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Kackbratze
18.06.2010, 21:10
@carncer
Wenn man als Arzt 5x Komplikationen von schlechten Heilpraktikern behandelt hat, ist sicherlich die Meinung denen gegenüber deutlich verschlechtert, schließlich lernt man ja nicht die erfolgreichen Behandlungen kennen.

Aber da muss man eigentlich als behandelnder Arzt drüber stehen, schließlich behandelt man ja auch oft genug eigene oder von Kollegen hervorgerufene Komplikationen.

Insgesamt ist das Verhältnis gegenüber alternativen Heilverfahren nicht primär durch das Studium, sondern durch die Familie und die Erziehung der Einzelpersonen geprägt (Stichwort "Gesundheitserziehung")

McDreamy
19.06.2010, 10:46
Sicher spielt das Alter eine Rolle. Aber das musst du wohl auf beiden so Seiten sehen. Es wird Leute geben, die dir hysterisch von ihrer saugeilen Abifete und ihrer Führerscheinprüfung erzählen oder von der Hammer-Party, die am Wochenende steigt wenn die Eltern mal nicht da sind... Alter!!

Aber deinen Vorklinik-StudienkollegInnen wird scheißegal sein, ob du mal Heilpraktiker warst oder Versicherungsvertreter. Ihr werdet eure Hirne gemeinsam durch Physik- und Chemie-Scheine prügeln, über Biochemie-Klausuren verzweifeln und du wirst neue Freunde und viele nette Bekannte finden.

Und du wirst letztendlich merken, dass das Alter eigentlich eine untergeordnete Rolle spielt.

Hoppla-Daisy
19.06.2010, 10:49
Das stimmt :-). Es gibt "junge Hühner und Hähne", mit denen ich bestens zurecht komme und die ich sehr mag, genauso gut aber auch solche, wo ich denke "tob dich mal noch aus..."

Eines muss man allerdings auch sagen: Es hält "frisch", mit jungem Gemüse zu studieren :-))

Espressa
19.06.2010, 13:23
Ich denke zumindest fürs PJ oder den Start in den Beruf ist etwas Alter auch ganz praktisch. Da wird man von den Patienten nicht so misstrauisch beäugt oder gefragt ob man denn auch wirklich schon Arzt wäre...

Julina
19.06.2010, 19:58
Ich denke zumindest fürs PJ oder den Start in den Beruf ist etwas Alter auch ganz praktisch. Da wird man von den Patienten nicht so misstrauisch beäugt oder gefragt ob man denn auch wirklich schon Arzt wäre...

Also ich kann zum Alter mal Folgendes sagen. Werde 28 sein wenn ich anfange (Zweitstudium).
Ich habe jetzt in meinem Beruf als Lehrerin in einer Altenpflegeschule immer das Problem "so jung" zu sein. Für meinen jetzigen Beruf mit abgeschlossenem Studium und vorheriger Krankenpflegeausbildung bin ich ziemlich jung und im Kollegium das absolute Kücken.
Wenn neue Kurse anfangen denken die Schüler immer ich bin die verspätet eingetroffene Mitschülerin,die Praxisanleiter in den Heimen sind sehr oft irritiert wenn ich da hin komme um die Schüler in der Praxis zu besuchen. "Ja, ich dachte heute kommt die Dozentin..." Ich:"Jep, die steht vor Ihnen.." "Ah ja.." Und ich habe viele Schüler die um einiges Älter sind als ich selbst, oder genauso alt wie ich. Wenn ich mich vorstelle kommt doch immer irgendwann die Frage: Wie alt sind Sie denn? ;-)

Ich finde es einerseits total schön so jung zu sein, nah an den Schülern etc, aber ganz ehrlich oft nervt es total, da man sich immer erst (mehr als die älteren Kollegen) beweisen muss. Dann läuft es aber auch gut.

Für mich wäre es das erste Mal im Medizinstudium mal zu den Ältesten zu gehören, eine ganz neue Erfahrung nicht mehr nur "die Kleine" zu sein. Ich bin gespannt wie das wird. Wenn ich mir deswegen Sorgen mache, denke ich halt immer an meinen jetzigen beruflichen Alltag und das ein junges Alter auch so seine Hürden aufweist!

