Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Weiterbildung Neuro - Psychiatriejahr
Cadherine
12.04.2018, 21:35
Nach meinem Neurologie PJ-Tertial kann ich sagen, dass ich verstehe warum den Neurologen etwas Psyschiatrieerfahrung nicht schadet.
Da waren doch einige Patienten arg psychisch überlagert . Das und das Pflichtjahr Psychiatrie waren aber auch die Hauptgründe warum ich mich gegen Neurologie als Facharztausbildung entschieden habe.
Ich fand die Psychiatrie auch interessant, aber einiges was ich im Uni-Pflicht-Psychiatrie-Praktikum gesehen und gehört habe war auch sehr abschreckend . Ich bewundere ide Leute die da arbeiten für mich wäre es definitiv nichts, bei allem Interesse für das Fach.
Anne1970
13.04.2018, 10:39
Das mag zwar theoretisch nicht so erstrebenswert sein: aber unterschätzt nicht den Vorteil, mit nur drei zusätzlichen Jahren eine eine zweite Facharzt-Qualifikation erwerben zu können. Ein relevanter Teil (aus beiden Gebieten) macht den zweiten FA gleich hinterher. Als Beginner klingt das nicht so spannend, doch etliche meiner jungen (neurologischen) Kollegen nutzen diese Möglichkeit gern.
Ich finde auch, dass gerade Psychiatrie und Neurologie viele Schnittstellen bietet. Ich empfinde die jetzige Version auch als sinnvoll.
Nessiemoo
14.04.2018, 05:59
Es geht ja nicht darum, das Psychiatriejahr abzuschaffen, sondern mehr Möglichkeiten zu geben. Wenn man am Ende der Facharztausbildung schon weiß, dass man eher Richtung Neurointensiv gehen wird, wird wahrscheinlich ein Jahr Anästhesie einem mehr bringen. Und hier kann man z.B ein halbes Jahr Neuropatho an den Facharzt anrechnen lassen, nicht jedoch Neuropädiatrie oder eben Anästhesie.
Die Psychiatrie hat im Prinzip Schnittstellen mit fast allen Fächern. Auch für Internisten, die eine depressive ältere Dame mit Pneumonie behandeln, wäre es sinnvoll, sich mit der Psyche zu befassen, da dies essentiell für den Therapieerfolg wäre. Dennoch sollte nicht jeder Internist zu einem Jahr Psychiatrie gezwungen sein. Nach der geforderten Änderung soll es ja immer noch möglich sein, ein Jahr in die Psychiatrie zu gehen, falls man den Doppelfacharzt machen möchte oder sich die Psych einfach anschauen mag.
Erfahrungsgemäß empfinden sehr viele Neurologen das Jahr in der Psych aber als vergeudete, wenn auch spannende Zeit, in der man mit seinen neurologischen Kenntnissen nicht weiter kommt und den Fortbildungskatalog mit EEGs usw. nicht erfüllen kann. Und für viele (z.B. Cadherine) ist es sogar ein Grund, nicht in die Neuro zu gehn. Meiner Ansicht nach spricht gar nichts dagegen, die Regelung zu erweitern.
muerisch
20.08.2018, 11:03
Hallo, ich hoffe, ich stelle meine Frage an der richtigen Platz und freue mich bereits auf euren Hinweise.
Nach 4,5 Jahre Neurologie, mache ich gerade mein psychiatrisches Jahr an einer anderen Klinik bzw. anderem Bundesland durch. Mein Ziel ist schnellstmöglich mein FA zu absolvieren und die Neurologie zu vertiefen, ich befinde mich aber z.Z. in einer Zwickmühle.
Der damalige Chefartzt für Neurologie bietet mir eine OB Stelle, wenn ich zurückkehre und die Prüfung dort mache. Die Klinik befindet sich 150 km entfernt von Zuhause.
Der Chefartzt an der Psychiatrie hier bietet mir eine Weiterbeschäftigung als Assistenartzt. Die Klinik befindet sich 1500 m entfernt von Zuhause.
Wenn ich single wäre, würde ich sofort zurück, meine Freundin und unser Haus sind eben hier. -:))
Wisst ihr, ob ich meine FA Prüfung für Neurologie an dieser Stelle (Assistenzarzt Psychiatrie) absolvieren kann oder müsste ich als Neuro Assistenzarzt angestellt sein ?
Vielen Dank!
Der Mürrischer 😉
easy-bisy
20.08.2018, 15:00
Als was du angestellt bist ist wurst, solange du deine Neuro-Zeit erfüllt hast. Die Unterschiede bezüglich der WB Zahlen dürften gering sein. Damit du keine bösen Überraschungen erlebst, würde ich mal einen Termin bei der zuständigen Ärztekammer machen und das Logbuch aus deiner Neuro-Zeit mitnehmen.
Die können dir verbindlich sagen, ob du mit deiner bisherigen Weiterbildung dort deine FA-Prüfung machen kannst.
Von wo aus du deine Facharztprüfung machst, ist total egal solange Du alle Zulassungsbedingungen für die zuständige Ärztekammer erfüllst (Das kann variieren z.B. In Nordrhein muss man 5 Gutachten vorlegen, in Westfalen-Lippe nicht). Ich habe selber aus der Psychiatrie heraus meine neurologische Facharztprüfung bei einer anderen Ärztekammer gemacht, obwohl ich die komplett Weiterbildungszeit für Neurologie woanders gemacht habe. Entscheidend ist der Zuständigkeitsbereich der Ärztekammer in dem du arbeitest. Ich fand die Prüfung aus der Psychiatrie heraus entspannter als aus der Neuro.
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