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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tag2 - A17/B2 - Schwerverbrannter Maßnahme



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dhjdzjket6z6iu
06.10.2010, 15:46
Bei einem nächtlichen Wohnungsbrand rettete sich ein Pat durch Sprung aus dem Fenster. Dabei Verbrennungen Grad 2-3 schätzungsweise 30% KOF und multiple Frakturen. Das nächste Schwerbrandverletztenzentrum 100 km entfernt
-ZVK zur Volumenther.
-Kaltwasser 30 min
-direkter Lufttransport ins Schwerbrandzentrum
-hochdos. Glukokortikoide
-Stabilisiserung Vitalzeichen + Akut-KH

Unregistriert
06.10.2010, 15:51
erstmal stabilisieren, dann die multiplen frakturen, dann ins spezialzentrum

Unregistriert
06.10.2010, 15:51
das sind letztlich zu wenige informationen um die frage erschöpfend zu beantworten, das akutkrankenhaus kann genauso weit weg sein (steht da nunmal nicht). in entvölkerten gebieten in meckPomm gut möglich....ich würd sagen juristisch ist weder C noch E eindeutig auszuschließen

dhjdzjket6z6iu
06.10.2010, 15:53
das "nächstgelegene Akut-KH" steht da

Unregistriert
06.10.2010, 15:54
nächstgelegenes akut-kh heißt ja nicht dass es wirklich nah dran ist

Unregistriert
06.10.2010, 15:55
In der Frage heißt es "bei einem nächtlichen Wohnungsbrand", ergo ist es Nacht.
Die meisten RTH fliegen eh nur von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang und die meisten Nachtflugtauglichen RTH haben auch noch ne Vorlaufzeit. Da der Paient noch weitere Begleitverletzungen aufweißt, besser erstmal ins nächste Akut-KRH und stabilisieren( Stichwort nächstgelegenes geeignetes Krankenhaus, aber darüber kann man auch wieder streiten). Dann kann man in aller Ruhe die sekundär Verlegung planen.
Aber insgesamt mal wieder sehr wenig Informationen ( Entfernung zum nächsten KRH?, ungefähres Verletzungsmuster? Verfügbarkeit Nachtflugtauglicher RTH? etc.) um eine insgesamt sehr komplexe Situation zu überblicken.

Unregistriert
06.10.2010, 16:02
Bei Kombinationsverletzung von Trauma + Verbrennung hat die chirurgische Versorgung Priorität, die Versorgung der Brandverletzung ist nachrangig. Also ins nächst erreichbare Krankenhaus zur chir. Versorgung. Wenn dass das Brandverletztenzentrum ist dann dahin. Aber NACHTS ins 100 km entfernte KH mit dem Hubschauber ist sicher nicht das nächste .... da ist man vermutlich bodengebunden schneller (ins 100KM entfernte Brandverletztenzentrum) als auf den Hubi zu warten....

NevsRelboek
06.10.2010, 17:14
Also meiner Meinung nach wäre die einizige Indikation zuerst in das Akutkrankenhaus zu gehen ein instabiler Patient. Da in der Aufgabe nichts von einem instabilen Patienten zu finden ist, würde ich den Patienten direkt in die für ihn geeignete Klinik fliegen lassen. Dies ist dann wohl das Schwerstverbrannten-Zentrum. Zudem Volumentherapie usw kann ich im RTH genauso machen wie im RTW. Zudem braucht ein RTW auf dem Land auch bis zu 15 Minuten in eine Klinik und in dieser Zeit ist der RTH auch die 100m geflogen

Unregistriert
06.10.2010, 17:24
also ich habe mich bisher aus allen diskussionen rausgehalten...aber habe pj in einer großen verbrennung gemacht und war davor oft im schockraum/unfallaufnahme, deswegen hierzu mein senf.

die 30% sind schlimm und isoliert absolute indikation fürs zentrum.
da aber auch ein akuthaus das primär stabilisieren kann ist die #versorgung und vor allem die vitale stabilisierung vorrangig.
auch im verbennungzentrum geht er mit multiplen frakturen primär durch den uchischockraum.