Tja, wir werden sehen wie es wird, aber die Meisten berichten ja doch Positives finde ich!

Liebe Grüße

carncer
19.06.2010, 20:24
Ist ja lustig, dass kenn ich auch. Ich hab mit 28 angefangen an einer Heilpraktikerschule zu unterrichten und war auch immer nur von Kollegen umgeben die im Schnitt sicher 15 Jahre älter waren. Da war ich auch immer das Kücken. Jetzt wird es mal umgehkehrt sein, sozusagen zum Ausgleich.
Ich bin wirklich schon mal gespannt.....

Lisa812
20.06.2010, 16:20
Hallo Carncer,

an welche Uni möchtest du denn ? Lach ich werd hoffentlich auch mit 30 jetzt genommen - PT / HP und ja Ziel Ärztin - aus den gleichen Gründen wie bei dir - man hat als Arzt viel mehr Möglichkeiten, ein vielseitigeres Arbeiten und man darf einfach am Patient auch mehr bewegen. Zumindest wenn man die Einstellung hat, gewisse Dinge umzusetzen.....

LG

carncer
20.06.2010, 18:05
Eigentlich wollte ich nach Dresden. Wird wahrscheinlich aber nichts werden, weil mein Abbi so schlecht war...naja:-heul. Also werde ich wohl irgendwo anders landen. Mit über 30 Wartesemestern dürfte das ja wohl auch klappen:-top
Die nette Dame von der ZVS hat mir ein paar Unis vorgelesen, bei denen ich letztes WS hätte anfangen können...z.B. Greifswald, Jena...Mal sehen, hauptsache es klappt überhaupt.
Viele:-):-):-)

Cosma
23.06.2010, 09:20
Hallo !

Ich will Dir auf jeden Fall auch noch Mut machen.
Ich bin mittlerweile auch Mitte 30, habe allerdings auch schon eine andere Berufsausbildung, im Studium 3 Kinder bekommen, mein Mann ist Chirurg und arbeitet 70 Std. / Wo und deshalb habe ich nach dem Physikum 5 Jahre ganz pausiert. Jetzt bin ich aber fast fertig :-)

Meine Erfahrung ist die, daß man ganz unterschiedliches Feedback bekommt.
Innerhalb des Semesters gabs bei mir noch nie Probleme, da wurd ich nie blöd angemacht oder dergleichen, meistens sind ohnehin noch ein paar weitere "ältere" dabei.

Das einzige Argument, daß ab und zu auftaucht ist dieses "den jüngeren die Stellen wegnehmen", was absoluter Quatsch ist.

Alle Älteren, die ich im Laufe der Jahre kennengelernt habe (es sind sicher 4 oder 5 die erst mit 40+ fertig waren), arbeiten in Richtung Allgemeinarzt. 3 von ihnen sitzen jetzt auf schwäbischen Dörfern und machen mit Begeisterung genau das, was sonst ohnehin niemand mehr machen möchte: Hausärzte auf dem Land sein !

Sprich: Die "Karrierestellen" an der Uni strebt so gut wie kein Älterer an, den ich kennengelernt habe. Wäre wohl auch nicht realistisch, aber die Medizin ist eben ein breites Feld und ich bin der Meinung, daß es heute genug Stellen gibt um guten Gewissens als Älterer da mitmischen zu können.

Ansonsten kann ich von mir nur sagen, daß ich an allen Häusern, an denen ich wegen Famulatur, Praktika etc. AUSSERHALB der Uni war, gefragt wurde, wann ich denn fertig sei und ob ich nicht Lust hätte mich zu bewerben.
Mir wurde klar signalisiert, daß meine abgeschlossene Familienplanung sehr willkommen ist, daß es auch reduzierte Stellen gibt, daß man meine Organisation schätzt usw.

