PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie zurück nach dem Physikum an der Semmelweis



Seiten : [1] 2

oldvaddern
03.07.2010, 13:08
Hallo,

ich bin der Vater einer Medizinstudentin an der Semmelweis.
Sie hat gerade ihr Physikum bestanden.
Hat einen Durchschnitt von 4,4 ( = 1,6 in Deutschland ).
Anatomie, Chemie, Physik, Biologie, Sozi, Psych und Pathobiochemie
jeweils 5 ( = 1 ), aber (!!!!! ) Physiologie 2 ( = 4 ) und Biochemie 3 (= 3 ).
Hat sie damit eine Chance in Deutschland genommen zu werden?
Ich kann`s nicht einschätzen !
Bitte deshalb um Hilfe !
Danke

pottmed
03.07.2010, 13:19
Das kann ich leider auch nicht einschätzen, dafür gibt es hier andere Experten.

Aber für die Asklepios Medical School sollte es auf jeden Fall reichen.

JanPB
03.07.2010, 14:44
Soweit ich weiß gehen die Unis in Deutschland - wenn sie überhaupt nach der Physikumsnote gehen - nach der Gesamtnote. Und da hat in den letzten Jahren, um direkt zugelassen zu werden, glaube ich 'ne glatte 4 (ungarisch) an vielen Unis gereicht. Ich würde die Chancen also als ganz gut einschätzen.

Grog
03.07.2010, 15:22
Also ich habe mit 4,4 Physikumsschnitt 2008 noch einen Platz in Ulm und Heidelberg bekommen... sie hat auf jedenfall Chancen!

Ich hab damals zur Sicherheit im 5. Semester in Budapest weitergemacht, kenne viele die in Hamburg im 5. Semester angefangen haben... also um absolut auf der sicheren Seite zu sein kann man darüber nachdenken.

oldvaddern
03.07.2010, 21:00
Vielen Dank für die Antworten !

Es wird wohl eng, aber Chancen sehe ich auch.
Wird sich auf jeden Fall für das 5. Semester in Budapest einschreiben.
Angeblich bekommt man ein Teil des Geldes zurück, wenn man doch einen Platz in D
bekommt.
Was ist Eure Meinung zur Qualität der klinischen Semester in Budapest ?
( falls es in D scheitern sollte )

Docschneider07
04.07.2010, 12:41
Unsere Tochter hat letztes Jahr mit exakt diesem Durchschnitt im Oktober zwei Studienplätze (Rostock und Magdeburg) bekommen. Die Warterei war aber schrecklich: Ulm war in den Jahren zuvor eine sichere Bank für diesen Durchschnitt. Dies wurde uns telephonisch auch noch Anfang September bestätigt. Als bis 10.9. nichts kam haben wir Hamburg zugesagt und damit 50% verloren.
Also: sofort nach Ankunft in Deutschland Physikum anerkennen lassen, überall (32-33x) bewerben und Geduld!! Die Studienplätze gibt es erst, wenn alle anderen Bewerber abgesagt haben.
Bei der Entscheidung Hamburg/Budapest würde ich immer Hamburg vorziehen. Das Studium dort ist sicher das Beste, was einem derzeit in Deutschland widerfahren kann.
Also abwarten.............

pottmed
04.07.2010, 12:44
Bei der Entscheidung Hamburg/Budapest würde ich immer Hamburg vorziehen. Das Studium dort ist sicher das Beste, was einem derzeit in Deutschland widerfahren kann.
Also abwarten.............

Ich würde auch HH vorziehen, würde aber nicht sagen, dass es das Beste ist, was in Deutschland möglich ist. :-meinung

Wenn sich die Leute von Asklepios ungefähr so für die Studenten interessieren wie für ihre Angestellten, na dann gute Nacht :-dance

oldvaddern
04.07.2010, 18:40
Hallo,

wie sieht es denn eigendlich mit Bayerischen Uni`s aus.
Nehmen die eigendlich Leute aus Ungarn, oder ist das aussichtslos, sich dort überhaupt zu bewerben?
Bringt es einen Vorteil seine Bewerbung persönlich abzugeben ?

