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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Organspende: Widerspruchsregelung angedacht



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airmaria
06.09.2010, 11:07
und wenn der geschäftsfähige mensch während seiner rechtsfähigkeit einen entsprechend rechtskräftigen vertrag auf grundlage der zu schaffenden rechtslage über die verwendung seiner organe posthum abschliesst, kann er sich gegen die machenschaften seiner verwandten schützen... zum überdenken ;-)
airmaria

Evil
06.09.2010, 11:17
Weil die Bereitschaft zur Spende kein medizinisches Kriterium ist. Ist echt nicht kompliziert. Und wenn du der Meinung bist, das Krankenhaus sei ein grundrechtsfreier Raum, ist das einfach Quark.
Re Gerechtigkeit: Was emotional wie Gerechtigkeit aussieht, ist nicht zwangsläufig auch ethisch. Auge um Auge, Zahn um Zahn? Ich glaub nicht. :-kotz
Sorry Keena, aber um mal ein Zitat von Dir aus einem anderen Thread zu bemühen: DAS ist bullshit!

Aus folgendem Grund: Du erklärst das Recht auf Behandlung (und Überleben) zu einem Grundrecht, wobei ich mit Dir erstmal übereinstimme.
Das Problem, welches Du dabei aber völlig ausblendest, ist nur, daß hier mehrere Patienten mit ihren Grundrechten kollidieren; wessen Grundrecht wird nun höher bewertet?
Anwort: keines. Deshalb brauchen wir Zusatzkriterien.

Dass das ein großes ethisches Problem darstellt, bestreite ich gar nicht, noch fordere ich, Spenderbereitschaft als Hauptkriterium einzuführen. Von daher kann ich mich nur wiederholen, mit Deinen Pauschalisierungen machst Du es Dir zu simpel. Wenn Du jetzt den Untergang der Demokratie und die Abschaffung der Grundrechte heraufbeschwörst, kann ich das ehrlich gesagt nur als demagogisches Geschwafel betrachten.

Nichtsdestotrotz: eine Form der Triage ist notwendig, dabei kann aber jede Lösung nur ein Kompromiß sein und nicht allen Anforderungen gerecht werden. Das ist jedem klar, der mit einer solchen Thematik wirklich konfrontiert wird und nicht nur theoretisch herumfabuliert.

Flemingulus
06.09.2010, 11:18
Zum zweiten Teil: Liebe airmaria

Btw ist airmaria nebenbefundlich ein Kerl und nach meinem unvollständigen Eindruck sogar ein ganz netter... was nichts daran ändert, dass dieser olle Provokateur manchmal furchtbar dummes Zeug in die Welt setzt. :-)) Danke liebe Krüppelkatze, dass Du da schonmal in die Breche gesprungen bist! :-)

Ich glaube beim derzeitigen Stand der Diskussion wäre vielleicht mal eine moderierend eingebastelte Abstimmung gar nicht unhilfreich, wer von uns Kombattanten im ersten Anlauf welche Regelung präferieren würde. :-)

Wenn ich das richtig sehe, stehen zur Auswahl:

- erweiterte Zustimmungsregelung (Angehörige können den Toten "überstimmen" EDIT... Kappes! Definition ist: Angehörige können (wenn keine Erklärung vorliegt) nach dem Tod des Spenders noch zustimmen)
- "einfache" Zustimmungsregelung
- Entscheidungsregelung (man muss bei Krankenkassenbeitritt/Antrag d. Personalausweis o. ä.) angeben ob man Spenden möchte oder nicht oder ob man sich nicht festlegen will)
- verschärfte Entscheidungsregelung (die Option "will mich nicht festlegen" fällt weg)
- erweiterte Widerspruchsregelung (Angehörige können noch Widerspruch leisten)
- "einfache" Widerspruchsregelung (wenn zu Lebzeiten nichts erklärt wurde, steht derjenige als Spender zur Verfügung)
- "israelisches Modell" (Spendewillige bekommen einen Bonus auf der Warteliste)

Ich glaube die Positionen von uns würden dadurch etwas klarer. Teilweise haben sich nämlich glaub ich auch Leute argumentativ in einander verbissen, die eigentlich durchaus für die selbe Variante eintreten. ;-)

Evil
06.09.2010, 11:36
Die Abstimmungsmöglichkeiten wären dann aber kompliziert, von daher sollte vielleicht jeder seinen Vorschlag hier nochmal posten.
Meine Präferenz wäre nämlich eine verschärfte Entscheidungsregelung, wo die "ich will mich nicht entscheiden"-Möglichkeit finanziell sanktioniert wird, aber nicht wegfällt. Darüberhinaus würde ich das israelische Modell integrieren.


