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glabella
05.12.2010, 10:58
hmm, ich glaube ich kann eigentlich schon sehr selbstständig arbeiten, es geht mir nicht um das "händchen halten". intensivkurs habe ich auch schon gemacht (sehr hilfreich). und es stimmt auch, von einem arzt kann man erwarten daß er sich z.T. das wissen selbst aneignet. ob das aus büchern ist oder was anderem wie sop's.
meine sorge gilt wie gesagt den praktischen dingen. Tubus rein, ZVK rein usw, dann wenn es schnell gehen und klappen muß. habe vor nicht allzu langer zeit das auf station erlebt, reanimation bei ileus, keine braunüle reinzubekommen, leisten zvk, erbrochen bei intubation.
das kann ich nicht nach 3 wochen mitlaufen und auch nicht nach 2 wochen famulatur in der anästhesie beherrschen.
Ich glaube leider wirklich daß das eine frage des typs ist - manche können das einfach und sind "kaltschnäuzig" genug und manche nicht, denn mehr als "learning by doing" gibt es nicht.

Rico
05.12.2010, 11:23
meine sorge gilt wie gesagt den praktischen dingen. Tubus rein, ZVK rein usw, dann wenn es schnell gehen und klappen muß. habe vor nicht allzu langer zeit das auf station erlebt, reanimation bei ileus, keine braunüle reinzubekommen, leisten zvk, erbrochen bei intubation.
das kann ich nicht nach 3 wochen mitlaufen und auch nicht nach 2 wochen famulatur in der anästhesie beherrschen. Sorry, aber das wird es immer geben, dass mal irgendwo gar kein Zugang reingeht, wenn Du in der Notsituation nen Leisten-ZVK gelegt kriegst, dann kannst Du schon mehr als die meisten nach einem halben Jahr. :-top
Ich erinnere mich z.B. an eine junge Patientin in meiner Intensivzeit, die mit einer verschleppten Sepsis bei mir aufgeschlagen ist, die war so furztrocken, dass selbst die Leisten- und Halsgefäße (trotz aller lagerungsspielereien) so kollabiert waren, dass nun wirklich gar kein peripherer oder zentraler Zugang ging. So jemand braucht dann halt nen intraossären Zugang und der ist (no offense) idiotensicher und geht immer.
Das wird es immer geben, dass das Mittel der ersten Wahl nicht funktioniert, aber dafür gibt es ja die ganzen Arsenale an Zugangswegen und Intubationshilfen.
Und dass ein Patient in einer Rea-Situation erbricht - das kommt halt vor, die wenigsten Leute halten eine 12-stündige Nüchternzeit ein, bevor sie sich zur Reanimationspflichtigkeit entschließen. Absaugen, Tubus rein (von mir aus auch Larynxtubus und nacher über eine Führungssonde umintubieren) und auf ITS einen ranschaffen der ein Bronchoskop bedienen kann.

Das ist doch das "Schöne" an der Notsituation: Paraktisch alles ist indiziert wenn man den Patienten retten will. Wenn der periphere Zugang egal aus welchem Grund nicht klappt, dann ist automatisch die Indikation zum notfallmäßigen zentralen Zugang gestellt, wenn der nicht klappt, dann der intraossäre, u.s.w.
Notfallmedizin ist eine "ist-halt-so"-Medizin und keine "schöner-wäre-es-so-und-so-gewesen"-Medizin.