stimmen die Patienten mit den Füßen ab, meiden einen Arzt, dem sie nicht vertrauen oder an dessen Fähigkeiten Zweifel bestehen und gehen woanders hin. Dabei ist es eine illusionäre Verkennung, wenn man glaubt, das frisch geputzte TÜV-Siegel über dem Praxiseingang birgt für Qualität hinter der Tür. Aber so sind die Politiker unserer Tage nunmal. Wenn alles sauber geordnet, geregelt, abgestempelt und verbucht ist, wenn also die Formalien erfüllt sind, muß - gewissermaßen von selbst - die Qualität hinterherkommen. Irrtum, Frau Schmidt. Sie können Bestimmungen, Verordnungen, ja sogar Notverordnungen und Vorschaltgesetze nach Lust und Laune erlassen und werden es doch nicht verhindern können, daß sich die Menschen an ihrem Vertrauenspegel orientieren und daß auch die überwiegende Zahl der Ärzte noch etwas besitzt, das in keinem Ihrer zahlreichen Dossiers auch nur erwähnt wurde, nämlich Verantwortung für das anvertraute Wohl, es sei denn, Sie heben die freie Arztwahl auf und weisen jedem Pflichtversicherten seinen Kassenmedicus zu. Das bringen Sie dann aber, bitteschön, den Menschen dieses Landes selbst bei und warten die nächste Wahl ab.

Drittens:
Ich hege für mich und die überwiegende Zahl meiner operierenden Kollegen nicht den geringsten Zweifel an deren ständig auf Verbesserung angelegten ärztlichen Kunst. Ich habe ferner nicht die geringsten Bedenken, deren Fachkompetenz einer Kontrolle zu unterziehen. Dennoch ergibt sich die Frage: Wer sollte das tun? Und zweitens: Wenn bei niedergelassenen Ärzten, dann auch bei Krankenhausärzten. Wenn bei Ärzten, warum nicht bei Rechtsanwälten? Wenn bei Rechtsanwälten, warum nicht bei Lehrern? Wenn bei Lehrern, dann wohl auch bei Politikern, deren Fehlentscheidungen einen weitaus größeren Personenkreis ins Unglück stürzen können, als es ein normal sterblicher Arzt in seinem gesamten Berufsleben vermag. Ich lege auf der Stelle mein medizinisches Staatsexamen - obwohl Jahrzehnte vergangen sind - ein zweites Mal ab, wenn sich die Politiker dieses Landes, die Verantwortung in bedeutungsvollen Entscheidungsprozessen übernommen haben, ebenfalls einer Kompetenzprüfung unterziehen (Politiker gehören zu den wenigen Berufen, die zur Ausübung ihrer Tätigkeit keine Prüfung benötigen). Wer weiß, wie viele diesen Aufgaben gar nicht gewachsen sind. Mir fallen dazu schon ein paar Namen ein ...

Autor(in): Dr. Thomas Raddatz

Froschkönig
03.02.2003, 21:04
Tja Christian, was soll ich da diskutieren ?
Der Mann hat doch recht ! :-))

Zum "1.Aufzug" :
Das Politiker ständig Ihre Meinung ändern ist zwar weder besonders Vertrauenerweckend noch Hilfreich, aber anscheinend "normal". (Ich hätte auch gerne ein paar Schädel-CT´s, bei dem einen oder anderen könnten wahrscheinlich sogar meine absolut unradiologischen Augen ernstere Befunde entdecken!)

Zum "2.Aufzug" :

Der "ÄrzteTÜV" könnte - abgesehen von seiner Praktikabilität - auch in anderer Hinsicht scheitern. Eine Form von "Etikettenschwindel". Wie schon gesagt : Schild über der Tür = guter Arzt ? Oder vielleicht : es wird gepfuscht und herumgequacksalbert, bis alle Jubeljahre mal wieder der Überwachungshausierer anklopft....dann wird der Platin-Catgut geschultert und gezeigt, daß man auch anders kann.... ? Patienten sind vieles, aber nicht doof ! Was einer an der Tür hängen hat, ist dem unzufridenen Mütterchen Schmitterer herzlich egal, besonders, wenn sie es durch die fehlende Glaukomtherapie eh schon nicht mehr lesen kann !

