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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ist das Medizinstudium das Wert?- Buchempfehlung Entlassungsbriefe schreiben-



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Kackbratze
02.10.2010, 14:28
Kündigen würde an deiner Stelle aber erst, wenn du schon einen neuen Job hast. [...] Vielleicht hilft es ja schon, etwas in der Richtung zu erwähnen, und wenn sie sich immer noch nicht ändern kannst du wenigstens sagen du hättest versucht, das Problem zu lösen.


Es gibt genug freie Stellen, ausserdem ist man nach einer Kündigung nicht automatisch freigestellt. Die Wochen, die man noch arbeiten muss (sie hat ja kein Überstundenkonto) kann man parallel zur Stellensuche nutzen.

Was das "Probleme ansprechen" anbetrifft, das wird nix ändern. Ein paar Tage wird der Umgangston vielleicht etwas besser, aber solche Probleme, insbesondere die nicht-aufschreibbaren Überstunden, werden nicht durch Andeutungen, dass man "möglicherweise gehen würde" gelöst.



[...], immer so gemacht, dass ich mich beim Chef gut gestellt habe, dann hat sich das meiste um 180 Grad gedreht.


Oha, spätestens, wenn man sich mit dem "Chef gutstellt" werden alle Kollegen und Studenten automatisch netter werden. Leute, die sich beim Chef anbiedern, sind in den meisten Bereichen des Lebens auf der sozialen Leiter ganz weit oben.



Du wirkst mir auch generell ein wenig eingeschüchtert und sensibel, was in deinem Fach generell verwundbar macht, mehr als anderswo. Mir hat da das Buch "Schwarze Rhetorik" von Karsten Bredemeier geholfen, überhaupt Bücher über manipulative Psychologie. Man darf sensibel sein, aber man darf es sich nicht anmerken lassen. Kontern ist das A und O.

Das sagt sich jetzt natürlich leicht, du bist höheren Belastungen ausgesetzt als ich, ich weiß. Aber manchmal kann man alles brauchen, was man an Tipps kriegen kann...

Gerade eingeschüchterte und sensible Leute sind für aggressive Rhetorik und manipulatives Mobbing geeignet. Eine sehr gute Idee! Insbesondere auch die Ferndiagnose per Forenposting.
Leider vergisst Du, dass diese Leute meist auf der "anderen Seite" stehen und nur kaum in der Lage sein werden, sich mit solchen Mitteln zu wehren.

Annabell Lee
02.10.2010, 17:14
Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass die meisten vorsichtig bei Leuten sind, die einen guten Stand beim Chef haben. Wenn jemand nur schleimt mag er bei den anderen unten durch sein, aber wenn er vom Chef gemocht wird, ohne seine Bemühungen offensichtlich zu machen, schlägt kaum mehr einer auf einen ein. In der Unfallchirurgie hat mich das schonmal gerettet...kann natürlich aber auch sein, dass das nicht überall so ist.

Mein Eindruck ist, dass es halt vielen auch extrem schwer fällt, eine Kündigung zu schreiben, ohne was anderes in Reserve zu haben. Mich würde das zumindest ziemlich beunruhigen. Und so schwer dürfte es ja nicht sein, was anderes zu finden...aber sie hätte halt schonmal was...

Gelbes Monster
02.10.2010, 17:53
Als Anfänger hat man´s generell nicht leicht - gerade da ist´s wichtig, sich (gegen widrige Arbeitsbedingungen und ggf. Kollegen) durchzusetzen, selbstbewusst aufzutreten und zu lernen, was man wert ist.
Meistens erkennt man dann auch rasch, dass überzogener Einsatz (wie von dir beschrieben) sich nicht lohnt, man nur bedingt Dank dafür erhält und die eigene Lebensqualität progredient in den Keller geht...
Kopf hoch und nicht unterkriegen lassen! :-winky

John Silver
03.10.2010, 00:50
Es ist gar nicht notwendig, zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu kündigen. Man kann auch eine längere Frist setzen, und der Arbeitgeber akzeptiert es in der Regel gern, weil die Klinik dann mehr Zeit hat, um einen Nachfolger zu suchen.

