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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Regelstudienzeit in der Vorklinik überzogen - Wie geht man am Besten damit um?



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erdbeertoertchen
02.09.2010, 08:25
Um damit vielleicht mal endlich einen Schlussstrich unter die ganze Diskussion zu ziehen (die hier aber glaube ich im falschen thread gelandet ist), halten wir das doch einfach mal so fest; fügen aber noch hinzu, dass gute Noten natürlich insofern ein Vorteil sind, als ein fremder Mensch, bei dem man sich bewirbt einen ersten Eindruck von einem gewinnen kann. Ob dieser sich dann im Alltag bestätigt oder widerlegt wird, wird sich von Fall zu Fall zeigen.
schön, wie immer in das geschriebene hineininterpretiert wird, ich wollte keine Notendiskussion anfechten, schon gar nicht in diesem Thread, sondern der Threadstellerin zeigen, dass man auch als Arzt arbeiten, unabhängig davon, wie gut oder wie schlecht man in der Vorklinik war.
Einzig allein um dies ging es mir, nicht, mit welcher Note man die Vorklinik abschließt.

*Kathrin
02.09.2010, 13:16
Danke für eure Kommentare :-) .

Ich denke auch, dass die Vorklinik nicht viel über das Können aussagt, die Klinik vielleicht schon eher. Vorklinik ist und war immer für mich der Aussiebteil des Studiums, obwohl man ob und an in der Vorklinik auch wichtige Dinge lernen muss. Anatomie kann man nicht außer Acht lassen, Physio und Biochemie in manchen Dingen auch nicht, aber z.B. Physik und Chemie ist Humbug.

Wenn man die Vorklinik geschafft hat, geht es erst richtig los :-) .

Liebe Grüße,
*Kathrin

000000
03.09.2010, 06:25
Hi
Ich bin erstmals am 7. scheinfrei geworden und jetzt nach einem absichtlichen freisemester das physikum gemacht und gestern bestanden.lass dich von den "ich ich ich ich" idioten nicht entmutigen.ich kenne eine die im vorklinik in 2 stelligen breich lag, jetzt ist die im letzten jahr und geht dann in PJ. jeder mensch ist anders , jeder hat sein eigene lebensbedingungen.
langsam sieht es hier wie anonynomenalkohlikertreffen aus "hallo ich bin im x. und noch vorklinik" ;P . habe humor mit der sache,sei stolz drauf, was du bis jetzt geschaft hast, scheu dich nicht vom semesterzahl, es ist nichts peinliches oder böses , das hab ich in jeder gelegenheit mit stolz erwähnt und noch was falls sowas dich stört,das steht einem nicht auf dem stirn geschrieben. der sigmund freud brauchte damals das doppelte damit er sein studium beendet (8jahrn statt 4) -ich mag ihn nicht-.alles hat seine zeit, sogar auf einem baum reifen alle früchte nicht gleichzeitig aus.

Ehemaliger User 05022011
03.09.2010, 07:48
[QUOTE=*Kathrin;941632] Vorklinik ist und war immer für mich der Aussiebteil des Studiums, /QUOTE]

wenn man beachtet wie gering die Quote derjenigen ist, die das Studium nicht beenden ( auch im Vergleich zu anderen Studienfächern) dann erkennt man, dass das wirklich nicht so ist

*Kathrin
04.09.2010, 15:05
@ Khiri: Ist meine Meinung, die müssen wir aber nicht teilen.
Jeder macht seine eigenen Erfahrungen und man muss sich diese von anderen nicht aufschwatzen lassen.

hennessy
04.09.2010, 15:23
gibts da nicht sogar irgendwelche Studien? Ich kann mich täuschen, aber mir war so, dass in der Vorklinik deutlich mehr Nichtbesteher zu finden sind als in der Klinik. Klärt mich bitte auf, wenn dem nicht so ist.

Tanita
04.09.2010, 15:59
gibts da nicht sogar irgendwelche Studien? Ich kann mich täuschen, aber mir war so, dass in der Vorklinik deutlich mehr Nichtbesteher zu finden sind als in der Klinik. Klärt mich bitte auf, wenn dem nicht so ist.

Von Studien weiß ich nix, aber nur so vom Hörensagen hab ich das Gefühl, dass insgesamt nicht mehr so viele irgendwas nachschreiben müssen. Oder den gefürchteten 3. Versuch angehen müssen.

ABER: Ich hab auch so den Eindruck, dass (auf jeden Fall bei uns im Semester) viel mehr von vorneherein manche Prüfungen gar nicht mitschreiben und sich wieder abmelden, weil sie auf jeden Fall ne gute Note wollen und meinen, das ginge nicht, wenn sie auf 3-5 Klausuren gleichzeitig lernen.

