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ProfessorDrSnuggles
12.01.2011, 22:19
Ein herzliches "Hallo" an alle Forummitglieder!!
Ich brauche bitte Eure Hilfe. Folgende Situation:
Ich habe mein Abitur 1997 mit 2,3 bestanden. Hatte mir das Buch von Thews schon in der 11 gekauft, weil ich mich wirklich schon immer sehr für Medizin interessiert habe. Durch verschiedene Umstände habe ich aber nach meinem Zivildienst den Weg in die Selbständigkeit gewählt. Ich war dann darin sehr gefangen und der Medizinwunsch wurde Jahr um Jahr verschoben.
Nun habe ich die Selbständigkeit aufgeben müssen und bin nun wieder auf meinen alten Weg zurückgekehrt. Allerdings bin ich aber bereits 34 Jahre alt. Weggefährten raten mir wegen der angeblich schlechten Aussichten auf eine Anstellung aufgrund des fortgeschrittenen Alters zum Ende des Studiums ab.
Allerdings war kein einziger Mediziner unter meinen Ratgebern. Deswegen stelle ich meine Frage nun den Menschen, die wissen wie es in der Praxis wirklich ausschaut.
Unser Lebensunterhalt ist durch meine Lebensgefährtin und einen Minijob meinerseits (nicht luxoriös aber) halbwegs sichergestellt.
Wie schätzt Ihr denn meine Berufsaussichten ein? Wird ein 43 jähriger Arzt ohne Berufserfahrung frisch von der Uni überhaupt eingestellt? Oder wird es eng für mich? Mir ist klar, dass meine Frage sehr viel Interpretationsspielräume lässt... ich bin allerdings sehr aufgewühlt und unruhig ob ich nun meine Berufung verspielt habe....
Eine kurze Frage noch zum Schluss: Ich habe noch kein Semester studiert und bin 34 Jahre alt. Kann ich dann etwa ca. 30 (!) Wartesemester angeben? Dann wäre eine Ablehnung einer Uni ja geradezu unmöglich, oder?
Ich möchte mich schon jetzt herzlich für Eure Antworten bedanken! :-top
Vielen Dank!!!! :-)
Markus
Kackbratze
12.01.2011, 22:29
Zumindest was die Anstellung betrifft, brauchst Du dir bei der aktuellen Stellensituation, die sich auf Dauer auchnicht entschärfen wird, keine Sorgen zu machen.
Bzgl. Wartesemester kann ich Dir nicht weiterhelfen. :-nix
netfinder
12.01.2011, 22:51
Ein Wartesemester ist jedes Semester, dass du seit deinem Abitur nicht an einer deutschen Universitaet verbracht hast.
Also kannst du ausrechnen, wieviele du hast; ich denke mal, dass du sicher einen Platz bekommen muesstest (da kenne ich mich dann aber wieder nicht mehr so aus, andere hier dafuer umso besser!)
http://www.wartesemester.de/wartezeit/
Ehemaliger User 05022011
12.01.2011, 23:05
Eine kurze Frage noch zum Schluss: Ich habe noch kein Semester studiert und bin 34 Jahre alt. Kann ich dann etwa ca. 30 (!) Wartesemester angeben?
wenn ich mich nicht verrechnet habe dürften es 26 sein und ja, damit bekommst du einen Studienplatz, ob du das Studium nach so langer Zeit nach Abschluss des Abis und des Nichtlernens auch schaffst, sei mal dahin gestellt - will dir keine Angst machen, aber ich kenne niemanden, aber dafür Viele, die nach den ersten ein zwei Semestern wieder aufhören mussten - also du musst auch damit rechnen, dass es nicht mehr klappt deinen verschütteten Lebenstraum doch noch zu erfüllen
Ich habe mein Abitur 1997 mit 2,3 bestanden. Hatte mir das Buch von Thews schon in der 11 gekauft, weil ich mich wirklich schon immer sehr für Medizin interessiert habe. Durch verschiedene Umstände habe ich aber nach meinem Zivildienst den Weg in die Selbständigkeit gewählt.
verrätst du uns auch etwas genauer, was du denn da gemacht hast - ich bin "selbständig" ist ja immer so ein Sprachgebrauch, der eigentlich nicht aussagt, außer dass man keine Anstellung hatte und klingt so nach ungelernter Versicherungsaufschwatzer :-))
Ich kenne dafuer einige die es als Spaeteinsteiger ohne Probleme bis in die Klinik geschafft haben...
