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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Friede-Freude-Eierkuchen - Artikel



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Anita84
03.12.2010, 21:17
Gott der Artikel ist furchtbar. Also zuerst wird in der Medizinischen Ausbildung das AIP gestrichen weil man es angeblich nicht braucht (was bezahlt würde im gegenteil zum 2 Jahr PJ) und jetzt sowas im Artikel.

Der Artikel ist fast so gut wie die Aussagen an meiner Uni zum Infoabend PJ, wo der Veranstalter der festen Meinung war, dass die Klinikchefs viel zu milde mit den Studenten seien und man doch keinen Studientag oder früher frei bräuchte den alles was man für das Examen braucht würde ja in der Klinik vermittelt werden. Das ich nicht lache. Ich habe mir nur gedacht ja warum lassen die uns überhaupt aus dem Käfig?
Und solche Aussagen wie die im Artikel helfen nicht wirklich weiter das Medizinstudium annähernd zuverbessern.
Aber jeden seine eigene Meinung. Nur ich will nicht für lau die gleiche Arbeit machen müssen wie ein Assistenzarzt für Geld.

Kackbratze
03.12.2010, 21:52
Nur ich will nicht für lau die gleiche Arbeit machen müssen wie ein Assistenzarzt für Geld.

Machst Du im PJ ja garnicht, höchstens ansatzweise.
Blut abnehmen, Patientenaufnahmen, Untersuchungen, Funktionsuntersuchungen, Verbände, OP-Hilfe, etc. sind alles "light"-Varianten von ärztlichen Tätigkeiten ohne die entsprechende Verantwortung, d.h. es wird der Umgang und die Behandlung von Patienten geschult und unter kontrollierten Bedingungen beobachtet, aber die eigentliche medizinische Verantwortung via Anordnung und Festlegung eines Therapieschemas findet nicht statt.
Und der PJler kann sich zusätzlich jederzeit allen Tätigkeiten durch "mangelhafte Mitarbeit" entziehen.

Sicherlich ist das jetzt harsch formuliert und es gibt Kliniken, wo man dem PJler "mehr Freiheiten" und damit auch mehr Verantwortung anbietet oder gar aufdrückt, aber so Freigiebig wie in dem Artikel geschildert, ist das PJ nicht und, um es aus der Position eines PJ-Betreuers zu schildern, kann das PJ nicht sein.
Es ist ein Teil der Ausbildung, welcher nach Kenntnis, Können und Willen im Niveau individuell variiert wird, aber es als Assistenzarztarbeit zu bezeichnen ist falsch.

Bei uns gehen die PJs pünktlich nach Hause. Ich denke, dass das schon einen Großteil aussagt. ;-)

Ehemaliger User 05022011
03.12.2010, 22:05
"Allg., Viszeral- und Thoraxchirurgie. CommonTrunk.
Top Ausbildung und Weiterbildung in einem Haus der Maximalversorgung.
PN an mich!"

und Überstunden ohne Ende ? oder wie muss man das jetzt verstehen, dass die Dauer der Arbeitszeit und das pünktliche Beenden selbiger einen Großteil des Unterschied zwischen einem PJler und einem Assistenzarzt bei euch ausmacht ?

Kackbratze
03.12.2010, 22:39
Einen PJler schicken wir grundsätzlich pünktlich nach Hause, bzw. wenn kaum was zu tun ist auchschon eher.
Wir gehen, wenn die Arbeit erledigt ist, was normalerweise ca. 30-50min später ist, aber warum sollte jemand länger bleiben, der das im Gegensatz zu uns nicht bezahlt bekommt?

daCosta
04.12.2010, 13:42
Und der PJler kann sich zusätzlich jederzeit allen Tätigkeiten durch "mangelhafte Mitarbeit" entziehen.

verständlicherweise, wenn man lediglich als AvD für Blut abnehmen,Zugänge, Funktionsuntersuchungen, Verbände, OP-Hilfe, etc. NUR genutzt wird



Es ist ein Teil der Ausbildung, welcher nach Kenntnis, Können und Willen im Niveau individuell variiert wird, aber es als Assistenzarztarbeit zu bezeichnen ist falsch.

