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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ärztestreik beendet



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anba
10.06.2010, 19:31
Erstens ist das Introjahr schon Bestandteil der je nach Fach 5-6 Jahre FA-Ausbildung.

Das steht dort aber anders:


Nach der Grundausbildung [damit ist der einjährige "Turnus" gemeint] haben Sie die Möglichkeit, sich für die nächste Ausbildungsstufe zu bewerben – die ebenfalls 1-jährige Introstelle – und danach für die eigentliche Facharztausbildung (5 Jahre).

Potti
10.06.2010, 19:45
Ja, glaub mir einfach, oder mach dich irgendwo im www noch schlauer. Man bleibt ja nach dem Intro am gleichen KH (wenn man sich nicht völlig doof anstellt und nicht übernommen wird). Bsp. Intro in Pädiatrie in Odense ist halt erstes Ausbildungsjahr deines 6-Jahre Päd FA. Es sind halt Ausbildungsstellen, um die man sich bewerben muss und wo man auch eine gewisse Probezeit hat, ob man die gesamte, irgendwie auch sehr teure FA-Ausbildung (die Ressourcen sind bei persönlicher Betreuung eben nicht unbegrenzt) wert ist. Aber ich hinder dich jetzt nicht daran, alles weiter zu zerpflücken und schlecht zu reden und dein Mißtrauen so richtig in Fahrt zu bringen.
Ist ja gar nicht für jeden was und habe ich auch nie behauptet. Also: du hast Recht, ist alles viel besser in D und Facharzt geht super fix und ein Jahr mehr oder weniger ist so unglaublich wahnsinnig wichtig, v.a. wenn man in den andern Jahren kein Leben hat und in Wahrheit sitze ich hier oben todunglücklich, geh jetzt Abendessen und bereu es so sehr, wie man mich hier reingelegt hat. Danke, dass du für mich die "Fallstricke" aufgedeckt hast. Bin halt noch jung und dumm.

anba
10.06.2010, 20:13
Hm, so gut sich das anhört - ich bin ja nur Student, aber ich frage mich, warum offenbar doch einige Länder um D/Ö ein deutlich besseres Gehalt sich leisten können/wollen, ohne, dass einem ein schlechtes (Sozial)Gewissen einzureden versucht wird oder Boulevardblätter hetzen. Wo ist denn der große Unterschied?

Assistenzärzte/Ärzte in Weiterbildung werden in keinem unserer Nachbarländer wirklich besser als in Deutschland bezahlt, wenn man alle Kriterien, was ohnehin kaum möglich ist, einbezieht. In den Ländern, in denen Fachärzte deutlich besser als in Deutschland bezahlt werden, hat nicht jeder Absolvent des Medizinstudiums eine Chance Facharzt zu werden.
Beispiel Niederlande: In den Niederlanden gibt es viele Ärzte, die ihr Leben lang Basisarts bleiben. (Das sind Ärzte ohne Weiterbildung zum FA. Basisarts wird man mit Abschluss des Studiums.)
Weiterbildungsstellen sind rar und es hat nicht wie momentan in Deutschland so gut wie jeder Absolvent des Medizinstudiums die Chance, in fünf oder nur wenig mehr Jahren FA zu sein. Die Niederländer, die ihr Leben lang Basisarts bleiben, haben dann nicht die sagenhaften niederländischen Facharztgehälter, von denen in D gern berichtet wird.

LasseReinböng
10.06.2010, 21:04
Bei einer garantierten 37h-Woche, guter Ausbildung, guten Arbeitsbedingungen und ca. 3k € netto direkt nach dem Studium ( ok, kaufkraftbereinigt ists natürlich weniger) arbeite ich lieber noch eins, zwei Jahre länger bis zum FA.

Ich fand den Beitrag jedenfalls sehr interessant, frage mich nur, wie die Chancen für Ausländer später bei der Spezialisierung sind.

stennadolny
10.06.2010, 21:23
Nun ja: Gar so dolle und qualitätsvoll ist ja denn die deutsche Massenfacharztausbildung auch wieder nicht - der Ärztemangel kommt ja nicht von ungefähr.....

Und deutsche Facharztdiplome werden auch nicht notwendigerweise als "Heiße Ware" in der Schweiz oder Österreich gehandelt- in der Psychiatrie jedenfalls sind die (meist mit Recht) sehr wenig wert und werden bloß bei massivem Lückenfüllerdruck genommen.

In Österreich etwa nimmt man freiwillig kaum deutsche Psychiater (auch als Chefs) mehr - dazu sind die Negativbeispiele etwa in Braunau oder Salzburg bzw. an der Uniklinik Graz schlicht zu beeindruckend.

