Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was haben Humanmediziner eigentlich gegen Zahnmediziner?
Spydaman
27.09.2010, 19:33
Hm. D. h. wenn die nichtzahnärztlichen Kollegen ihre Facharztausbildung bestreiten, hat der Zahni schon ausgelernt?
Nein, ausgelernt hat man nie im Leben und wer das behauptet hat wohl etwas zuviel Selbstbewusstsein abbekommen.
Warum es zwei Studiengänge gibt liegt doch eigentlich auf der Hand, es sollte sogar meiner Meinung nach noch mehr getrennt werden. Alles was ich z.B. in Biochemie gelernt habe brauche ich im Praxisleben nicht, ich hatte schon fast alles nach dem Physikum vergessen, jetzt sowieso, es gibt keinen Nutzen für dieses Wissen... argumentiert wird ja immer, dass es eben eine medizinische Ausbildung ist und dass das eben dazugehört. Okay, muss man so akzeptieren, genau wie die Dermatologie, HNO, histologische Pathologie etc. in der Klinik... ist halt so.
Umgekehrt wäre es noch schlimmer, wenn die Humanmediziner alles über Mund-Kiefer und Zähne lernen müssten... ich meine wir machen ja 5 Semester fast nichts anderes, auch wenn man es vielleicht nicht so denkt, es gibt wirklich ziemlich viel zu lernen in diesem Fach und was soll jemand, der gern Kardiologe werden möchte so einen Quatsch lernen. Genauso- was soll jemand der Zahnarzt werden möchte, Gynäkologie lernen...
Und es ist eben schon sinnvoll, dass die ersten Behandlungen unter Aufsicht von approbierten Zahnärzten geführt werden, denn man kann da schon ne Menge "*******" bauen... ist als Chirurg ja nicht anders, da macht man ja auch nicht ne Laparoskopie oder ne Leberteilresektion einfach mal direkt alleine, sondern assistiert erstmal ne Weile und tastet sich Schritt für Schritt heran. Warum der praktische Teil der Zahnis nun ins Studium gelegt ist und bei den Medizinern in die Post-Studienzeit, weiß ich auch nicht. Vielleicht wäre sonst das Zahnmedizinstudium zu kurz und zu einfach? :-D
zahnteufel
27.09.2010, 19:58
Hm. D. h. wenn die nichtzahnärztlichen Kollegen ihre Facharztausbildung bestreiten, hat der Zahni schon ausgelernt?
Nein, sicherlich nicht. Die fachärztliche Spezialisierung bzw. das Setzen von Tätigkeitsschwerpunkten ist bei Zahnärzten genauso wichtig wie bei Ärzten. Ob man jetzt Oralchirurg, Kieferorthopäde, Parodontologe oder Mund-Kiefer-Gesichtschirurg wird - weiter- bzw fortbilden muss man sich immer.
Trotzdem sollte jeder Zahnarzt auch Allgemeinzahnarzt bleiben und dazu in der Lage sein, die grundlegende Diagnostik und Therapie auszuführen. Das ist ja bei den Ärzten anders, Stichwort: Fachidiot. Kein Dermatologe wird wohl in der Lage sein, einen Herzkatheter zu legen.
Autolyse
27.09.2010, 21:42
[...]
z.B. die fiese Geheimprache in die Mediziner (wahrscheinlich Humanis sowie Zahnis gleichermaßen) in Grüppchen immer verfallen und die andere dann nicht verstehen... *gg*
Schluss daraus:
- Mediziner wollen sich durch ihr Wissen profilieren, immer und überall...sind also voll arrogant
[...]
Dann sind Augenärzte aber die arrogantesten, denn deren Fachchinesisch versteht doch ohne Übersetzung kein Mensch... ;-)
Annabell Lee
27.09.2010, 21:48
Wo hast du denn das aufgeschnappt? Ich habe ein paar gute Freunde, die Zahnmediziner sind, und mir nie wirklich Gedanken gemacht was sie studieren, und sie bei mir auch nicht. Es gibt halt wahrscheinlich immer so komische Allgemeinposten wie "Internisten hassen Chirurgen" und so Dinge in der Richtung, aber mit Realität hat das wenig zu tun.
Was ich allerdings sehr wohl hasse sind Termine beim Zahnarzt. Das versuche ich immer so lang aufzuschieben wie es geht. Ich hasse es, wenn man mir an den Zähnen rumschabt und rumbohrt...
netfinder
27.09.2010, 22:16
Ned, wenn die Zahnaerztin wenigstens gut ausschaut...
