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Absolute Arrhythmie
14.11.2010, 15:54
Bei mir ist das Gegenteil der Fall. Früher konnt ich alles sehen, im OP in die Leute reingucken beim Hospitieren fand ich super. Nach abgeschlossener Pflege-Ausbildung und Arbeit auf ITS muss ich sagen: ich werde immer luschiger ;)
Also als ich letztens bei ner Not-OP im Zimmer in den offenen Thorax blickte und das Herz schlagen sah, da wurde mir doch anders. Auch Pleuradrainage-Anlagen und ähnliches finde ich mittlerweile nicht mehr faszinierend, sondern nur noch eklig. Da ist doch auch nichts bei? Nicht jeder, der Arzt werden will, muss Chirurg werden, oder?
Und man kann auch umkippen sooft man will, man muss es nur früh genug merken und aus dem ARbeitsbereich weggehen, damit man nicht aufs Bett, den Patienten oder den OP-Tisch fällt!
Daraus würde ich nicht die Berufstauglichkeit ableiten.

maggi90w
14.11.2010, 17:56
Bin in meinem KPP mehrfach umgekippt als ich der PJlerin nur beim Blutabnehmen zugesehen(!!!) hab und meine erste OP (Thyreoidektomie) aus Zuschauersicht war ja mal so was von eklig- da hab ich mich auch nicht lange auf den Beinen halten können. Hab ewig Hin- und Herüberlegt- auch während der Vorklinik- ob ich das Überwinden kann und 9 Semester und eine super Chirurgiefamulatur später möchte ich höchstwahrscheinlich nach dem Examen in die Viszeralchirurgie gehen. Wenn man dann weiß, was bei der OP passiert und wieso, dann wird sie auf einmal ziemlich spannend und ist auch gar nicht mehr iiiiiih ;) Gut, das finden nicht alle so, aber die meisten überwinden zumindest ihre "Angst" vor der Blutabnahme- man muss ja nicht gleich ChirurgIN werden.
Von daher, lass dich auf keinen Fall entmutigen!!!
Eben alles eine Frage der gewöhnung.
Eine befreundete OTA hat mir erzählt, dass sie im Op immer umgekippt ist, wenn sie vorher keinen Kaffee getrunken hat.
Also, gar nicht peinlich, keine Schande (für niemanden) und ganz sicher kein Grund, nicht Arzt zu werden.

epeline
15.11.2010, 19:40
Eben alles eine Frage der gewöhnung. Die normale Reaktion auf Blut und Verletzungen is eben die Sympathicusaktivierung und wenn der Blutdruck sowieso schon neidring war (zu wenig gegessen, zu wenig getrunken, nicht genug geschlafen, langes stehen etc.) kann einem ganz schnell mal schwarz vor Augen werden, dazu muss man das gesehen gar nicht mal eklig finden.

auf die gefahr hin, mich zu blamieren.
aber ich dachte, der sympathikus macht ne vasokonstriktion und somit eine blutdruckerhöhung....

maggi90w
16.11.2010, 07:46
auf die gefahr hin, mich zu blamieren.
aber ich dachte, der sympathikus macht ne vasokonstriktion und somit eine blutdruckerhöhung....

Stimmt, jetzt wo du's sagst. Muss die Vasusdilation wohl an was anderem liegen.

Keenacat
16.11.2010, 08:22
Stimmt, jetzt wo du's sagst. Muss die Vasusdilation wohl an was anderem liegen.

Pssst... Am Parasympathikus (N. vagus), daher auch vasovagale Synkope. :-)

Rico
16.11.2010, 13:26
Vor allem ist das Umfallen keine "normale" Reaktion auf Blut oder sonstiges ekliges Zeugs. Wäre in der Steinzeit irgendwie hinderlich gewesen, wenn man beim Anblick des soeben vom Säbelzahntiger zerfetzten Jagdkumpanen bewußtlos zu Füßen des Säbelzahntigers daniedergesunken wäre.
Da die Säbelzahntiger heutzutage seltener geworden sind ist diese kurze Ohnmacht zwar ärgerlich, hat aber keinen Krankheitswert.

