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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Basisfertigkeiten der Chirurgie (Knoten, Naht, Instrumente)



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John Silver
05.02.2011, 23:42
Ne, das war keine Allgöwer, denn da sticht man ja beim Rückstich intrakutan.
Wundränder waren nicht gut adaptiert und wurden auch nicht noch mal extra verschlossen (nur Pflaster drauf)...

Das ist einfach nur ein Beispiel für einen schlechten Lehrer, der das, was er lehrt, selbst nicht verstanden hat. Selbstverständlich wird der Rückstich wundrandnah und intrakutan geführt, denn nur so erreicht man ein gutes kosmetisches Ergebnis nebst guter Wundrandadaptation. Für den Halt, besonders in der Tiefe, muss der erste Stich sorgen. Setzt man den Rückstich weit vom Wundrand entfernt und auch noch zu tief, bekommt man genau das: eine wulstige Naht ohne gute Adaptation und entsprechend mit erhöhter Infektionsgefahr.

Es ist eben so, dass viele Leute keinen Wert auf eine gute Hautnaht legen, weil sie meinen, dass sei nur lästige Routine. Sie vergessen, dass der Patient nur die Hautnaht sieht, und für den Patienten die Qualität der Hautnaht einen wesentlich größeren Anteil an der Gesamtzufriedenheit ausmacht, als beim Chirurg. Ein guter Chirurg muss auch die Haut gut zunähen, ist in meinen Augen ein Qualitätsmerkmal.

Kackbratze
05.02.2011, 23:46
Ich persönlich muss mich dabei bei meinen damaligen "Ausbildern" im PJ in der plastischen Chirurgie bedanken, die mir die entsprechenden Schritte erklärt haben.

"Richtig" verstanden und entsprechend üben konnte ich das erst nach dem Examen, aber die Grundtechnik und vorallem das Verständnis waren schon da.

MissGarfield83
06.02.2011, 08:36
Ein guter Chirurg muss auch die Haut gut zunähen, ist in meinen Augen ein Qualitätsmerkmal.

Bin ich ganz deiner Meinung - eine OP endet nicht im Situs ...

Die Niere
06.02.2011, 09:54
Wie schon gesagt, der Rückstich von Donate und Allgöwer verläuft eindeutig intracutan. Basis beibringen gehört eigentlich in den Arbeitsalltag...aber ein Buch dazu habe ich noch nie gelesen, sondern es Stück für Stück gelernt. Und dementsprechend versuche ich es auch beizubriongen...vom Uhu aufwärts.

lg, die niere

SarahT.
27.06.2011, 19:06
Ich bin etwas verwirrt.
An der Uni wurde uns beigebracht, dass man die 2 Standardknoten immer abwechselnd macht, so dass die gegenläufig sind, also quasi: 1-0-1-0, wobei 1 und 0 für die beiden Standardknoten stehen. Klingt ja auch sehr sinnvoll. Dann hieß es während einer Famulatur, ich soll am Anfang zwei gleichläufige Knoten machen, weil so der 2. den 1. runterdrückt, also 1-1-0-1. Habe ich zu Hause ausprobiert und es stimmt auch. Im OP sehe ich aber häufig, dass 3-4 gleichläufige, dann 1 gegenläufiger und dann noch mal 1 gegenläufiger gemacht wird, also 1-1-1-0-1. Ja, was denn nun?

Wie knotet man richtig, d.h. wie viele gleich- und wie viele gegenläufige Knoten muss ich denn nun machen?! Wenn ich im OP knote, mache immer 2 gleichläufige, 1 gegenläufigen und dann wieder einen gegenläufigen Knoten usw.. Also quasi: 1-1-0-1-0. Bisher hat niemand gemeckert, aber ich bin etwas verunsichert.

Die Niere
27.06.2011, 22:44
Ganz lege artis ist 1-1-0-1. Damit ist der erste ein Rutschknoten und wird mit dem zweiten in der gleichen Richtung fixiert. Manchmal rutscht das aber auch noch ein wenig, also macht man halt 1-1-1-0-1...geht auch. Ist auch abhängig davon, wo du mit welchem Fadenmaterial knotest.

gruesse, die niere

Kackbratze
27.06.2011, 22:49
Je nach beaufsichtigendem Oberarzt muss die Knotenreihenfolge variiert werden.
Warte mal ab, wieviele verschiedene Knotentechniken es noch gibt.
DANN wirds schwierig! ;-)

SarahT.
27.06.2011, 23:33
Danke, ihr beiden! =)

Narcanti
28.06.2011, 07:04
Ich habe auch eine Frage!
Wenn ich einen Redon annähe, darf ich dann das Lumen, natürlich nur minimal, einengen? Habe das so bei einigen Ärzten gesehen, aber wenn ich dann annähe bei anderen,wird die Naht wieder aufgemacht, weil das Lumen nicht eingeegngt werden darf...
Wenn man das nicht macht kann man sich mMn doch das Annähen sparen, oder?

Die Niere
28.06.2011, 11:08
Es soll halt einfach so fest sein, dass es nicht abrutschen kann. Dass dabei das Lumen minimal eingeengt wird, lässt sich halt nicht immer vermeiden...aber es ist ja nur ein bischen. Ist ein wenig Gefühlssache und du wirst es deinem Supervisor meistens nicht recht machen können :-D

Rico
28.06.2011, 13:44
Außerdem hat ein Redon ja im Verhältnis zum Lumen eine relativ dicke Wand, die aus leicht elastischem Kunststoff ist. Deshalb bedeutet eine geringe Kompression des Schlauchs von aussen durch einen leicht "einscheidenden" Faden nicht unbedingt gleich eine Lumenreduktion.

Narcanti
28.06.2011, 17:22
Danke!
Ich machs einfach weiter so...solange sie gut fördern kann's ja so eng nicht sein;-)