Da stimme ich zu. Als PJ hat man garnicht die Möglichkeiten Untersuchungen anzumelden, Arztbriefe zu unterschreiben, Medikamentenanordnungen zu machen oder Aufklärungsgespräche zu führen (nicht delegierbare Aufgabe übrigens). Man kann nur zuschauen&Fragen stellen. Außerdem hat der PJler wenn überhaupt höchstens 1-2 Patienten persönlich zu betreuen und schlägt dann auch dem Assistenten vor, wie es weiter gehen soll. Hauptsächlich macht er stattdessen die delegierbaren Arbeiten.
Daher kann ich auch nicht nachvollziehen, warum das PJ in der Länge Verpflichtung ist. Strukturierte Lehre gibt es nicht, wer was mitnimmt ist zu individuell.



Bei uns gehen die PJs pünktlich nach Hause. Ich denke, dass das schon einen Großteil aussagt. ;-)

eine Selbstverständlichkeit, wenn keine angemessene Bezahlung vorhanden ist.
Es soll ja auch Innere Stationen geben, wo Studenten morgens nur für Blut, EKG, Zugänge kommen und dann gehen^^

Rico
04.12.2010, 15:19
Als PJ hat man garnicht die Möglichkeiten Untersuchungen anzumelden, Arztbriefe zu unterschreiben, Medikamentenanordnungen zu machen oder Aufklärungsgespräche zu führen (nicht delegierbare Aufgabe übrigens). Man kann nur zuschauen&Fragen stellen. Das stimmt so nicht ganz. Klar, Aufklärungsgespräche muss ein Arzt führen, aber der Rest sind defintiv keine nicht deligierbaren Aufgaben:
Bei uns haben die PJler einen (fast) vollwertigen Computerlogin, mit dem sie alle EDV-basierten Untersuchungsanforderungen (Sono, Echo, diverse Konsile) selber anfordern können/dürfen und sollen. Damit kann der PJler auch Arztbriefe digital diktieren und steht dann selbstverständlich auch mit Namen drunter (Unterschrift gibt's bei uns nicht mehr, wird digital signiert).
Medis anordnen können sie auch, zumindest die Anordnung schreiben, dann setz ich halt mein Kürzel noch davor und schaue kurz drüber (und gebe natürlich auch Rückmeldung was ich anders machen würde und wieso).

Meiner persönlichen Erfahrung nach sind die allermeisten PJler damit schon gut gefordert, auch wenn sie "nur" die vergleichweise einfachen Fälle betreuen.

Lava
04.12.2010, 18:20
So lang ein PJler eine pertrochantäre Fraktur nicht von einer medialen Schenkelhalsfraktur unterscheiden kann (und das können die wenigsten), macht es doch auch gar keinen Sinn, ihm Verantwortung zu übertragen. Auch unsere jungen Assistenzärzte bekommen erst so nach und nach mehr Aufgaben und Verantwortung. Nur weil jemand eine Approbation hat, kann man nicht von ihm erwarten, dass er einen Patienten adäquat über eine Osteosynthese bei Acetabulumfraktur aufklären kann... nur so als Beispiel. Und bevor daCosta hier wieder mit dem erhobenen Zeigefinger aufkreuzt und moniert, die PJler würden nur zum Blutabnehmen missbraucht: dem ist nicht so. Wir haben ein Blutabnahmeteam, das ca. 90% aller BEs macht. Und ich erkläre den PJlern sehr wohl was über hüftgelenksnahe Frakturen, wenn sie es nicht wissen.

Kackbratze
04.12.2010, 19:10
...und wenn sie es wissen wollen.

Wie gesagt, wir erklären und lehren bei interessierten Studenten, fördern und fordern, achten auf die Arbeitszeiten und unterstützen die KH-internen Studentenfortbildungen, soll heissen: die treten sofort im OP ab, bzw. werden von Station ohne Diskussion freigestellt.