Zum "3. Aufzug" :

Das Politiker keine Prüfung brauchen ist ja auch gut so. Schließlich gäbe es da eine immense Zeitverzögerung, wenn mal wieder 2 Minister ihren Ressort tauschen. Das wollen wir doch nicht, oder ?

uronelle
10.02.2003, 23:51
Lieber Herr Dr. Raddatz,

einige Gedanken zu den von Ihnen aufgefuehrten Punkten:

Erstens:

Sicher ist es richtig, dass an der derzeitigen medizinischen Ausbildung und den sie abschliessenden Examina einiges zu verbessern gibt und dass dieser Verbesserungsbedarf auch von der aktuellen Regierung nicht im ausrecichenden Masse angegangen wird. Aber seien wir doch mal ehrlich. Eine so schnelllebige Wissenschaft wie die Medizin bedarf der staendigen Fortbildung. Nur wer sich regelmaessig ueber Neuerungen informiert, der kann Patienten adaequat behandeln.

Und gerade in diesem Bereich sehe ich bei sehr vielen niedergelassenen Aerzten doch immensen Nachholbedarf. Selbstverstaendlich moechte ich nicht verallgemeinern, aber aus eigener Erfahrung (als Patient und auch als Rettungsassistent) kann ich sagen, dass viele, gerade aeltere niedergelassene Aerzte eine Medizin betreiben, wie sie vor 20 oder 30 Jahren, zur Zeit ihres Examens betreiben. Und genau deshalb grenzt es nicht etwa an "Staatsdiktatur" (mit solchen Ausdruecken waere ich gerade in der heutigen Zeit sehr vorsichtig), wenn der Staat seine Aerzte regelmaessig auf ihr aktuelles Wissen hin ueberpruefen moechte, um seinen Buergern eine bestmoegliche medizinische Versorgung zu gewaehrleisten.

Und wenn ich dann das Motto der Hausaerzte, "Míttwoch ist Fortbildungstag" hoere und gleichzeitig sehe, wie diese Aerzte sich nicht etwa fortbilden sondern auf der Strasse Parolen bruellen, dann ist das fuer mich der reinste Zynismus und grenzt fuer mich an Betrug und fahrlaessige Koerperverletzung. Jeder hat das Recht, seine Meinung frei kundzutun, aber jeder Arzt hat auch die Pflicht, immer auf dem neuesten medizinischen Stand zu sein.


Zweitens:

Sicher sind die Patienten heute um einiges muendiger als vor 20 oder 30 Jahren. Und sicher koennen sich Patienten in einigen Bereichen ein adaequates Urteil ueber ihren Arzt bilden. Andererseits hat doch der allergroesste Teil der Patienten einfach nicht das notwendige Wissen (woher auch?) um eine optimale von einer suboptimalen Therapie zu unterscheiden. Natuerlich mag sich ein Patient bei einem Arzt vielleicht sehr wohl und sehr gut behandelt fuehlen, aber was nuetzt ihm das, wenn der Arzt ihm nicht die beste Therapie angedeihen laesst und dadurch seiner Gesundheit schadet?

Ich kann viele der fortbildungsunwilligen Kollegen ja ein Stueck weit verstehen. Fortbildung ist freiwillig, unter Umstaenden verursacht sie zusaetzlichen Stress und kostet Freizeit. Und bisher ueberprueft einfach niemand, ob sich ein niedergelassener Arzt regelmaessig fortbildet. Auch den meisten Patienten ist das eher egal, zumindest fragen sie nicht explizit danacxh und haben ja auch gar nicht die Mittel, dies hinreichend nachzupruefen. Natuerlich wird man da behaebig und fragt sich, warum man zusaetzliche Anstrengungen auf sich nehmen sollte, wenn es doch auch so geht. Genau deshalb muss eine regelmaessige Pruefung und Zertifizierung der Aerzte sein. Nur so besteht ausreichende Motivation, sich auch wirklich regelmaessig fortzubilden.

