Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Doktorarbeit - klin. Studie
bonescrusher
17.05.2010, 20:16
Hi!
Ich bräuchte einen Rat und eine Einschätzung!
Ich war heute bei einem Dr. Gespräch an meiner Uni. Das Fachgebiet wäre die Kardiologie.
Es handelt sich um eine prospektive Klin. Studie. Sie schimpft sich: Handheld BNP - Studie ...
Link: http://medizin1.uk-wuerzburg.de/schwerpunkte-und-funktionseinheiten/kardiologie-an-der-poliklinik/forschung-lehre/klinische-studien/handheld-bnp-studie.html
Objektivierung der kardiovaskulären Dysfunktion im ambulanten und hausärztlichen Bereich mittels handgehaltener Echokardiographie
und dem BNP-Schnelltest.
Diese Studie lief schon .... jetzt haben sie aber ein Follow Up gemacht, um herauszubekommen, wie es den Pat. heute geht, bzw. ob sie noch leben!
Jetzt würde mit meinem Einsatz, dass 2te Follow Up kommen, es würden alle Patienten wieder einbestellt ... und untersucht werden! Evtl. neue Biomarker entnommen ... und die Aussagen von früher auf Plausibilität überprüft und weitere Prognosen angestellt.
Es sei scheinbar die einzige Studie in diesem Gebiet der Herzinsuffizienz und die Rekrutierungszahlen belaufen sich auf 900 Menschen!
Mir versicherte man, dass es immer etwas gäbe, über das ich schreiben könnte, nichts würde im Sande verlaufen. Das Studienprotokoll ist glaub schon in Bearbeitung ... genauso wie diverse Fragebögen etc. Die Untersuchungen werden immer von einem Arzt begleitet bzw. ich kann zusehen!
Meine erste Famulatur müsste ich dort machen, dass ich eingearbeitet werden kann! Es handelt sich um eine Herzinsuffizienzambulanz ... also die klin. Tätigkeit ist direkt mit der Forschung verbunden!
Was haltet ihr davon?? Kann man das einschätzen anhand der Infos?
Danke
lg
facialis
09.07.2010, 00:03
hallo,
ich bräuchte auch dringend rat bezüglich einer klinischen untersuchung...
und zwar geht es um eine klinisch-prospektive studie in der unfallchirurgie, ich soll die daten von patienten die eine bestimmte op art bekommen haben erheben und auswerten, also vor der op, op daten, und dann noch 2 kontroll termine innerhalb eines halben jahres. es sind schon standardisierte erhebungsbögen vorhanden und die letze arbeit dazu ist laut betreuer auch fertig geworden, es wurden schon daten des letzten jahres erhoben und jetzt soll das quasi weitergeführt werden. es sind innnerhalb eines jahres 50 patienten geplant, wobei mir der betreuer ehrlich sagte, dass ein drittel davon erfahrungsgemäß nicht zu kontrollen kommt. ich soll also auch darauf achten dass die patienten zu kontrollen einbestellt werden. zeitangabe des betreuers: 1 jahr datenerhebung, halbes jahr schreiben...so ungefähr...was meint ihr?realistisch? wie klingt das für euch als unbeteiligtE? bin für anregungen sehr dankbar.
Die Niere
09.07.2010, 08:56
Klingt nicht schlecht...lass dir aber unbedingt mal die OP-Zahlen geben, damit du auch überprüfen kannst, ob 50 Patienten in einem Jahr realistisch sind (exklusive derjenigen, die noch ausfallen und nicht zu den Kontrollen kommen). Frag doch mal den Diss-Vater nach der Email des Vordissertanten und lass ihm was von seinen Erfahrungen an dich weitergeben...
gruesse, die niere
Dann reihe ich mich mal bei den Ratsuchenden ein...hatte heute ein Gespräch mit dem potentiellen Betreuer - hab es schon ein bisschen im Klinik-Frust-Thread beschrieben, deswegen hier nur der Link:
http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/showthread.php?t=48900&page=285
Wäre für jegliche Einschätzung dankbar!
Hallo Abi,
ich stecke noch mitten in der Datenerhebung, und bin sicher kein Experte...
Was sollst du denn bei denen untersuchen? Sind das gut evaluierte und gängige Methoden?