Allerdings halt ich das System für ein wenig fragwürdig, denn wer sich bei uns abmeldet, geht ja nicht in die Nachklausur sondern zum nächsten regulären Termin und hat ja dann auch wieder weitere reguläre Klausuren an der Backe...also da sammelt sich ja auch ganz schön was an...aber naja, egal, war ja nicht das Thema^^

Kajsa
06.09.2010, 13:42
Mediziner sind, glaube ich, die einzigen Studierenden, die rumheulen, wenn sie die Regelstudienzeit überziehen. In anderen Studiengängen (gerade da, wo man zwei Fächer kombinieren muss), ist das vollkommen normal und interessiert niemanden - solange es natürlich nicht massiv zu viele Semester sind.

utt80
07.09.2010, 15:54
Also ich denke schon, dass die Vorklinik zum "Aussieben" da ist, auch wenn ich keine Studien dazu kenne! Und ich stimme zu: Nur (wir) Mediziner "schämen" und dafür wenn wir länger brauchen und das bestimmt auch, weil es einfach soviele Leute gibt, die einem in diesem Studium leider das Gefühl geben, dass man nicht gleichwertig ist oder es sogar nicht verdient hat Arzt zu werden wenn man mal länger braucht! Aber ich kann nur sagen: Wir schaffen das! Auch wenn es länger dauern sollte!!! Habe mittlweile ein (in der Hinsicht) recht dickes Fell bekommen! Jedem gönne ich ein reibungsloses Vorankommen, aber wenn das nicht klappt, dann eben nicht, deswegen ist man nicht dumm! :-) Nur weil es "Medizin" ist heißt das noch lange nicht, dass es in dem Fach ein Verbrechen ist länger zu brauchen, zumindest nicht mehr oder minder als in anderen Studiengängen auch!

Alephbet
08.09.2010, 14:17
Hallo,

ich bin jetzt auch im 8. Semester und habe gerade Physikum gemacht. Bei mir war es so, daß ich nach dem 4. Semester noch wegen meiner Arbeit einen Teil des Pflegepraktikums hinterherschieben mußte und dann auch wieder ganztags arbeiten mußte. Ich mußte jetzt also nach ca. 2 Jahren Pause wieder anfangen und hatte auch Panik, daß nichts klappt, und ich fand für die Vorbereitung die Skripte mit Medilearn super: Ich habs erst mit anderen Büchern probiert - neben der Arbeit - und hatte überhaupt keine Lust zu lesen. Aber die Skripte sind wirklich motivierend und sollten fürs Schriftliche auch reichen. Früh genug damit anfangen, damit man sie mehrmals durcharbeiten kann. (man kann sie ja von jemandem kopieren und nicht unbedingt alle kaufen, weil sie wirklich teuer sind). Und parallel kreuzen. Ich bin so vorgegangen, daß ich ein Skript durchgearbeitet habe, dann das entsprechende Fach in der schwarzen Reihe/CD gekreuzt und das Skript entsprechend ergänzt habe (um das Faktenwissen, das mir zur Beantwortung der ein oder anderen Frage fehlte, z.T. um Zeichnungen in der schwarzen Reihe). Beim Lernen bin ich so vorgegangen, daß ich mir nach Lektüre eines Abschnitts diesen erzählt habe. Außerdem habe ich noch viel markiert, was die Wiederholung vereinfacht. Ich habe also im ersten Durchgang jedes Skript urchgearbeitet und die schwarze Reihe komplett gekreuzt; vor allem bei Psycho fand ich es sinnvoll, frühzeitig anzufangen, da man sich besonders hier ersteinmal an die Anwendung des Faktenwissens auf die Fragen gewöhnen muß, dafür kann man das hinterher dann auch im Schlaf (und es ist nicht so viel zu lernen).
Und im zweiten Durchgang dann wiederholt (in dem letzten Monat): Dabei bin ich so vorgegangen, daß ich z.B. an Tag 1 Skript 1 von Biochemie wiederholt habe, Tag 2 Skript 2, Tag 3 Skript 3 und nochmal Skript 1 (was ich, da ja kurz vorher wiederholt, schneller durchnehmen konnte) usw. Und zwischendurch immer auch mal auf freie Tage achten (zwei pro Woche fand ich gut) und sich nicht fertig machen, wenn man mal weniger Stunden geschafft hat (die kann man dann ja auch immer noch teilweise an einem der beiden eigentlich freien Tage nachholen, so daß man netto immernoch auf einen freien Tag pro Woche kommt). An den letzten Tagen vor der Prüfung habe ich dann aktuelle Examina gekreuzt + immer nochmal 1-2 Skripte wiederholt, allerdings nicht im "Pürfungsmodus" auf der CD, weil mich das panisch gemacht hat: Einfach drauf los gekreuzt und anschließend geschaut, wie lange ich gebraucht habe. Wenn ich merkte, ich werde bei einer Frage zu nervös, habe ich sie einfach übergangen (im "echten"Physikum kann man die ja, wenn man einmal durch ist, nochmal ansehen), und das ist auch gar nicht schlimm, ich habe so trotzdem gut gekreuzt. Vor dem ersten Tag habe ich nur Physio und Biochemie gekreuzt + von den aktuellsten Fragen, wichtige Fakten nochmal extra notiert, die ich wieder vergessen hatte. (Zu Physik und Chemie habe ich nur noch mal die Skriptunterstreichungen überflogen, aber nicht mehr gekreuzt.) Und nach dem ersten Prüfungstag das gleiche nochmal für Ana und Biologie (minimal Psycho).
Für das Physikum selbst fand ich auch wichtig: Wenn man nach den ersten Fragen plötzlich einen Black out hat, ist nichts verloren. War bei mir ansatzweise so. Ich habe die Frage, an der ich hing, übersprungen. Heft zu, durchgeatmet, nächste Frage genommen und die problematische auf dem Bogen markiert. Bei ein paar anderen genauso. Am Ende, als ich alles gekreuzt (und auch sofort nach jeder Frage auf den Prüfungsbogen übertragen) hatte, war ich schon wieder etwas ruhiger und plötzlich lösten sich die anfänglichen Probleme bei diesen Fragen auch in Luft auf. Und mir hat es auch geholfen - obwohl oft davon abgeraten wird - anschließend alle Fragen nochmal durchzugehen; da habe ich nämlich einige wenige gefunden, bei denen ich mich verlesen hatte, und hatte auch was falsch übertragen.
Laßt Euch also nicht entmutigen, das ist schon zu schaffen!! Toi, toi toi!
(Für die mündliche sah die Vorbereitung übrigens wieder etwas anders aus; die ist an unserer Uni sehr von den Prüfern abhängig (Vorlesungen, Seminarreferate usw.))