Drittens:

Sicher wuerde der "Aerzte-TUEV" einen organisatorischen Aufwand versuchen und es waere moeglicherweise auch nicht durchfuehrbar, alle Aerzte in kurzen Abstaenden zu zertifizieren. Nichtsdestotrotz muss eine solche Zertifizierung erfolgen, von Experten ihres jeweiligen Feldes, die auf dem neuesten Wissenstand sind. Auch wenn diese Zertifizierung nur unregelmaessig stattfindet, so waeren schon stichprobenartige Pruefungen doch Druck genug, sich auch wirklich fortzubilden.

Selbstverstaendlich muss ein solcher dauerhafter Zwang zur Fortbildung auch fuer andere Berufe gelten und selbstverstaendlich auch fuer Krankenhausaerzte (wobei hier ja in vielen Faellen durch interne Fortbildungsprogrammen eine kontinuierliche W§eiterbildung gewaehrleistet ist). Und in vielen Berufen ist dies auch der Fall. Ein kleines Beispiel hierzu. Ich habe vor Beginn meines Studiums eine Ausnbildung zum Rettungsassistenten gemacht und arbeite auch jetzt noch von Zeit zu Zeit in diesem Beruf als Aushilfe. Um dies allerdings tun zu koennen, wird von mir ein festes jaehrliches Pensum an Fortbilkdungsstunden verlangt, die ich nachweisen muss. Eine solche Regelung ist mir fuer Hausaerzte nicht bekannt. Wieso sollen Aerzte von einer solchen Pflicht befreit sein, die sogar fuer medizinische Hilfsberufe (ohne diese Berufe in irgendeiner Weise abwerten zu wollen) gilt??

Zuzr Kompetenzpruefung der Politiker kann ich abschliessend noch sagen, dass es in unserem Land alle vier Jahre freie Wahlen gibt und hier jeder Buerger durch seine Stimme entscheiden kann, welche der Kandidaten er fuer Kompetent haelt und welche nicht.


Ich hoffe, die aufgefuehrten Fakten regen Sie ein wenig zur Reflexion an und fuehren dazu, dass Sie Ihre Meinung nochmals ueberdenken.


Freundliche Gruesse,

Ulrich Ronellenfitsch

Froschkönig
11.02.2003, 00:39
Lieber Ulrich,

mit Sicherheit sind Deine Argumente überdenkenswert. Gerade den Punkt der ärztlichen Fort- und Weiterbildung halte ich sogar für SEHR Diskussionswürdig !

Erstens :
Jedoch möchte ich folgende Punkte nochmal zusammenfassen : Es ging im Posting von Dr. Raddatz vorerst um die staatlich festgelegte AppO. D.h. also, die Grundlagenausbildung der Mediziner. Diese sollte doch wohl so beschaffen sein, daß der mediziner bei Abschluß seiner (Grund-)Ausbildung schon irgendwo auf der Höhe der Zeit ist. Daß sich dann der Facharzt anschließt ist ja klar. Und daß selbiger nach bestehen einer konsequenten Weiterbildung bedarf, sollte auch klar sein (Ich habe auch schon die Erfahrung von antiquierten Therapien gemacht, weiß also, worauf Du anspielst).

