Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Chronisches Räuspern
netfinder
20.08.2010, 09:31
Der Vitamin B12-Mangel entsteht bei Langzeittherapie mit PPIs und auch dann kommt es eher selten zu therapiebedürftigen Situationen.
Dabei kommt es wohl aufgrund der herabgesetzten Säureproduktion zu einer verminderten Proteolyse der Nahrungsbestandteile, und somit zu einer verminderten Freisetzng von Vit. B12.
Christian Sibbers
20.08.2010, 10:15
@Medimatze
Wir können hier nur spekulieren. Nebenhöhlen sind halt die häufigste Ursache solcher Beschwerden, soweit ich es weiss.
Es ist nur eine symptomatische Therapie und so unschädlich wie die meisten glauben sind die PPIs nicht. Die gibt es seit einigen Monaten sogar rezeptfrei. Wahrscheinlich als ein Beitrag zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen.PPIs werden teilweise sehr unkritisch eingesetzt, oft wird schlichtweg vergessen, sie wieder abzusetzen nachdem sie z.B. in der Situation eines stationären Aufenthalts indiziert waren. Aber bei der gastroösophagealen Refluxkrankheit sind sie definitiv indiziert, ggf. auch dauerhaft, das steht auch in den Leitlinien (http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/021-013.htm#kap3) zu dem Thema. Da überwiegen eben die langfristigen Vorteile den möglichen Nebenwirkungen.
Übrigens geht so ein PPI Versuch bei einer Symptomatik, wie sie hier geschildert meistens ins Leere.Findest Du? Laryngeale Beschwerden sind jetzt nicht sooo selten bei Refluxösophagitis, Rauchen befördert das zusätzlich und v.a. ist es im Gegensatz zu den meisten anderen Differentialdiagnosen halt ne häufige (!) Erkrankung und die ex-juvantibus-Diagnostik per PPI ist wenig invasiv und billig, von daher durchaus einen Versuch wert.
Medimatze
20.08.2010, 10:25
@Medimatze
Wir können hier nur spekulieren. Nebenhöhlen sind halt die häufigste Ursache solcher Beschwerden, soweit ich es weiss.
"Nebenhöhlen" ist ja keine Diagnose... soweit ich wiess
Christian Sibbers
20.08.2010, 10:39
Genauer: Sinubronchitis
Medimatze
20.08.2010, 10:42
Genauer: Sinubronchitis
Sinusitis oder Bronchitis. Bei einer Bronchitis würde ich dir ja noch Rech geben. Aber was hats mit der Sinusitis auf sich?!
Die Niere
20.08.2010, 11:07
Er will wahrscheinlich auf einen chronischen Sekretabfluss aus dem Nebenhöhlen bei Sinusitis hinaus.
Dürfte ich einige Diskussionsteilnehmer doch bitte sich hier bei nicht wie bockige Kinder aufzuführen sondern ihre Theorioen professionell darzustellen. Vielen Dank.
gruesse, die niere
Medimatze
20.08.2010, 11:16
Er will wahrscheinlich auf einen chronischen Sekretabfluss aus dem Nebenhöhlen bei Sinusitis hinaus.
Dürfte ich einige Diskussionsteilnehmer doch bitte sich hier bei nicht wie bockige Kinder aufzuführen sondern ihre Theorioen professionell darzustellen. Vielen Dank.
gruesse, die niere
Macht noch immer kein chronisches Räuspern. Alla ist auch egal. Denke es wurde alles gesagt...
Die Niere
20.08.2010, 11:20
Macht noch immer kein chronisches Räuspern. Alla ist auch egal. Denke es wurde alles gesagt...Der chronische Sekretabfluss aus den Nebenhöhlen in den Rachen macht durchaus ein chronisches Räuspern und ich könnte dir sogar den Namen eines Patienten nennen, bei dem genau das die Ätiologie ist.
Danke für den infantilen Abschluss der Diskussion ;-)
gruesse, die niere
Medimatze
20.08.2010, 12:02
Der chronische Sekretabfluss aus den Nebenhöhlen in den Rachen macht durchaus ein chronisches Räuspern und ich könnte dir sogar den Namen eines Patienten nennen, bei dem genau das die Ätiologie ist.
Danke für den infantilen Abschluss der Diskussion ;-)
gruesse, die niere
Wenn du sogar jmd. kennst bei dem es so ist -dann ist das die wahrscheinlichste Diagnose in unserem Fall.
