Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Statistische Arbeit - in 6 Monaten realistisch?
Mit Titel lästert es sich aber kompetenter, als ohne :-D
Hast Du ihn?
Nope!
Exakt welche Art von Kompetenz erlangt man da nochmal? :-))
Kackbratze
02.02.2011, 08:43
Die Akten befinden sich nicht im Zentralarchiv sondern alle in einem bestimmten Untersuchungszimmer (ist ne Spezialambulanz)
You are fuxxed.
Jetzt im Ernst, auch wenn die Akten in der Spezialambulanz sein sollten, heisst das nicht, dass Du das problemlos rankommen wirst. 1. Der Schlüssel, 2. Die Ambulanzärzte, 3. Die Stationen, die bei Aufnahme des Patienten potentiell die Akte anfordern.
Das soll Dir nict die Arbeit vermiesen, ich hatte auch so eine Arbeit, dementspechend weiss ich, wovon ich spreche (Cave: trotzdem nur meine Erfahrung, allgemeingültige Aussagen sind nur bei facebook und google zu finden ;-) ), als fest einzuplanende Verzögerungen gibt es zusätzlich nur
1. den eigenen Betreuer
2. den zugeteilten Statistiker
3. das zuständige Dekanat
4. die verwendete Software
5. den eigenen Schweinehund
6. den eigenen Schweinehund
Mit Druck oder Feuer kommst Du nicht besonders weit, Du verbrennst Dir höchstens die Finger.
Schau in Ruhe, was auf dich zukommt, arbeite Dich durch den Wust durch und vorallem lass dich nicht durch eigene Zeitvorgaben gängeln. Wie schon vorher gesagt, jede Diss braucht ihre individuelle Zeit und den meisten bullsh1t erzählen diejenigen, die sowas nie gemacht haben oder machen werden.
Das klappt schon.
Dieser Fred zeigt mir mal wieder sehr schön, warum auch ich dafür bin, den Dr. med. in dieser Form abzuschaffen. Wenn man das wie du, lieber Fredsteller, nur unter dem Zeitdruck von einem halben Jahr machen will, kann ich mir vorstellen, wie die Arbeit am Ende aussieht... Inhaltlich, sprachlich und auch stilistisch. Gerade Letzteres finde ich bei Medizinern erschreckend. Ich erwarte ja kein Buchlayout, aber ein bißchen Mühe geben kann man sich schon.
Und das wirklich Schlimme dabei ist: Viele Doktorväter stören diese Makel nicht einmal und winken die Arbeit durch, weil sie häufig nur an den Daten und nicht an der Arbeit selbst Interesse haben.
Nimms mir nicht übel, aber ich bin wohl nicht der Einzige, der der Meinung ist, dass so eine Arbeit Zeit braucht und nicht mal eben Mir Nix, Dir Nix abgearbeitet werden sollte.
Mal davon ab, dass ein halbes Jahr auch so völlig illusorisch ist...
Vielleicht bin ich Idealist, aber wenigstens bin ich dann stolz auf meinen Doktor!
AMEN!
Kackbratze
02.02.2011, 10:03
[QUOTE=Haweee;992308]
Und das wirklich Schlimme dabei ist: Viele Doktorväter stören diese Makel nicht einmal und winken die Arbeit durch, weil sie häufig nur an den Daten und nicht an der Arbeit selbst Interesse haben.
Nimms mir nicht übel, aber ich bin wohl nicht der Einzige, der der Meinung ist, dass so eine Arbeit Zeit braucht und nicht mal eben Mir Nix, Dir Nix abgearbeitet werden sollte.
Mal davon ab, dass ein halbes Jahr auch so völlig illusorisch ist...
[\QUOTE]
Auch wenn eine gewisse elitäre Arroganz aus dem Posting deutbar sein könnte, ist deine negative Sicht so nicht zu 100% korrekt.
Ja, der Stil kann definitiv bei manchen Arbeiten überarbeitet werden, dafür haben gewisse Unis (Göttingen) Instanzen geschaffen (Stubenrauch), die solche Dinge auch überwachen.
Und die dumme Idee, dass eine Dissertation in einem halben Jahr "abgearbeitet" sein kann, haben nur diejenigen, die noch keine geschrieben haben oder nie an einer arbeiten werden.