Zweitens :
Natürlich gibt es Krankheitsbilder, die den Patienten zunächst überfordern und wo er sich vielleicht unter einer falschen Therapie trotzdem körperlich wohl fühlt. Bei dieser Argumentation wäre es aber wichtig zu wissen, wann und wie häufig das geschieht. Alltagskrankheiten wie der Diabetes mellitus haben zahllose Labormarker, an welchen man die Therapie "testen" kann. (Was uns bei diesem speziellen Falle zu einer weiterführenden Debatte über sinn und unsinn der Therapie von HbA 1c Werten statt Patientenbefinden führen könnte ;-) ). Aber gerade bei schwerwiegenden oder seltenen Krankheitsbildern habe ich bisher die Erfahrung gemacht, daß in vielen Fällen der Patient versierter ist als der Arzt.

drittens :
Der Ärzte-TÜV
Das soll also ein Test sein...da liege ich doch richtig ? Ein Test soll, wenn ich mich da richtig erinnere, die Kriterien Kongruenz, Reliabilität und Validität erfüllen um objektive Gültigkeit zu erlangen. Wie soll das denn beim ärztlichen Wirken funktionieren ??? Ich könnte mir höchtens einen "Prüfungskatalog" vorstellen in welchem Beschwerden und Krankheiten zusammengefaßt sind und dahinter steht die adäquate Therapie. Basta ! Erfüllt man diesen Katalog, erhält man das staatliche Gütesiegel (und hat zudem ein wesentlich leichteres Leben...).
Aber so eine Vorschrift zur erfüllung der staatlichen Qualitätskontrolle erstickt Innovationen, Fortschritt und in einzelfällen begründete Ausnahmen von der Regel.
Andererseits gäbe er einem Gremium Jahrezehntelang arbeit um diesen Katalog erstmal zu erstellen.

Unterm Strich mag man welchen Standpunkt auch immer für den richtigen halten : Ich halte es für nicht durchführbar oder eben nur unter oben genannten Einbußen auf anderen Gebieten....

Lion
11.02.2003, 15:09
Steht schon fest wo das gebaut werden soll?

Dr. Raddatz
11.02.2003, 19:36
Lieber Herr Ronellenfitsch (woher stammt der Name eigentlich, würde mich am Rande interessieren)

Sie verwechseln eine durchaus berechtigte Forderung (Qualität in der Berufsausübung) mit der angestrebten Methode (hier staatliche Überwachung). Der Referentenentwurf sieht eben in erster Linie die Weiterprüfung von Fachärzten vor und nicht, wie Sie richtig festgestellt haben, die Defizite bei Hausärzten. Im Gegenteil, diese sollen erweiterte Kompetenzen erlangen (Lotsen-Gequatsche). Also da, wo es am nötigsten wäre, findet nichts statt. Wenn das kein Polit-Deal ist ...

Ein Beispiel aus meiner Reihe "Teste die Tester": Die in Hessen seit Jahren bestehenden Qualitäzsanforderungen für Ambulantes Operieren sind durchaus streng. So müssen zu jedem Eingriff Fragebögen ausgefüllt werden. Wenn nur das Datum nicht korrekt ausgefüllt wird, kommen die Bögen zurück. Darüberhinaus werden noch Geburtsjahr, ICD-Code, EBM-Ziffer usw. abgefragt. Ich habe nun bei den letzten 12 Phimosen im Geschlechtsfeld "weiblich" angekreuzt. Niemand hat das gemerkt oder gar bemängelt. Die Fragebögen werden von medizinischen Laien lediglich auf Vollständigkeit geprüft. Eine weutergehende bedeutung kommt ihnen offensichtlich nicht zu. So ist das mit der Bürokratie. Forderungen sind schnell gestellt, Konsequenzen daraus allesamt null.

Gruß

Dr. Raddatz

hobbes
12.02.2003, 00:54
Erstens (um auch mit dieser Aufzählung zu beginnen) gilt es zu überdenken, von wem und zu welchem Zeitpunkt der Vorschlag Ärzte-TÜV stammt. Da wird man feststellen, er kommt von der Regierung und in Zeiten höchster finanzieller Not im Gesundheitswesen. Die Kosten des Gesundheitswesen übersteigen derzeit offenbar das, was man bereit ist zu bezahlen. Ziel aller „Verbesserungsvorschläge“ ist also wohl in erster Linie die Kostenreduktion. Diese soll nun einerseits in der weiteren Dezimierung des Ärztebestandes erfolgen (der Grund allen Übels) und zweitens in der weiteren Abschlachtung von teuren Fachärzten unter gleichzeitiger Stärkung der günstigen Hausärzte (der Alleskönner). Dies ist nicht neu, nein, nur das Mittel der Ärzte-TÜV ist die neue verlogende Verpackung dieser alten Idee.