Ehemaliger User 05022011
12.01.2011, 23:34
Ich kenne dafuer einige die es als Spaeteinsteiger ohne Probleme bis in die Klinik geschafft haben...
mit 35 ? so alt wär er ja bei Studienbeginn
Ich hatte zwei Mütter in Semester, die sich nachdem ihre Kinder flügge waren mit Ende 30, bzw. Anfang 40 für's Studium entschieden haben, die sind mittlerweile auch fertig.
Ich hatte auch mehrere Kommilitonen, die erst in ihren 30ern mit dem Studium anfingen und erfolgreich zu Ende studiert haben und gut untergekommen sind.
35? Das geht ja noch, ich fang mit 37 an. Ich habe mir gesagt, dass ich mir später nicht den Vorwurf machen möchte, es nicht ernsthaft probiert zu haben. Außerdem kenne ich mehrere "Spätberufene", die auch mit mitte, ende 30 angefangen haben zu studieren und das Studium auch erfolgreich abgeschlossen haben. Die Jobaussichten scheinen auch nicht schlecht zu sein. Einer meiner Bekannten war z.B. mit 43 fertig und ist unter die Chirugen gegangen, er konnte sich das beste von drei Angeboten aussuchen....kommt wahrscheinlich auf die Fachrichtung an. Lebensefahrung dürfte ja z.B. eigentlich kein Minuspunkt sein....
Kurz zum Studienplatz. Mit deinen Wartesemestern bekommst du auf alle Fälle einen Platz. Die Frage ist nur wo. Neben den Wartesemestern, zählen noch die Ortskreterien (bist du durch Familie, Job etc. an einen bestimmten Ort gebunden) und die Abiturnote (in dieser Reihenfolge). Wenn es also auf 100 Plätze 600 Bewerber gibt, wird erst nach Wartesemestern ausgesiebt. Dann bleiben vielleicht noch 400 übrig. Dann geht es nach den Ortskreterien weiter, ist jemand an den Studienort durch Beruf, Familie etc. gebunden. Da bleiben dann z.B. nur noch 150 übrig. Unter denen werden die 100 Plätze nach Abiturnoten vergeben. Es kommt jetzt natürlich auf die Uni an, auf die Nachfrage, ob z.B. überhaupt die Abiturnote berücksichtigt wird. Es kann ja auch sein, dass es auf 100 Plätze auch nur 100 Bewerber gibt.
Genauere Infos unter: Hochschulstart.de (ehemals ZVS). Ansonsten würd ich mich auch direkt bei der Uni informieren, wo du studieren möchtest.
Viel Erfolg:-stud
ProfessorDrSnuggles
13.01.2011, 11:27
Hallo zusammen,
Mensch, ich bin platt! :-winky
Dass so viele in so kurzer Zeit antworten hätte ich wirklich nicht gedacht. DANKE!
Da ich bereits eine Tochter habe, bin ich nun -auch Dank Eurer Aussagen- sehr optimistisch, dass ich das Ganze auch zeitnah an der Uni meines Vertraues starten kann....
An Khiri: Ich habe mich direkt nach dem Abi und dem Zivildienst selbständig gemacht. Den Großteil dieser Selbständigkeit machte eine große Sandwichkette aus. Bis Oktober habe ich 3 Filialen von ihr betrieben. Das war wirklich ein fulltime Job. Wir hatten 8 Azubis (Fachleute für Systemgastronomie/Bürokommunikation), mit allen Leuten um die 35 people an Mitarbeitern. Und da man bei dem Verein einiges an Geld aufnehmen musste, war es halt nicht so einfach meinen Traum anzupacken.....Du bist aber nicht so optimistisch was meine Chancen angeht, oder? Könntest Du mir vielleicht ein bisschen mehr dazu verraten? Das wäre echt toll!!
Vielen Dank noch einmal an alle, die sich auf meine Frage hin geäußert haben!! :-top
Es haben dir ja schon genug andere die pessimistische Meinung von Khiri mit Gegenbeispielen entkräftet.
Schlußendlich liegt es auch nur daran, was du daraus machst. Und da Khiri nicht mit 35 angefangen hat, wird sie dir da keine Insiderinfos geben können und sollte sich da auch mit ihrer Meinung eher zurückhalten. Denn es gibt auch genug die direkt nach dem Abi anfangen und die auch aufgeben / aufhören.