Ich kenne niemanden, der weniger als 2,5 Jahre gebraucht hat. Diese Turbo-Diss-Gespenster, die als Uni-interne urban-legends ihr dasein fristen, sind bei genauerem Hinhören nur Hörensagen und Spekulation.
Ich will ganz und gar nicht elitär oder arrogant klingen. Sowas liegt mir eigentlich fremd.
Meine Absicht war es anzuregen, mal darüber nachzudenken, ob man nur schnell einen Furz aufs Papier bringen will oder nicht vielleicht auch bereit ist, die ein oder andere Hürde mehr zu nehmen; dafür am Ende eine qualitativ annehmbare Arbeit abzuliefern, die vielleicht sogar einen anderen Menschen interessiert.
Leider geht es den meisten Medizinern nur um den schnellen Doktor und das finde ich einfach schade. Vielleicht sogar mehr als schade, aber das Ganze "erbärmlich" zu nennen, ist dann auch zu viel.
Glaub mir wirklich, ich bin während meiner Studizeit in den Klausuren i.d.R. auch nur so hoch gesprungen wie nötig, aber die Doktorarbeit sollte einen anderen Stellenwert haben; auch persönlich. Für viele bleibt es schließlich das einzige, was er wissenschaftlich in seinem Leben geschaffen hat.
Und schön, dass es solche Instanzen bei euch gibt. An den meisten Unis fehlt so etwas. Ich denke die Qualität der Arbeit ließe sich so wirklich steigern und der medizinische Doktor gewinnt vielleicht langfristig etwas von seinem leicht ramponierten Ruf zurück.
astrophys
03.02.2011, 10:53
Wenn man das hier so liest, ist es kein Wunder, dass viele medizinische Doktorarbeiten sowohl formal, als auch in Bezug auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse noch unterhalb von Diplomarbeiten im (übrigen) naturwissenschaftlichen Bereich anzusiedeln sind...
Und auch in Göttingen scheint eine einheitliche inhaltliche Darstellung verbesserungswürdig zu sein, wenn man sich die Arbeiten dort durchliest.
DrSkywalker
03.02.2011, 11:38
Wenn man das hier so liest, ist es kein Wunder, dass viele medizinische Doktorarbeiten sowohl formal, als auch in Bezug auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse noch unterhalb von Diplomarbeiten im (übrigen) naturwissenschaftlichen Bereich anzusiedeln sind...
Und auch in Göttingen scheint eine einheitliche inhaltliche Darstellung verbesserungswürdig zu sein, wenn man sich die Arbeiten dort durchliest.
Um deine Aussage besser einschätzen zu können: Wie viele Dissertationen hast du gelesen, wie viele Diplomarbeiten?
Zum Thema: Jeder sollte den Dr. med. bekommen, klar. Warum wird das nicht gemacht? Weil dann 80% der Doktoranden plötzlich weg sind. Wie sollen die Ehrgeizigen unter uns sich dann habilitieren? :-oopss
astrophys
03.02.2011, 11:46
Um deine Aussage besser einschätzen zu können: Wie viele Dissertationen hast du gelesen, wie viele Diplomarbeiten?
Eine ganaue Zahl kann ich dir nicht nennen, aber du kannst dich einfach selbst davon überzeugen. Dissertationen sind immer, Diplomarbeiten oft online einzusehen und herunterzuladen.
Kackbratze
03.02.2011, 12:05
Aha. Dein "immer" solltest Du dringend relativieren. Es sind nicht alle Arbeiten verfügbar. In der Bibliothek kannst Du meine Arbeit gerne lesen, online findest Du sie leider nicht.
astrophys
03.02.2011, 12:32
Aha. Dein "immer" solltest Du dringend relativieren. Es sind nicht alle Arbeiten verfügbar. In der Bibliothek kannst Du meine Arbeit gerne lesen, online findest Du sie leider nicht.
Gut, dann meistens. Im Sinne des Autors und der wissenschaftlichen Gemeinschaft sollten sie zumindest online verfügbar sein. Die Dissertationen der Personen, die ich kenne sind jedenfalls (soweit ich weiß) alle online verfügbar.
Aber du hast recht, mit der Bezeichnung "immer" sollte man vorsichtig sein.
Darf man fragen, warum du deine Arbeit der Community nicht online zur Verfügung gestellt hast?