In Lienz (Osttirol), wo sich jahrelang kein Ösi mehr fand, haben sie jetzt einen deutschen Chefarzt.

anba
11.06.2010, 06:33
Bei einer garantierten 37h-Woche, guter Ausbildung, guten Arbeitsbedingungen und ca. 3k € netto direkt nach dem Studium ( ok, kaufkraftbereinigt ists natürlich weniger),...... .


Für 37 h/Woche bekommt Potti auch dort keine 3000 € netto.


Bei der Arbeitsbeginn steigt Ihr Gehalt auf ca. 28.500 Kronen pro Monat (˜ 3.780 Euro Brutto/2.280 Euro Netto) + Rente (ca. 4.500 Kronen / ˜ 595 Euro) – das tarifvertragliche Gehalt für dänische Jungärzte in der Grundausbildung. http://delta.hr-manager.net/ApplicationInit.aspx?ProjectId=62890&DepartmentId=2166&MediaId=5

3700-3800 brutto Grundgehalt direkt nach dem Studium gibt es auch in Deutschland. Netto sind das bei Stkl. 1 auch hier 2200-2300 Euro.

Auch die Gehälter in den Folgejahren liegen laut dieser Quelle (http://jobdk.eu/wm249279)
pi mal Daumen in der Größenordnung deutscher Gehälter. Wenn man die wesentlich höheren Lebenshaltungskosten berücksichtigt, dürfte man in DK keine finanziellen Vorteile haben. Eine bessere Weiterbildung könnte allerdings trotzdem ein Grund sein, über eine Weiterbildungsstelle in Dänemark nachzudenken.

Obwohl, hmm....., bei der Talfahrt, die der Euro in letzter Zeit angetreten hat, könnte eine Bezahlung in dänischen Kronen vielleicht doch auch finanziell attraktiv sein.

Muriel
11.06.2010, 14:28
Ich kann jetzt war keine Links sende, aber eine ehemalige Kollegin, die selber Dänin ist und diese ersten 18 Monate nach dem Studium auch in DK arbeite, erzählte genau die gleichen Zahlen (ca 38h arbeiten, um die 3000€ netto). Dazu phänomenale Vergütungen, die man für simple Transporte bekommt. Das scheint also schon zu stimmen ;-)

anba
11.06.2010, 15:22
Ich kann jetzt war keine Links sende, aber eine ehemalige Kollegin, die selber Dänin ist und diese ersten 18 Monate nach dem Studium auch in DK arbeite, erzählte genau die gleichen Zahlen (ca 38h arbeiten, um die 3000€ netto). ;-)
Laut Potti gibt's die 3000 € aber inclusive der Dienste::-nix


Das Gehalt ist durch die gute Dienstbezahlung etwas höher, als da steht (die andern, die schon seit letzten Sept da sind, sagen, es war nie unter 3000 netto im Monat).

Muriel
11.06.2010, 15:26
Ich rede von Extradiensten wie Verlegungsfahrten, die mit der eigentlich Arbeit nichts zu tun haben und extra vergütet werden. So ist es wohl z.B so, dass man, wenn man Samstag vormittags angerufen wird, ob man am Nachmittag fahren könne, alleine dafür, dass es so kurzfristig ist, schon einen Aufschlag bekommt. Insgesamt haben diese Fahrten wohl richtig Asche eingebracht. Aber wie gesagt, das sind die Aussagen der Kollegin, der ich zwar völlig vertraue, mit der ich dieses Gesrpäch aber vor mehr als einem Jahr geführt habe, so dass ich sicherlich keine Einzelheiten mehr im Detail weiß.

Thomas24
11.06.2010, 21:46
naja, ich fang an Niederländisch zu lernen: Stundenlohn FA um 133 bis 139 €.
Urlaubsgeld, Steuerermäßigungen etc etc.....

Arbeitszeit verhandelbar.....

Das macht ca. 22000 € im Monat....

jaaaaaaaaaaaaaaaaaa, jetzt warte ich schon wieder auf die bekloppten Antworten....BRUTTO! Logisch Brutto! Aber da bleiben mindestens 11000 netto übrig.....
(ohne Dienste wohlgemerkt!) aber die muss man ja nicht unbedingt machen....

Wie bitte??? :-((
Ich bekomme gerade ganz akute Sehstörungen- ab zum Niederländischkurs;-)

Eine meiner Ex-Kolleginnen arbeitet in Kopenhagen- die erzählt einem auch immer Dinge, dass einem deutschen FA die Ohren schlackern. Arbeitsbedingungen und Lohn (oder der relative Mangel) sind eben auch eine Art, Wertschätzung auszudrücken...