epeline
16.11.2010, 18:43
und wie ist das jetzt physiologisch zu erklären? ;-)

ist ja, wie von dir wieder so schön bildlich beschrieben eher ne blöde sache ;-)

maggi90w
16.11.2010, 20:07
Vor allem ist das Umfallen keine "normale" Reaktion auf Blut oder sonstiges ekliges Zeugs.
Von normal im Sinne von sinvoll hat ja auch keiner gesprochen. Ich würde das eher als negative Begleiterscheinung bei sowieso schon niedrigem Blutdruck der "normalen" Reaktion einordnen.
Physiologisch weiß ich da aber auch nicht weiter. Klar, Parasymphaticus = Vasodilation, aber macht Parasympathikus Sinn wenn wir was sehen (ekliges zeug) bei dem wir uns unwohl fühlen? Der fright, fight, flight Sympathikus würde doch mehr Sinn mache... so nach dem Motto "Ih! Pfui! Schlecht! Weg!".

Spielt für die Fragestellung des Thread keine Rolle, würde mich aber doch mal interessieren.

Rico
16.11.2010, 22:29
Physiologisch weiß ich da aber auch nicht weiter. Klar, Parasymphaticus = Vasusdilation, aber macht Parasympathikus Sinn wenn wir was sehen (ekliges zeug) bei dem wir uns unwohl fühlen? Der fright, fight, flight Sympathikus würde doch mehr Sinn mache... so nach dem Motto "Ih! Pfui! Schlecht! Weg!".Deshalb ist das ganze ja ein Fehlregulation, eine überschiessende Aktivierung des Parasympatikus in einer Situation in der das nicht hilfreich ist.

Und es heißt Vasodilatation... :-peng :-D

epeline
16.11.2010, 22:42
hab da was (http://www.medeco.de/dentalatlas/zahn-mund-kieferheilkunde/anaesthesie/komplikationen-bei-lokalanaesthesie/vasovagale-synkope/) gefunden

-Julchen-
17.11.2010, 13:10
Von normal im Sinne von sinvoll hat ja auch keiner gesprochen. Ich würde das eher als negative Begleiterscheinung bei sowieso schon niedrigem Blutdruck der "normalen" Reaktion einordnen.
Physiologisch weiß ich da aber auch nicht weiter. Klar, Parasymphaticus = Vasodilation, aber macht Parasympathikus Sinn wenn wir was sehen (ekliges zeug) bei dem wir uns unwohl fühlen? Der fright, fight, flight Sympathikus würde doch mehr Sinn mache... so nach dem Motto "Ih! Pfui! Schlecht! Weg!".

Spielt für die Fragestellung des Thread keine Rolle, würde mich aber doch mal interessieren.
Macht nicht auch der Sympathicus eine Vasodilatation? Eben wegen Fight;-) zum Wegrennen müssen die Muskeln gut durchblutet sein!

Rico
17.11.2010, 13:34
Macht nicht auch der Sympathicus eine Vasodilatation? Eben wegen Fight;-) zum Wegrennen müssen die Muskeln gut durchblutet sein!Nein, der macht Vasokonstriktion. Zum Kämpfen braucht man hohen Blutdruck!

bastiankai
17.11.2010, 13:54
stimmt doch beides! Der Sympathikus wirkt ja auf verschiedene rezeptoren: alpha/beta ... so führt der Sympathikus z.B. bei Skelettmuskeln, Koronararterien zu einer Vasodillatation und im Magen Darm Trakt zur Konstriktion

saipro
17.11.2010, 21:26
stimmt doch beides! Der Sympathikus wirkt ja auf verschiedene rezeptoren: alpha/beta ... so führt der Sympathikus z.B. bei Skelettmuskeln, Koronararterien zu einer Vasodillatation und im Magen Darm Trakt zur Konstriktion

Jap, und um es auch mal klar zu stellen: Der Parasympathikus hat keinen Einfluß auf die Gefässe, also stellt diese NICHT weit, außer im Corpus Carvernosum. Und auf das Herz hat er auch nur eine Wirkung im Sinne von Verminderung der Frequenz.
Also Parasympathikus = Blutdruck runter, stimmt nur teilweise, da der RR-Abfall wohl eher auf mangelnder Sympathikusaktivierung zurück zu führen ist.