Es gibt ein paar Dinge, die ich dir raten kann:
Zeitangaben von Betreuern sind meist ungenau. Meistens dauert es länger... Irgendjemand hier im Forum meinte mal, dass man Betreuerangaben immer x2 nehmen sollte, bei mir könnte das sogar hinkommen.
Der Kontakt zum Betreuer und Doktorvater ist wirklich wichtig. Einige Kommilitonen warten 3-4 Wochen auf eine Antwortmail. Das kann echt frustieren. Ein guter Betreuer ist erreichbar und nimmt sich ab und an mal Zeit für seine Doktoranden. Selbstständiges wissenschaftliches arbeiten heißt nicht, dass du alles ohne Anleitung können kannst.
Doktorarbeiten mit Patienten im klinischen Alltag haben besondere Fallstricke. Es muss ein Ethikantrag gestellt werden (kann schnell 3-6 Monate dauern), Patienten müssen erreichbar sein, erscheinen manchmal nicht zum Follow-up oder es gibt organisatorische Probleme mit der Krankenversorgung (Akte weg beim Follow-up da in der Abrechnung, etc.).
Wenn du das Gefühl einer guten Betreuung hast, das Thema dich einigemaßen interessiert (es wird dich mehrere Jahre begleiten...) und du das Konzept der Studie stimmig findest: Hört sich gut an!
Klingt nicht schlecht, is vom Arbeitsumfang und der Art (Untersuchen von durch andere angeworbene Probanden) ähnlich wie meine, das war gut zu schaffen. Wichtig ist halt, dass die Rekrutierung zuverlässig läuft, v.a. wenn Du das eben nicht in der Hand hast. Hoffentlich gibt es nicht zu viele Ausschlusskriterien..
Was so irgendwie noch etwas nebulös klingt ist die Kontrollgruppe. Gibt es da ein Konzept wie Du die anwerben sollst (Ambulanzpatienten mit anderen, für die Studie nicht relevanten Diagnosen, Aushang/Annonce, Freunde und Verwandte)?
@Strodti: Vielen Dank erstmal für deine Antwort.
Ja, die Methoden sind gängig, gut evaluiert und werden von denen schon seit 10 Jahren angewandt. Das sollte also kein Problem sein.
Zum Kontakt kann ich sagen, dass ich zumindest den Gesprächstermin heute sofort bekommen hab (Montag Mail - heute Termin) und dass ich eine Doktorandin aus der Arbeitsgruppe kenne, die kurz vor dem Abschluss steht und mit der Betreuung zufrieden war.
Das Thema interessiert mich sehr - sonst wäre ich gar nicht erst hingegangen...;-)
Zu den Problemen der klin. Studie: Er hat mir ein mehrere Seiten umfassendes Skript gegeben, in dem die gesamte Studie (von der ich ja nur einen kleinen Teil machen würde) beschrieben ist (so wie ich das verstanden habe zum Zweck eines Fördergeldantrages). Darin steht, dass das Studienprotokoll den Richtlinien für "Good Clincal Practice" entspricht und von der Ethikkommission genehmigt wird. Ob schon ein Antrag gestellt wurde, weiß ich allerdings nicht. Aber nachdem ich im März anfangen soll (mir wäre es ja lieber im April)...aber ich werde auf jeden Fall nochmal genauer nach dem "Gesamtzeitplan" und Stand der Dinge fragen.
So weit so positiv. Hier meine Bedenken:
1) Probanden für Kontrollgruppe finden
2) Zeit - wenn aus einem Jahr zwei werden, wäre das schon sehr lang; sein Angebot: 2 Doktorarbeiten, jeder macht die Hälfte der Patienten; was ich mich allerdings dabei frage: Geht das überhaupt, dass 2 Leute am gleichen Thema arbeiten? So wie ich ihn verstanden habe, wäre es dann so, dass ich so lange Datenerhebung mache, bis ich 30 Patienten durch habe, dann übernimmt ein weiterer Doktorand und macht nochmal 30 Patienten...
Das sind meine bisherigen Überlegungen. Alles andere hat sich, wie gesagt, sehr gut angehört und von dieser einen Bekannten habe ich eben auch Positives über die Betreuung/Arbeitsgruppe an sich gehört.
EDIT @Rico: Die Patienten sind wohl bereits in einer weitergefassten, interdisziplinären Studie und es wäre für sie quasi nur ein weiterer Termin.
