Anmelden

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bezahlte Famulatur!



Seiten : 1 2 [3]

tiw28
02.04.2011, 22:36
Da würde ich mal widersprechen - vielerorts sind neben den PJ'lern auch Famulanten fest eingeplant. Auf der Station, auf der ich gerade bin, sind immer 1-2 Famulanten oder Blockpraktikanten da. Immer. Und das führt dazu, dass die Ärzte keine einzige Aufnahme machen müssen. Denke schon, dass das einen Unterschied macht bei ca. 10 Aufnahmen am Tag...

da ist schon was dran... als ich ein paar tage in der NA Famulatur gemacht hab, hat sich kurzer Hand ein Festangestellter (ein Pfleger) 3 Tage Urlaub geholt und ich hab seinen Job gemacht ;)
Die 3 Tage hat die Klinik gespart (denn der Urlaub ist weg)

GOMER
02.04.2011, 23:00
Mein Innere-PJ war da etwas anders. Blutabnahmen musste ich schaffen, die Aerzte waren beschaeftigt, Bedside-Teaching gab es nicht, da "beschaeftigt", nachkontrolliert wurde fast nichts, allerhoechstens auf Draengen meinerseits.

Da war dann deutlich Arbeitseinsparung^^

Kommt mir bekannt vor...

Rico
02.04.2011, 23:49
da ist schon was dran... als ich ein paar tage in der NA Famulatur gemacht hab, hat sich kurzer Hand ein Festangestellter (ein Pfleger) 3 Tage Urlaub geholt und ich hab seinen Job gemacht ;)
Die 3 Tage hat die Klinik gespart (denn der Urlaub ist weg)Naja... die übrigen 30 Tage seines Jahresurlaubs muss der Gute auch irgendwie nehmen - da braucht es eh ein Konzept für. Das sieht in der Regel so aus, dass von woanders wer abgezogen wird oder die Personaldecke ist eh so kalkuliert, dass permanent 1-2 Mitarbeiter in Urlaub sind.
Dass die drei Tage sonst mit Kosten für die Klinik verbunden gewesen wären wage ich mal zu bezweifeln.

Und überhaupt: Warum machst Du bei ner Famulatur den Job eines Pflegers :-???

DoctorNew
03.04.2011, 16:59
Ich denke, es sollte jedem klar sein, dass ein Famulant oder PJ-Student, keine ganze Stelle in seiner Gesamheit einsparen kann. Kumuliert man aber all die einfachen Tätigkeiten, die von den Studenten übernommen werden, über alle Abteilungen, da würde da wohl doch ein ansehnlicher Stundenbetrag herauskommen.

Die Bezahlungen von Studenten, egal ob Famulant oder PJ-Student, halte ich vielmehr für eine Sache von Respekt und Wertschätzung. Ein Krankenpflegeschülerin wird ja beispielsweise auch bezahlt und wird auch nicht als Intensivfachkraft geboren.

Rico
03.04.2011, 22:58
Ich denke, es sollte jedem klar sein, dass ein Famulant oder PJ-Student, keine ganze Stelle in seiner Gesamheit einsparen kann. Kumuliert man aber all die einfachen Tätigkeiten, die von den Studenten übernommen werden, über alle Abteilungen, da würde da wohl doch ein ansehnlicher Stundenbetrag herauskommen.Diese Rechnung geht aber nur auf wenn Du einen geringen Betreungsaufwand für den Famulanten durch das bezahlte Personal vorraussetzt. Wenn der Famulant also tatsächlich hauptsächlich zum Blutabnehmen verwendet wird, dann stimmt das - wenn sich der Stationsarzt aber ein klein bisschen kümmert, dann ist das eher ein Nullsummenspiel.
Wenn mir ein Student einen Patienten vorstellt dann ist da mit Besprechung, Nachuntersuchung der Schlüsselbefunde, Schreiben und Erklären der Anordnungen und Akteneinträge locker ne halbe Stunde weg - da bin ich alleine schneller.
Das ist natürlich kein Vorwurf, es hat ja jeder mal lernen müssen und natürlich ist eine Bezahlung voll in Ordnung, aber eben wirklich eher als Anerkennung, Aufwandsentschädigung oder Taschengeld.
Einen betriebswirtschaftlichen Nutzen als Grundlage für die Bezahlung vorzurechnen halte ich für wenig zielführend, zum eine weil man dann ja umgekehrt eine Bringschuld für den Famulanten postulieren könnte à la "wenn er für Leistung bezahlt wird, dann muss er auch Leistung bringen" ("30 Blutentnahmen sind Dir zuviel? Da wirst Du doch für bezahlt..."), und zum anderen da der Famulant ja gar nicht zum arbeiten da ist, sondern zum lernen.
Deshalb darf der Student ja auch mal mit in die Endoskopie, den herzkatheter oder den OP gehen und sich was interessantes anschauen und der Stationsarzt nimmt währenddessen die Patienten selber auf, eben weil es ja darum geht, dass der Famulant was mitnimmt und nicht dass die Stationsarbeit gemacht ist (dafür wird ja der Stationsarzt bezahlt).

Klar kann jetzt einer kommen und sagen: Bei meiner Famulatur hab ich aber sowas nie erlebt und musste nur Blut abnehmen und Haken halten, da hätte ich wenigstens ein paar Euro für kriegen können.
Allerdings dürfte ein Haus/eine Abteilung, das/die die Studenten so schlecht behandelt sicherlich nicht zu denen gehören, die dann großzügig die Vergütung anbieten. :-meinung

Lava
04.04.2011, 09:30
Oder sagen wir mal so: wenn man eine Bezahlung einführt, hätte ich Bedenken, dass das dazu führt, dass man als PJler eben seine vorgeschriebenen Tätigkeiten hat - und mehr nicht. So kam ich mir in der Schweiz in der Chirurgie vor. Ich wurde bezahlt und dafür hab ich Patienten aufgenommen (ohne das meine Befunde nochmal mit mir besprochen oder gar kontrolliert wurden), hab im OP Haken gehalten (ohne das mir da irgendwas erklärt wurde) und meine Pickettdienste gemacht. So nach dem Motto "dafür wirst du bezahlt und mehr gibt's nicht". :-nix