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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Statistische Arbeit - in 6 Monaten realistisch?



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emergency doc
01.02.2011, 22:11
Naja, erstmal wirst Du vermutlich 3-4 Wochen warten müssen, bis Du denjenigen triffst, der Dich ins Archiv lassen kann. Der wird Dich dann die ersten zwei Male begleiten wollen, damit nix wegkommt, also musst Du da wieder Rücksicht drauf nehmen. Dann bekommt Dein Doktorvater plötzlich die Idee, den Parameter X doch noch mit einzuschließen, das heisst dann nach getaner Arbeit alle Akten nochmal wälzen. Dabei wird Dir auffallen, daß 20 Akten fehlen, die mittlerweile ein anderer Doktorand in Beschlag hat. Nachdem Du den Mammutanteil geschafft hast, wird der Statistiker den Dein Doktorvater zu Rate zieht euch mitteilen, daß eure Daten nur dann signifikante Ergebnisse bringen können, wenn ihr Daten aus 200 Akten einfließen lasst. Wenn Du Glück hast, gibt es noch aus den Jahren davor, die ihr noch nicht habt einfließen lassen genug. Wenn Du (jetzt schon) Pech hast, fehlen Dir ein paar, aber dein Doktorvater sag etwas wie "Keine Angst, solche Patienten haben wir hier am laufenden Band, die nächsten 50 davon werten wir einfach mal mit aus" verschweigend, daß die 150 die Du schon hast alleine 10 Jahre gebraucht haben um zusammen zu kommen.
[.....]
Beliebig fortzusetzen mit allerlei Dingen, die nur das wahre Leben schreibt.
:-nix

Kackbratze
01.02.2011, 22:15
Dann mit SPSS ein paar statistische Tests (wird ja vom Computer berechnet, sollte schnell gehen) und schwupsdiwups habe ich die Ergebnisse.

Und Schwups wird die Fragestellung nicht beantwortet.
Was dann? Dicke Backen? Nein, nochmalige Nachfrage beim Dr.Vater. Der lässt sich Zeit, weil seine kostbare Fragestellung flöten gegangen ist.
Neue Fragestellung? Dauert.


Apropos Ethik. Bei meiner statistischen Arbeit hat sich der Ethikrat am Ende auchnoch rangehängt und dank div. positiver und dann auch negativer Bescheide (am Ende stand ein positiver Bescheid), die Abgabe verzögert.
Wenn Du einen "Gentest" auswerten sollst, muss das vorher mit dem Ethikrat der Uni besprochen sein, sonst kommt plötzlich Störfeuer aus ganz anderen Richtungen.

gnuff
01.02.2011, 22:25
Ich würde es gar nicht so hoch hängen und "keine Ethik" vermuten. Die Dr.-Väter schweben irgendwie in anderen Sphären und unterschätzen die bürokratischen und organisatorischen Probleme, die während einer Dr.-Arbeit auftauchen.
Die deutsche "Elite" der universitären Forschung "unterschätzt" garnichts. Sie ignorieren einfach die Drecksarbeit weil sie keinen Bock darauf haben und sich Jahr für Jahr ausreichend Lemminge finden die den Schei$$ sogar kostenlos erledigen... :-top

gandalf2
01.02.2011, 22:27
Ich dachte man lässt sich im vorhinein ausgiebig vom Statistiker beraten ob die Aktenzahl,Parameter usw. ausreichend sind um die Fragestellung zu beantworten- eben damit solche Sachen nicht passieren.

das mit dem Ethikrat habe ich auch nicht bedacht...werde ich auf jeden fall auch fragen...thx

Strodti
01.02.2011, 22:30
Es gibt immer Zeitverzögerungen... ich stecke zwar noch mitten in der Datenerhebung, aber du wärst nicht der erste Doktorand der sich über ein "Ich habe letztens so ein tolles Paper gelesen, lass uns doch noch Parameter XYZ mit auswerten!" vom Betreuer freut :-))
Immer wenn du mit Menschen (Betreuer, Archivmitarbeiter, Statistiker, EDV Mitarbeiter...) arbeites, bist du mit Verzögerungen konfrontiert. Irgendjemand hier im Forum meinte mal zu mir, dass Betreuerzeitangaben x2 gerechnet werden müßten. Kommt bei mir hin :-)

Relaxometrie
01.02.2011, 22:32
Die deutsche "Elite" der universitären Forschung "unterschätzt" garnichts. Sie ignorieren einfach die Drecksarbeit weil sie keinen Bock darauf haben und sich Jahr für Jahr ausreichend Lemminge finden die den Schei$$ sogar kostenlos erledigen... :-top
Mit Titel lästert es sich aber kompetenter, als ohne :-D
Hast Du ihn?