Ja, das Problem mit der Kontrollgruppe sehe ich auch - er hat mich schon gefragt, ob ich von hier bin und somit viele Leute unterschiedlichen Alters kenne, was ich leider verneinen musste.
Hi!
Ich bräuchte einen Rat und eine Einschätzung!
Ich war heute bei einem Dr. Gespräch an meiner Uni. Das Fachgebiet wäre die Kardiologie.
Es handelt sich um eine prospektive Klin. Studie. Sie schimpft sich: Handheld BNP - Studie ...
http://medizin1.uk-wuerzburg.de/schwerpunkte-und-funktionseinheiten/kardiologie-an-der-poliklinik/forschung-lehre/klinische-studien/handheld-bnp-studie.html
Objektivierung der kardiovaskulären Dysfunktion im ambulanten und hausärztlichen Bereich mittels handgehaltener Echokardiographie
und dem BNP-Schnelltest.
Diese Studie lief schon .... jetzt haben sie aber ein Follow Up gemacht, um herauszubekommen, wie es den Pat. heute geht, bzw. ob sie noch leben!
Jetzt würde mit meinem Einsatz, dass 2te Follow Up kommen, es würden alle Patienten wieder einbestellt ... und untersucht werden! Evtl. neue Biomarker entnommen ... und die Aussagen von früher auf Plausibilität überprüft und weitere Prognosen angestellt.
Es sei scheinbar die einzige Studie in diesem Gebiet der Herzinsuffizienz und die Rekrutierungszahlen belaufen sich auf 900 Menschen!
Mir versicherte man, dass es immer etwas gäbe, über das ich schreiben könnte, nichts würde im Sande verlaufen. Das Studienprotokoll ist glaub schon in Bearbeitung ... genauso wie diverse Fragebögen etc. Die Untersuchungen werden immer von einem Arzt begleitet bzw. ich kann zusehen!
Meine erste Famulatur müsste ich dort machen, dass ich eingearbeitet werden kann! Es handelt sich um eine Herzinsuffizienzambulanz ... also die klin. Tätigkeit ist direkt mit der Forschung verbunden!
Was haltet ihr davon?? Kann man das einschätzen anhand der Infos?
Danke
lg
Wie viele lost to follow ups gab es denn beim ersten Mal? Worauf sollen sie denn GENAU untersucht werden? Wer bestellt sie ein? 900 klingt mir ein wenig viel; klar kommen die nicht alle zur Nachuntersuchung, aber du müsstest ja auch eruieren, wie viele noch leben, wie ich das verstanden habe.
"Irgendwas schreiben" ist bei einer prospektiven, randomisierten Studie methodisch falsch. Eine Fragestellung muss a priori existieren,, sonst kann man von keiner sauberen wissenschaftlichen Praxis sprechen. Hast du eine GENAUE Fragestellung angeboten bekommen? Steht die Hypothese fest, die getestet werden soll im Rahmen deiner Dissertation(nicht der kompletten Studie, da ist ein Unterschied)?
Mit welchen Methoden sollst du also auf was auswerten? Bekommst du dabei Hilfe durch einen Biomathematiker?
es sind innnerhalb eines jahres 50 patienten geplant, wobei mir der betreuer ehrlich sagte, dass ein drittel davon erfahrungsgemäß nicht zu kontrollen kommt. ich soll also auch darauf achten dass die patienten zu kontrollen einbestellt werden. .
Es sind ja drei Untersuchungen; sind die Patienten dafür rekrutiert? Oder ergibt sich das erst im Laufe der Zeit? Wie genau hat man sich das vorzustellen, dass du darauf achten sollst, dass alle zur dritten Untersuchung kommen? Was wäre, wenn sie dies nicht tun würden? Müsste dann die Datenerhebung ausgewertet, zusätzliche Patienten eingeschlossen werden? Und wenn ja, wer rekrutiert sie?
Läuft das ganze im Rahmen einer längerfristigen, prospektiv randomisierten Studie, die groß genug ist, um Zwischenberichte(die übrigens rein validitätstechnisch gesehen eine Katatrophe, aber gängige Praxis sind) als Dissertationen zu vergeben?
Ist die "fertige" Arbeit schon geschrieben und abgegeben, oder ist nur die Datenerhebung zu einem erfolgreichen Ende gekommen?
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