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Bei der ganzen Diskussion um Wertschätzung und Finanzen: Wo soll denn die Kohle ins System kommen? :-meinung
also firmenwagen find ich auch klasse...grad wenn man in einer...sagen wir mal verkehrstechnisch schlecht erschlossenen gegend anfängt ;-)
sehe aber auch das problem, dass zum einen dieser zuerst enorm aussehende batzen geld ordentlich versteuert werden muss (das ärgert mich schon immer beim fortbildungsbudget...da macht man die fortbildung xy; kosten 500€ und die perso überweist einem mit dem nächsten gehalt exakt jene 500€...nach steuern und abzügen kommen dann vielleicht 360€ dabei raus :-(....und der rest wird erst bei der nächsten steuer geltend gemacht...na toll)
aber wie sieht das eigentlich aus; angenommen man fängt irgendwo an und erhält dieses "startkapital", kündigt nach der probezeit (oder irgendwann anders); gibt's da ne exakte regelung so im sinne von mindest-arbeitszeit?!
würd mich mal interessieren...
Bei der ganzen Diskussion um Wertschätzung und Finanzen: Wo soll denn die Kohle ins System kommen? :-meinung
Tja, das gute alte Gegenargument.
Trotzdem kein Grund seine Arbeitskraft zu verschenken, siehe Angebot und Nachfrage ;-)
Relaxometrie
07.12.2010, 08:37
Bei der ganzen Diskussion um Wertschätzung und Finanzen: Wo soll denn die Kohle ins System kommen? :-meinung
Wenn Du die Krankenhausverwaltung darum bittest, darfst Du bestimmt als AiP arbeiten.
Ich sehe diese Lockangebote (Startgeld, Firmenwagen) eher als zweitrangig an. Sie sind "nice to have".
Aber solche Dinge, wie: gute Weiterbildungsbedinungen, Fortbildungen, Entlastung von überbordender Bürokratie, Vereinbarkeit von Beruf und Familie -eben erträgliche dauerhafte Arbeitsbedingungen- sind essentiell.
Aber solche Dinge, wie: gute Weiterbildungsbedinungen, Fortbildungen, Entlastung von überbordender Bürokratie, Vereinbarkeit von Beruf und Familie -eben erträgliche dauerhafte Arbeitsbedingungen- sind essentiell.Genau, deswegen engagieren sich so viele Ärzte berufspolitisch *ironiemodusoff* ;-)
DoctorNew
07.12.2010, 11:26
Wobei ich persönlich immer wieder sage, dass ich das Gehalt in den Häusern nach den aktuellen Tarifverträgen schon in Ordnung finde. Viel wichtiger als irgendwelche Startboni fände ich, dass auch Überstunden entsprechend dem Tarifvertrag korrekt erfasst und ausbezahlt würden. Ein Freund von mir ist z.B. nach dem Jurastudium zu einer Großkanzlei gegangen. Dort verdient er zum Einstieg 90k pro Jahr für eine Arbeitszeit von im Mittel 80 Stunden pro Woche. Schaue ich mir nun an, was ein Assistenzarzt entsprechend dem TVÄ-VKA mit einer korrekt ausbezahlten und erfassten 80-Stundenwoche verdienen würde, lege ich in ähnlichen Dimensionen wie besagter Jurist.
Anstatt für bessere Verträge zu streiken, sollten wir vielleicht erst einmal dazu übergehen, den gelten Tarifvertrag durchzusetzen.
Bezüglich der Firmenwagen muss ich aber nocheinmal in die Runde werfen, warum das nicht mehr Kliniken, wenigstens in Form eines Modells mit Gehaltsumwandlung anbieten. Für das Geld, was es einen größeren Betrieb kostet, einen Firmenwagen inkl. Privatnutzung zur Verfügung zu stellen, kann kein Arbeitnehmer ein vergleichbares Auto privat unterhalten. Und für das Unternehmen ist es ebenfalls günstiger, weil die Stellung eines Firmenwagens steuerlich viel günstiger abgesetzt werden kann.
