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Kackbratze
19.04.2011, 09:57
Gut möglich, aber sehr seltene Beispiele zu nennen finde ich als Begründung oft unpassend.

Sind kleine Krankenhäuser so selten geworden?

Evil
19.04.2011, 10:51
Um sich einen Einblick in die tatsächliche Situation in Kliniken und Notfallambulanzen zu verschaffen, sind sowohl Wikipedia als auch die ML-Foren relativ ungeeignet, ebenso wie punktuelle Besuche in Kliniken oder Eindrücke als Patient.

Wenn Du Dich wirklich ernsthaft informieren willst, dann mach ein mehrwöchiges Praktikum. Alles andere ist Zeitverschwendung.

Kyutrexx
19.04.2011, 11:54
Nicht nur das - der Anteil an Bürokratie und die Art wie die Arbeit erledigt und organisiert wird, ist nicht abhängig vom Fachgebiet, sondern von den konkreten Gegebenheiten vor Ort.

Eine Pauschalisierung ist da nicht möglich.

Zudem ergeben sich für einen Mediziner auch noch weit mehr Möglichkeiten, als einzig die Arbeit als Arzt in einem Krankenhaus oder einer Praxis.

Strodti
19.04.2011, 15:43
Na was ist daran denn selten? Gyn und Uro haben ihre Notfälle, die jedes Krankenhaus (klein, mittel, groß, Uni) behandelt. Und so hat jeder Arzt neben seiner Stationstätigkeit Dienste, in denen er neue Patienten anschauen und kategorisieren muss: Notfall? Stationäre Aufnahme? Abweisung und Verweis an den kassenärztlichen Notdienst?

Ist doch total zweitranging, ob die Versorgung in einer Notaufnahme oder im Untersuchungsraum der Station durchgeführt wird.

Das ist das täglich Brot eines Dienstarztes.

Bei entsprechenden Indikationen wird übrigens auch das Polytraumateam (meist Chirurg, Anästhesist, Radiologe) um weitere Kollegen ergänzt. Gyn, Uro, Neurochirurgie...

MD/PhD
19.04.2011, 18:36
Mit selten meinte ich die Kopplung der Ereignisse:
1) Jemand wird zum Notfall das nicht allgemeinchirurgischer oder internistischer Natur ist
2) Der Notfallpatient wird nun ein Krankenhaus gebracht, welches eigentlich nicht die fachlich entsprechende Notaufnahme besitzt. Ein Beispiel: Ein Schlaganfallpatient wird in das kleine Vorstadtkrankenhaus von Nebenan gebracht, anstatt in ein großes Haus mit Stroke Unit.

In diesem Sinne habe ich von selten gesprochen.

Ich kenne den Klinikalltag zwar nicht, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es so oft Fälle gibt, bei denen etwa der Pharmakologe, Pychiater, Neurologe, Onkologe etc. in die Notaufnahme gerufen werden. Sicher wird es das geben, aber gleich so oft, dass man von 'Alltag' sprechen kann?

Gruß

Coxy-Baby
19.04.2011, 19:09
Ich kenne den Klinikalltag zwar nicht, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es so oft Fälle gibt, bei denen etwa der Pharmakologe, Pychiater, Neurologe, Onkologe etc. in die Notaufnahme gerufen werden. Sicher wird es das geben, aber gleich so oft, dass man von 'Alltag' sprechen kann?

Naja den Pharmakologen lassen wir mal zu Hause, aber alle anderen Stationen finden sich ein in der Notaufnahme..z.B. da natürlich der Internist keinen Bock auf den deliranten Alki hat, wird wohl tunlichst der Psychiater ins Boot geholt und das zu jeder Tag und Nachtzeit.....

LolaBlau
19.04.2011, 19:10
Also ich arbeite in der Neurologie und da gibts schon genug Notfälle... Schlaganfälle (häufig und wenns im Lysezeitfenster ist muss es da verdammt schnell gehen), SABs, Krampfanfälle... Und in die Notaufnahme kommen jede Menge Menschen mit Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Kribbeln irgendwo... Und wenn SHTs in den Schockraum kommen, wird oft auch nen Neurologe dazugerufen, auch wenn wir ne Neurochirurgie haben und man von daher nur zum Untersuchen da ist... Man kann sich über mangelnde Arbeit in der Notaufnahme nicht beschweren und ich denke dass ist in sehr vielen Fachgebieten so, auch wenn z.T. Leute in die Notaufnahme kommen die ohne Probleme am nächsten Tag hätten zum Hausarzt gehen können.

MD/PhD
19.04.2011, 23:05
Danke, keine weiteren Fragen.

Nee wirklich. Durch all eure Beiträge ist mir so einiges klarer geworden :-)

Ich hoffe nur der Threadsteller nimmt es mir nicht übel, seinen Thread gekapert zu haben :-oopss

Spark
21.04.2011, 10:28
Wenn Dir das Studium vom Niveau her keine Probleme macht, würde ich nicht abbrechen. Ein Medizinstudium ist immer eine gute Eintrittskarte, und noch was anderes dranhängen ist imho einfacher als Medizin als Zweitquali zu bekommen.

Es gibt durchaus Möglichkeiten, Deinen Interessen gemäss zu arbeiten. Jede Auflistung der Fachgebiete gibt Dir eventuell nen Anstoss, in welche Richtung es gehen könnte.

Dann bleibt auch noch die freie Wirtschaft. Medizintechnik, Pharmaforschung, you name it. Könntest eventuell schon versuchen, Deine Diss an eine Firma anzuknüpfen. Investier doch mal paar Ferienwochen in ein freiwilliges Praktikum, da wird schon was für Dich herausspringen. Für sehr selbstbewusste Naturen ist natürlich auch Uniforschung ein möglicher Weg.

Glaub mir, wenn Du ein guter Theoretiker UND promovierter Mediziner bist, vielleicht sogar noch ein naturwissenschaftliches Neigungsstudium dranhängst, werden sich so einige Branchen um Dich reissen, In- wie Ausland. Du darfst nur nicht den Fehler machen nix anderes zu sehen als die Uni und die Blockpraktika, mach Dich selbst auf die Suche dann tun sich garantiert viele Möglichkeiten auf.