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Solara
03.07.2010, 22:41
*seufz*

Hätte wohl den letzten Satz des Zitats streichen sollen :-oopss - für nen Job ne Religion zu suchen/zu wechseln: nein!

Zu meckern, weil nach dem selbstgewählten Austritt aus der Kirche nicht mehr alle Optionen arbeitstechnisch offenstehen: Schicksal - Entscheidungen ziehen nun mal Konsequenzen nach sich.

lottisworld
04.07.2010, 07:31
Zu meckern, weil nach dem selbstgewählten Austritt aus der Kirche nicht mehr alle Optionen arbeitstechnisch offenstehen: Schicksal - Entscheidungen ziehen nun mal Konsequenzen nach sich.

Ich wage es auch mal zu bezweifeln, dass ein gutes kirchlich geführtes Haus einem weniger qualifizierten Arbeitnehmer mit der richtigen Kirchenzugehörigkeit den Vorzug gibt gegenüber einem Hochqualifizierten ohne.
Andererseits ist die erwünschte Kirchenzugehörigkeit eben auch ein gutes Druckmittel, um unerwünschte/ unbequeme Mitarbeiter loszuwerden und das auch noch arbeitsrechtlich abgesichert.
Dessen sollte man sich als Arbeitnehmer wohl bewusst sein, es sollte einen aber nicht abhalten, sich in Krankenhaus XY zu bewerben, weil es dort eine Stelle in einer gut geführten Fachabteilung XY gibt, für die man durchs Feuer gehen würde.
Auch kirchliche Häuser werden heutzutage an der Qualität ihrer Versorgung und nicht an der Kirchenzugehörigkeitsquote ihrer Mitarbeiter gemessen.
Und was die Frage nach einem Kirchenaustritt betrifft, so habe ich noch keinen Personalfragebogen gesehen, wo explizit danach gefragt wurde.
Kirchenzugehörigkeit ja/nein/welche, fertig. Nachzuvollziehen auf der Steuerkarte.
LG

Michael72
04.07.2010, 08:25
Geht sterben.

Wow, Du bist ja wirklich ein besonders leuchtendes Beispiel eines Ungläubigen :-))

EKT
04.07.2010, 08:35
Selten so undifferenziertes Stammtisch-und Bildzeitungsniveau gelesen... das es dem Klischee eines Spießers viel näher kommt, als einem weltoffenem, tolerantem, gebildeten, differenzierten Akademikers...

Es gibt weder DAS CHRISTENTUM tm, noch DIE CHRISTLICHE KIRCHE tm...

und der Atheismus ist auch nur eine Religion, wie die anderen auch...

aber ich glaube, dass es zu sehr deinen Horizont strapazieren würde, dir die erheblichen philosophischen und theologischen Unterschiede begreiflich zu machen...

Genauso ist es!:-top

Keenacat
04.07.2010, 11:53
und der Atheismus ist auch nur eine Religion, wie die anderen auch...


:-wand
Eine Glatze ist auch nur eine Haarfarbe, wie jede andere auch.
Kein Auto ist auch nur ein Auto, wie jedes andere auch.
Keine Kinder sind auch nur Kinder, wie alle anderen auch.
Kein Instrument spielen ist auch nur ein Hobby, wie jedes andere auch.
Ich glaube an den Weihnachtsmann, ich nicht. Also glauben wir doch beide.

Und du erlaubst dir dann auch noch den Satz:


aber ich glaube, dass es zu sehr deinen Horizont strapazieren würde, dir die erheblichen philosophischen und theologischen Unterschiede begreiflich zu machen...
Dude, ehrlich.
Leg du doch mal bitte dar, wo deiner Meinung nach die Parallelen zwischen Atheismus und anderen Religionen liegen.
Kleine Hilfe: Haben andere auch schon getan, deshalb lass ich dich mal mit dieser Zusammenfassungen allein:
http://atheism.about.com/od/aboutatheism/p/AtheismReligion.htm
http://atheism.about.com/library/FAQs/ath/blathm_rel_religion.htm
http://blogcritics.org/culture/article/atheism-is-not-a-religion/
http://atheists.org/atheism/About_Atheism

Leelaacoo
04.07.2010, 13:16
*seufz*

Hätte wohl den letzten Satz des Zitats streichen sollen :-oopss - für nen Job ne Religion zu suchen/zu wechseln: nein!