Viele Grüße
Alephbet

Ehemaliger User 05022011
08.09.2010, 14:36
@Alephbet - na dann ganz herzlichen Glückwunsch zum bestandenen Physikum - ist schon ne tolle Leistung, dass du das jetzt nach einer so langen Pause angegangen bist und es so gut gemeistert hast :-top

Alephbet
11.09.2010, 06:52
Danke :-)

Hamburgermädchen
12.09.2010, 21:04
ich fang zwar bald erst an, aber finde euch jetzt schon heldenhaft! ich drück euch die daumen für die zukunft, ihr habt den willen und schafft das auch!!!!! :)
:-dafür

londoncalling
13.09.2010, 09:38
Vielleicht kann ich mit meiner Geschichte auch dem ein oder anderen Mut machen:

Ich bin nun 29, das kommende WS ist mein 7. Semester und ich habe gerade mein Physikum gemacht und aller Wahrscheinlichkeit nach bestanden (mündlich auf jeden Fall, schriftlich lt. medilearn knapp):

Nach langjähriger Tätigkeit im Rettungsdienst, 2 abgebrochenen Studiengängen und div. Ausbildungen hier und im Ausland, habe ich so gesehen das Ende der Fahnenstange erreicht, sprich: das Medizinstudium war die einzige sinnvolle Fortsetzung meines beruflichen Werdeganges.
Da ich ein ziemlich mieses Abi habe und durch die anderen Studiengänge Wartezeit verloren habe, begann ich erst mit 26 das Studium und habe mir als Ziel gesetzt: Wenn Du schon so spät anfängst, dann studiere eben so schnell es geht.

Zwischen dem 2. und 3. Semester starb mein Vater, einfach so, von hier auf jetzt.
Bis dahin musste ich in gerade mal einem Fach in eine Nachklausur (3 Wochen danach) und ebenso 3 Wochen danach war mein Anatomie-Eingangstestat.

Zunächst wurde ich richtig krank, der Stress setzte mir zu und 2 Wochen nach seinem Tod lag ich mit Fieber im Bett, die Klausur konnte ich nicht mitschreiben, das Eingangstestat lief mehr schlecht als recht und es hat knapp gereicht.

Nun hatte ich den Anatomiekurs, eine Biochemieklausur und viele Dinge im Privaten, von denen ich bisher nur wußte, dass es sie gibt vor mir (Einzelkind, Mutter selbständig, Buchhaltung, Behördengänge, etc. etc.).