Teilweise haben sich nämlich glaub ich auch Leute argumentativ in einander verbissen, die eigentlich durchaus für die selbe Variante eintreten. ;-)
Ich hab halt heut noch nicht viel gegessen, sorry :-))

Skalpella
06.09.2010, 12:10
Ich habe gerade über die Frage nachgedacht: Wie viele potentielle Spender pro Jahr gibt es überhaupt?
Ist die Frage, die wir diskutieren (also Zustimmung/Ablehnung/wer entscheidet) überhaupt der Grund für den Organmangel? Also gibt es irgendwelche Statistiken, die etwas darüber aussagen, wie viele potentielle Spender tatsächlich dadurch verloren gehen, dass die gesetzliche Regelung so ist, wie sie ist. Ich vermute nämlich, dass es so oder so einen Organmangel gäbe, aufgrund der beschränkten Anzahl der hirntoten Spender auf Intensivstationen.

Keenacat
06.09.2010, 13:19
Erweiterte Widerspruchsregelung. Ist glaub ich deutlich geworden. xD

Flemingulus
06.09.2010, 14:01
Die Abstimmungsmöglichkeiten wären dann aber kompliziert, von daher sollte vielleicht jeder seinen Vorschlag hier nochmal posten.

Mein Vorschlag wäre also eine Entscheidungsregelung: Verpflichtende Erklärung im Sinne von: ich will spenden - ich will nicht spenden - ich will mich nicht äußern.


----

Vielleicht nochmal Zahlen dazu:

Wenn man repräsentativ beumfragt sind ca. 66 % der Befragten einverstanden, nach dem Tod ein Organ zu spenden, ca. 20 % sind dagegen, der Rest weiß es nicht; demgegenüber haben nur 17 % der Bevölkerung einen Organspendeausweis. Wenn man mal konservativ kalkuliert, dürften bei einer verpflichtenden Umfrage (entsprechende unalarmistische und sachliche Presse-Äußerungen von Expertenseite (also von uns :-)) ) vorausgesetzt) bestimmt die Hälfte der 66 % Befürworter einer Organspende verbindlich zustimmen, womit die Zahl der potentiellen Spender annähernd zu verdoppeln wäre.

Angesichts von Skalpellas m. E. sehr berechtigtem Einwand, dass die Spendebereitschaft nicht unbedingt der einzig limitierende Faktor im Transplantionsgeschehen ist, wäre mit dieser Lösung wie ich finde eine durchaus ausreichende Verbesserung der Situation zu erreichen.

Ehemaliger User 05022011
06.09.2010, 14:10
Btw ist airmaria nebenbefundlich ein Kerl und nach meinem unvollständigen Eindruck sogar ein ganz netter...

bei ersterem irrst du glaube ich Flemingulus - mir hat sie mal erklärt, dass ein "Maria" in ihrem Namen ist (kein Armin)

Skalpella
06.09.2010, 14:23
Ich bin auch ganz sicher, dass Airmaria ein Kerl ist :-))

airmaria
06.09.2010, 14:31
Also gibt es irgendwelche Statistiken, die etwas darüber aussagen, wie viele potentielle Spender tatsächlich dadurch verloren gehen, dass die gesetzliche Regelung so ist, wie sie ist. Ich vermute nämlich, dass es so oder so einen Organmangel gäbe, aufgrund der beschränkten Anzahl der hirntoten Spender auf Intensivstationen.
der europäische vergleich zeigt eine deutlich geringere spenderanzahl in den ländern ohne widerspruchsregelung (quelle: Swisstransplant Genf, Organspende in der schweiz, C. Müller, D. Vernet, D. Moretti, S. Klinger, J.P. Vernet, © 2005 by Verlag Hans Huber, Hogrefe AG, Bern)
airmaria

Relaxometrie
06.09.2010, 14:39
bei ersterem irrst du glaube ich Flemingulus - mir hat sie mal erklärt, dass ein Maria in ihrem namen ist (kein armin)
1.
Da musst Du wohl noch ein bißchen Allgemeinbildung nachholen. Maria bedeutet nicht immer, daß der/die Namensträger/in weiblich ist.
2.
Anhand eines Forennamens kann man das Geschlecht des Benutzers nicht erkennen. Eigentlich eine Binsenweisheit.

Skalpella
06.09.2010, 14:41
Danke! Wie viele potentielle Spender nicht explantiert werden konnten, kann man wahrscheinlich nicht explorieren, da sie nicht gemeldet werden (müssen).

airmaria
06.09.2010, 14:47
mir hat sie mal erklärt, dass ein Maria in ihrem namen ist
[offtopic/on]
maria ist vorwiegend ein weiblicher vorname, wird aber insbesondere bei den katholiken auch als zusätzlicher männlicher vorname verwendet.

beispiele
rainer maria rilke
carl maria von weber
…

airmaria ist eine kombination aus meinem zweiten vornamen in verbindung mit einem beschreibenden kürzel, welches mir meine basketballkollegen seitens meiner flugkünste in anlehnung an einen der grössten dieser szene andichteten…
airmaria, männlich [offtopic/off]