Zu meckern, weil nach dem selbstgewählten Austritt aus der Kirche nicht mehr alle Optionen arbeitstechnisch offenstehen: Schicksal - Entscheidungen ziehen nun mal Konsequenzen nach sich.

Die Argumentation hat allerdings ein paar Schwachstellen:
1. Ich ergreife einen Beruf in einem freien, demokratischen Land, weil die Berufswahl hier eben frei ist...das ist mein Recht.

2. Ich habe laut Grundgesetz in einem freien Land Glaubensfreiheit...auch das ist MEIN Recht.

3. Das vorgenannte DARF meiner Meinung nach in einem freien, demokratischen Land keine derart gestaltete Einschränkung meiner Berufstätigkeit bedingen.

Beispiel kommunistische Länder (und in so einem bin ich aufgewachsen): Tritt der Partei bei, wenn du weiterkommen willst, auch wenn es nicht mit deiner Anschauung übereinstimmt...oder du hast keine Chance. Um nichts anderes geht es in der Disskussion...ich wurde quasi gegen meinen (bis dahin noch nicht ausgereiften Glauben) getauft und konfirmiert...da ich glaube, aber mich nicht mit dem Vorgehen der christlichen Kirchen (seien es geschichtliche, gesellschaftliche oder soziale Themen) identifizieren kann, bin ich mit 18 ausgetreten. Ich habe mich NICHT in christlichen Häusern beworben...ABER nicht weil ich mir die Arbeit dort mit den Patienten und den Mitarbeitern nicht vorstellen könnte...sondern weil ich fürchtete, ausfallend zu werden, sobald mir diese antiquierten Ansichten im Vorstellungsgespräch präsentiert werden würden...die infame Unterstellung in Stellenanzeigen, man solle die christlichen Werte der Einrichtung mittragen, welche aber an eine Kirchenzugehörigkeit geknüpft werden, diese also im Umkehrschluss bei mir nicht vorhanden sein sollen (ich also weder zu Menschenliebe noch zu Güte oder Mitgefühl fähig sein soll...und ergo kein guter Arzt) beleidigt mich und macht mich echt wütend...DARUM geht es. Wo bleibt das ach so christliche Verständnis? Traurig.

Bleibt nur zu hoffen, dass diese Einstellungen mit der Zeit aufweichen müssen, weil einfach kein freier, demokratisch denkender Mensch sich solche Unterstellungen mehr gefallen lassen will und sich da erst garnicht bewirbt.

Im Übrigen denke ich, Jesus würde diese ganze vorgetäuschte Christlichkeit einfach nur zum :-kotz finden.

Wie war der Spruch: "Nobody is perfect...ach ja, da gabs einen, aber den haben wir umgebracht."

LG Lee

Solara
04.07.2010, 13:40
Ich geb's auf und sage nochmal deutlich:

für mich käme eine Arbeit in einem kirchlichen Haus nicht infrage, weil ich nicht dahinter stehe. Mir ist eine gewisse Identifikation mit dem AG wichtig, nicht nur der reine Broterwerb.

Das mit kommunistischem Gebahren zu vergleichen geht mir jetzt dann doch zu weit.

Schade, dass so einige hier sich auf Toleranz berufend intolerant bis zum geht nicht mehr argumentieren.

Leelaacoo
04.07.2010, 14:02
Ich geb's auf und sage nochmal deutlich:

für mich käme eine Arbeit in einem kirchlichen Haus nicht infrage, weil ich nicht dahinter stehe. Mir ist eine gewisse Identifikation mit dem AG wichtig, nicht nur der reine Broterwerb.

Das mit kommunistischem Gebahren zu vergleichen geht mir jetzt dann doch zu weit.

Schade, dass so einige hier sich auf Toleranz berufend intolerant bis zum geht nicht mehr argumentieren.