Docschneider07
04.07.2010, 22:16
Es kann schon sein, dass Landeskinder bevorzugt werden, aber wird keine Garantie geben.
Bei uns war es auch die Nähe von Magdeburg zu Berlin, die die Uni Bewogen hat, an einem Freitagnachmittag bei uns anzurufen.
Da an den Unis inzwischen nur die Immatrikulationsbüros entscheiden, wird der persönliche Kontakt wenig bringen. (Im übrigen hatte man uns viele Hoffnungen in Ulm gemacht, deshalb kann man sich wirklich auf nichts verlassen, da die freien Plätze für Quereinsteiger erst ganz zum Schluß feststehen.)

Grog
05.07.2010, 16:16
Was ist Eure Meinung zur Qualität der klinischen Semester in Budapest ?
Also ich kann nur von den ersten 6 Wochen im 5. klinischen Semester und von Erzählungen reden... in Budapest kann man schon ganz gut Medizin studieren.

Das Studium in Budapest ist ja etwas anders aufgebaut, ich würde sagen man hat am Semesterende zum Teil mehr Stoff zu lernen als in Deutschland ,dafür gibts kein Hammerexamen. Zum Beispiel ist Patho in Ungarn 1 Jahr dafür hat danach nie wieder... bezüglich Patho ist Ungarn bzw. Budapest klar überlegen. Nach einem Jahr Patho hat jeder an 20-30 Obduktionen mitgemacht in Deutschland darf man allenfalls mal zuschauen... wobei das vorallem an der Gesetzgebung in Ungarn liegt wonach ca. 60% der Verstorbenen obduziert werden.

Trotzdem würde ich alles versuchen um nach Deutschland zu wechseln, es ist schon eine "Notlösung" im Stationsunterricht dauernt mit gebrochemen Ungarisch oder mit Übersetzer mit den Patienten zu reden.

Was die Kliniken angeht sind das, im Vergleich zu Deutschland, zwei Welten.
Also Sterillium hab ich auf Station an der Semmelweis zum Teil vergebens gesucht, Ignaz würde sich im Grab umdrehen....


Das Studium dort ist sicher das Beste, was einem derzeit in Deutschland widerfahren kann.
Also das würde ich auch nicht sagen... aber wäre ich wohl auch nach Hamburg gewechseln. Wobei für mich die Sprache das Hauptargument wäre.



wie sieht es denn eigendlich mit Bayerischen Uni`s aus.
Nehmen die eigendlich Leute aus Ungarn, oder ist das aussichtslos, sich dort überhaupt zu bewerben?
Bringt es einen Vorteil seine Bewerbung persönlich abzugeben ?
Bewerben würde ich mich grundsätzlich überall, auch wenn die Chancen gering sind man kann es nie vorhersagen.

Ich denke es gibt keinen Vorteil die Bewerbung persönlich vorbeizubringen, in Ungarn hat das sicher was gebracht, hier bringt man wohl blos den Massenabfertigungsapparat "Studierendensekretariat" durcheinander.

Docschneider07
05.07.2010, 16:29
Muss doch noch einmal meine Lanze für Hamburg verteidigen:
Dort sind pro Jahrgang ca. 40 Studenten, die an den fachlich und technisch hoch renomierten Kliniken lernen. Die wenigen Wochen im dritten Jahr waren von der Qualität der Hand-Outs usw. hervorragend.
Ich überblicke zwar nicht ganz Deutschland, habe aber als älterer Arzt schon einen Eindruck von der derzeitigen Ausbildungssituation.
Also: wer das Geld hat, für den ist Hamburg m.E. erstrebenswerter als Budapest.
Und wer in Hamburg bleiben muss, hat nicht das schlechtere Los gezogen.
Wer die Wahl hat zwischen der Aprobationsordnung und Semmelweiß-Hamburg wird schon aus finanziellen Gründen die deutsche Uni wählen. Wenn Geld aber keine Rolle spielt, ist Hamburg top!!