Ehemaliger User 05022011
06.09.2010, 15:05
1.
Da musst Du wohl noch ein bißchen Allgemeinbildung nachholen.
Wär dir dankbar, wenn du mir noch ein paar Tipps geben könntest, was so alles zur Allgemeinbildung gehört ? ;-)

[offtopic/on]
airmaria, männlich [offtopic/off]
da hast du mich damals mit deinem Hinweis auf's Glatteis geführt bzw. ich hab es also falsch verstanden - nur gut, dass das jetzt geklärt ist - also doch, wie ich immer annahm männlich

Keenacat
06.09.2010, 15:09
Wär dir dankbar, wenn du mir noch ein paar Tipps geben könntest, was so alles zur Allgemeinbildung gehört ? ;-)

Warum schlittert eigentlich jeder Thread, den du beehrst, in OT ab?? :-??? Supernervig. Die Scheißdiskussionen über solchen Schwachsinn wie Rechtschreibung, Allgemeinbildung und den TON (zomg) mit dir ruinieren jedes gute Thema und die bis hierher echt brauchbare Unterhaltung hat sich grad verabschiedet - besten Dank.
:-kotz

Ehemaliger User 05022011
06.09.2010, 15:13
und die bis hierher echt brauchbare Unterhaltung hat sich grad verabschiedet

dann mach sie mit solchen :-kotz-Beiträgen doch nicht kaputt

MissGarfield83
06.09.2010, 15:33
BtT :

Also ich persönlich würde die einfache Wiederspruchsregelung preferieren - es obliegt jedem selbst ob er Spenden möchte oder nicht und wer es nicht tun möchte sollte vorher kurz über Organspende aufgeklärt werden und ihm dann die Möglichkeit gegeben werden das ganze nochmal zu überdenken bevor er es ausschließt.

Die israelische Lösung ist ethisch zwar fragwürdig - aber durchaus gerecht, denn jeder der freiwillig spenden würde zeigt damit seinen Beitrag zur Solidargemeinschaft - wer es nicht tut sollte von seinem nicht spenden wollen nicht auch noch profitieren. Aus ärztlicher Sicht ist es aber wie schon angesprochen durchaus fragwürdig - zumal wir ja verpflichtet sind das bestmögliche für unseren Patienten zu tun und ein Vorzug eines Patienten aus nicht medizinischen Gründen nicht in Frage kommt ( was im nichttransplantationsbereich der Medizin mit der Unterscheidung Privat oder Kassenpatient durchaus schon vorkommt )

hennessy
06.09.2010, 15:55
vielleicht wäre ein Anfang, dass sich nach einer vorausgehenden allgemeinen Informationskampagne JEDER Staatsbürger entscheiden MUSS! Diese Zwangsmaßnahme würde ich als vertretbar erachten, denn die Inhalte der Entscheidungen blieben ja nach wie vor frei. Schon alleine durch diese Maßnahme wäre eine deutliche Steigerung der Spendenbereitschaft denkbar. :-meinung

Flemingulus
06.09.2010, 16:02
Es ist immer hilfreich für eine Diskussion, wenn sie mit Zahlen unterlegt wird - deshalb Dankeschön an Airmairia für die Graphik... v. a. die Zahlen von Spanien machen nachdenklich.

Auf der anderen Seite wird, wenn man mal ein bisschen zum Thema Widerspruchs- versus Zustimmungsregelung googelt, immer das Beispiel Schweden genannt (Spenderate etwa auf deutschem Niveau), wo die Regelung im Laufe der letzten Jahre mehrfach geändert worden sei, ohne dass dies einen nachhaltigen Einfluss auf die Spendequote gehabt habe.

Wäre ja prinzipiell ein interessantes Argument - aber ich finde keine richtige Quelle, die das mal differenziert beleuchtet.

Ist das wirklich so? Und wenn ja - liegt das dann wirklich daran, dass die Art der Regelung doch gar keinen so großen Einfluss hat oder ist da irgendein spezifisch schwedischer Faktor dran "schuld"?

Ehemaliger User 05022011
06.09.2010, 16:15
Auf der anderen Seite wird, wenn man mal ein bisschen zum Thema Widerspruchs- versus Zustimmungsregelung googelt, immer das Beispiel Schweden genannt (Spenderate etwa auf deutschem Niveau), wo die Regelung im Laufe der letzten Jahre mehrfach geändert worden sei, ohne dass dies einen nachhaltigen Einfluss auf die Spendequote gehabt habe.

Wäre ja prinzipiell ein interessantes Argument

Naja aber dieses Hadern "bringt es was oder bringt es nichts ?" kann auch nicht die Lösung sein - ich denke man muss es einfach mal ausprobieren und wenn der eine Weg nicht zu mehr Spenderbereitschaft führt den nächsten beschreiten, wenn man nichts macht und nur über die schelchte Spendenbereitschaft klagt, dann ändert sich auf alle Fälle selbige nie