Was ist an der Disskussion intolerant? Habe ich Probleme mit gläubigen Katholiken/Moslems/ Hindus/was-auch -immer? Nein. Würde ich als Arbeitgeber gar nicht danach fragen, weil es mir herzlich EGAL wäre. Ich habe ein Problem mit denen, die meinen, ohne die richtige Kirchenzugehörigkeit sei man weniger geeignet, um mit Menschen zu arbeiten und DAS ist intolerant. Und die ihren Glauben zur Machtausübung nutzen.

Wenn die Toleranz, wie du sie forderst, bis ins Extrem getrieben wird, dann musst du auch konsequenterweise viele andere Dinge akzeptieren, welche unter einem "Glaubensfähnchen" wehen. Mir ist es an dieser Stelle fast peinlich, Dinge wie Unterdrückung der Frau, Beschneidungen und z.B. die immer noch katholisch unterstützte Verdammung von Homosexuellen zu nennen...Toleranz ist wunderbar, aber sie darf auch nicht zu einem Verschließen vor der Wirklichkeit führen und nur im Gutmenschentum ausarten, weil man selbst nicht davon betroffen ist.
Was jeder in seiner Freizeit macht, ist mir herzlich wurscht, solnage es nicht mit dem Gesetzt in Konflikt steht...genau so wie jeder glauben kann, was er will (und wer in seiner Freizeit Vodoo-Priester ist...sch*** drauf). Aber so wenig, wie ich bei der Arbeit die Patienten weder nach ihrer Herkunft noch nach ihrer Religion beurteile...so verlange ich es auch von der Gesellschaft, dass sie mit mit verfährt...und dazu gehört mein (potentieller) Arbeitgeber. Uncd dazu gehört auch, dass mir nicht alles sch***egal ist, weil es mich gerade nicht betrifft...manchmal muss man auch Grundsatzdisskussionen führen...das ist so in einem freien Land.

Ich und du, Solara, haben wahrscheinlich nur das Glück, nicht auf diese Häuser angewiesen zu sein, aber ICH weiß, dass es in anderen Zusammenhängen im Leben oder bei anderen Menschen genau darauf ankommen kann... wenn man selbst sicher unter dem Dach sitzt läßt es sich leicht über Menschen richten, die im Regen stehen...

LG Lee

Solara
04.07.2010, 14:09
Leelaacoo,

wie gesagt, ich geb's auf.

Was Toleranz/Intoleranz betrifft, verweise ich auf die gesamten letzten Seiten.
Zudem fordere ich sie gar nicht - das tun andere hier, die im leider selbst nicht gerade durch tolerantes Gebahren auszeichnen - aber auch das ist auf den vorangehenden Seiten nachzulesen.

Also bin ich jetzt so tolerant *g* und lass' euch allein weiter diskutieren.

Mano
04.07.2010, 14:11
Man könnte jetzt ein Gedankenspiel treiben und die Argumentation noch ein wenig weiter treiben: Muss man als Pastor selber gläubig sein? Hier wurde ja gefordert Privat- und Berufsleben völlig zu trennen. Trotzdem ist ein Nicht-Christ als Pastor in einer christlichen Kirche ähnlich unvorstellbar wie ein Bordellbesitzer als Ministerpräsident oder ein Fabrikbesitzer als Gewerschaftsfunktionär. Und Naturheil-Sanft-Dingsbums-Kliniken werden sicherlich eher Ärzte einstellen, die überzeugte Homöpathen sind.

Genau wie ein Gewerkschaftsmitglied als Funktionär jemanden erwartet, der privat nicht nebenher Arbeitnehmer ausbeutet, erwartet der Kirchenbesucher einen Pastor der eben kein Atheist ist.