Anatomie schaffte ich bis zum 3. Testat, dies bedeutete: Testate und Klausur im 4. Semester nachholen, zusammen mit Physiologie-Kurzklausuren, Physiologieklausur und Anatomieklausur, und natürlich noch mein Nebenfach.

Zu allem Überfluss bin ich auch noch zwei mal in der Biochemieklausur durchgefallen und dann war mein 4. Semester perfekt:
Biochemie, Physiologie, Anatomie, Nebenfach

Erfolge: Anatomie und Nebenfach
Immer noch vor mir: der ganze Rest

Ich dachte mir, dass das einfach nicht zu schaffen ist, und mein Vorhaben, das Studium in Regelstudienzeit hinter mich zu bringen war dahin.

Physiologie und Biochemie bescherten mir zwei zusätzliche Semester bis ich alle Scheine beisammen hatte.

Das war aber nicht das Schlimmste:

Viel gravierender waren andere viel subtilere Aspekte.
Ich hatte schon so manche Prüfung mit Ruhe und Gelassenheit hinter mich gebracht, war selbst regelmäßig Dozent und habe durch meinen Beruf schon viele Situationen erlebt, in denen es wirklich mehr als nur um die Wurst ging.
Und alles lief weitestgehend erfolgreich, wie gesagt, mit Ruhe und Gelassenheit.

Durch die Erlebnisse im 3. Semester war dies alles verpufft.
Ich entwickelte eine massive Prüfungsangst, Panik, Depression. Es wollte einfach nicht mehr funktionieren. Die Decke fiel mir auf den Kopf, es gab einfach keine Befriedigung mehr, kein wirkliches Erfolgserlebnis.

Bevor ich abschweife: Es war wirklich nicht gut.

Seit meinem mündlichen Physikum scheint dieser Knoten geplatzt zu sein. Davor war ich zwar mit den Nerven am Ende, wie vorher so gut wie noch nie, aber es lief erstaunlich gut.

Ohne jetzt den kompletten Thread verfolgt zu haben, möchte ich einfach denjenigen, die noch mitlesen, folgendes mit auf den Weg geben:

Gerade in diesem Studium wird so viel Angst und Schrecken verbreitet, wie sonst wohl nirgends, die Stoffmenge und die Leistungsanforderungen sind kaum überschaubar.

Aber das weiß jeder, nämlich auch die, die so tun, als würden sie alles mit links schaffen. Und die Professoren und Prüfer wissen das auch. Ich habe durch Freunde, auch die, die "alles mit links schafften" und auch durch meine Professoren extrem viel Unterstützung erfahren. Wenn man sich dahingehend öffnet und sich in aller Ruhe mit ihnen unterhält, erhält man sogar von denen, die sonst als so "streng und hart" gelten viele unterstützende Worte.

Und alle sind sich einig: Es ist egal.
Egal ob Regelstudienzeit, oder Regelstudienzeit plus 2, 3 oder 4 Semester, egal ob Studienabschluss mit 26 oder 34.

Außerdem ist man nicht alleine. Da sind ja noch andere, die es nicht in 4 Semestern schaffen, nur weiß man meist nicht warum. Von seinen eigenen Problemen kennt man meist 100%, von denen der anderen weit weniger, aber seine Geschichte hat jeder, und somit auch seine Gründe.

Daher möchte ich denen raten, die ebenso an sich selbst zweifeln:
Macht Euch keinen Druck und steht Euch nicht selbst im Weg. Das ist das größte Problem. Zu schaffen ist alles, und es ist ziemlich egal wann ihr das schafft.

Natürlich ist es nicht komplett egal, aber alles lässt sich irgendwie klären, ob es nun Nachteile bringt oder nicht, sei aber mal dahin gestellt (ich bin mir sicher, diese Nachteile und Probleme relativieren sich, wenn man in 3-4 Jahren darauf zurückschaut. Ich denke jetzt z.B. an Studienfinanzierung etc.).
Ich habe gelernt, dass es Dinge gibt, die man nie wieder ändern kann. Und nichts in diesem Studium kann so schlimm sein, wie dieses Erlebnis vor genau 2 Jahren.
Umso trauriger ist es, dass ich dadurch erst gelernt habe -und das hat 2 Jahre gedauert-, dass der Druck, den man sich selbst macht, das Schlimmste dabei ist.
Wenn es in einem Fach nicht gut läuft, holt Euch Hilfe, aber macht Euch bloß keinen unnötigen Druck, der einfach überflüssig und mehr als kontraproduktiv ist.

Grüße, Michael

bik15
13.09.2010, 12:34
Danke! Danke für deinen Bericht, wünsch Dir alles Beste und Gute!:-)