Um einen guten Stand beim Chef zu haben, braucht man Monate. Mindestens. Und es ist nicht garantiert, dass man diesen guten Stand bekommt, nur weil man sich darum bemüht. In diesem Fall scheint es mir nicht sehr aussichtsreich zu sein, zumal ein guter Stand beim Chef lediglich offene Konflikte verhindert bzw. einem hilft, aus solchen als Sieger hervorzugehen. Erfahrungsgemäß verlegen sich die Leute in solchen Fällen eher auf passive Aggressivität und sonstige versteckten Seitenhiebe - die sind genauso schmerzhaft und machen einem das Leben schwer, aber man kann nicht zum Chef gehen und einen Konflikt ansprechen, den es formal gar nicht gibt. Wenn die Situation wirklich so ist wie hier beschrieben wird, ist die Suche nach einer anderen Stelle bestimmt die bessere Lösung, weil sie kurzfristig mehr Stress bedeutet, langfristig aber verhindert, dass man eines Morgens aufsteht und eine schöne Portion Kaffeesatz in die Toilette würgt.

Noor
03.10.2010, 02:15
Keine Überstunden, keine Sekretärin.

Entweder[...] oder Du hast nach dem Abi gleich angefangen zu studieren.

Selbst bei KiK gibt es bessere Arbeitsbedingungen im Vergleich.

oh oh was meinst du denn damit? du machst mir angst :O. nein im ernst, auch wenns offtopic ist: ist es generell so, dass es jüngere leute schwerer haben als newbee?

WackenDoc
03.10.2010, 10:47
@Annabell: Wie lange hattest du nochmal als Ärztin auf einer Station gearbeitet? Finde das entsprechende Posting gerade nicht und bin bei Z.n. Dienst gerade zu faul zu suchen.

@Noor: Ich glaub schon, dass es jüngere (oder auch welche die jünger aussehen) es als Anfänger noch schwerer haben ,als es ohnehin schon ist.
Als Anfänger hat man es generell nicht leicht- man steht an einem deulichen Einschnitt im Leben, kennt die Strukturen noch nicht, kann sich aber noch nicht auf seine Erfahrung verlassen, um das zu kompensieren. Man hat viel theoretisches Wissen, aber es fehlt einem die Praxis etc.
Für viele Dinge braucht man einfach länger, muss mehr nachfragen und nachlesen etc.

Wenn man dann noch assige Kollegen hat und die Arbeitsbedingungen generell schlecht sind, kann das schon mal das Fass zum Überlaufen bringen.

Ich finde Anfänger gehören von den Erfahreneren unterstützt:-meinung
Und man sollte ihnen zugestehen, dass sie eben nicht alles von Anfang an perfekt können und schon gar nicht in der Geschwindigkeit, wie man es mit entsprechender Erfahrung kann.

Ich hab jetzt zwar schon was mehr Erfahrung, bin aber recht neu in meiner Abteilung- und bin echt froh, dass das bei uns sehr kollegial zugeht. Hab das ja schon in meinem anderen Post beschrieben. So macht das Arbeiten einfach mehr Spass, wenn man weiss, dass die Kollegen einen nicht noch rein reissen und man sich auf die verlassen kann und die Arbeit wenigstens halbwegs gerecht verteilt wird.

psycho1899
03.10.2010, 10:59
oh oh was meinst du denn damit? du machst mir angst :O. nein im ernst, auch wenns offtopic ist: ist es generell so, dass es jüngere leute schwerer haben als newbee?

Nicht zwingend... natürlich hat man mit 30 mehr Lebenserfahrung als mit 25 und das mag, wenn man irgendwo als Berufsanfänger beginnt, durchaus vorteilhaft sein.

Ich habe aber auch schon sehr junge Anfänger gesehen, die sehr selbstbewußt auftraten und wenig Probleme im Berufseinstieg hatten als ältere Anfänger.

Es ist sicherlich kein Grund, dass Studium unnötig hinauszuzögern, da man sich den Berufsstart mit 25/26 nicht zutraut ;-) Wäre ja absurd...