Keenacat
17.11.2010, 21:50
J
Also Parasympathikus = Blutdruck runter, stimmt nur teilweise, da der RR-Abfall wohl eher auf mangelnder Sympathikusaktivierung zurück zu führen ist.

Nicht mangelnde Aktivierung, sondern Blockade durch den überaktiven Parasympathikus. Sympathikus lahmgelegt --> Kapazitätsgefäße auf --> Abflug.
Der Zusammenhang stimmt sehr wohl, hat ja keiner behauptet, dass der Parasympathikus die Gefäße aktiv weitstellt.

saipro
18.11.2010, 21:04
Nicht mangelnde Aktivierung, sondern Blockade durch den überaktiven Parasympathikus. Sympathikus lahmgelegt --> Kapazitätsgefäße auf --> Abflug.
Der Zusammenhang stimmt sehr wohl, hat ja keiner behauptet, dass der Parasympathikus die Gefäße aktiv weitstellt.


Klar, Parasymphaticus = Vasodilation, aber macht Parasympathikus Sinn wenn wir was sehen (ekliges zeug) bei dem wir uns unwohl fühlen?

Wenn ich das so lese, scheint es wohl nicht ganz klar zu sein, zumindest habe ich diesen Beitrag so gedeutet.

maedica
19.11.2010, 19:17
Hallo Manu!
Entweder man gewöhnt sich dran, oder nicht. Was Dich persönlich betrifft musst Du wohl selber einschätzen können, da kann kein anderer eine Prognose wagen. Ich kenne Fälle von Leuten, die zu Beginn beim Anblick von Blut mehrfach zusammengeklappt sind, heute aber keine Probleme mehr damit haben. Andere schaffen es nicht, und wechseln dann den Studiengang.
Egal wie Du Dich entscheidest... Alles Gute! :-top

Keenacat
19.11.2010, 19:32
Andere schaffen es nicht, und wechseln dann den Studiengang.
Hab ich noch nie von gehört, dass jemand deswegen abbrechen musste. Nicht mal so "der Freund der Schwippschwagers der Großcousine..."-mäßig.

maedica
19.11.2010, 19:44
Hab ich noch nie von gehört, dass jemand deswegen abbrechen musste. Nicht mal so "der Freund der Schwippschwagers der Großcousine..."-mäßig.

Eine ehemalige Mitschülerin hat deswegen abgebrochen. Heute ist sie Lehrerin...

Rennmaus
09.01.2011, 18:45
Ich habe mal eine andere Frage, aber ich glaube, sie passt ganz gut zu dem Thread..

Ich arbeite z.Z. noch in der chemischen Industrie und habe täglich mit (höchst) toxischen Substanzen zu tun, bei den meisten ist die Wirkung auf den Menschen/Tier noch nicht bekannt, im Zweifelsfall sollte man also vom Schlimmsten ausgehen.
Ich habe mir die Stelle damals zwar ausgesucht, aber mittlerweile wäre ich glücklicher, wenn ich nicht mehr (so oft) mit solchen Substanzen arbeiten müsste. Ich habe mich zwar daran gewöhnt irgendwie, aber ganz wohl ist mir trotzdem nicht...
Kann auch daran liegen, dass ich sowieso lieber was anderes (Medizinstudium) machen will und mein Leben nicht für son Mist "opfern" will*g*

Zu meiner Frage:
Wie ergeht es euch beim Umgang mit Infektionskrankheiten? Ist ja auch so ähnlich wie mit meinen Substanzen.
Einmal die benutzte Spritze in den Finger gehauen und schon kanns passiert sein (denke ich mal?!). Habt ihr da auch Bedenken (gehabt)? Oder kommen die richtig üblen Infektionskrankheiten weniger häufig vor? Ich fürchte nämlich, dass ich da auch ab und an ein mulmiges Gefühl haben werde, wenn das auf mich zukommt (trotz Sicherheitsvorschriften wie Handschuhe etc.). Also ich denke/bin mir sicher, dass ich damit umgehen kann, aber mir wäre wohler, wenn ich nicht so oft mit so richtig üblen Sachen konfrontiert werde oder dem komplett aus dem Weg gehen könnte (ist wohl unwahrscheinlich*g*)