Wenn du das willst und die (finanziellen) Rahmenbedingungen passen, pack es an und zieh es durch..
KalisBLN
13.01.2011, 13:35
[QUOTE=Khiri;983898]
verrätst du uns auch etwas genauer, was du denn da gemacht hast - ich bin "selbständig" ist ja immer so ein Sprachgebrauch, der eigentlich nicht aussagt, außer dass man keine Anstellung hatte und klingt so nach ungelernter Versicherungsaufschwatzer :-))[/QUOTE
Und wieder einmal zeigt uns Khiri eindrucksvoll, dass ein Studium nicht vor Dummheit schützt. Aber halt... Sonst werd ich gleich wieder von Big Brother gesperrt.
flopipop
13.01.2011, 14:19
ich finde auch, dass das alter alleine nicht gegen das studium spricht. du musst dir nur im klaren sein, dass dass das studium sehr zeit- und lernintensiv ist und dass du nach so langer zeit "nichtlernens" gerade am anfang lernmäßig ins schleudern kommen könntest, was aber nicht so schlimm ist, da man das durch fleiß gut kompensieren kann. du musst halt damit rechnen, auch hier als fulltime job weiterzumachen, nur ohne geld :-)) wenn diese rahmebedingungen bei dir stimmen, dann ist das alter überhaupt kein problem.
ProfessorDrSnuggles
13.01.2011, 17:22
Vielen Dank für Eure Einschätzung!
Ich bin aber auch froh über kritische Äußerungen, da ich ja schließlich beide Seiten der Medallie betrachten möchte....
ernieundbert123
13.01.2011, 18:26
Eine kurze Frage noch zum Schluss: Ich habe noch kein Semester studiert und bin 34 Jahre alt. Kann ich dann etwa ca. 30 (!) Wartesemester angeben? Dann wäre eine Ablehnung einer Uni ja geradezu unmöglich, oder?
Hi,
ich habe 2007 mit 35 Jahren und 18 Wartesemestern angefangen. Mehr als 16 Wartesemester werden nicht anerkannt, es ist also unerheblich, ob Du 16 oder 30 WS hast. Mit mehr als 16 WS bist Du in jedem Fall drin. In Deinem Fall sollte auch die Wunsch-Uni kein Problem sein, Du kannst einen Ortsantrag stellen. Ich weiß nicht mehr genau, ich glaube, ich hatte soziale und finanzielle Gründe angegeben, weshalb ich die Stadt nicht wechseln kann. Hat alles reibungslos geklappt.
Herzlichen Glückwunsch zu Deinem Entschluss! Und das Lernen klappt auch in diesem Alter, ganz sicher :)
wenn ich mich nicht verrechnet habe dürften es 26 sein und ja, damit bekommst du einen Studienplatz, ob du das Studium nach so langer Zeit nach Abschluss des Abis und des Nichtlernens auch schaffst, sei mal dahin gestellt - will dir keine Angst machen, aber ich kenne niemanden, aber dafür Viele, die nach den ersten ein zwei Semestern wieder aufhören mussten - also du musst auch damit rechnen, dass es nicht mehr klappt deinen verschütteten Lebenstraum doch noch zu erfüllen
Dann lieber gleich gar nicht anfangen, khiri?
Nur weil die Möglichkeit (wie übrigens bei jedem Studienanfänger) besteht, dass man das Ganze doch nicht schaffen könnte? Aus Angst deshalb einen Lebenstraum gar nicht erst anfangen zu träumen?
Halte ich für arg pessimistisch!
@ Snuggles
im Gegensatz zu khiri sind mir gleich mehrere Personen bekannt, die jenseits der dreissig (einige sogar jenseits der vierzig) das Studium begonnen haben und entweder direkt nach dem HEX ihren Job (übrigens auch ohne Prädikatsnoten in beliebten Fächern angefangen) anfangen haben oder eben gerade das letzte Examen geschrieben haben.
Vielleicht haben sie ein oder zwei Semester länger gebraucht, aber wen interessiert es? Hauptsache, sie konnten sich das Studium finanzieren.
Lernen: ja, da musst du dich selber einschätzen können.
Wichtig wäre, dran zu bleiben, auch wenn's mal nicht so läuft und nicht gleich aufzugeben (aber wofür trifft das nicht zu :-D?). Machbar ist's auf jeden Fall, auch in hohem *g* Alter und auch nach langer Pause - nur anfangen muss man!