Genauso verhält es sich mit den Ärzten in einem christlichen Haus. Als Patient (der sich ja meist durchaus für oder gegen ein bestimmtes Haus entscheiden kann) erwartet in einem christlichen Haus eben nicht nur die reine medizinische Dienstleistung sondern eben auch religiöse Betreuunug - und das eben nicht nur durch dem einmal vorbeischauenden Krankenhausseelsorger (den es ja auch in staatlichen Häusern oft gibt).
Von daher hat der Arbeitgeber durchaus ein Interesse, dass seine Mitarbeiter auch für christliche Werte einstehen - zumindest in der Theorie. Das das in der Praxis natürlich oft anders aussieht ist sicher auch den Kirchen klar, aber Glaube ist nunmal nicht messbar, so dass man dann als Mindestkriterium die Kirchenzugehörigkeit auf dem Papier fordert.

Wenn man sich den momentanen Arbeitsmarkt anschaut, sollte es aber zumindest für ärztliche Mitarbeiter kein Problem darstellen, alternative Arbeitgeber zu finden. Wenn der Frust über die Tendenzbetriebe wirklich groß genug ist, wird das die kirchlichen Arbeitgeber ja sicherlich schnell zur Einkehr bewegen...

Leelaacoo
04.07.2010, 14:25
Man könnte jetzt ein Gedankenspiel treiben und die Argumentation noch ein wenig weiter treiben: Muss man als Pastor selber gläubig sein? Hier wurde ja gefordert Privat- und Berufsleben völlig zu trennen. Trotzdem ist ein Nicht-Christ als Pastor in einer christlichen Kirche ähnlich unvorstellbar wie ein Bordellbesitzer als Ministerpräsident oder ein Fabrikbesitzer als Gewerschaftsfunktionär. Und Naturheil-Sanft-Dingsbums-Kliniken werden sicherlich eher Ärzte einstellen, die überzeugte Homöpathen sind.
.

Ein Pastor arbeitet für die Kirche...ok. Seine QUALIFIKATION begründet sich aus dem Theologiestudium.
Ein Arzt arbeitet fürs Krankenhaus...einverstanden? Ich sollte als Arzt Medizin studiert haben, DAS ist meine Qualifikation....und eine gewisse menschliche Regung besitzen, die aber in keiner Weise etwas mit meiner Religion oder deren Abwesenheit zu tun hat.
Das ist wie Äpfel mit Birnen vergleichen.

Und jedem Bordellbesitzer steht es natürlich in diesem Land frei, sich politisch zu betätigen und sich wählen zu lassen...wenn er (wie vorauszusehen) nicht gewählt wird...das ist Demokratie. Es gibt genug über das Vorleben von Politikern zu sagen, als dass dieses Argument wirklich zieht.

Im Übrigen arbeite ich in einer Großstadt, wo 3 kirchliche Häuser und 4 "freie" KHs stehen...als Notarzt würde es mir nie in den Sinn kommen, ein Haus nach der Religionszugehörigkeit des Patienten auszusuchen, sondern danach, welches am schnellsten erreichbar ist und den Patienten am besten versorgen kann. Und ehrlich...den meisten Patienten geht es genauso...die wollen gesund werden, das Kruzifix über der Tür bedeutet den meisten nicht viel...und auch die kommunalen Häuser haben Seelsorger (mit denen wir bei uns sehr gut und partnerschaftlich zusammenarbeiten...in einem kommunalen Haus...oh Wunder).

Was mich interessieren würde: was tun die Ärzte religiös gesehen in kirchlichen Häusern, was man in anderen Häusern nicht tut? (wirklich reines Interesse....wenn es nämlich ausgewiesen religiöse Handlungen wären, die nicht durch andere Mitarbeiter durchgeführt werden können...dann könnte ich die Auswahl ja irgendwie verstehen...bei uns kommt auch der katholische Priester, wenn ein sterbender Patient das wünscht und Beichte ablegen will oder ähnliches...aber das muss ich als Arzt ja nicht tun...). Also, was genau unterscheidet die Arbeit eines Arztes da von nicht-kirchlichen Häusern?

LG Lee

Mano
04.07.2010, 15:00
"als Notarzt würde es mir nie in den Sinn kommen, ein Haus nach der Religionszugehörigkeit des Patienten auszusuchen, sondern danach, welches am schnellsten"
Dir ist aber schon klar, dass die wenigsten der Patienten vom Notarzt eingeliefert werden? Denen den es schon so schlecht geht, dürfte es in der Tat egal sein...