Wenn man das hier so liest, ist es kein Wunder, dass viele medizinische Doktorarbeiten sowohl formal, als auch in Bezug auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse noch unterhalb von Diplomarbeiten im (übrigen) naturwissenschaftlichen Bereich anzusiedeln sind...:-sleppy Brauchen das Naturwissenschaftler eigentlich für ihr Selbstwertgefühl sich unablässig über medizinischen Doktorarbeiten das Maul zu zerreissen?
Muss man sich das matrahaft immer wieder vorsagen um es vor sich selbst zu rechtfertigen, dass man nach Prädikatsexamen ein paar Jahre für ein halbes BAT IIa arbeitet und in der Zeit noch Unterrichtsveranstaltungen für den Doktorvater halten darf und Klausuren korrigieren darf? :-keks
Oder könnte man sich etwa mal darauf einigen, dass in unterschiedlichen Fächern vielleicht unterschiedliche Inhalte und Formalien relevant sind? :-nix
Darf man fragen, warum du deine Arbeit der Community nicht online zur Verfügung gestellt hast?Ich hab meine Diss auch nicht online (aber wen's interessiert kann eines von 30 Exemplaren aus dem Bunker der Bibliothek anfordern). Die Leute sollen lieber das aus der Diss resultierte Paper lesen und zitieren als ne popelige Diss ohne Impact.
astrophys
03.02.2011, 15:52
:-sleppy Brauchen das Naturwissenschaftler eigentlich für ihr Selbstwertgefühl sich unablässig über medizinischen Doktorarbeiten das Maul zu zerreissen?
Das kann ich nicht beurteilen, aber man sollte sich schon an seine eigenen Vorgaben halten.
Ich hab meine Diss auch nicht online (aber wen's interessiert kann eines von 30 Exemplaren aus dem Bunker der Bibliothek anfordern). Die Leute sollen lieber das aus der Diss resultierte Paper lesen und zitieren als ne popelige Diss ohne Impact.
Ich weiß nicht, was und wo du publiziert hast, aber eine Veröffentlichung in einem Fachmagazin ist deutlich kürzer als die Dissertation selbst. Wenn man genauere Informationen will, kommt man nicht umhin, die zugehörige Dissertation zu lesen.
Wenn es bei der Arbeit allerdings nur um Impact geht, dann ist wohl der Kern wissenschaftlichen Arbeitens nicht genau erfasst worden.
Ich weiß nicht, was und wo du publiziert hast, aber eine Veröffentlichung in einem Fachmagazin ist deutlich kürzer als die Dissertation selbst. Wenn man genauere Informationen will, kommt man nicht umhin, die zugehörige Dissertation zu lesen. Also große Teile einer Doktorarbeit bestehen ja aus einleitenden und methodischen Ausführungen in einer Breite, die keinen wirklich interessiert (z.B. historische Entwicklung des aktuellen Wissenstands, Reaktionsschritte bei der Bestimmung von Laborwerten, die seit 50 Jahren etabliert sind), was für ddie Message des Papers eigentlich nicht relevant ist - aber einen Unterschied der Länge verursacht.
Außerdem werden in Doktorarbeiten ja oft mehrere Fragestellungen bearbeitet, in einem Paper meist nur eine, sodass sich das Volumen der Doktorarbeit auch auf mehrere Papers verteilen kann.
Meiner Meinung nach gehören in ein Paper alle wichtigen neuen Informationen, in eine Doktorarbeit zusätzlich noch eine umfassende Einordnung der Ergebnisse in den aktuellen Wissensstand.
Wenn es bei der Arbeit allerdings nur um Impact geht, dann ist wohl der Kern wissenschaftlichen Arbeitens nicht genau erfasst worden.Mir geht es dabei weniger um meinen eigenen Impact (dem ist's ja wurscht, welches Medium zitiert wurde), sondern eher um einen Anhalt für das Qualitative.
Ich finde, die Publikation in einem namenhaften Journal, das eine kritische Redaktion und einen peer review hatte zeugt von einer gewissen Robustheit der Ergebnisse.
Eine Doktorarbeit hat halt in der Regel ein einziger unabhängiger Gutachter gelesen, man sieht der Arbeit nicht an, ob der evt. vom Doktorvater vorgeschlagen wurde, ob die Arbeit ein rite gekriegt hat, etc.
Hauptgrund war aber, dass die Doktorarbeit deutsch ist, das Paper englisch und somit einfach einer größeren community zur Verfügung steht.