Kackbratze
03.10.2010, 11:30
@noor

Es ist immer individuell zu sehen. Wie ist die Abteilung? Wie die Kollegen? Wie man selber?
Das hat nichts mit dem Alter, der Abschlussnote, etc. fest zu tun. Es sind zu viele verschiedene Faktoren.
Wie bei allem im Leben:
einfach machen, schauen was passiert und wenn es Probleme gibt, sie entweder direkt lösen oder wenn das nicht geht, das Problem lassen wo es ist und woanders hingehen.

Noor
04.10.2010, 01:31
okay... eure antworten beruhigen doch ungemein! :)
was ich allerdings auch nicht verstehe - in den meisten threads wird, wie auch hier, geraten, wenns gar nciht mehr geht, mit dem chef / oa darüber zu reden... aber macht es denn die sache wirklich besser? ich denke nämlich eher schlimmer: das ist dorch wie, wenn leute, nachdem sie gestriezt wurden, zur lehrerin gegangen sind... dann hat man sie doch nur noch mehr ausgrenzt und fertig gemacht...
also es wäre wirklich das lallerletzte was ich machen würe, nämlich die ganze sache meinen vorgesetzten auftischen! oder seh ich das zu pessimistisch?

Kackbratze
04.10.2010, 04:54
Auch hier gilt wieder: immer individuell zu sehen.
Sind es Details die stören, aber das Gesamtbild ist trotzdem gut, kann man das Ganze ansprechen.
Wenn es eh eine zerfahrene Situation ist ohne wirkliche Aussicht auf Besserung, dann kann man solche Gespräche auch lassen und gleich gehen.

haemo
04.10.2010, 22:22
Hallo!

Das hört sich tatsächlich schlimm an, was du erzählst.

Ich denke, erst mal solltest du herausfinden, woran es liegt, dass du so lange arbeiten musst:

Bist du noch recht langsam, weil du viel nachschlagen musst? - Das wird sich bessern, vielleicht kann man einiges auch doch einfach die Kollegen fragen.

Liegt es tatsächlich an den Briefen? - Erstelle dir Vorlagen, die du einfügen kannst. Oder versuche mal, die Briefe zusammenzustückeln, indem du jedes Mal, wenn ein Untersuchungsergebnis eintrifft, dies schon in den Brief einfügst.

Seid ihr tatsächlich so wenige in der Abteilung, dass alle mit der Arbeit nicht klarkommen können oder ist die Belegung so groß? - Das liegt natürlich nicht bei dir.

Versuch mal, zu optimieren, was von dir aus geht und wenn es tatsächlich nicht in weniger Zeit zu schaffen ist: da würd ich auch kündigen. Aber stell nicht gleich den Job als solchen in Frage, es gibt in jeder Branche Stellen mit miesen und solche mit weniger miesen Arbeitsbedingungen.

Ich hab am Anfang auch ca. 60 Stunden/Woche gearbeitet (hab im Januar angefangen). Zum Teil, weil ich eben für vieles länger gebraucht hab. Nach 3-4 Monaten lief aber schon vieles leichter und schneller von der Hand. Zum Teil, weil ich immer alles korrekt machen wollte. Zum Teil lag's auch daran, dass der Chef immer erst nach 16 Uhr zur Visite kam. Allerdings hab ich da auch viel gelernt und mitbekommen, er hätte mich wohl nicht gezwungen mitzugehen.
Mittlerweile schaff ich es meistens pünktlich rauszukommen, da bleibt der Schreibkram liegen, wenn ich ihn nicht in der normalen Arbeitszeit schaffe und Herr Maier kriegt seinen Brief eben erst mittags, wenn ich ihn erst am Entlassungsmorgen zu schreiben schaffe.
Bezahlt bekomm ich die Überstunden nämlich ebenfalls nicht. Deswegen müssen die die Ausnahme sein.

rotstar
06.10.2010, 15:17
Keine Überstunden, keine Sekretärin.

Entweder ist dein Examen gefälscht, dein Selbstwertgefühl schon vor Beendigung des Studiums im Keller gewesen oder Du hast nach dem Abi gleich angefangen zu studieren.

