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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nachwuchsmangel in der Augenheilkunde?



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zweistein
22.04.2011, 14:34
So, und nachdem es hier ja nicht um Fachliches gehen sollte (ich mich aber schon wieder habe hinreißen lassen, einen Nebenschauplatz zu bespielen), bitte ich wieder zurück zum Thema "Nachwuchsmangel"

Danke!

Ich möchte das auch nicht weiter ausbreiten. Schönen Feiertag noch. :-)

tarumo
24.04.2011, 08:50
1. Zieht ein neu diagnostiziertes Glaukom eine für die Kassen sehr teure medikamentöse Therape nach sich.
2. Eventuelles Blindengeld geht zulasten des Steuerzahlers und nicht der Krankenkasse.

Möge jeder daraus seine eigenen Rückschlüsse ziehen:-))

Selbstverständlich will ich nicht behaupten, daß die Kassen finanzielle Vorteile aus unterlassener Behandlung ziehen (die Glaspaläste, 14 Monatsgehälter bei ~24 h Woche von AOK und Co. müssen ja auch irgendwie finanziert werden)

Man google auch mal nach Lucentis + Kassenleistung

Übrigens gibt es ein Urteil, nachdem eine nicht angebotene Glaukomuntersuchung einen Kunstfehler darstellt, der Arzt wurde verurteilt...

Feuerblick
24.04.2011, 09:00
Tja... betrifft ja nicht nur die Glaukomvorsorge...

MediHH
24.04.2011, 17:51
t werden)

Man google auch mal nach Lucentis + Kassenleistung



Mal weg vom Thema,

Was ist eigentlich aus der Avastin vs Lucentis Disskusion geworden ?
Das Hoffmann LaRoche bei Lucentis abzockt weiß man ja. Als ich mich noch für Augenheilkunde interessiert habe gab e Kliniken die aus Kostengründen Avastin genommen haben anstatt Lucentis.

Gibt es da jetzt Daten ?

Feuerblick
24.04.2011, 18:06
Nun, die Firma Novartis hat gerade einen Prozess gewonnen, der die Auseinzelung (sprich: aus einem Fläschchen mehrere Spritzen entnehmen) generell untersagt. Bisher war es ja so, dass Avastin von Kliniksapotheken ausgeeinzelt wurde und eine Apotheke in Hamburg (?) hat sogar Lucentis ausgeeinzelt, woraus sich die netten Verträge mit den Krankenkassen ergeben haben (über die man auch wieder streiten könnte). Ich fürchte, mit dem Verbot dieser Tätigkeit hat sich Avastin mehr oder weniger erledigt. Den Schuh ziehen sich Kliniksapotheken vermutlich nicht an.
Die Datenlage hat sich meines Wissens nicht wirklich deutlich geändert. Die großen Studien zur Anwendung von VEGF beschäftigten sich eher mit Lucentis. Klar... wer untersucht in einer Studie einen Wirkstoff im Off-Label-Use, wenn es einen zugelassenen Wirkstoff gibt? Da spielt wohl die Ethikkommission nicht gerne mit. (Von der Tatsache mal abgesehen, dass da so einige Studien von Novartis initiiert waren :-oopss)

Rico
24.04.2011, 21:27
Sollte es da nicht mal ne DFG-finanzierte Studie geben, die Avastin für Indikationen am Auge (AMD, Zentralvenenthrombose) mit Lucentis hätte vergleichen sollen?
Vor ein paar Jahren war im ärzteblatt doch ständig zu lesen, dass man Avastin zwangszualssen wollte, es gab doch sogar ein paar Vorteile von Avastin, z.B. die längere lokale Wirkkonzentration aufgrund des höheren Molekulargewichts, die man prüfen wollte - hat sich das alles zerschlagen?

MediHH
25.04.2011, 05:12
Da sieht man mal wieder dran wie sehr wir uns von den Pharmafirmen zu Marionetten machen lassen. Lucentis ist in meinen Augen der größte Beweis für Abzocke bei Pharmafirmen. LaRoche hat einfach kein Interesse sich selbst Konkurenz bei Lucentis zu machen.

redrobroy
26.04.2011, 21:52
Hallo zusammen...

Ich wollt hier unter Augenärzten mal fragen ob ihr eure Fachrichtungswahl heute bereut. Hört sich manchmal so an. Ich gehe im Februar ins PJ und sondiere gerade meine Zukunftsvorstellungen. Augenarzt zu werden stelle ich mir sehr interessant und spannend vor. Jedoch sollte eine operative Ausbildung schon dazu gehören. Ist es wirklich so dass man erst als Facharzt an den Tisch darf? Wie ist sonst so die Ausbildung in der Weiterbildung? Wie sind die Arbeitszeiten? Ab wann macht man Dienste (und ca. wie viele)? Lohnt sich ein PJ-Tertial in der Augenheilkunde oder ist das als "Student" eher öde? Fragen über Fragen...:-nix

Hoffe ich bin bald schlauer (bald kommt noch die Famulatur).