"
Ein Pastor arbeitet für die Kirche...ok. Seine QUALIFIKATION begründet sich aus dem Theologiestudium.
Ein Arzt arbeitet fürs Krankenhaus...einverstanden? Ich sollte als Arzt Medizin studiert haben, DAS ist meine Qualifikation....und eine gewisse menschliche Regung besitzen, die aber in keiner Weise etwas mit meiner Religion oder deren Abwesenheit zu tun hat.
Das ist wie Äpfel mit Birnen vergleichen.
[..]

den meisten Patienten geht es genauso...die wollen gesund werden, das Kruzifix über der Tür bedeutet den meisten nicht viel...und auch die kommunalen Häuser haben Seelsorger (mit denen wir bei uns sehr gut und partnerschaftlich zusammenarbeiten...in einem kommunalen Haus...oh Wunder).

Was mich interessieren würde: was tun die Ärzte religiös gesehen in kirchlichen Häusern, was man in anderen Häusern nicht tut? (wirklich reines Interesse....wenn es nämlich ausgewiesen religiöse Handlungen wären, die nicht durch andere Mitarbeiter durchgeführt werden können...dann könnte ich die Auswahl ja irgendwie verstehen...bei uns kommt auch der katholische Priester, wenn ein sterbender Patient das wünscht und Beichte ablegen will oder ähnliches...aber das muss ich als Arzt ja nicht tun...). Also, was genau unterscheidet die Arbeit eines Arztes da von nicht-kirchlichen Häusern?


Die Qualifikation in einem christlichen Haus ist eben nicht nur die durchs Medizinstudium erlangte, sondern eben auch die durch den christlichen Glauben. Ganz praktisch äußert sich das dann eben durch Kommentare die eine bestimmte Sichtweise ausdrücken oder bis hin, dass man auch als Arzt zusammen mit dem Patienten betet. Glaube lebt eben nicht nur von den "Großen" Handlungen die eben durch den Priester durchgeführt werden - wie der von dir angeführten Beichte o.ä. sondern eben auch im alltäglichen Umgang.
Und das sind sicher Argumente die für viele Patienten mitentscheiden - zumindest wenn ich in meinem Verwandtenkreis die Personen über 60 anschaue, spielt bei denen der Glaube schon eine zentrale, selbstverständliche Rolle im Leben.

Dabei muss man jetzt natürlich einschränkend sagen, dass das erstmal nur die Idee, die Theorie dahinter ist. Vermutlich hat auch in einem christlichen Haus kaum ein Arzt die Zeit z.B. mit seinem Patienten zu beten. Wenn es dann noch jemand ist, der nur auf dem Papier einer Kirche angehört, dann wird er es vermutlich sowieso nicht wirklich wollen - selbst wenn er die Zeit hätte.
Da die Kirche aber - wie schon geschrieben - nun nicht feststellen kann, wie und woran jemand wirklich genau glaubt, will sie zumindest diejenigen ausschließen die Kirche offen durch einen Kirchenaustritt ablehnen.
Wenn du dich bei VW bewirbst und deinen Bewerbungsunterlagen deinen letzten AutoBILD-Leserbrief beilegst, in dem du dich über die schlechte VW-Technik aufregst und dich als überzeugten Opel-Fahrer outest, hast du vermutlich auch nur sehr geringe Einstellungs-Chancen.

airmaria
04.07.2010, 15:59
Ich würde ja auch nie in einem Scien.tolog.y-geführten Haus (sofern es sowas geben sollte) arbeiten wollen, eben weil mir die dortige Gesinnung, der dortige Glaube widerspricht.


Immer noch nicht verstanden habe ich, warum man als ganz normal aus Glaubensgründen Ausgetretener (also nicht geschieden etc) unbedingt in eine kirchliche Einrichtung will - widerstrebt mir der Glaube, widerstrebt mir doch auch die religiöse Gesinnung dieser Klinik?