Feuerblick
07.12.2010, 11:32
Ganz ehrlich: Ich hätte überhaupt kein Interesse an einem Dienstwagen. :-nix
Diese ganzen Startboni etc. sind doch auch nur Rattenfängerei. Was nutzt die Kohle, wenn man zum einen am Ende der Welt arbeiten muss und trotzdem in einer unterbesetzten Abteilung schuftet, in der ausser einem selbst nur Menschen mit mäßigen Deutschkenntnissen arbeiten?:-meinung
Was nutzt die Kohle, wenn man zum einen am Ende der Welt arbeiten muss und trotzdem in einer unterbesetzten Abteilung schuftet, in der ausser einem selbst nur Menschen mit mäßigen Deutschkenntnissen arbeiten?:-meinung
nunja...tatsache bei uns im haus (andre abteilung) ist, dass man genau DORT arbeitet ohne boni und dienstwagen...wie an vielen anderen kliniken in der entsprechend beliebten abteilung auch...:-((
so, und nun?!?!?!:-nix
Feuerblick
07.12.2010, 13:13
nunja...tatsache bei uns im haus (andre abteilung) ist, dass man genau DORT arbeitet ohne boni und dienstwagen...wie an vielen anderen kliniken in der entsprechend beliebten abteilung auch...:-((
so, und nun?!?!?!:-nixWürdest du lieber dort arbeiten, wenn du zu Stellenantritt 5000 Euro bekommen hättest und einen Dienstwagen nutzen dürftest? Also ICH würde mir lieber eine andere Stelle suchen, in der ich nicht alle komplizierteren Arbeiten machen und schwierigere Briefe schreiben muss, weil ich als einzige die deutsche Sprache in Wort und Schrift beherrsche...:-nix
Würdest du lieber dort arbeiten, wenn du zu Stellenantritt 5000 Euro bekommen hättest und einen Dienstwagen nutzen dürftest? Also ICH würde mir lieber eine andere Stelle suchen, in der ich nicht alle komplizierteren Arbeiten machen und schwierigere Briefe schreiben muss, weil ich als einzige die deutsche Sprache in Wort und Schrift beherrsche...:-nix
nö, würd ich nicht; ICH würde mir auch eher ne andre stelle suchen (hab's da bei mir im haus extrem!!! gut (infos gern per pm))
hast natürlich vollkommen recht; war auch eher als spiegel der aktuellen situation in einigen abteilungen gedacht (namentlich ja wohl am ehesten innere und chirurgie, wobei erstere sicher stärker betroffen ist) wo die zustände nämlich genau so sind wie oben beschrieben OHNE dass - zumindest in den meisten kliniken - an anreize in oben genannter form gedacht wird...das ist nämlich die regel, da - wie john silver weiter oben schon gesagt hat - die kliniken keinen cent mehr als nötig ausgeben - auch nicht als wertschätzung ihrer arbeiter :-(
wie gesagt ich bin mit meinen arbeitsbedinungen rundum zufrieden (schließlich auch selbst ausgesucht) und habe auch gar nicht die motivation vergütungen dieser art zum jetzigen stand meiner weiterbildung einzufordern (obwohl das gesicht vom chef bestimmt n lustiges wär....für ne 1/4 sekunde oder so...).
dennoch denke ich: warum sollen kliniken nicht öfter anreize bieten (können) wenn sie z.b. einen bestimmten fa unbedingt in der abteilung haben wollen (z.b. für herzkatheter o.ä.)...muss ja nicht à la "feindliche übernahme" vom nachbarkrankenhaus sein aber der ein oder andere kollege kann sich dank kleiner anreize sicher auch mal für ein auf den ersten blick "unattraktiveres" haus entscheiden...find ich z.b. auch völlig i.o.
grüßle
der mainzer
Bei Helios gefällt mir aber auch 1 Tag Extra-Urlaub für Nichtraucher!
wie geil ist das denn....grad erst gelesen...weil nicht-raucher weniger pause machen und mehr arbeiten? ;-)))
abgefahren! aber ok...unternehmenspolitiv halt
Michael72
07.12.2010, 13:37
Es geht doch nicht um die 5000 Euro, sondern darum, dass sich die Kliniken generell mehr bemühen müssen, einen Arzt zu bekommen und zu halten, und das kann doch nur gut für uns sein.
