Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : (Gruppen)Sport für Adipöse
DrSkywalker
22.07.2010, 09:04
Keine uninteressante Diskussion. Sollte das vielleicht als eigener Thread abgetrennt werden? Bei der Originalfragestellung würde es mich nämlich später interessieren, wie der Kurs bei den Betroffenen angekommen ist, und wie nachhaltig er war. Ok, letzteres ist nicht so schnell zu beurteilen. Aber das Projekt würde ich -so wir von WackenDoc mit Informationen versorgt werden- gerne verfolgen.
Andererseits könnte man natürlich solange, bis der Kurs läuft und irgendwann abgeschlossen ist, erstmal off-topic diskutieren. Bis der Kurs dann zuende ist und Ergebnisse diskutiert werden können, ist die gesundheitspolitische Diskussion fertig.
Wie nachhaltigso ein Kurs ist? Wissen wir das nicht alle bereits jetzt schon? Seien wir ehrlich, die Erfolgschancen für Menschen mit einem BMI von >30 diesen dauerhaft und relevant zu senken liegen bei max. 10%.
Ich wünschte wirklich es wäre anders, aber die Erfahrung lehrt mich dass es nichts bringt!
Nur am Rande und vollkommen off topic: Hatte letzte Woche nen Patienten mit nem BMI von 33kg/m2 zur Ergo auf dem Velo. Der hat weit mehr als 100% seines Solls geleistet und deutlich mehr als 200 Watt getreten. Denke also nicht, dass man nur sehr vorsichtig Sport machen kann dann...
WackenDoc
22.07.2010, 17:42
@Relaxometrie: Um mal auf deine Frage zu antworten:
Also Soldaten genießen sogenannte freie truppenärztliche Versorgung. Das heisst,dass sie kostenlos bei ihrem Truppenarzt (das ist quasi der Hausarzt) versorgt werden. Inclusive notwendige Medikamente, Verbandsmittel, Orthesen etc. Medikamente und Hilfsmittel, die einen bestimmten Wert überschreiten müssen genehmigt werden- wie übrigens auch zivile Krankenhausaufenthalte.
Für die Behandlung bei Bundeswehrfachärzten (also auch in den Bundeswehrkrankenhäusern) braucht man die Überweisung des Truppenarztes.
Da in den BWKs auch zivile Patienten behandelt werden, werden Soldaten "virtuell" abgerechnet, damit man weiss, ob ein Haus wirtschaftlich arbeitet.
Wenn keine geeignete Bundeswehreinrichtung zur Verfügung steht, gibt´s ne ÜBerweisung zum zivilen Arzt (z.B. bei Frauen Gyn/Geburtshilfe, Krankenhausaufenthalte in Notfällen, oder bei großen Entfernungen zum nächsten BWK, oder oft auch bei normalem Röntgen). Privatpatient ist man nicht. Es wird nach Kassensätzen abgerechnet. Wahlärztliche Leistungen und ein Zweibettzimmer gibt es ab einem bestimmten Dienstgrad.
Aber wichtig zu wissen: Soldaten rechnen nicht auf die Regelleistungsvolumina an. Das macht uns recht attraktiv für viele Niedergelassene.
Medikamente gibt´s übrigens für uns vor allem beim Truppenarzt. Wenn da was nicht vorrätig aber eilig ist, gibt´s nen Zivilrezept. Das ist für uns kostenfrei.
Nach der Bundeswehrzeit muss man sich selber versichern. Für ehemalige Berufssoldaten (also dann Rentner) gibts ne Beihilferegelung- genauso wie für Familienangehörige.
Zivilangestellte versichern sich ganz normal zivil. Nur die Notfallversorgung wird von uns kostenfrei mitgemacht.
Übrigens für die Interessierteren: MAn kann bei uns auch Schulpraktika, Famulaturen etc. machen. An den Krankenhäusern kann man auch KPP machen- allerdings alles nur im RAhmen freier Kapazitäten- da haben unsere eigenen Leute natürlich Vorrang.
WackenDoc
22.07.2010, 17:49
@all: Das Programm geht insgesamt über 2 Jahre- mit einer Vorstellung in unserem Haus zur Prüfung, ob die Indikation zur Teilnahme besteht, einen Termin zur Voruntersuchung, das 3- Wochen-Programm und danach noch regelmäßige Nachkontrolle beim Truppenarzt.
Da wir Sport auch im Dienst machen können (naja, nicht jeder, aber grundsätzlich ist das ein Teil) und es negative Konsequenzen haben kann ,wenn man bestimmte sportliche Leistungen nicht erbringt, ist die Motivation schon recht hoch.
Hab schon einige gesehen, die ihre körperliche Leistungsfähigkeit deutlcih steigern konnten- und dabei auch Gewicht verloren haben.
Weiss übrigens gar nicht warum manche sich hier so aufregen. Wenn ich sehe, was (auch in zivilen Häusern) so an Diabetikern, PAVK´lern, Hypertonikern, KHK-lern, Arthrose aufgrund von Übergewicht etc. liegen, betreibe ich lieber Primärprävention (manchmal ist es auch schon sekundäre)- das kommt am Ende billiger.
Klar wäre es wünschensewert, wenn es anders wäre- aber so sind die Menschen nun mal.Warum soll man dann nicht die unterstützen, die motiviert sind, was zu ändern.
(Sorry für den Doppelpost, wäre aber sonst wohl was unübersichtlich geworden)
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