Ich würde mich nicht aufregen wenn mich ein z.B. muslimisch geführtes (wenn es das theoretisch gäbe) Haus nicht einstellen würde, da zieht es mich dann ja schon von Haus aus nicht hin...

diese argumente sind in sich schlüssig! arbeitsmarkt ist kein kindergeburtstag, wenn der tragende verein seine regeln bestimmt, darf er auch auf dessen durchsetzung bestehen... wie bei allen anderen dingen des täglichen lebens auch.
und wenn man arzt in einem krankenhaus sein will, aber das "passende" nicht direkt vor meiner haustür ist, muss ich meinen arsch - und ggf. den meiner angehörigen und kinder - bewegen, auch das ist reales leben, willkommen!

ABER...
wenn der tragende verein nun seine regeln - wie im ursprünglich diesen thread auslösendem fall - an seinen arbeitgebern nicht gleichberechtigt anwendet, muss gerechterweise eine unrechtmässigkeit festgestellt werden.

ALLERDINGS...
hat das gericht nach meinem geschmack ein wichtiges detail der urteilsbegründung vergessen, welches in etwa so lauten müsste:
ausserdem weisen wir darauf hin, dass - wenn der kostenträger weiterhin auf die ideologischen werte seiner institution seitens der mitarbeiter bestehen möchte - er dies auch für seine patienten (akute notfälle bis zur stabilisierung ausgenommen) einzuhalten hat. daher bitten wir in zukunft von der liquidation solcher elektiver eingriffe, wie z.b. bei künstlichem gelenkersatz etc. abzusehen...
andernfalls wäre mit weiteren klageschriften zu rechnen.

FAZIT
meiner meinung nach gehört der ganze religions-/sekten-hokuspokus strikt von staatlichen dingen getrennt, das fängt gleich bei der völlig ungerechten - weil ungleichberechtigt gegenüber anderen glaubensrichtungen - erhebung der kirchensteuer an...
airmaria

Ehemaliger-User-13092010
04.07.2010, 16:49
wenn man wirklich staat und religion trennen würde, solltenk die kirchen erst gar keine KHs aufstellen dürfen und sollte die Kirche zum Fernsehen nix zu sagen haben usw. Das ist nur eine Floskel, hierzulande haben leider die Kirchen immer noch Einfluss. Nicht immer auf die muslimischen Länder mit dem finger zeigen und behaupten, sie seien ja so hoch fundamentalistisch. Bei uns gibt es auch immer noch viel zu tun.

LieberInvasiv
04.07.2010, 17:49
für mich käme eine Arbeit in einem kirchlichen Haus nicht infrage, weil ich nicht dahinter stehe. Mir ist eine gewisse Identifikation mit dem AG wichtig, nicht nur der reine Broterwerb.


Lol, wenn Du das ernst meinst und bereit bist konsequent durch zu ziehen, dann wette ich mit Dir, dass Du arbeitslos bist und es ganz sicher aus bleibst - wenn Du nicht dein eigenes KH aufmachst.

So blauäugig durch die heutige Welt zu laufen ist echt mutig.
Wo bitte liegt in der Gesinnung eines privaten (Konzern) KHs, eines Kreiskrankenhauses, eines kirchlichen KHs und einer Uniklinik der Unterschied?
Die einzige Gesinnung heißt schwarze Zahlen - und die ist bei allen KHs (zwangsweise) die gleiche!
Nur das KKH, Uni und Konzern das auch offen zugeben und nicht unter der vorgeschobenen Fahne der Menschlichkeit und Nächstenliebe versuchen zu verstecken.
Ich empfehle dazu mal die aktuelle Caritas-Affäre ind der Pflege... wenn einem gläubigen Christ da nicht die Galle hochkommt, dann weiß ich auch nicht weiter...

Und ganz ehrlich - ich bin christlich erzogen und wage zu behaupten mich mit Glaube und Religion ernsthaft auseinander gesetzt zu haben - wenn Du schon so argumentierst, dann müssten alle echten Christen genau die sein, die NICHT in einem kirchlich geführten Haus anfangen.... denn das würde bedeuten freiwillig Avaritia (Todsünde), Heuchelei und Missachtung einiger anderer wichtiger Gebote einzugehen und zu unterstützen...