Wenn ihr es finanzieren könnt, dann ran an die Bewerbung und viel Spaß beim Studieren!
Übrigens: immer mal auch die Kosten für die Krankenversicherung checken - die können je nachdem etwas teuer zu stehen kommen!
Huhu,
ich bin auch ein oldie und fast fertig :-)
Habe wegen meiner 3 Kinder, mittlerweile OA-Visceral-Chirurgenmann und Hausbau mehrere Jahre nach dem Physikum pausiert, hatte vorher schon ne Ausbildung und bin jetzt auch 36 Jahre :-party
Macht aber nichts, ich kenne sooo viele Oldies, die alle ihre Lücken gefunden haben ... und das vorallem in Bereichen die von vielen Jüngeren nicht so gerne gewählt werden - 2 meiner oldie Freundinnen haben mittlerweile ländliche HA Praxen - Bedarf und Möglichkeiten gibt es viele, auch für Ältere ...
Mir ist das Studium zum Glück nicht sonderlich schwer gefallen - also wenn Du es WILLST ist es sicher auch mit Ende 30 nicht zu spät noch anzufangen !
Viel Glück !
Pille_McCoy
24.01.2011, 17:35
ob du das Studium nach so langer Zeit nach Abschluss des Abis und des Nichtlernens auch schaffst, sei mal dahin gestellt - will dir keine Angst machen, aber ich kenne niemanden, aber dafür Viele, die nach den ersten ein zwei Semestern wieder aufhören mussten
Ich habe mit zarten 29 Jahren noch mit dem Studium begonnen und bin jetzt gerade mit dem PJ fertig geworden. Innerhalb der Regelstudienzeit.
Ich habe mich nicht gerade überanstrengt während des Studiums. Zwar gab es Phasen in der Vorklinik und zum Physikum die ziemlich stressig waren, aber im Großen und Ganzen hatte ich eine tolle entspannte Zeit.
Es ist totaler Unfug den Leuten immer solche Angst zu machen.
Stell dir vor: Wir hatten zwei 1,0er Abiturienten aus Bayern, die sind leider am Physioschein gescheitert. Vermutlich weil sie keine richtige Lust auf Medizin hatten.
Deine Vorurteile jedenfalls lassen tief blicken :)
McDreamy
24.01.2011, 19:49
Ich habe mit zarten 29 Jahren noch mit dem Studium begonnen und bin jetzt gerade mit dem PJ fertig geworden. Innerhalb der Regelstudienzeit.
Ich habe mich nicht gerade überanstrengt während des Studiums. Zwar gab es Phasen in der Vorklinik und zum Physikum die ziemlich stressig waren, aber im Großen und Ganzen hatte ich eine tolle entspannte Zeit.
Dem kann ich mich nur anschließen. Leute, die glauben, ihr Leben als Medizin-Student wäre "wahnsinnig stressig" und das Studium mit einem altersgemäß bereits degenerierten IQ ab Mitte 30 eigentlich unschaffbar, haben wahrscheinlich noch keinen Tag in einem realen Job gearbeitet.
Oldies sind da meist etwas stressresistenter, da ihnen nach jahrelangem Vollzeitjob das Studium wie Urlaub vorkommt. Mir gings jedenfalls so.
Anne1970
24.01.2011, 20:56
Habe auch Mitte dreißig angefangen mit dem Studium. Lass dir gesagt sein: Man kann es schaffen! Sogar mit Katze, Hund, Kind, Mann und Pendeln zwischen Studienort und Heimatstadt (eine Fahrt ne gute Stunde mit dem Zug).
Wichtig für mich war: jeden Tag ein wenig tun-. habe dafür die täglichen Fahrten genutzt.
Noch wichtiger (besonders in der Vorklinik in Fächern wie Physik und Chemie): mit anderen zusammenarbeiten! Die Fähigkeiten ergänzen sich, glaub mir! Diejenigen, bei denen die Oberstufe noch nicht so lang her ist und diejenigen, die etwas mehr Sicherheit im Umgang mit Menschen (auch mit Kolloquien und Prüfungen)haben (und z.B. nicht von ersten Paarungsversuchen oder Rekordtrinkversuchen abgelenkt sind :-)) ) können sich gegenseitig sehr von Nutzen sein.
Das Schöne ist: es gibt soviele unterschiedliche Persönlichkeiten im Medizinstudium, dass es möglich ist, immer ein paar "Gleichgesinnte" zu treffen.
