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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schwellenaudiometrie und Rinne...



Grubi
16.07.2010, 20:24
Hallo,

ich beschäftige mich gerade mit der Schwellenaudiometrie und bin einigermaßen verwirrt.
Den Normalbefund einer Schwellenaudiometrie kennt ihr ja sicher.

"Die obere, gestrichelte Linie kennzeichnet dabei die Messung über Knochenleitung. Die untere Kurve zeigt die Messung über Luftleitung, also über einen normalen Kopfhörer. Da der Ton hierbei erst noch das Mittelohr "passieren" muss, bevor er auf das Innenohr trifft, kann diese Kurve niemals besser sein als die Knochenleitung."

--> soweit einleuchtend.

Nur leider verstehe ich nicht, wie ich dies mit dem Rinne-Versuch in Einklang bringen kann. Bei normaler Hörfähigkeit ist Schall wegen der Verstärkereigenschaften von Gehörknöchelchen und Trommelfell über Luftleitung lauter wahrzunehmen als über Knochenleitung, ergo Rinne positiv.

Was ist denn nun besser, Knochen oder Luftleitung?


lg

Stephan0815
16.07.2010, 21:47
http://www.buchhandel.de/WebApi1/GetMmo.asp?MmoId=5735704&mmoType=PDF
Den Artikel lesen, dürfte deine Fragen beantworten.

Grubi
16.07.2010, 23:12
Danke für die Antwort,

aber meine Frage konnte ich mir leider immer noch nicht beantworten, vielleicht stehe ich einfach auf dem Schlauch.

Schwellenaudiometrie:
"So entstehen zwei Hörschwellenkurven, die beim Gesunden in etwa deckungsgleich sind"

Physiologischerweise sind Knochen- und Luftleitung also etwa deckungsgleich.

Aber beim Rinne Versuch heißt es:
"Sobald der Patient angibt, den über Knochenleitung vermittelten Ton nicht mehr hören zu können, hält man die noch schwingende Stimmgabel direkt vor den äußeren Gehörgang. Im Normalfall wird der nun über die Luftleitung vermittelte Ton dann wieder gehört"

Ich würde also interpretieren, dass die Luftleitung besser ist als die Knochenleitung, aber das widerspräche ja dem Normalbefund der Schwellenaudiometrie.

Irgendwo mache ich einen (wahrscheinlich völlig dämlichen) Denkfehler...

NSTEMI
17.07.2010, 00:50
Hallo,
du machst keinen Denkfehler, es ist genauso, wie du sagst. Die Luftleitung ist besser als die Knochenleitung (weil die Schallintensität, die nötig ist, um den Knochen in Schwingung zu versetzen eben größer ist).
Im Audiogramm liegt die Knochenleitungs- nur deshalb nicht unter der Luftleitungskurve, weil die Knochenleitung vom Gerät um 40dB vorverstärkt ist. Das soll der Übersichtlichkeit des Audiogrammes dienen.
Die Knochenleitungskurve kann im Audiogramm nicht schlechter sein, als die Luftleitungskurve, weil das Innenohr ja bei der Luftleitung nicht besser funktioniert, als bei der Knochenleitung (es ist dem IO ja egal, auf welchem Wege die Haarzellen in Schwingung versetzt werden).
Hoffe, ich konnte dir helfen.
LG