Unregistriert
06.10.2010, 17:28
Ach komm, jetzt hört die Diskussion aber bald auf. Dasist bald ja schon peinlich. Ein Patient mit drittgradigen Verbrennungen auf 30% der Körperoberfläche mit diversen Frakturen plus Schnittverletzungen... der ist also nicht potentiell instabil oder in akut lebensbedrohlichem Zustand?
Ich klink mich hier aus, es gibt keine Frage was hier richtig ist - auf schnellstem Wege in den Schockraum und basta, da ist kein Sekündchen Zeit zu verlieren sobald die Erstmaßnahmen getroffen sind!

praeppmaster
06.10.2010, 17:32
Zudem braucht ein RTW auf dem Land auch bis zu 15 Minuten in eine Klinik und in dieser Zeit ist der RTH auch die 100m geflogen

Wurde zwar schon alles mehr fach gesagt, aber nochmal:

- Vorlaufzeit eines RTH in der Nacht ca. 60 (-120) Minuten.
- Plus Anflugzeit.
- Ein RTH landet nachts nicht auf irgendeiner Wiese, wegen der Gefahr, Hochspannungsleitungen und andere Hindernisse nicht zu sehen. In extremen Ausnahmen landet ein RTH mal auf einem von der Feuerwehr ausgeleuchteten Fußballfeld.
- Plus Flugzeit.
- Plus Unzugänglichkeit des Patienten.

WENN eine Verlegung ins Brandverletztenzentrum so dringend nötig ist (warum sollte sie das sein? In der Nacht bekommt er eh keine Spalthaut o.ä. mehr drauf), landet der RTH auf dem ihm bekannten Landeplatz des nächstgelegenen Akutkrankenhauses. Niemand wartet in dunkler Nacht 1 1/2 Stunden neben einem Sportplatz auf einen RTH mit einem polytraumatisierten Patienten.

Der Patient braucht ein Sono, Röntgendiagnostik und CCT, und das möglichst innerhalb kürzester Zeit. Präklinisch kann weder die abdominelle Blutung, noch die Perikardtamponade, noch die Beckenverletzung, noch die intrakranielle Blutung beherrrscht werden, die der Patient wohlmöglich hat.

Die Nacht war leicht zu überlesen, aber davon abgesehen keine Diskussion.

Sebastian

morgoth
06.10.2010, 17:34
Ja, das klingt mir alles nach sinnvollen Infos. Ich selbst hätte den Patient in die Brandklinik gesteckt, aber diese ganze Logistik war mir nicht bewusst. Wie würde es denn interessehalber aussehen, wenn die Brandklinik näher dran wäre? Sagen wir RTW-Transport Akutklinik 5 minuten, RTW-Transport Brandklinik 20 Minuten? (ohne die jeweilige Logistik)

dhjdzjket6z6iu
06.10.2010, 17:38
Wie würde es denn interessehalber aussehen, wenn die Brandklinik näher dran wäre? Sagen wir RTW-Transport Akutklinik 5 minuten, RTW-Transport Brandklinik 20 Minuten? (ohne die jeweilige Logistik)

Psst, das kommt doch morgen dran.

Unregistriert
06.10.2010, 17:38
Ich habe auch die Brandklinik angekreuzt, einfach weil uns in den Notfall-Seminaren und Praktika immer gesagt wurde ein Patient mit schweren Verbrennungen muss (!) da hin. Aber ich sehe ein, hätte man ein wenig nachgedacht, macht E mehr Sinn. Naja, beim nächsten Mal. ;-)

Unregistriert
06.10.2010, 17:40
Dann kommt es eben auf die Ausstattung und derzeitigen Kapazitäten an. Aber das ist ja in dem Fall nur mal für das weitere Interesse. Im Zweifel bleibt es wohl auch dann bei einer gut ausgestatteten Akutklinik.