Flemingulus
27.09.2010, 22:20
Also ganz ein steiler Augenzahn!
Trotzdem sollte jeder Zahnarzt auch Allgemeinzahnarzt bleiben und dazu in der Lage sein, die grundlegende Diagnostik und Therapie auszuführen. Das ist ja bei den Ärzten anders, Stichwort: Fachidiot. Kein Dermatologe wird wohl in der Lage sein, einen Herzkatheter zu legen.Ein Herzkatheter ist aber jetzt schon sehr spezielle Diagnostik, grundlegende Diagnostik in der Humanmedizin ist Stethoskop aufsetzen, Laborwerte verstehen, etc.
Ein Paradontologe (wußte gar nicht, dass es sowas gibt) wird ja wohl auch keine Zahnspangen anpassen können.
Flemingulus
27.09.2010, 22:55
Mönno! Jetzt hatte ichs nach Zahnteufelchens Erklärung grad kapiert und da machst Du's wieder kompliziert!
zahnteufel
28.09.2010, 00:21
Ein Herzkatheter ist aber jetzt schon sehr spezielle Diagnostik, grundlegende Diagnostik in der Humanmedizin ist Stethoskop aufsetzen, Laborwerte verstehen, etc.
Ein Paradontologe (wußte gar nicht, dass es sowas gibt) wird ja wohl auch keine Zahnspangen anpassen können.
Kieferorthopädie, spezielle Chirurgie (Oralchirurgie) und Parodontologie sind essentielle Bestandteile des Zahnmedizinstudiums. Klar muss das jeder Zahnarzt können; nur gibt es natürlich auch in der Zahnmedizin diverse Spezialisten und Fachzahnärzte, die sowas perfekt beherrschen und nicht nur "eben mal so".
netfinder
28.09.2010, 00:29
Dir geht leider jedwedes Gefühl für Humor ab. Du verwechselst Humor mit Spott und Sarkasmus. Schwerer Fehler.
jetzt passt peinlich leider nicht mehr, also gehe ich mal mit lächerlich...
zahnteufel
28.09.2010, 07:59
jetzt passt peinlich leider nicht mehr, also gehe ich mal mit lächerlich...
Krieg dich mal langsam wieder ein.
Ich hatte mich einzig und allein über deine pauschalisierende Betrachtungsweise des zahnärztlichen Berufsstandes geärgert. Da muss man nicht gleich mit "peinlich" und "humorlos" kommen. Ich poste auch nicht Dinge wie "Jeder zweite Arzt ist doch sowieso ein Scharlatan, der seine Patienten im 5-Minuten-Takt ausbeutet und nur an deren Geld interessiert ist."
Kleine Info für dich: Leute, die zu allem und jedem eine Meinung haben, aber sich selbst für unantastbar halten, nehme ich eh nicht allzu ernst. Also schön die Bälle flach halten.
*Kathrin
28.09.2010, 09:18
Wenn ich solche Diskussionen lese, dann frage ich mich immer, warum manche Leute so viel Spaß daran haben, ständig Stunk wegen jeder Kleinigkeit zu machen, sei es die Noten im Physikum oder auch so ein Thema. Ich finde das total unnötig.
Man kann die beiden Studiengänge gar nicht miteinander vergleichen, vielleicht sind ein paar Dinge in der Vorklinik ähnlich, manche aber wiederrum nicht. Während das Humanmedizinstudium sehr theoretisch ist, ist das Zahnmedizinstudium sehr praktisch aufgebaut und ja, das Zahnmedizinstudium orientiert sich als eine Art Facharztausbildung kombiniert mit Studium, so drückte es jedenfalls meine Zahnärztin aus. Während man in Humanmedizinstudium alle Fächer durchkaut, beschränkt man sich im Zahnmedizinstudium schon auf ein Gebiet und das ist nicht schlecht. Das wäre genauso wie wenn man Orthopädie oder Chirurgie seperat studieren könnte, nur ist die Zahnmedizin um einiges vielfältiger. Um es bleibt einem die ewig lange Facharztausbildung erspart.
Zahnärzte sind auch Ärzte und zum Teil wirklich sehr gute Ärzte. Ich fühle mich jedenfalls sehr wohl bei meiner Zahnärztin und sie hat wirklich ein sehr gutes Wissen.