Die Niere
20.08.2010, 12:11
Wenn du sogar jmd. kennst bei dem es so ist -dann ist das die wahrscheinlichste Diagnose in unserem Fall.Und auch das habe ich nicht behauptet, aber anscheinend möchtest du dieses infantile Niveau der Diskussionskultur aufrecht erhalten. Geniess deinen Tag!
Um auf die wirkliche Diskussion zurückzukommen: Ich halte einen probatorischen Versuch für durchaus sinnvoll, denn ehrlicherweise würde wir alle erstmal "probieren" bevor wir zum Arzt gehen, jedoch sollten solche Tipps in Foren immer mit äusserster Vorsicht gegeben und angenommen werden und schlussendlich braucht es einfach jemanden, der sich damit zumindest einigermassen auskennt.
gruesse, die niere
FirebirdUSA
20.08.2010, 13:23
PPIs bekommt keiner von mir, da ich in der Radiologie bin. Ich hab mich aber einfach mal bei unseren HNOlern schlau gemacht bevor ich mein erstes Post hier geschrieben habe.
1. Ja Reflux macht häufig die beschriebene Symptomatik
2. Bei Rauchern ist es häufig ein Reinke Ödem (welches meistens durch Rauchen + Reflux begünstigt ist).
3. Auch die chron. Sinusitis ist eine DD die vorkommt und nicht nur Niere kennt solche Patienten.
4. Natürlich würden wir alle erstmal selber PPIs schlucken und schauen ob es besser wird, wenn jemand aber noch nicht einmal weiß was PPIs sind halte ich es für fahrlässig wenn ich die Person nicht kenne und auch nicht gesehen habe das einfach zu empfehlen.
5. Ich denke nicht, dass es den meisten Patienten schadet PPIs für zwei Wochen zu nehmen.
Medimatze
20.08.2010, 14:25
Und auch das habe ich nicht behauptet, aber anscheinend möchtest du dieses infantile Niveau der Diskussionskultur aufrecht erhalten. Geniess deinen Tag!
Um auf die wirkliche Diskussion zurückzukommen: Ich halte einen probatorischen Versuch für durchaus sinnvoll, denn ehrlicherweise würde wir alle erstmal "probieren" bevor wir zum Arzt gehen, jedoch sollten solche Tipps in Foren immer mit äusserster Vorsicht gegeben und angenommen werden und schlussendlich braucht es einfach jemanden, der sich damit zumindest einigermassen auskennt.
gruesse, die niere
Ich denke dass ich zu Anfang erwähnt habe, was in einem solchen Fall zutun ist. Mittlerweile bewegen sich alle anderen Aussagen in diese Richtung. Infantil... Ich bin im Vergelich zumindest nicht beleidigend.
4. Natürlich würden wir alle erstmal selber PPIs schlucken und schauen ob es besser wird, wenn jemand aber noch nicht einmal weiß was PPIs sind halte ich es für fahrlässig wenn ich die Person nicht kenne und auch nicht gesehen habe das einfach zu empfehlen.
Fast keiner meiner Patienten kennt die Medikamente die ich ihnen verordne und ich mache das trotzdem. Um ein völlig harmloses Medikament für einen Zeitraum von 14 Tagen zu verordnen brauche ich niemanden zu kennen und auch niemanden sehen. Das ist auch so, wenn in der Nacht eine Schwester anruft "Hr. sowieso hat nen Druck von 200/100", "Fr. sowieso kann nicht schlafen", "Hr. dingsbums hat Kopfweh". Kenne ich auch nicht und sie kriegen trotzdem ihre Medis. Theorie und Praxis.
Christian Sibbers
20.08.2010, 14:33
"1. Ja Reflux macht häufig die beschriebene Symptomatik"
Daraus folgt aber nicht
"Die beschriebene Symptomatik ist häufig durch Reflux verursacht"
so rein von der Aussagenlogik her.
Flemingulus
20.08.2010, 16:57
Um nochmal zum Fall zurückzukommen ;-) und eine Systematisierung zu versuchen...
Mir scheint, dass die "Räuspererei" ziemlich monosymptomatisch daherkommt.
Der Fragesteller (der aber offenbar - no offense! - keinen allzu tiefgehenden medizinischen Background hat, siehe PPI) hat weder beim Stichwort Reflux noch beim Stichwort Sinusitis aufgemuckt und passende zusätzl. Beschwerden geliefert. Entweder mangels medizinischer Kenntnisse oder weil eben keine weiteren Beschwerden bestehen.