Wo ist da die Konsequenz von Glauben und Handeln? :-meinung

Solara
04.07.2010, 18:24
Eigentlich wollte ich mich ja raushalten - habe aber schon erwartet, dass so ein Kommentar kommt - ich sprach nicht von einer vollkommenen Identifikation ... und keine Angst, ich werde schon immer AG finden, die mir zusagen, war bislang auch schon keinerlei Problem :-D

LieberInvasiv
04.07.2010, 19:10
Eigentlich wollte ich mich ja raushalten - habe aber schon erwartet, dass so ein Kommentar kommt - ich sprach nicht von einer vollkommenen Identifikation

Ich will Dich ja auch nicht persönlich angreifen. Aber was erwartest du denn für eine Identifikation? Und was hat das mit christlichen Idealen oder der Kirche zu tun? Reichen 20% oder müssen es 60% sein? 80%? Wie viel Identifikation kann man denn erreichen?
Ich will Dir lediglich zeigen, dass dein "Identifikationsansatz" nicht so einfach funktioniert. Entweder man identifiziert sich zu 100% - dann kann man das Argument anführen - oder man tut es nicht (was glaube ich für uns alle zutrifft). Denn irgendwas was einem nicht so 100% zusagt, oder über das man besse rnicht so genau nachdenkt gibt es überall. Dann kann man aber auch nicht sagen, dass man als nicht-Kirchenmitglied (denn mit christlichem Glauben hat das nichts zu tun, es geht ja nur um die formale Zugehörigkeit zu einer Institution) auch nicht in einer kirchlichen Klinik arbieten würde... denn da beißt sich die Schlange in den Schwanz... :peace:

Reflex
04.07.2010, 19:19
Leg du doch mal bitte dar, wo deiner Meinung nach die Parallelen zwischen Atheismus und anderen Religionen liegen.

Der Atheismus folgt wie anderen Religionen oder Weltanschauungen auch einem bestimmten Glaubenskonstrukt und aus diesem erwachsen wiederum bestimmte Handlungsschemata, Rituale und Wertvorstellungen, die man prinzipiell mit einer Religion gleichsetzen kann. Sie enthält zwar nicht den Glauben an ein "höheres Gottwesen", was normalerweise den Begriff der Religion per Definition ausmacht. Aber dennoch erhält selbst der Atheismus eine gewisse Spiritualität (meiner Meinung nach), dadurch das man Menschen an sich in den Vordergrund stellt und ihn damit in gewisser Weise sogar idealisiert. Aber genau wie in anderen Religionen gibt es auch hier eine Reihe von unterschiedlichen Glaubens- und Gedankenansätzen...und ich seh im Begriff Religion auch eher einen Funktionalistischen Ansatz als einen Substanzialistischer. Ich bin mir darüber bewusst, dass es durch aus andere Diskussionansätze gibt, die meinen widersprechen..aber das macht die Philosophie und die Theologie eben aus. Dort gibt es keine Allgemeingültigkeit... Selbst das Christentum hat eine Vielzahl an unterschielichen Lehransätzen...

Schlussendlich macht es für mich persönlich keinen Unterschied, welchem Glaubenskontrukt oder welchen Religion oder welcher Weltanschaung man folgt, denn dieses ist nicht durch Logik oder Wissen messbar, sondern nur durch subjektive Glaubenserfahrung...somit ist der Atheismus für mich nur eine Religion wie jede andere auch, vollkommen wertneutral und gleichberechtigt, mit vielfältigen unterschiedlichen Ansätzen und gedanklichen Lehren...nichts mehr und nichts weniger...

Ich könnte jetzt eine Vielzahl an Texten und Essays anführen, die sich genau mit diesem Thema auseinander setzen, aber das würde im Sinne der grundlegenden Diskussion zu weit gehen.

