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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : UMFRAGE: Wer von Euch plant, Hausarzt zu werden und wer nicht?



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fmh12
20.08.2010, 17:45
Liebe Medizinstudenten,
ich bin Journalistikstudentin und recherchiere gerade für eine Studienarbeit an einem Artikel über Hausärztemangel. Dazu bräuchte ich unbedingt Eure Hilfe: Bitte macht möglichst zahlreich bei meiner Umfrage mit, damit ich ungefähr abschätzen kann, wie die Stimmung bei Medizinstudenten ist!

Wer von Euch hat vor, später Hausarzt in Deutschland zu werden? Ein einfaches Ja oder Nein reicht schon aus, wer noch Lust und Zeit für eine Begründung hat, sehr gerne:).

Vielen Dank fürs Mitmachen!

pottmed
20.08.2010, 17:47
Warum hast Du nicht einfach eine Umfrage angehängt ?

Ansonsten gilt für mich, NEIN ;-)

hennessy
20.08.2010, 17:54
Warum hast Du nicht einfach eine Umfrage angehängt ?

......

done.

hennessy, Moderator Medi-Learn Forum

DrSkywalker
20.08.2010, 18:26
Ich würde gerne Hausarzt werden, aber nicht unter den momentanen Bedingungen hier in Deutschland! Ich bekomme durch befreundete HÄ immer mal wieder Einblicke wie das so läuft und muss sagen:; darauf habe ich keine Lust.

Beispiele gefällig?

1. Man behandelt über Jahre hinweg immer ziemlich genau die gleiche Patientenzahl (sagen wir 1000 Patienten pro Quartal). Die Erkrankungen ändern sich nicht so dramatisch. Trotzdem schwankt der Umsatz (die Einnahmen aus der gesetzlichen Krankenversicherung) um bis zu 50 % innerhalb einiger Jahre. Man kann nicht planen und ist absolut von Politik und KVen etc. abhängig.

2. Landarzt wäre ich vielleicht auch gerne: großes Spektrum, man kann mangels Fachärzten vor Ort viel selbst machen und hat immer viel zu tun. Leider werden Ärzte bestraft, die mehr Patienten als der Durchschnitt behandeln. Je mehr Patienten man behandelt, desto weniger bekommt man pro PAtient, zahlt unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten ab einer gewissen Patientenzahl sogar drauf.

Außerdem ist die Arbeitsbelastung teilweise schon sehr hoch (Hausbesuche bis in den Abend, meist nicht mal vergütet).

Hättest du da Bock drauf? Habe ich da Bock drauf? Nein!

Alternative für mich wäre eine hausärztliche Privatpraxis o.ä.

Kackbratze
20.08.2010, 20:08
Ich persönlich weiss nicht, ob ein anonymes Internetforum als seriöse Quelle für eine Studienarbeit ausreicht.
Oder ist das die moderne Form von Journalismus? Google, Foren und "gut Glück"?

P.S. Weiss nicht! Fehlt übrigens oben bei den Möglichkeiten.

McBeal
20.08.2010, 20:15
Ich habe die Umfrage mal bearbeitet und noch "weiß ich noch nicht" angefügt sowie die Umfrage anonymisiert.

Ich selbt könnte (mache eine Weiterbildung in der Kinder- und Jugendmedizin) auch an der hausärztlichen Verorgung teilnehmen, glaube aber nicht, das da bei der Frage gemeint ist (Kinderärzte in Praxen gelten ja auch (z.T.) als Hausärzte.
Weiß aber auch nocht nicht, ob ich in die Praxis möchte oder in der Klinik bleibe.

LG
Ally

fmh12
21.08.2010, 21:01
@kackbratze:
Keine sorge, ich habe mir schon auch offizielle zahlen besorgt. mir gehts hier ja eher um die allgemeine stimmung und ich wollte wissen, ob die vermutungen der ämter auch wirklich zutreffen.

Also vielen Dank, dass ihr alle so fleißig mitmacht!

tortet
21.08.2010, 21:15
Eher nicht - und zwar weil ich mir aufgrund meines Alters keine Praxis ans Bein binden kann, die jahrzehntelang abbezahlt werden muss.
Ausserdem kann ich es mir schwer vorstellen an 7 Tagen in der Woche quasi 24h auf Abruf zu sein, weil in der Nacht Patienten an meiner Landarztpraxishaustür klingeln. Kann man sich als Arzt auf dem Lande in seinem Wohnort überhaupt frei bewegen? ;-)

Erstelle doch mal eine Umfrage, wieviele hier im Forum im Anschluss ins Ausland wollen :-).