Man kann die beiden Studiengänge nicht miteinander vergleichen und auch nicht alle über einen Kamm scheren. Es gibt nervige und arrogante Humanis, aber auch solche Zahnis. Dafür gibt es auch nette Humanis und nette Zahnis und ich muss sagen, dass ich mich immer wieder freue, nette Zahnis kennen zu lernen, weil man sich etwas austauschen kann, neue Dinge erfahren kann und in deren Studium und Arbeit etwas Einblick erhält. Das kann sehr sehr schön sein :-) .
Man sollte niemanden da als Konkurrenz sehen oder als "schlechtere Ärzte" und so einen Blödsinn, sondern als Bereicherung und sich freuen, wenn man Leute aus dem anderen Studienfach kennenlernt, denn es ist auch eine gelungene Abwechslung meiner Meinung nach :-) .
zahnteufel
28.09.2010, 13:14
@ *Kathrin, dem ist nichts hinzuzufügen.
Danke.
Ich würde es so ausdrücken: Die beiden Studiengänge unterscheiden sich deutlich, das allgemeinmedizinische Wissen auch. In der beruflichen Realität minimieren sich die Unterschiede dann aber meines Erachtens praktisch und da kann man den Zahnarzt tatsächlich einfach als normales ärztliches Teilgebiet betrachten, wie etwa Augenmedizin, etc.
Das beste Beispiel hier ist für mich der Oralchirurg: Im Gegensatz zum auch allgemeinmedizinischen MKG nur zahnärztlich ausgebildet, machen sie in ihren Praxen zwar nicht komplett, aber doch zu einem guten Teil exakt das gleiche wie die MKG-Kollegen.
Es ist letztlich Haarspalterei und nur ein Jonglieren mit Begriffen. Leute die Humanmedizin studieren, sind Humanmediziner. Leute die Zahnmedizin studieren, Zahnmediziner. Ganz formal und wertungsfrei gesprochen. Ändert nichts daran, dass sich die beiden Disziplinen natürlich von der Idee her durchaus ähnlich sind und man den Zahnmediziner, gerade wenn er bspw. in Oralchirugie spezialisiert ist, durchaus als normalen Facharzt betrachten kann.
Und wer mal echte Zahnschmerzen hatte oder sonst irgendwie an Problemen im Mundbereich gelitten hat, wird nicht mehr behaupten, dass es eine Larifari-Disziplin ist, die vor allem ästhetischen Zwecken dient. Genauso oder noch mehr könnte man dann ja einen Hautarzt infrage stellen, der sich das Gros seines Verdienstes mit der Behandlung von irgendwelchen Hautunschönheiten verdient.
netfinder
28.09.2010, 15:43
... geloescht.
*Kathrin
04.10.2010, 11:42
@ *Kathrin, dem ist nichts hinzuzufügen.
Danke.
Bitte schön :-) .
Ich könnte den Job einfach nicht machen, immer diese Zähne *schudder* und 70% der Patienten haben Angst vor einem (okay, der Teil stört mich weniger :-)) ), ich hab's einfach nicht so mit den Zähnen :-oopss.
zahnteufel
09.10.2010, 19:08
Es gibt doch auch bei den Humanmedizinern Bereiche, die - gelinde gesagt - nicht so appetitlich sind. Man denke nur an Fächer wie Dermatologie (Ulcera, Mykosen, ekliger geht's eigentlich nicht mehr), Urologie, Gynäkologie oder "Metzger-Gebiete" wie Unfallchirurgie etc. pp.
Da bleibe ich doch lieber bei den Zähnen; und Zahnarztphobien kann ich auch überhaupt nicht nachvollziehen. Was ist schlimmer: Eine professionelle Zahnreinigung oder auf dem Gyn-Stuhl hocken und eine Hand in der *peep* zu haben? :-oopss
Zahnreinigung, vorallem wenn man a bissl mehr Zahnstein hat.
Beim Gyn blute ich i.d.R. nicht!:-oopss
zahnteufel
10.10.2010, 11:08
Lol, wer sich vor Blut, Speichel, Urin oder anderen Körpersekreten ekelt, hat in der Medizin bzw. Zahnmedizin aber mal überhaupt NICHTS verloren. Sorry, meine Meinung. Mediziner sind nunmal keine Schreibtischtäter, sondern haben es immer mit dem Objekt Mensch zu tun.
Und der kann bluten, sabbern, stinken, anderweitig auslaufen, verpilzt sein, etc. pp. ;-)
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