Ein anderes Beispiel aus der aktuellen MBZ, Seite 16 links unten: Frankenwald Klinik in Kronach bietet: volle Weiterbildungzum FA Innere inkl. Freistellungen und Kostenübernahmen, Ausbildung zum Notarzt (mit Kostenübernahme und Privatliquidation), DRG-Kodierassistent, volle Dienst- und Überstundenvergütung, unbefristeter Vertrag und Beteiligung an den Umzugskosten in nicht genannter Höhe.
Daneben sieht die Stellenanzeige der Uniklinik Heidelberg auf Seite 18 der selben Zeitung für einen Sportarzt aus wie ein Witz: Befristeter Vertrag, keine volle Weiterbildung, Vergütung aus Drittmitteln und jede Menge kostenlose Arbeit an "wissenschaftlichen Projekten".
Es geht doch nicht um die 5000 Euro, sondern darum, dass sich die Kliniken generell mehr bemühen müssen, einen Arzt zu bekommen und zu halten, und das kann doch nur gut für uns sein.
danke michael...genau das meinte ich!
DoctorNew
07.12.2010, 15:16
Ganz ehrlich: Ich hätte überhaupt kein Interesse an einem Dienstwagen. :-nix
Es muss ja auch nicht jeder einen Dienstwagen nehmen. Fakt ist aber, dass sowohl für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber bei der Verwendung von Dienstwagen finanzielle Vorteile entstehen. Es wundert mich einfach, dass Krankenhäuser diese nicht mehr nutzen.
John Silver
07.12.2010, 17:12
Die Deklaration eines Wagens als "Firmenwagen" unterliegt einigen Beschränkungen, die sich im Alltag gar nicht so leicht erfüllen lassen. Wenn's so einfach wäre, würden tatsächlich viel mehr Kliniken dies auch anbieten. Und die Alternative "Firmenleasing" hat aufgrund der neu eingeführten Besteuerung der Kosten für die Arbeitnehmer wesentlich an Attraktivität verloren, weil die Kosten mittlerweile die eines eigenen Fahrzeugs tendentiell übersteigen.
Was das Bemühen der Kliniken um uns Ärzte betrifft, so wird sich die Situation langsam aber sicher den Bedingungen des Marktes anpassen. Dadurch, dass innerhalb kurzer Zeit ein großer Bedarf entstanden ist, der sich weder wegdiskutieren noch aussitzen lässt, werden die Kliniken sich wohl oder übel dem Wettbewerb um die Arbeitskräfte stellen müssen. Dabei muss jede Klinik alles auffahren, was nur geht: eine Uniklinik wie die in Heidelberg vertraut momentan am ehesten auf den (verblassenden) Namen und darauf, dass sich schon noch genug Deppen finden werden, die sich der (fragwürdigen) Karriereaussichten wegen auf jede erdenkliche Art und Weise über den Tisch ziehen lassen; wohingegen (kleinere) Häuser in der Pampa weder eine schöne Stadt noch einen großen Namen bieten können und deswegen Zuckerl wie das Startgeld oder die Umzugshilfe in die Waagschale werfen müssen. Über kurz oder lang werden aber auch nicht-monetäre Werte wie Weiterbildungsgarantien, Arbeitsbedingungen, Fortbildungsförderung etc. eine immer größere Rolle spielen; und das liegt beileibe nicht nur daran, dass die Medizin "weiblich wird" - Männer legen zunehmend Wert aufs Privatleben und wollen nicht mehr die Facharztweiterbildung um Jahre überziehen.