Dozenten an der Uni haben mich zwar mal angepampt, wenn ich versuche Freitag Nachmittags keinen Kurs zu haben oder ihn zu verlegen, wenn mal was ist, weil ich meinen Kindern (bei sonst Kita / Hort ) einen gemeinsamen Familiennachmittag die Woche gönnen möchte, wo sie Freunde einladen können, in Ruhe was Nötiges besorgen usw. - da musste ich mir schonmal so blöde Sprüche anhören, ob ich alleinerziehend wäre (was hat das damit zu tun, normale Männer arbeiten Freitagnachmittags eben ...?) oder wie ich das später dann auf die Reihe kriegen wolle ( ich KÖNNTE ja die Kids Freitags auch in die Kita geben, ich WILL es eben nur nicht, solange ich noch keinem Arbeitgeber verpflichtet bin ) ... also echt dumme Sprüche nur weil ich einen Kurs an einem anderen Tag machen wollte ...

Das gibts, aber die meisten Dozenten sind nett :-)

Viel Glück und einen guten Start !!

Cosma

carncer
23.06.2010, 17:14
:-topDanke für die Aufmunterungsantwort, hat mich sehr gefreut:-)):-))

taiasama
24.06.2010, 12:25
Auch auf die Gefahr hin, dass gleich auf mich eingepruegelt wird, wage ich mal die Behauptung, dass fuer bestimmte Bereiche (z.B. Getriatrie, Palliativmedizin) es vielleicht sogar besser ist, wenn man als Student reiferen Alters ist. Schliesslich geht es da auch um Lebenserfahrung, die man nicht durch lernen, sondern eben nur durch Leben erwerben kann.

Deshalb kann ich hier nur ermutigen, sich nicht von der stetig sich ausbreitenden "Jugend-Euphorie" - der die Entscheidung fuer den G8 nur zuarbeitet - anstecken zu lassen, sondern es auch als "Oldie" noch zu wagen. Schliesslich wird es wegen der demographischen Entwicklung irgendwann notwendig dazu kommen, dass man sogar die "Oldies" dringend braucht. Erste Anzeichen dafuer gibt es ja schon...

Solara
24.06.2010, 12:47
Auch auf die Gefahr hin, dass gleich auf mich eingepruegelt wird, wage ich mal die Behauptung, dass fuer bestimmte Bereiche (z.B. Getriatrie, Palliativmedizin) es vielleicht sogar besser ist, wenn man als Student reiferen Alters ist. Schliesslich geht es da auch um Lebenserfahrung, die man nicht durch lernen, sondern eben nur durch Leben erwerben kann.

...

Was hilft mir jetzt ein älterer Arzt in den von dir angesprochenen Bereichen? Es ist egal ob jung oder alt - Deppen gibt es überall :-)) und fähige ebenso - trotz des Alters und möglicherweise Lebenserfahrung kannst du gerade in diesen Bereichen vollkommen unfähig sein. Genauso wie ein Junger.

Und mit einschlägiger Vorbildung ebenso.

Studiert doch einfach und macht danach den Fachbereich, der euch während des Studiums am besten gefallen hat, unabhängig vom Alter.

Stromer
24.06.2010, 20:35
Und ich dreh am Rad mit einem Kind - :-))


Ich kann dir nur raten es zu tun. Das eine Leben will genutzt sein und verpasste Chancen tun lange weh, länger als manch andere Wunde.

Ich denke auch, dass manche kritisch dem HP gegenüberstehen. Aber bei uns gibt es auch einzelne, die meinen: nur 1,0er Abiturienten sollten Medizin studieren dürfen:-oopss. Kritiker sollten also nicht das Problem sein.

Ich wünsche dir viiiiiiel Erfolg. Wegen der Ortswahl: über Wartezeit zählt der Abischnitt erst ziemlich zuletzt: zuerst WS-Anzahl (mehr als 16 werden nicht angerechnet), Sozialkriterium, dann Abi.

lg

Nautila
24.06.2010, 21:56
Ich hoffe aber doch nicht, dass Oldies später dann wirklich nur als Allgemeinmediziner im Osten und in der Palliativmed. oder Geriatrie arbeiten können? :-((

Das wäre ja nun mal so gar nicht mein Fall. Für mich bitte Radio, vorzugsweise Neuroradio. Aber das wird man dann noch sehen.
Und bitte netten Klinikdienst. :-dance

thirteen
25.06.2010, 16:48
Ich würd Geriatrie machen, ich mag alte Leute..... noch :-))