Feuerblick
26.04.2011, 21:58
Also: Arbeitszeiten sind normalerweise gut geregelt, Überstunden fallen eher weniger an (Einarbeitungszeit natürlich ausgenommen). Operatives lernt man im besten Fall in der fortgeschrittenen Weiterbildung (ab 3. Jahr aufwärts und dann beginnt man mit Kleinigkeiten wie Chalazien, kleinen Lidtumoren und ähnlichem) und in den meisten Unikliniken erst ab Facharztniveau. Es gibt verschiedene Kliniken, in denen man schon als Assistenzarzt auch Phakos oder größere Lideingriffe machen darf, aber die sind eher selten und natürlich heiss begehrt.
PJ-Tertial würde ich auf jeden Fall empfehlen. Je nach Klinik kann man durchaus als vollwertiger Arzt mitarbeiten. In der Augenheilkunde kann man wenig akuten Schaden anrichten, aber mit etwas Einarbeitung sehr viel selbständig arbeiten.
Das Fach ist schön und macht Spaß, aber wer nur auf Operatives aus ist, sollte sich gut überlegen, ob er dann ausgerechnet Augenheilkunde machen möchte. Die operative Durststrecke könnte sonst unter Umständen sehr lang werden.

redrobroy
26.04.2011, 22:06
Vielen Dank für deine schnelle Antwort! Hört sich für mich alles sehr gut an. So durstig bin ich nämlich nun auch nicht aufs operieren ;-) Kennst du in NRW Kliniken die für die Weiterbildung besonders zu empfehlen sind?

Feuerblick
26.04.2011, 22:11
Ganz ehrlich: Das ist immer eine sehr subjektive Sache und hängt auch davon ab, was man lernen möchte. Wer eher praktisch arbeiten möchte, sollte vielleicht eher ein städtisches Haus wählen, wer forschen möchte, ist an den Unis besser aufgehoben. Ich habe in keinem Haus in NRW bisher gearbeitet, daher wären meine Informationen denn doch mehr als "second hand". Vielleicht können unsere beiden anderen Schamanen, beide in NRW, etwas mehr dazu beitragen. ;-)

Thomas24
28.04.2011, 19:06
Mal weg vom Thema,

Was ist eigentlich aus der Avastin vs Lucentis Disskusion geworden ?
Das Hoffmann LaRoche bei Lucentis abzockt weiß man ja. Als ich mich noch für Augenheilkunde interessiert habe gab e Kliniken die aus Kostengründen Avastin genommen haben anstatt Lucentis.

Gibt es da jetzt Daten ?

Die vorläufigen Ergebnisse der CATT Studie sind raus:
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/45618/US-Studie_Avastin_und_Lucentis_offenbar_gleichwertig. htm

anba
30.04.2011, 09:05
Sollte es da nicht mal ne DFG-finanzierte Studie geben, die Avastin für Indikationen am Auge (AMD, Zentralvenenthrombose) mit Lucentis hätte vergleichen sollen?

Könnte es diese Studie sein?
http://www.pharmakologie-bremen.de/index.php/klinische-forschung/vibera
Ob sie von der DFG finanziert wird, steht dort zwar nicht, aber sie wird zumindest nicht vom Hersteller der Medikamente finanziert.

medizininteressiert
30.04.2011, 09:29
Darf ich mal spontan, weil der Thread eben passt, fragen: Tragt ihr als Augenärzte eine Brille?

Diese Überlegung kam mir beim Besuch des Optikers (die tragen dort fast alle eine Brille). Eine Brille könnte dem Patienten ja mehr Sicherheit vermitteln.

"Der Gegenüber kennt meine Probleme und sagt nicht nur das, was er mal gelernt hat."

Btw: Vielleicht wäre ein "Was ich schon immer mal von einem Facharzt wissen wollte (keine medizinischen Ratschläge)"-Thread eröffnen. Würde sich gut im "OFF-TOPIC"-Bereich machen. Was meint ihr?