Zweitens gilt festzuhalten, dass die beiden Ziele (also nochmals: Dezimierung der Fachärzte, Stärkung der Hausärzte) verfehlt sind und die Kosten im Gesundheitswesen nicht zu senken vermögen. Die durch den Hausarzt verschlampte Behandlung, weil er zu eitel war, den Patient rechtzeitig weiterzuweisen, kostet dem Gesundheitswesen ein Mehrfaches der Ersparnis durch seine billige Medizin. Die Patienten gehen ohnehin dorthin, wo sie wollen, die allermeisten zuerst zum Hausarzt. Müsste man nun den anderen den direkten Gang zum Orthopäden, zum Augenarzt, zum Ohrenarzt verbieten? Ich halte dies für eine nicht zu verantwortende Einschränkung der freien Arztwahl.

Drittens zu den Qualitätskontrollen. Es geht nicht an, den Ärzten – notabene als einzige Berufsgruppe – ihr Können ein Leben lang in Frage zu stellen und diese immer wieder zu Überprüfungen einzubestellen. Dieser andauernde Vertrauensentzug ist eine Unverschämtheit, eine Unterstellung der Unfähigkeit, ein Generalverdacht – welcher auf Dauer krank macht. Und kranke Ärzte brauchen wird wirklich nicht.

Ich fordere alle Politiker auf, und alle Besserwisser dazu, zeigt mit den Fingern auf jene Ärzte, welche Fehler gemacht haben, welche ihr Fach nicht beherschen, welche im Tüv überholt werden müssten. Bringt diese Ärzte zur Anzeige und geht diese strafrechtlich an. Es wird sich zeigen, dass der Fehler plötzlich gar nicht mehr so viele sind! Aber es ist der einzige gerechte Weg. Wer behauptet, jemand begehe Fehler, der darf diesen nicht aufgrund dieser Behauptung bestrafen und gar noch seine sämtlichen Berufskollegen solidarisch an der Strafe teilhaben lassen. Nein, der muss die Fehler nachweisen und den Weg des Rechtes gehen.

Gegen eine geregelte Fortbildung, d.h. dass jeder Arzt so und soviele Stunden Fortbildungsveranstaltungen besucht haben muss, wäre allerdings nichts einzuwenden. Aber nicht deren Überprüfung in einem Testverfahren.

Es ist endlich an der Zeit, dass alle den Konsens im Gesundheitswesen finden und gemeinsam finden: das Gesundheitswesen ist teuer geworden, vielleicht zu teuer und wir brauchen eine Lösung. Houston we’ve got a problem! Aber die Lösung ist nicht die Schuldzuweisung an die Ärzteschaft! Und schon gar nicht mit so verlogenen „Qualitätsprüfungen“.

PS: ich hätte wesentlich mehr Verständnis wenn sich z.B. eine Patientenorganisation um die Sicherheit im Gesundheitswesen sorgen würde. Das wäre glaubhaft, aber nicht von Ulla!!

Alles wird gut
12.02.2003, 13:53
Original geschrieben von hobbes
Wer behauptet, jemand begehe Fehler, der darf diesen nicht aufgrund dieser Behauptung bestrafen und gar noch seine sämtlichen Berufskollegen solidarisch an der Strafe teilhaben lassen. Nein, der muss die Fehler nachweisen und den Weg des Rechtes gehen.


Das gehört zwar nicht so ganz in diesen Thread aber da hast Du Dich bei den Anti-Kriegs-Threads irgendwie anders zu geäussert...
Werde Dich beizeiten dann mal an diese Aussage erinnern! :-))

hobbes
12.02.2003, 15:24
Ich habe schon an dich gedacht, als ich diese Zeilen getippt habe. Hmm, ich werde die Antwort in einen der Kriegsthreads posten.