Kackbratze
03.02.2011, 18:14
Die Uni stellt sie nicht online, sondern nur in der Bibliothek zur Verfügung.
Und mir ist die "Community" schnurzegal, diejenigen, die bisher Teile meiner Dissertation benötigt hatten, haben von mir immer(!) ein vollständiges digitales Exemplar zur Verfügung gestellt bekommen.
Irgendwelche Hallodris, die aus anderer Leute Arbeiten ihr Selbstwertgefühl ableiten, brauchen die Arbeit auch nicht zu lesen. Ob die Diss nun digital ist oder nicht, deren Meinung steht eh fest.
:-meinung
Bei uns muss man alles auf den Volltextserver laden und auch gebundene Ausgaben abgeben(deren Druck aber glücklicherweise die Uni bezahlt). Dennoch finde ich auch, dass jede Diss in einem Journal publiziert werden sollte; ist ja bei anderen Fächern auch Vorschrift; vielleicht kämen dann auch nicht mehr so viele Einwände, unsere Arbeiten seien ja ach so niveaulos. Ich musste sehr viel eigene Denkleistung und sehr viel Eigeninitiative einbringen, und wurde von einigen Kommilitonen an Güte noch übertroffen. Viele stehen jahrelang im Labor und bringen echt Anspruchsvolles zu Stande, schaffen es in angesehene Journals(was, nun gut, auch nicht automatisch ein Gütekriterium ist, aber das ist in anderen Fächern ebenfalls nicht garantiert).
Man muss es vielleicht auch mal von der Seite betrachten: Wir haben sogar WENIGER Zeit für das Schreiben einer Disseration als andere für das Schreiben ihrer Diplomarbeit. Das berücksichtigen die "Genies" anderer Fächer leider nie; was aber nicht bedeutet, dass sich unsere Arbeiten von selbst schreiben würden, im Gegenteil.
Kackbratze
06.02.2011, 22:38
Dennoch finde ich auch, dass jede Diss in einem Journal publiziert werden sollte;
Wer fordert denn sowas noch?
dreamchaser
08.02.2011, 15:56
Man muss es vielleicht auch mal von der Seite betrachten: Wir haben sogar WENIGER Zeit für das Schreiben einer Disseration als andere für das Schreiben ihrer Diplomarbeit. Das berücksichtigen die "Genies" anderer Fächer leider nie; was aber nicht bedeutet, dass sich unsere Arbeiten von selbst schreiben würden, im Gegenteil.
Woher stammt denn diese Weisheit? Zum schreiben einer Promotion hat der Mediziner soviel Zeit, wie er braucht (man kann ja später anmelden). Bei Diplomarbeiten oder Masterarbeiten gibt es dagegen eine Frist von meistens 6 Monaten von der Vergabe des Themas bis zur Abgabe der Arbeit.
emergency doc
09.02.2011, 20:55
Bei Diplomarbeiten oder Masterarbeiten gibt es dagegen eine Frist von meistens 6 Monaten von der Vergabe des Themas bis zur Abgabe der Arbeit.
Diese werden aber praktisch immer in Vollzeit geschrieben.:-lesen
dreamchaser
09.02.2011, 21:00
Ja, das ist klar. Aber trotzdem ist eine zeitliche Regelung (so denn vorhanden) bei medizinischen Dissertationen deutlich weniger streng. Und es besteht ja auch hier die Möglichkeit ein Freisemester zu nehmen. Ich denke, es ist nicht richtig hier anzuführen, dass man eine med. Dissertation in viel weniger Zeit schreiben muss als eine Diplomarbeit oder Magisterarbeit. Wie schnell man schreibt ist ja jedem selbst überlassen, sei es Vollzeit oder Teilzeit.
In der Praxis muss man es; ich machte mir einen Riesendruck, ja vor dem PJ fertigwerden zu müssen, da ich Angst hatte, dort dann keine Zeit mehr zu finden. Auch mit geschriebener Diss ist mir nämlich sehr mulmig bei dem Gedanken, dass das bald anfängt. Wird sicher brutal stressig, ganz zu schweigen von der Assistenzzeit danach.
Wenn man jedoch eine Diss geschrieben hat, ist das jetzt auch nicht so das Riesending, auch ein Paper dranzuhängen. Ich fand letzteres eher unkomplizierter.
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