Selbst bei KiK gibt es bessere Arbeitsbedingungen im Vergleich.

nein, ich habe 7 Jahre sehr hart fürs Studium gearbeiten. Mein Selbswertgefühl ist auch ok und habe während des Studiums in einer Notaufnahme gearbeitet. Ich habe auch viele Höhen und Tiefen im Leben und nach dem Abi erlebt. Ich denke alles, was bei uns in der Klinik abläuft, ist normalität.

rotstar
06.10.2010, 15:22
@Annabell: Wie lange hattest du nochmal als Ärztin auf einer Station gearbeitet? Finde das entsprechende Posting gerade nicht und bin bei Z.n. Dienst gerade zu faul zu suchen.

@Noor: Ich glaub schon, dass es jüngere (oder auch welche die jünger aussehen) es als Anfänger noch schwerer haben ,als es ohnehin schon ist.
Als Anfänger hat man es generell nicht leicht- man steht an einem deulichen Einschnitt im Leben, kennt die Strukturen noch nicht, kann sich aber noch nicht auf seine Erfahrung verlassen, um das zu kompensieren. Man hat viel theoretisches Wissen, aber es fehlt einem die Praxis etc.
Für viele Dinge braucht man einfach länger, muss mehr nachfragen und nachlesen etc.

Wenn man dann noch assige Kollegen hat und die Arbeitsbedingungen generell schlecht sind, kann das schon mal das Fass zum Überlaufen bringen.

Ich finde Anfänger gehören von den Erfahreneren unterstützt:-meinung
Und man sollte ihnen zugestehen, dass sie eben nicht alles von Anfang an perfekt können und schon gar nicht in der Geschwindigkeit, wie man es mit entsprechender Erfahrung kann.

Ich hab jetzt zwar schon was mehr Erfahrung, bin aber recht neu in meiner Abteilung- und bin echt froh, dass das bei uns sehr kollegial zugeht. Hab das ja schon in meinem anderen Post beschrieben. So macht das Arbeiten einfach mehr Spass, wenn man weiss, dass die Kollegen einen nicht noch rein reissen und man sich auf die verlassen kann und die Arbeit wenigstens halbwegs gerecht verteilt wird.

Die Arbeit ist nicht gerecht verteilt. Die Herrschaften sind den ganzen tag in der OP und ich bin alleine für zwei stationen verantwortlich. Wenn diese gegen 16.00 Uhr auf der Stationen sind, dann die kommentare das fehlt noch, warum hätte man das nciht so oder so gemacht. wenn man , sagt, deshalb habe ich Sie doch 3 mal angefunkt und ich muss irgendwann dann alleine auch entscheiden.

rotstar
06.10.2010, 15:33
so viele unbezahlte Überstunden und weinend die Klinik verlassen hat wohl nicht nur mit "Probleme mit der Kollegin" zu tun...

Und wieso erst kündigen, wenn man eine neue Stelle hat? Wenn es Chirurgie sein soll, könnte ich spontan zwei Kliniken mit völlig anderen Arbeitsbedingungen und freien Stellen nennen... da muss man zwar auch Überstunden machen (wobei.. 20 Uhr wirds da auch nicht, mal 17, vielleicht mal 18 Uhr wenns ganz schlecht läuft, aber das auch sehr seltem), aber die bekommt man wenigstens bezahlt oder als Freizeitausgleich

ich möchte nicht immer im Leben davon rennen. ich will mich durchbeissen. Ich weiß, dass ich in der Theorie besser bin als viele meine kollegen/in und habe es auch auch bewiesen.

Kackbratze
06.10.2010, 15:58
Ich denke alles, was bei uns in der Klinik abläuft, ist normalität.

Es ist nicht normal. Eher Ausdruck mangelhafter Ausbildung und fehlendem Interesse an den Assistenten.



ich möchte nicht immer(?) im Leben davon rennen. ich will mich durchbeissen. Ich weiß, dass ich in der Theorie besser bin als viele meine kollegen/in und habe es auch auch bewiesen.

Viel Spass! Falls das Ulcus dann mal durchbricht, meld Dich bitte bei mir! Ich operiere gerne Mägen, bzw. für BurnOut oder andere psychiatrischen Überlastungserkrankungen gibt es hier auch genug Ansprechpartner.