Relaxometrie
01.02.2011, 22:36
könnte vielleicht etwas machen was offiziell 1,5 Jahre dauert aber dafür seriöser und sicherer ist.
Seriöser? Sicherer? *gacker*
Auch dabei würde gelten: angegebene Zeit mal 2.
Ich würde erstmal bei dieser statistischen Arbeit mit den 150 Patienten dranbleiben und Näheres erfragen. Bull$hit gibt es bei jeder Arbeit. Wenn man ein halbwegs erträgliches Thema gefunden hat, sollte man einfach anfangen. Das Optimum gibt es nicht.

gandalf2
01.02.2011, 22:41
mal ne andere Frage...kommt man während des PJ wenigstens halbwegs dazu ein paar Sachen für die DA zu machen oder ist das auch Bullsh!t?

Denn sonst hätte ich vielleicht wirklich sogar 2 Jahre Zeit.

Kackbratze
01.02.2011, 22:53
Sogar wenn man arbeitet kann man parallel an einer Dissertation arbeiten.
Ich weiss, es klingt im ersten Moment echt überraschend, aber es ist tatsächlich wahr!!! :-oopss

Rico
01.02.2011, 22:55
mal ne andere Frage...kommt man während des PJ wenigstens halbwegs dazu ein paar Sachen für die DA zu machen oder ist das auch Bullsh!t?

Denn sonst hätte ich vielleicht wirklich sogar 2 Jahre Zeit.Ohja, ich konnte während meines kompletten (!) PJs täglich auf die Auswertungen des Statistikers warten, war problemlos nebenher möglich. ;-)
Soviel zum Thema "schupdiwups hab ich die Ergebnisse"... :-sleppy

gandalf2
01.02.2011, 23:00
ok, meine Motivation geht langsam flöten :-peng

gandalf2
01.02.2011, 23:02
"schönen guten morgen in der Realität" ok, kackbratze, spar's dir gleich ;-)


ich habe all die jahre nur an das schei*ßgelaber geglaubt, dass statistische Arbeiten unaufwendig und zeitlich überschaubar sind- na toll:-top

Rico
01.02.2011, 23:08
ich habe all die jahre nur an das schei*ßgelaber geglaubt, dass statistische Arbeiten unaufwendig und zeitlich überschaubar sind- na tollSind sie ja auch irgendwie - zumindest verglichen mit z.B. experimentellen oder klinischen Arbeiten, wo man die Daten erstmal noch umständlich generieren muss... :-nix

Aber geschenkt gibt's den Titel halt auch nicht, auch wenn viele (v.a. Nicht-Mediziner) einen das glauben machen wollen.
Wie heißt es so schön? Eine Doktorarbeit ist zunächsteinmal viel Arbeit und wenig Doktor... :-))

emergency doc
01.02.2011, 23:13
Achja, und wenn Du die Ergebnisse wirklich HAST, geht erstmal die ganze Erstfassung->Korrektur->Zweitfassung->Korrektur->...->Fünftfassung->etc.-Leier los.:-peng
Bei mir hat es so lange gedauert, daß ich am Ende bei Anmeldung die Arbeit nochmal komplett überarbeiten musste, weil meine aktuellste verwendete Literatur 5 Jahre alt war...:-oopss

Relaxometrie
01.02.2011, 23:15
ok, meine Motivation geht langsam flöten :-peng
Das ist der erste Schritt zum Titel :-))
Und nun ran an den Speck: Fragenliste fertigstellen und den Dr.-Vater befragen. Kannst ja schonmal testen, wie lange Du auf den Besprechungstermin warten darfst :-D

gandalf2
01.02.2011, 23:15
Oh mein Gott! Gebt mir Benzos! Benzos!
:-oopss

Relaxometrie
01.02.2011, 23:16
Oh mein Gott! Gebt mir Benzos! Benzos!
:-oopss
Die gibt's erst für die Habil :-party

gandalf2
01.02.2011, 23:18
Hilft es was, von Anfang an allen Feuer unter dem A*rsch zu machen oder schießt man sich so nur ins eigene Knie?

Relaxometrie
01.02.2011, 23:22
Hilft es was, von Anfang an allen Feuer unter dem A*rsch zu machen oder schafft man sich so nur Feinde?
Eher letzteres. Wie ich vorher schon geschrieben habe: für Dich ist die Dr.-Arbeit das wichtigste Projekt, das aktuell ansteht. Für alle anderen Beteiligten ist es nur eine Sache von vielen. Wenn Du mit den Akten und der Literatur alleine bist, kannst Du Euch Feuer unterm Ar$ch machen. Aber bei den anderen Personen ist es hilfreicher, freundlich zu sein. Und wenn eine Person an entscheidender Stelle erstmal Urlaub hat, hat sie Urlaub. Dann bekommt man halt mal keinen Nachschub an Akten.

gandalf2
01.02.2011, 23:30
Die Akten befinden sich nicht im Zentralarchiv sondern alle in einem bestimmten Untersuchungszimmer (ist ne Spezialambulanz), vielleicht bekomme ich auch einen Schlüssel...wenigstens ein Vorteil hoffe ich