Es wäre aber letztlich doch noch mal konkret abzufragen:
Weitere Symptome:
- Heiserkeit?
- Globusgefühl?
- Schluckbeschwerden?
- Husten?
- obstruktive Beschwerden?
- Sinusitische Beschwerden?
- Sodbrennen?
zus. Anamnese:
- Alkoholkonsum?
- wie stark ist der Nikotinabusus?
- Allergische Vorgeschichte? Neurodermitis? Heuschnupfen? etc.
- Stimmliche Beanspruchung?
- OPs oder Verletzungen in dem Gebiet
- Stattgehabte Intubationen
(geh ich mal schwer von aus, dass zu den drei letzten Punkten entsprechende Angaben spontan gekommen wären ;-) )
Sonstiges:
- Leistungsknick etc.?
- Psych. Beanspruchung?
Medis:
- inhal. Glucocorticoide?
- NSAIDs?
- ACE-H./AT1-Blocker?
Wenn so gar kein Sodbrennen besteht, bin ich mir nicht sicher, ob PPIs wirklich ausreichend erfolgversprechend ist, um eine mehrwöchige diagnostische Verzögerung zu rechtfertigen.
Wäre denn, wenn ein chron. entzündl. Prozess auf Refluxbasis besteht, nach 2 Wochen schon ausreichend wahrscheinlich mit einer Symptombesserung zu rechnen?
Könnte ein Plazeboeffekt des PPI nicht eine subj. empfundene Symptombesserung vorgaukeln ohne dass das (womöglich anders gelagerte) Grundproblem behoben wurde?
Verdachts-Diagnosen/Ursachen in absteigender Wahrscheinlichkeit (Einspruch von anderer Seite?) wären (nur nochmal zur Wiederholung):
- Reflux
- Allergie
- Sinusitis/Polyposis etc.
- Tox. Schädigung (Nikotin, Alkohol)
- Mech. Überbeanspruchung
- Raumforderung (von Zyste, Stimmbandpolyp, über ein Lymphom bis zum Pharynx-CA)
- Medikamentös bedingt
Medimatze
20.08.2010, 18:59
Ja, Rauchen an 1. Stelle, dann wie du es schreibst.:-meinung
Die Niere
20.08.2010, 21:34
Um nochmal zum Fall zurückzukommen ;-) und eine Systematisierung zu versuchen... Vielen Dank für deinen ausführlichen Exkurs grosser Mann ;-).
Eine Anmerkung zum probatorischen PPI-Gebrauch ist mir noch eingefallen (auch wenn ich mit damit leicht widerspreche). Die Sensitivität der Hp-Diagnostik wird natürlich nach 14 Tagen PPI ziemlich nach unten gedrückt, deswegen sollte man dann vor einer Gastro mindestens 10 Tage Pause einlegen.
gruesse, die niere
Hippokrates2
20.08.2010, 21:56
Auf jeden Fall HNO-Arzt abklären lassen...laber , laber...ich denke an Ösophagus-Divertikel!
Die Niere
20.08.2010, 22:20
...ich denke an Ösophagus-Divertikel!Das würde auf meiner DD-Liste eher weiter hinten stehen, aber ich glaube was wirklich klar wird bei diesem Wust an Beiträgen und verschiedenen Meinungen, dass es schlussendlich ohne eine ärztliche Beratung inkl. Untersuchung nicht geht, dafür ist die Palette der DDs zu gross und das Wissen des Threaderstellern bzgl. med. Themen zu kleine.
gruesse, die niere
Um ein völlig harmloses Medikament für einen Zeitraum von 14 Tagen zu verordnen brauche ich niemanden zu kennen und auch niemanden sehen.
Medikamente, die völlig harmlos sind, sind ebenfalls völlig wirkungslos, und das trifft auf PPI eben nicht zu.
Und wenn Du aus Nichtwissen einem Patienten nach frischer PTCA mit doppelter Plättcheninhibierung ein PPI verschreibst, kannst Du dadurch innerhalb von 14 Tagen problemlos einen Stentverschluß provozieren.
Vielleicht solltest Du doch nochmal ein bisschen Pharmakologie wiederholen oder zumindest die Rote-Hand-Briefe mal lesen!
Und ich empfehle Dir dringend, bevor Du im Nachtdienst Medikamente verordnest, einen Blick in die Akte zu werfen oder zumindest Dir die Vordiagnosen von der Schwester am Telefon vorlesen zu lassen!
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