oldvaddern
05.07.2010, 18:29
WOW, vielen Dank für die rege Anteilnahme. Hilft wirklich weiter.
Ist ja auch ein brandheisses Thema.
Viele schmeissen sich in das menschliche und finanzielle Abenteuer Ungarn, lernen bis zum Umfallen und wissen dann nicht wie es weitergeht....
Und Deutschland braucht Mediziner (!!!!), das ist doch ein Aufreger, oder ?
Schönen Gruß und vielen Dank

pottmed
05.07.2010, 18:32
Darüber rege ich mich schon lange nicht mehr auf :-D

Viel mehr sollte man sich darüber aufregen, dass von den Medizinabsolventen nur so wenige Leute im kurativen Bereich landen :-meinung

@ Docschneider: Naja, wollen wir mal nicht übertreiben, fachlich hoch renommiert schaut doch etwas anders aus. Trotzdem ist natürlich Hamburg gegenüber Budapest vorzuziehen, keine Frage.

oldvaddern
05.07.2010, 18:41
Ich selbst hatte "nur" eine 2,0 im Abi, hatte aber einen passablen Medizinertest,
hab`s gepackt in Würzburg ( mit Kind, das jetzt selbst studiert, bin selbst erst 42 J, Tochter ist 21 J ), bin Kardiologe und Oberarzt.
Warum geht das heute nicht mehr ? Ist doch traurig.

pottmed
05.07.2010, 18:43
Mit 2,0 und sehr gutem Medizinertest geht heute auch noch was ;-)

Aber es könnte auch einfach an explodierenden Bewerberzahlen, inflationären Abiturschnitten etc. liegen.

oldvaddern
05.07.2010, 18:56
Mal ehrlich.
Wer wird der bessere Mediziner im Status eine Anfänger-Assistenten:
der in Budapest weitermacht oder der nach Deutschland wechselt ( blenden wir mal das
"persönliche Engagement" des Einzelnen aus ) ?
Ist das "Hammerexamen" ein Risiko ?

oldvaddern
05.07.2010, 18:57
.... wenn man eh schon in Budapest ist, mein ich.

Ehemaliger User 05022011
05.07.2010, 18:58
Viele schmeissen sich in das menschliche und finanzielle Abenteuer Ungarn, lernen bis zum Umfallen und wissen dann nicht wie es weitergeht....

aber weitergeht es schon immer, im unglücklichsten Fall mal mit einem Semester Unterbrechung, aber da fangen viele halt dann einfach schon ihre Doktorarbeit an


Ist das "Hammerexamen" ein Risiko ?

wenn man Pech hat kann auch eine einzelne Klausur in der Klinik schon noch ein Risiko sein, ist von Uni zu Uni und von Fach zu Fach verschieden, so wie man in Ungarn sicher auch endgültig durchgefallen sein kann durch ein Fach, so ist das in Deutschland genauso mgl., so wie man natürlich auch durchs Examen fallen kann, wie es jedes Jahr zig mal passiert

Docschneider07
05.07.2010, 20:31
Mal ehrlich.
Wer wird der bessere Mediziner im Status eine Anfänger-Assistenten:
der in Budapest weitermacht oder der nach Deutschland wechselt?
Ist das "Hammerexamen" ein Risiko ?

Also nach meinem Wissen ist das Hauptproblem in Budapest die Sprache. So sollen zum Teil Dolmetscher bei den klinischen Fächern benötigt werden.

Deshalb würde ich immer Deutschland (oder das renomierte Österreich) vorziehen.

Das Hammerexamen ist sicher auch nicht schlimmer als das alte zweite Staatsexamen (laut AO sind da nämlich nicht mehr alle Fächer drin).

Wirklich schlimm sind meines Erachtens eher die Arbeitsbedingungen in der Klinik. Und da zählt immer noch ERFAHRUNG.

Ehemaliger User 05022011
05.07.2010, 22:26
Das Hammerexamen ist sicher auch nicht schlimmer als das alte zweite Staatsexamen (laut AO sind da nämlich nicht mehr alle Fächer drin).



klar alles pilepalle , des wegen kam ja noch dem die ersten es geschrieben haben auch der Name auf, weil genauso hammermäßig wie das alte Staatsexamen, da viel nur damals noch niemandem ein das so zu nennen :-))