Lumasa
21.08.2010, 23:16
@ tortet : naja also meine Hausärztin hat 1. eine gemeinschaftspraxis was schon mal mehr flexibilität mit freien tagen und hausbesuchen bedeutet und 2. hat die praxis an 2 oder ich glaub sogar an 3 tagen in der woche einfach zu und basta ;) ich glaub 24 h 7 tage die woche musst du nicht haben wenn dus klug anstellst ;)

zur umfrage: möcht trotzdem auch kein hausarzt werden aber eher weil ich mich lieber auf ein fachgebiet spezialisieren möchte und die patienten nicht nur zu anderen fachärzten weiterschicken möchte;)

Coxy-Baby
21.08.2010, 23:20
zur umfrage: möcht trotzdem auch kein hausarzt werden aber eher weil ich mich lieber auf ein fachgebiet spezialisieren möchte und die patienten nicht nur zu anderen fachärzten weiterschicken möchte;)


Ich habe gelesen Hausärzte können und müssen auch FÄ sein, für so Innere und auch viele tolle Dinge selbst und eigenständig behandeln, cool oder?

Narcanti
21.08.2010, 23:21
Kann man sich als Arzt auf dem Lande in seinem Wohnort überhaupt frei bewegen? ;-)


Nicht wirklich. Ich habe das Ganze aus "nächster Nähe" mitbekommen.
Patienten rufen IMMER an oder kommen sogar vorbei, egal ob Dienst oder nicht. Und V.I.P. im Dorf ist man sowieso. Ich kann's mir aus diesem Grunde auf dem Land nicht vorstellen, obwohl ich Allgemeinmedizin nicht uninteressant finde. Wenn es mal in diese Richtung gehen sollte, dann eher in einem Versorgungszentrum o.ä.

tortet
21.08.2010, 23:28
Habe ich mir schon gedacht - man sieht sie ja nie beim Einkaufen, Bäcker, Friseur ect.... :-)

Ist für mich schwer vorstellbar, so eine Art "Promistatus" im Dorf zu haben, vor allem, wenn Patienten die Privatsphäre bewußt mißachten.

@Lumasa: Auch, wenn die Praxis geschlossen ist, hat man ja trotzdem Hausbesuche zu fahren, Altenheime zu betreuen und sich um die Palliativfälle zu kümmern. Und dann der Aufwand für die liebe Bürokratie...

hennessy
22.08.2010, 11:41
Habe ich mir schon gedacht - man sieht sie ja nie beim Einkaufen, Bäcker, Friseur ect.... :-)

Ist für mich schwer vorstellbar, so eine Art "Promistatus" im Dorf zu haben, vor allem, wenn Patienten die Privatsphäre bewußt mißachten.

@Lumasa: Auch, wenn die Praxis geschlossen ist, hat man ja trotzdem Hausbesuche zu fahren, Altenheime zu betreuen und sich um die Palliativfälle zu kümmern. Und dann der Aufwand für die liebe Bürokratie...

es ist wie so oft: Es kommt darauf an, was man daraus macht.

Ich bin seit vielen Jahren der Einzige im Dorf. Und ich muss sagen: Ich genieße es. Der sogenannte "Promi-Status" kann auch zum Vorteil werden, wenn man sich den Respekt der Bevölkerung erarbeitet hat. Da wird nämlich zehnmal überlegt, ob man mich am WE stört. Lieber nehmen die Leute ein paar Schmerztabletten und schlagen dann eben am Montag in der Praxis auf. Dies berichtet mir auch der Kollege Humanmediziner. Hausbesuche kann meistens auch der ambulante Pflegedienst übernehmen und was dieser nicht erledigen kann oder darf, das führt der Diensthabende durch. Denn auch dies ist auf dem Land geregelt. Altenheime auf dem Land gibt es nur selten, die sind i.d.R. eher im städtischen Bereich angesiedelt.

Und der heilige Bürokratius steht nicht nur auf dem Land in jeder Ecke und verlangt seine Opfergabe von uns, sondern wahrscheinlich noch viel mehr in den Kliniken der Städte.