Mal im ernst, wovor "fliehst" Du denn bitte, wenn Du nicht ausgebildet, sondern nur ausgebeutet wirst?
Eine Flucht bedeutet, dass man von etwas "wegrennt", was Du machen würdest, wäre ein Gang "zu etwas besserem hin". Ich sehe da nicht die Flucht, sondern den Eigennutz im Vordergrund.
Und "durchbeissen"? Zu was denn? Zu einem Facharzttitel, der auf ganz dünnem Boden gewachsen ist?
Chirurgie bedeutet nicht, dass man 6 Jahre lang Betten gehütet hat, sondern das Du auch operieren können solltest.
Stell Dir vor, Du bewirbst dich nach deinem FA in einer anderen Klinik als OA und sollst dann "voroperieren" damit deine Fähigkeiten beurteilt werden können.
Auf Grund von "durchbeissen" wirst Du nicht eingestellt, sondern für dein Können und wenn die praktischen Fähigkeiten nicht da sind, bekommt ein anderer die Stelle. Der hat sich vielleicht nicht durchbeissen (syn.:verarschen lassen) müssen, aber dafür kann er operieren.

SidVicious
07.10.2010, 19:03
ich möchte nicht immer im Leben davon rennen. ich will mich durchbeissen. Ich weiß, dass ich in der Theorie besser bin als viele meine kollegen/in und habe es auch auch bewiesen.

Bisher biste ja noch nie irgendwo davongerant und wie Kackbratze schon treffend erkannte ist es nicht wegrennen, sondern den Mittelfinger Erheben und sich denken, wenn ihr nicht schafft anständige Arbeitsbedingungen zu schaffen, dann ohne mich!
Solltest du dort bleiben, kann ich nur empfehlen:
-Unwichtiges von Wichtigem trennen
-Patient vor Papier
-Feierabend vor Überstunden
-Textbausteine in Epikrise nutzen.

Ist nicht mein Fach aber ich bin der Meinung, so sollten Epikrisen aussehen.

Was ist passiert.?...blabla 3 GEfäßerkrankung
Was haben wir gemacht? bla bla Bypass nach der und der Art blabla
Was ist sonst noch so passiert? Blutwerte? wo habt ihr interveniert? bla bla
Das was immer gemacht wird Verbandswechsel bla bla bla
Aussicht, Therpieempfehlung bla bla


bla bla

Fang einfach an welche zu schreiben. Du wirst merken, wenn der OA sich beschwert. Das Hauptproblem liegt meiner Meinung am Anfang an der Angst was falsch zu machen. Dafür hast du aber einen OA der da nochmal drüber schaut.

WackenDoc
07.10.2010, 20:02
Mein Trick- ich les die Briefe in der Regel nicht mehr Korrektur- die ein-zwei Tippfehler kann der OA ruhig finden. Und an Formulierungen nicht ewig rumüberlegen- wenn der OA das anders haben will, wird er dir das schon sagen.

Ich halte die Briefe auch recht einfach:
Briefkopf generiert unser Programm aus der elektronischen Patientenakte
Dann generiert das Programm so nen Satz "wir berichten über Patient xy, der sich vom... bis... in stationärer Behandlung befand" (Geht auch super per Vordruck, wo man nur die Patientendaten und Aufenthaltsdaten einhacken muss)

Dann Diagnoseliste- können wir auch aus alten Briefen kopieren wenn einer im System ist und die aktuellen ergänzen.
Dann Anamnese: Der Patient/Herr/Frau xy stellt sich wegen z bei uns vor.... (tunlichst nur ein bis zwei Sätze- weswegen ist der gekommen, was waren die wesentlichen Beschwerden)
Dann Vorerkrankungen- soweit nicht bei Diagnosen schon drin, Vormedikation, vegetative Anamnese, soweit relevant (bei internistischen z.B. Raucher/Nichtraucher, bei stationären Stuhlgang, Miktion-, soziale Anamnese kommt bei mir nur rein, wenn es wichtig ist.

Körperlicher Untersuchunsbefund- hier haben wir nen Textbaustein wo man nur Abweichungen und Blutdruck/Puls etc. eingeben muss.

Dann die ganzen Untersuchungsbefunde- Labor müssen wir nur die Werte und das gewünsche Datum anklicken, dann übernimmt das Programm das. Andere können kopiert werden, bzw. in der Ambulanz schreib ich die direkt in den Brief- spart das reinkopieren. Hier auch reichlicher Gebrauch von Textbausteinen.