Wenn man sich ein Extrembeispiel an Attraktivitätskampf, nämlich das Amiland, anschaut, sieht man schnell, wie die Verteilung aussehen kann (und vermutlich wird, in abgeschwächter Form): Wenn man an einer (berühmten) Klinik in einer großen attraktiven Stadt arbeiten will, bekommt man als frischgebackener Facharzt für Allgemeinchirurgie ca. 100-150 Tausend Dollar Jahresgehalt angeboten (was angesichts der während des Studiums angehäuften Schulden nicht gerade üppig ist). Derselbe Facharzt für Allgemeinchirurgie, der in eine Praxis irgendwo in der Pampa von Texas oder Utah einsteigt, bekommt das Dreifache. Das ist "Wertschätzung" mal buchstäblich.
Michael72
07.12.2010, 19:05
Was das Bemühen der Kliniken um uns Ärzte betrifft, so wird sich die Situation langsam aber sicher den Bedingungen des Marktes anpassen. Dadurch, dass innerhalb kurzer Zeit ein großer Bedarf entstanden ist, der sich weder wegdiskutieren noch aussitzen lässt, werden die Kliniken sich wohl oder übel dem Wettbewerb um die Arbeitskräfte stellen müssen. Dabei muss jede Klinik alles auffahren, was nur geht: eine Uniklinik wie die in Heidelberg vertraut momentan am ehesten auf den (verblassenden) Namen und darauf, dass sich schon noch genug Deppen finden werden, die sich der (fragwürdigen) Karriereaussichten wegen auf jede erdenkliche Art und Weise über den Tisch ziehen lassen; wohingegen (kleinere) Häuser in der Pampa weder eine schöne Stadt noch einen großen Namen bieten können und deswegen Zuckerl wie das Startgeld oder die Umzugshilfe in die Waagschale werfen müssen. Über kurz oder lang werden aber auch nicht-monetäre Werte wie Weiterbildungsgarantien, Arbeitsbedingungen, Fortbildungsförderung etc. eine immer größere Rolle spielen; und das liegt beileibe nicht nur daran, dass die Medizin "weiblich wird" - Männer legen zunehmend Wert aufs Privatleben und wollen nicht mehr die Facharztweiterbildung um Jahre überziehen.
Das trifft den Nagel auf den Kopf!
stennadolny
07.12.2010, 19:20
Es geht vor allem der Chefarztherrlichkeit an den Kragen.
Mit Recht, das sind nämlich die Erbrecher in der ersten Linie !
Beispiel (Großraum München, Psychiatrie): Nunmehr Unbegrenzter Vertrag für ewigen Löchestopfer (weiblich, verheiratet), der seit Jahren immer wieder mal ein paar Monate, mal ein Jahr "eingesprungen" ist. Unbegrenzt: Gab`s vorher 15 Jahre nie. Alles OHNE Facharzt (oder jemals Aussicht darauf).
Psychiatrie in Haar (München): Unbegrenzter Vertrag nach 2 Jahren (ohne FA). Desgleichen in Taufkirchen (Vils), Günzburg. Landshut (Bayern) (Junger Chef im Retro-Style): Hinhalten mit Vertragsstückelungen, Neueinstellungen praktisch nur mehr Ausländer, laufend Kündigungen in Probezeit.
Jene Chefärzte, die ihre Mitarbeiter bisher gut behandelt haben und (per Mundpropaganda !) gut ausgebildet haben, werden weiterhin begrenzte Verträge ausgeben können. Der Rest nicht- Ballungsraum hin, Uniklinik her.
Und dann kommen die unfähigen Verwaltungen zum Handkuß, da werden auch unbegrenzte Verträge und beherzte Chefärzte nichts mehr nutzen.......:-winky
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