Feuerblick
30.04.2011, 09:35
Viele Augenärzte tragen Brille. Ich kenne aber auch Kollegen mit Kontaktlinsen oder Z.n. Laser.
Optiker tragen übrigens häufig eine Brille mit "Fensterglas", weil es natürlich verkaufsfördernd wirkt, wenn die hübschesten Modelle nicht nur in der Vitrine liegen sondern den Kunden ganz direkt vor Augen geführt werden. :-top

redrobroy
04.05.2011, 15:04
nochmal kurz zu meiner Frage:

gibt es Empfehlungen/Tips für die Weiterbildung in NRW? Gerne auch per pn. Wäre wirklich nett...

pottmed
04.05.2011, 16:54
Ähm Leute Leute, mal janz ruhig hier. Ihr rechnet nur den Beratungssatz - ohne weitere Behandlung, ohne Gerätebenutzung, ohne Überweisung, ohne Krankenhauseinweisung.

In einer Statistik vor etwa einem Jahr stand (FAZ), dass ein niedergelassener Augenarzt (Alleinpraxis) im Schnitt einen Jahresumsatz von etwa 350.000 Euro erwirtschaftet (90% Kassenpatienten vorausgesetzt) bei einer Arbeitszeit von 35 h pro Woche.
Das kann ich in etwa bestätigen (siehe unten).

Vom Umsatz gehen die Betriebskosten ab, das ganze ist dann vor Steuern, jedoch ist der Steuersatz abhängig von der steuerlichen Ausgestaltung des Betriebes.

Niedergelassene Ärzte (aller Fachrichtungen) gehören nach wie vor zu den Bestverdienern - ob man das hier nur hören will oder nicht.

In meinem Leben vor der Medizin war ich übrigens im Bereich der Steuerrechts (mit) tätig und habe auch die Buchführung und Bilanzierung für Arztpraxen erstellt.

Das Argument "man verdient nix" ist totaler Hohn.

Es gibt einzelne Fälle, in denen niedergelassene Ärzte weniger verdienen als ihre Kollegen. Das sind aber eher Einzelfälle.

Was vor allem auch gegen jede Pauschalisierung spricht ist der schlichte Fakt, dass der Verdienst einer Praxis (und das gilt besonders für Augenärzte, auf Grund ihrer technischen Ausrichtung der Gerätschaften) von mehreren wesentlichen Faktoren abhängt:
- Anzahl und Art der Geräte
- Erstattungsansprüche für diese Gerätschaften (GKV)
- IGeL Angebote in Verbindung mit der Klientel
- Teilnahme an Desease Management Programmen, Studien und Arzneimittelbeobachtungen

Sorry, aber da musste ich gerade mal so richtig lachen :-))

Das was Du da schreibst stimmt so auch nicht. Vor allem berücksichtigst Du das unternehmerische Risiko nicht, dass Praxen mit vielen Geräten tragen. IGeL ist auch ein schwieriges Thema und Studien auch nicht ohne. Das alles kann keine Rechtfertigung dafür sein, dass die GKV-Honorare so niedrig sind. Denn in Wirklichkeit findet eine Quersubventionierung der GKV-Patienten über die PKV-Patieten und evtl. über Igel-Leistungen statt, das ist einfach nicht richtig.

Und jetzt komm mir nicht mit Gesetzbüchern, da steht viel drin, sondern schau Dir die Realität an.

pottmed
04.05.2011, 16:56
Umsatz ist ungleich Gewinn und Gewinn ist ungleich Gehalt? Das iss ja was neues.



Aber BWL hattest Du schon mal, oder was erzählst Du hier ?

Kyutrexx
04.05.2011, 17:50
Aber BWL hattest Du schon mal, oder was erzählst Du hier ?
Das nennt man Sarkasmus.
Es sei denn du möchtest mir erzählen, dass Umsatz, Gewinn und Gehalt äquivalent sind.

Ich äußere mich zu dem Thema nicht weiter, ob hier nun ein Zitathagel losgeht oder nicht.
Offenbar seid ihr allesamt erleuchtet, da möchte ich mich dem Pfad der Erkenntnis nicht in den Weg stellen und hoffe, die eigene Selbstüberzeugung wird in einer dunklen Nacht beim Grübeln als Nachtleuchte dienen.

Muriel
04.05.2011, 18:02
nochmal kurz zu meiner Frage:

gibt es Empfehlungen/Tips für die Weiterbildung in NRW? Gerne auch per pn. Wäre wirklich nett...

Was genau schwebt Dir denn vor? Möchtest Du eine universitäre Ausbildung, kommt es Dir hauptsächlich auf ein großes Spektrum an, interessiert Dich eine Honrhautbank, was soll Dein langfristiges Ziel sein und ist NRW zwingend ggf sogar der Pott, da Du, wie ich sehe aus Essen kommst... Gib doch ein paar mehr Informationen und Dir kann besser geholfen werden :-)