Nicht nur die kleinen Aufmerksamkeiten, die man von Seiten der Landbevölkerung erfährt (mal eine Gans zu Weihnachten oder selbstgebackener Kuchen etc.) zeigen mir, dass ich mich richtig entschieden habe, sondern auch die persönliche, gewachsene Verbindung, die ich zu fast allen meinen Patienten und deren Familie habe. Viele betreue ich inzwischen seit ihrer frühesten Kindheit und nun schon in der nächsten Generation. Damit besitze ich einen ganz anderen Bezug zu meinen Patienten, der mich natürlich andererseits auch bei jeder Behandlung neu fordert. Ich muss mich bei jeder Behandlung neu beweisen. Für mich jedenfalls bedeutend besser und auch interessanter als die Anonymität einer superspezialisierten Facharzt-Praxis oder Klinik.

Die weitgefächerte Breite der Behandlungsfälle machen für mich ebenso das Interessante an einer Landpraxis aus. Man sieht viel mehr den Mensch als Entität als in einer superspezialisierten Facharzt-Praxis oder Klinik, wo man sich nur beispielsweise mit Endokrinologie oder Herz-Chirurgie befasst und vom Patienten u.U. nur einen kleinen, abgedeckten Körperteil sieht. Oftmals nicht mal das, sondern wie z.B. in der Radiologie nur ein Bild des Patienten.

Noch ein Thema, das für mich gottseidank keines ist: Aufgrund der Tatsache, dass man auf dem Land relativ viele Fallzahlen pro Quartal hat, wird man in der Wirtschaftlichkeits-Prüfung weniger auffällig als viele Stadt-Praxen, die nur wenige "Scheine" pro Quartal abrechnen können und deshalb bezogen auf den Landesdurchschnitt in manchen Positionen gleich mal weit darüber liegen. Abzüge vorprogrammiert.

Summa summarum möchte ich feststellen, dass das Leben als Hausarzt / Landarzt genauso seine Reize haben kann. Es ist sicherlich nicht jedermanns Sache, aber es kann sich durchaus sowohl aus ärztlicher Sicht als auch was die Lebensqualität anbelangt lohnen.
Jeder nach seinen skills und Interessen eben.

tortet
22.08.2010, 12:37
Hmm - habe ich mich falsch ausgedrückt: der Hinweis auf Altenheime, Bürokram und Hausbesuche bezog sich mehr auf Lumasas Post, da eine geschlossene Praxis nicht automatisch bedeutet, dass der Arzt "Feierabend" hat.

hennessy
22.08.2010, 12:41
Hmm - habe ich mich falsch ausgedrückt: der Hinweis auf Altenheime, Bürokram und Hausbesuche bezog sich mehr auf Lumasas Post, da eine geschlossene Praxis nicht automatisch bedeutet, dass der Arzt "Feierabend" hat.

das stimmt auch in den meisten Fällen. Allerdings sehe ich dies ebenso in Kliniken und Facharzt-Praxen.

Annabell Lee
26.09.2010, 18:36
NEIN!!!!!!!!!!

yanmed
30.09.2010, 21:25
Ebenfalls überhaupt nicht.
Allgemeinmedizin ist nicht so meins.

CHALi
06.11.2010, 09:03
Nein, nur über meine Leiche.

Wir werden an unserer Uni jedes Semester in eine "Paten"-Hausarztpraxis geschickt und machen dort ein Praktikum. :-((

Ich bin einfach kein Freund der Inneren, kein Freund der älteren Damen, die ein gerne mal mit ihren Umschau-Werbungen in den Wahnsinntreiben... auch wenn ich es nett finde, dass man die Leute ewig kennt und der Hausarzt wirklich wichtig ist. :-)

Oft ist man eben nur der, der die Überweisung ausstellt... oder ein Rezept. Dazu knechtet man einfach von morgens bis abends, macht Hausbesuche und ist was das Budget anbelangt doch der A.... der Nation. :-keks

Mein Fall ist das nicht! Ab in die Klinik.. Ab in die Chirurgie :-love

GOMER
08.11.2010, 18:36
Selbst Folter würde mich nicht zur Primärversorgung bringen, dann noch eher McKinsey.

yanmed
13.11.2010, 10:42
jetzt werde ich ja schon dement :-blush