Dann Zusammenfassung: Herr/Frau xy stellte sich am .. wegen bei uns vor (bin da inzwischen so dreist den Satz aus der Anamnese zu kopieren)- bei den Untersuchungen kam blabla raus/wir haben blabla gemacht. Wir empfehlen xy. Untersuchung z steht noch aus und wird nachgereicht(bei unseren Ambulanzbriefen häufig).
Wir bedanken uns für die freundliche Zuweisung und entlassen Herrn/FRau xy am ... in ....Allgemeinzustand in Ihre weitere hausärztliche Betreuung.

Für meine Adipositasprogrammpatienten hab ich sogar nen Textbaustein für die Zusammenfassung (bietet sich in der Chirurgie sicher auch an). Da werde nur noch die Patientendaten und Befunde eingegeben. Das leg ich am Anfang,wenn der Patient kommt, an. So hab ich am Ende weniger Arbeit.

Übrigens schreib ich meine Briefe immer selber- so viel Text ist da nicht drin, dass sich das Diktieren lohnen würde und ich überleg gerne beim Schreiben. Außerdem hab ich keine Lust das von der Sekretärin getippe noch Korrektur zu lesen. Selber schreiben- ab zum OA- warten, ob es zurück kommt und in der Zwischenzeit einfach vergessen.

Nicht zu viel Angst vor Fehlern in Briefe haben, nicht zu lange mit Formulierungen aufhalten, kurz halten, Textbausteine nutzen. Dann wird das mit der Zeit mit dem Briefeschreiben schon.

Cremasterreflex
07.10.2010, 22:59
Keine Überstunden, keine Sekretärin.

Entweder ist dein Examen gefälscht, dein Selbstwertgefühl schon vor Beendigung des Studiums im Keller gewesen oder Du hast nach dem Abi gleich angefangen zu studieren.

Selbst bei KiK gibt es bessere Arbeitsbedingungen im Vergleich.

sehe ich auch so (ich tippe auf Schule -> Uni und nie gearbeitet oder ähnliches).... oder bücher gefressen, eine tolle 1 im HEX + Physikum geschrieben und nix von der Welt gesehen.

Das geschilderte Problem gibt es überall und in jeder Branche: man nimmt sich ein leichtgläubiges Opfer, dieses wird zugeballert mit Arbeit und man selber geht fröhlich und entspannt durch das Leben. das opfer kann sich nicht wehren, weil es keine Ahnung hat, wie die Welt funktioniert (es funktioniert z.t. mit Erpressung und Drohung btw.) und das kommt am ende raus... Aber während des Studiums immer schon mit tollen Noten glänzen, jaja.

Ok jetzt mal weniger böse und konkreter: Es ist sagen wir mal 17 Uhr, eigentlich Feierabend. Jemand kommt und möchte dir Arbeit aufwälzen, du willst aber zum Sport oder so. -> du gehst nach Hause.
Der Chefarzt will dir Arbeit aufwälzen -> du gehst nach Hause
Der Chefarzt erpresst dich mit Kündigung/ sehr schlechtem empfehlungsschreiben/ weniger Geld/ keinem Teaching/usw. -> du gehst nach Hause
Gott erpresst dich mit was auch immer -> du gehst nach Hause
xyz bittet um ein Gespräch, xyz sagt dir, dass wir knapp sind und wir mehr tun müssen, wir haben kein Geld mehr blabla -> geht dir am popo vorbei, du bist nur ne billige Assistenzärztin, wenn du für die Organisation der Station mitverantwortlich sein sollst, soll der chefarzt mehr Geld zahlen. Nebenbei kriegt er deswegen deutlich mehr Geld als du, weil er eben für die Station verantwortlich ist, also soll er sich da was einfallen lassen, ist alles nicht dein Problem -> du gehst zum Feierabend nach Hause
was fällt mir ncoh ein? Ah ja...Chefarzt meint, "ja, wenn Sie früher nach Hause wollen, dann müssen sie auch schneller und effektiver arbeiten" -> nein! du bist eine billige Assistenzärztin. Wenn du genauso effektiv arbeiten würdest wie der Oberarzt, müsste dir der Chefarzt auch deutlich mehr zahlen, also musst du nicht effektiv und schnell arbeiten.
Falls noch mehr Probleme auftauchen... wir leben in einem Rechtsstaat, geh zum Anwalt, oder noch besser, frage mal beim Marburger Bund oder Hartmannbund

