Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Entscheidung Weiterbildung/Fachwechsel
Papagena
12.10.2010, 07:22
Hey Leute!
Für einige mag das nun Folgende Jammern auf hohem Niveau sein, aber für mich ist das eine eklig schwere Entscheidung.
Ich muss mich demnächst zwischen der Weiterbildung für Hämato/Onko und einer KV-geförderten Allgemeinmedizin-Ausbildung entscheiden. Onko wäre an einer angesehenen Uni-Klinik, Allgemeinmed. in einem peripheren Lehrkrankenhaus. Mein Problem ist, dass ich keinem Fach eindeutig den Vorzug geben kann und nun zwischen beiden Stühlen sitze...
Wie ist denn eure Erfahrung mit dem Wechseln des Faches in der Ausbildung. Ich würde ja quasi in der Sparte "Innere" bleiben und nur die Fachbezeichnung wechseln. Ich habe eben Angst, dass ich nach dem klinischen Teil merke, dass Allgemeinmed doch nichts für mich ist und ich doch lieber Onko machen möchte, mich dann aber keiner mehr nimmt. :-dagegen
Die Stellen an sich sind beide gut, Chefs sind nett und wenn man Ausbildung einfordert bekommt man die dort auch. Daran kann ich eben auch keine wirkliche Entscheidung treffen. Ich tendiere im Mom dazu, erstmal die Allgemeinmed-Ausbildung fertig zu machen und dann in mich zu gehen, ob mir das reicht. Freundinnen meinten jetzt aber, sie würden es genau umgekehrt machen...ahh!!!
Wenn ihr bis hierher gekommen seid: Danke für's Lesen, vllt fällt euch ja noch eine Entscheidungshilfe oder ein Argument ein! Bitte nicht falsch verstehen, ich möchte nicht, dass ihr mir die Entscheidung abnehmt sonder nur den Blick von Außenstehenden.
LG
dreamchaser
12.10.2010, 09:54
Wenn du Onkologie machst, dann machst du ja Innere Medizin mit Schwerpunkt Häma/Onko. Also ist da ja erstmal auch Innere Medizin mit drin.
Dich interessiert ja scheinbar auch die Onkologie - wieso fängst du dort nicht einfach an und schaust dir das Fach an. Evtl. gibt es die Möglichkeit noch, in andere Fachabteilungen zu rotieren. Eine Stelle an einem kleineren Haus (zudem mit Berufserfahrung) bekommst du immer noch problemlos.
Ich habe damals auch überlegt, ob ich nicht erstmal allgemeine Innere machen will, oder doch eine Spezialisierung. Habe dann doch in einer spezialisierten Abteilung angefangen, aber die Möglichkeit in die anderen Abteilungen zu rotieren.
Vroni173
12.10.2010, 19:29
Wie wäre es denn dann, wenn ein Krankenhaus die volle Weiterbildungsermächtigung sowohl für stationäre Basisversorgung Innere und Allgemeinmedizin als auch für Hämatoonkologie hat? Arbeitet man dann erst mal dort und kann sich z.B. nach drei Jahren auch entscheiden, Allgemeinmediziner zu werden und den Rest der Weiterbildung auch in der Praxis machen? Oder muss man sich da schon von Beginn an entscheiden, ob man eher in Richtung Hämatoonko oder Allgemeinmediziner werden will wegen der Anrechnung der Weiterbildungszeit? Finde das ziemlich kompliziert mit der Weiterbildung in der Inneren/ Allgemeinmedizin.
Kannst Du Dir die Frage beantworten, ob Du Dich auf Dauer in der Klinik oder in einer Praxis siehst? Solch profan anmutende Fragen sind tatsächlich wichtiger als man zunächst annimmt und da kann auch eine Vorliebe für ein Fachgebiet unter Umständen unwichtiger sein, gerade wenn Dich beide in diesem Fall interessieren.
WackenDoc
12.10.2010, 20:26
Onko wird man sicher auch auf die Allgemeinmedizin anrechnen können- da kann man so ziemlich alles anrechnen lassen.
Wobei das Fachgebiet schon sehr speziell ist.
Aber kannst damit ja mal anfangen und schauen, ob es dir Spass macht. Wenn dem so ist, kannst es ja weiter machen und wenn nicht, dann wechselste halt.
Für die Allgemeinmedizin ist es übrigens von Vorteil, sich mehrere Fachgebiete und auch mehrere Häuser anzuschauen.
(In meinem Fall Innere in zwei verschiedenen Häusern, Anästhesie, Chirurgie und Allgemeinmedizin an drei verschiedenen Weiterbildungsstätten)
Musst dir auch überlegen, ob du eher der Generalist bist, dessen Wissen zwar breit ist aber nicht unbedingt sehr in die Tiefe geht- Allgemeinmedizin (sieht zwar auf den ersten Blick wie das profanere Fach aus, hat aber seine eigenen Tücken)
Oder reizt dich eher in einem engeren Feld ein Experte zu werden (wo die Patienten in der Regel vorsortiert sind und mit speziellen Fragestellungen kommen)- z.B. Hämatoonkologe
Relaxometrie
12.10.2010, 20:42
Ich tendiere im Mom dazu, erstmal die Allgemeinmed-Ausbildung fertig zu machen
Das klingt so, als ob Du schon eine Zeit lang in der Inneren gearabeitet hast? Oder bist Du Berufsanfänger?
Papagena
14.10.2010, 18:43
Hi!
Sorry, war bei 'nem Vorstellungsgespräch außerhalb und bin erst heute wieder da.
Danke für die vielen Antworten!!!
Ich denke, dass ich auf Dauer nicht in einem Krankenhaus glücklich werden würde. Ich bin kein Mensch, der sich gerne durch Hierachien boxt (was nicht an mangelndem Selbstvertrauen liegt :-)).
An Allgemeinmedizin reizt mich eben die Vielfältigkeit und auch die Möglichkeit, sich in "seinem" Lieblingsbereich durch Fortbildungen und Zusatzqualis auszutoben.
Onko-Praxen sind jedoch auch -denke ich- recht gefragt, da man ja doch viele Chemos auch ambulant durchführen kann und die Nachbetreuung auch einen hohen Stellenwert hat. Meinen letzen Chef im PJ (Innere) hab ich gar nicht mehr kennen gelernt, weil der sich zusammen mit seiner Frau in einer anderen Stadt als Onkologe niedergelassen hat... die erste Praxis in dieser Stadt übrigens.
Naja, ich habe jetzt noch ein Bewerbungsgespräch für Allgemeinmedizin offen und werde mich dann irgendwie entscheiden. :-nix Bis Anfang November habe ich noch Bedenkzeit.
Wie seht ihr denn die Chancen, NACH abgeschlossener Allgemeinmed-Ausbildung inkl. Facharztprüfung nochmal in die Onko-Weiterbildung zu kommen? Ich stelle mir das recht schwer vor, zumal es wenige gibt, die die volle Weiterbildungsermächtigung haben.... hat da vllt. schonmal jemand Erfahrungen gemacht?
LG und Danke für die Geduld :-top
Ach so: Ich bin absolute Anfängerin (die sich vermutlich viel zu viele Gedanken macht). Und im Mom eher fächerübergreifender Generalist, wobei ich da für Onko auch umdenken würde ;-) Ich plane eben gerne etwas länger im Vorraus und bin kein Mensch der gerne innerhalb von fünf Jahren dreimal umzieht.... deswegen viele Vorüberlegungen
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