Natürlich gabs auch die kleinen Püppchen mit pinkfarbenen Handtäschchen (wirklich!) am Anfang des Studiums, die zuvor z.B. noch nie Bus gefahren sind (echt!), aber die wurden auch erwachsen... Und es ist doch legitim, dass sich Leute, die gerade das erste Mal das wohlbehütete Elternhaus verlassen haben, sich entwickeln, erwachsen werden, oder?
(Nicht, dass man sich im höheren Alter nicht weiterentwickelte! Und gerade das Medizinstudium kann einen wirklich verändern!)
Andererseits habe ich soviele wirklich reife, empathische, tolle Menschen getroffen, die nicht älter als 22, 23 waren! Alter ist keine Verdienst und Reife nicht ans Alter gebunden.
Und uns Älteren steht Toleranz und Gelassenheit gut an.
Ich fand es immer völlig ok, dass ich mich in einer anderen Lebensphase befinde, doch oft war ich mit der jeweiligen Lerngruppe "aufn Kaffee" in der Mensa udn hin und wieder mal mit "abends weg" oder auf ner Party, zum Geburtstag etc. aber ich hab nicht "auf jung" gemacht (bei House-Partys war ich nie :-)) )
Besonderen Respekt habe ich vor den Mitstudierenden, die sich ihr Studium durch eigene Arbeit komplett selbst finanzieren mussten. Oft sind das Rettungssanitäter/innen oder Gesundheits- und Krankenpfleger/innen gewesen. Mit diesen konnte man interessanterweise auch inhaltlich besser diskutieren, als mit den "Rundumversorgten".
Und so manchmal habe ich innerlich den Hut gezogen und mir gedacht, dass ich in dem Alter wohl noch nicht so weit (selbstständig, unabhängig, eigenverantwortlich) gewesen war...
Warum ich das alles erzähle? Abgesehen vom Durchhaltevermögen, dem strategischen Denken und einem gewissen Maß an Fleiß finde ich, dass es auf eine bestimmte Haltung ankommt: Akzeptieren, dass man sich nun mal in manchem unterscheidet. Die eigenen Stärken erkennen, und im Team nutzen.
Bloß kein Alleinkämpfer werden! Und nicht verzweifeln, wenn mal eine Prüfung nicht auf Anhieb klappt: auf dem Schein sieht man hinterher nicht, ob man dei Prüfung wiederholt hat. Sich auf Wichtiges konzentrieren. (In manchen Fächern hat mir der Spruch geholfen: ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss.)
Schwierig fand ich in der Vorklinik, plötzlich die "kleine" Studentin zu sein, nichts mehr zu sagen/zu bestimmen zu haben (vorher im Berufsleben hatte ich Personalverantwortung - das ist ja auch bei dir der Fall- , habe Projekte geleitet etc.); z.B. wird dir in Physik das Protokoll (am besten noch von einer Physikstudentin, die glaubt, dass Humanmediziner eh nichts taugen) zur Korrektur zurückgegeben, weil das Steigungsdreieck 1 cm zu klein ausgefallen ist.
Solche und ähnliche Dinge zu schlucken (manche Lehrbeauftragen der "Nebenfächer"- ich sag nur Soziologie, Physik - wollen/ müssen den Medizinern immer mal zeigen , dass sie von ihnen abhängig sind) ist lernbar, jedoch nicht zu unterschätzen.
Bei all dem: es lohnt sich!
Ich erinnere mich noch ganz genau an das Gefühl, in der Biologie-Vorlesung des Leibnitzpreisträgers von 2004 zu sitzen und - ja, so naiv es klingen mag - zu staunen!
Wenn der Prof etwas erklärte und dann in Aussicht stellte, dass er und seine Forschergruppe einen bestimmten molekularbiologischen Sachverhalt in ca. einerm halben Jahr geklärt zu haben!
Oder da war der Dozent, der uns Neurophysiologie beibrachte: in seine Vorlesung um 9.30 Uhr, hatte er den neuesten Artikel zum Thema aus der aktuellen Zeitschrift Nature, die am erst selben Morgen herausgekommen war, schon eingebaut.
Könnte noch Tausend Sachen nennen!
Aber das soll für jetzt erst Mal ausreichen. Wenn du es wirklich willst, kannst du es schaffen. Einen Versuch ist es wert!
Schönen Gruß
Anne
(PN sind willkommen)
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