Willkommen auf der Welt

WackenDoc
08.10.2010, 08:29
Und es gibt Stellen, wo man ein deutlich entspannteres Arbeiten bei besserer Ausbilung geboten bekommt.
Selbst wenn die Arbeit recht viel ist, ist es schon sehr viel wert, wenn sie halbwegs gerecht verteilt ist und man weiss, dass die Kollegen und OÄ hinter einem stehn. Dann kann man auch mal eher ne Überstunde in Kauf nehmen. Letztere sollten natürlich nicht ausarten.

rotstar
12.10.2010, 15:43
Mein Trick- ich les die Briefe in der Regel nicht mehr Korrektur- die ein-zwei Tippfehler kann der OA ruhig finden. Und an Formulierungen nicht ewig rumüberlegen- wenn der OA das anders haben will, wird er dir das schon sagen.

Ich halte die Briefe auch recht einfach:
Briefkopf generiert unser Programm aus der elektronischen Patientenakte
Dann generiert das Programm so nen Satz "wir berichten über Patient xy, der sich vom... bis... in stationärer Behandlung befand" (Geht auch super per Vordruck, wo man nur die Patientendaten und Aufenthaltsdaten einhacken muss)

Dann Diagnoseliste- können wir auch aus alten Briefen kopieren wenn einer im System ist und die aktuellen ergänzen.
Dann Anamnese: Der Patient/Herr/Frau xy stellt sich wegen z bei uns vor.... (tunlichst nur ein bis zwei Sätze- weswegen ist der gekommen, was waren die wesentlichen Beschwerden)
Dann Vorerkrankungen- soweit nicht bei Diagnosen schon drin, Vormedikation, vegetative Anamnese, soweit relevant (bei internistischen z.B. Raucher/Nichtraucher, bei stationären Stuhlgang, Miktion-, soziale Anamnese kommt bei mir nur rein, wenn es wichtig ist.

Körperlicher Untersuchunsbefund- hier haben wir nen Textbaustein wo man nur Abweichungen und Blutdruck/Puls etc. eingeben muss.

Dann die ganzen Untersuchungsbefunde- Labor müssen wir nur die Werte und das gewünsche Datum anklicken, dann übernimmt das Programm das. Andere können kopiert werden, bzw. in der Ambulanz schreib ich die direkt in den Brief- spart das reinkopieren. Hier auch reichlicher Gebrauch von Textbausteinen.

Dann Zusammenfassung: Herr/Frau xy stellte sich am .. wegen bei uns vor (bin da inzwischen so dreist den Satz aus der Anamnese zu kopieren)- bei den Untersuchungen kam blabla raus/wir haben blabla gemacht. Wir empfehlen xy. Untersuchung z steht noch aus und wird nachgereicht(bei unseren Ambulanzbriefen häufig).
Wir bedanken uns für die freundliche Zuweisung und entlassen Herrn/FRau xy am ... in ....Allgemeinzustand in Ihre weitere hausärztliche Betreuung.

Für meine Adipositasprogrammpatienten hab ich sogar nen Textbaustein für die Zusammenfassung (bietet sich in der Chirurgie sicher auch an). Da werde nur noch die Patientendaten und Befunde eingegeben. Das leg ich am Anfang,wenn der Patient kommt, an. So hab ich am Ende weniger Arbeit.

Übrigens schreib ich meine Briefe immer selber- so viel Text ist da nicht drin, dass sich das Diktieren lohnen würde und ich überleg gerne beim Schreiben. Außerdem hab ich keine Lust das von der Sekretärin getippe noch Korrektur zu lesen. Selber schreiben- ab zum OA- warten, ob es zurück kommt und in der Zwischenzeit einfach vergessen.

Nicht zu viel Angst vor Fehlern in Briefe haben, nicht zu lange mit Formulierungen aufhalten, kurz halten, Textbausteine nutzen. Dann wird das mit der Zeit mit dem Briefeschreiben schon.

Suuper Viele Dank

VG