Mano
04.07.2010, 19:21
Wieso muss denn alles gleich 100% sein?
Wenn ich nicht in ner Waffenfabrik arbeiten will, dann muss ich doch nicht stattdessen gleich Friedenstauben züchten, sondern kann in ner Eisengießerei arbeiten die neben 100 anderen Kunden eben auch eine Rüstungsschmiede beliefert.
Wenn ich Homöpathie toll finde, dann muss ich doch nicht gleich die Schulmedizin komplett ablehnen und in einer reinen TCM-Klinik arbeiten, sondern suche idealerweise ne Klinik die auch alternative Therapien anwendet.
Und wenn ich Christ bin, kann ich doch präferenziell einen christlichen Arbeitgeber suchen. Wenn ich Atheist bin ist mir entweder die Ideologie meines Arbeitgebers egal (dann sollte ich mich aber auch damit abfinden, dass über den Türen kreuze hängen und ich nicht öffentlich über die Kirche herziehen sollte) oder es stört mich so sehr, dass ich die kirchlichen Häuser boykotiere und mir ne andere Stelle sucht (was ja wie gesagt zumindest für Ärzte derzeit nicht sonderlich schwer sein dürfte).

Ehemaliger-User-13092010
04.07.2010, 20:05
Der Atheismus folgt wie anderen Religionen oder Weltanschauungen auch einem bestimmten Glaubenskonstrukt und aus diesem erwachsen wiederum bestimmte Handlungsschemata, Rituale und Wertvorstellungen, die man prinzipiell mit einer Religion gleichsetzen kann. Sie enthält zwar nicht den Glauben an ein "höheres Gottwesen", was normalerweise den Begriff der Religion per Definition ausmacht. Aber dennoch erhält selbst der Atheismus eine gewisse Spiritualität (meiner Meinung nach), dadurch das man Menschen an sich in den Vordergrund stellt und ihn damit in gewisser Weise sogar idealisiert. Aber genau wie in anderen Religionen gibt es auch hier eine Reihe von unterschiedlichen Glaubens- und Gedankenansätzen...und ich seh im Begriff Religion auch eher einen Funktionalistischen Ansatz als einen Substanzialistischer. Ich bin mir darüber bewusst, dass es durch aus andere Diskussionansätze gibt, die meinen widersprechen..aber das macht die Philosophie und die Theologie eben aus. Dort gibt es keine Allgemeingültigkeit... Selbst das Christentum hat eine Vielzahl an unterschielichen Lehransätzen...

Schlussendlich macht es für mich persönlich keinen Unterschied, welchem Glaubenskontrukt oder welchen Religion oder welcher Weltanschaung man folgt, denn dieses ist nicht durch Logik oder Wissen messbar, sondern nur durch subjektive Glaubenserfahrung...somit ist der Atheismus für mich nur eine Religion wie jede andere auch, vollkommen wertneutral und gleichberechtigt, mit vielfältigen unterschiedlichen Ansätzen und gedanklichen Lehren...nichts mehr und nichts weniger...

Ich könnte jetzt eine Vielzahl an Texten und Essays anführen, die sich genau mit diesem Thema auseinander setzen, aber das würde im Sinne der grundlegenden Diskussion zu weit gehen.

oh no... wie dumm ist denn das? und daran glaubst du auch noch? Atheismus hat ja nun gar nix mit Glauben am Hut.
http://de.wikipedia.org/wiki/Atheismus

nach dem ersten absatz wurde mir schlecht... verfolgungen und diskriminierungen durch ah so humane Gläubige in der vergangenheit kennt man ja, wenn man in geschichte aufgepasst hat. Aber "häufig bezweifeln Glaubensvertreter, dass Atheisten über eine für das gesellschaftliche Zusammenleben notwendige ethische Grundlage verfügen" Ich schlage eine Rache vor...lass uns alle Gläubigen ausrotten, nicht nur für die Vergangenheit, sondern auch für solch eine Beleidigung, ich glaube, der Welt würde es besser gehen.

btw. ich habe eine Idee...wenn ich in ein KH muss, werde ich ganz sicher nicht in ein kirchl. KH gehen. Solche einrichtungen sollte kein Atheist unterstützen, sondern hoffen, dass sie pleite gehen und dafür staatliche KHs eröffnen.