praeppmaster
06.10.2010, 17:41
Ja, das klingt mir alles nach sinnvollen Infos. Ich selbst hätte den Patient in die Brandklinik gesteckt, aber diese ganze Logistik war mir nicht bewusst. Wie würde es denn interessehalber aussehen, wenn die Brandklinik näher dran wäre? Sagen wir RTW-Transport Akutklinik 5 minuten, RTW-Transport Brandklinik 20 Minuten? (ohne die jeweilige Logistik)

Naja, kommt immer drauf an. Wenn der Patient momentan stabil ist und in dem Brandverletztenzentrum die gleiche oder eine bessere Versorgung möglich ist (incl. Urologie, Neurochirurgie, Thorax- und Abdominalchirurgie...), kann man es sicher überlegen. Wenn der Patient dann nach 15 Minuten Fahrt drei Liter Blut ins Becken vergossen hat und verstirbt, wird einem sicher niemand dazu gratulieren. Geht es gut, hat man dem Patienten einen Transport erspart und der Krankenkasse tausende Euro Kosten.

Sebastian

Florian Pietsch
06.10.2010, 17:52
Unausgesprochene Regel: kann der Patient innerhalb von 45 Minuten das Verbrennungszentrum erreichen, direkten Transport dahin, ansonsten erst mal zur Polytraumaversorgung und Stabilisierung in ein Akutkrankenhaus.

Außerdem sind 30% genau die Grenze, ab der in ein Verbrennungszentrum transportiert wird. Evt. auch allein im Akutkrankenhaus beherrschbar.

gegen den direkten Transport in ein Verbrennungszentrum spricht zudem, dass der Patient noch gar nicht stabilisiert wurde (Vitalfunktionen).... und gefragt war danach, was vordringlich ist. Transport ins Verbrennungszentrum ohne vorherige Stabilisierung???

Unregistriert
06.10.2010, 17:55
Unausgesprochene Regel: kann der Patient innerhalb von 45 Minuten das Verbrennungszentrum erreichen, direkten Transport dahin, ansonsten erst mal zur Polytraumaversorgung und Stabilisierung in ein Akutkrankenhaus.

Außerdem sind 30% genau die Grenze, ab der in ein Verbrennungszentrum transportiert wird. Evt. auch allein im Akutkrankenhaus beherrschbar.

gegen den direkten Transport in ein Verbrennungszentrum spricht zudem, dass der Patient noch gar nicht stabilisiert wurde (Vitalfunktionen).... und gefragt war danach, was vordringlich ist. Transport ins Verbrennungszentrum ohne vorherige Stabilisierung???

An dem Post stimmt ja mal wieder nix. Außer der Schlussfolgerung dass zuerst ins Akutkrankenhaus transportiert wird.
Die unausgesprochene regel sollte unausgesprochen bleiben denn sie widerspricht der Meinung der Brandverletztenzentren.

Größer 20 % ist Indikation fürs Brandverletztenzentrum (http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/044-001.htm)

Florian Pietsch
06.10.2010, 18:03
Leitlinien sind für Ärzte nicht rechtlich bindend. Je nach Ausstattung des Akutkrankenhauses sind sehr wohl Brandverletzungen auch mit mehr als 20% beherrschbar. Jedes Akutkrankenhaus verfährt da anders und das ist auch gut so. Gruß

Unregistriert
06.10.2010, 18:10
# Verlegung in Brandverletztenzentren

* Alle Patienten mit Verbrennungen an Gesicht/Hals, Händen, Füßen, Ano-Genital-Region, Achselhöhlen, Bereiche über großen Gelenken oder sonstiger komplizierter Lokalisation

* Patienten mit mehr als 20% zweitgradig verbrannter Körperoberfläche

* Patienten mit mehr als 10% drittgradig verbrannter Körperoberfläche

* Patienten mit mechanischen Begleitverletzungen

* Alle Patienten mit Inhalationsschaden

* Patienten mit präexistenten Erkrankungen oder Alter unter 8 Jahren bzw. über 60 Jahren

* Alle Patienten mit elektrischen Verletzungen