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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie viele Narkosen habt ihr so gesammelt?



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Sebastian1
17.07.2011, 18:37
Von "keine Präoxygenierung" habe ich noch nix gehört. Da würde sich mir auch der Sinn verschliessen. Man macht ja sogar zusätzliche Oxygenierung über eine - von der klassischen RSI abweichende - Zwischenbeatmung bei Kindern, um eine Hypoxämie zu vermeiden, da die FRC als "Puffer" nach Präox allein mit zunehmend kleinen Kindern eben nicht ausreicht, um die Hypoxämie zu verhindern.

ehemalige Userin 24092013
17.07.2011, 18:43
Ahh ich Depp, hab da grad was komisch überflogen. :-wand
Man sollte einfach mal genauer hinsehen...
Alles klar hat sich erledigt. Vergesst es einfach...

Brutus
17.07.2011, 18:44
Bis zu welchem Kindesalter soll denn nicht mehr präoxygeniert werden? Bzw. ab wann "darf" man denn?

Zumindest vor einem Jahr noch hat o.g. Anästhesist alle Altersgruppen präoxygeniert, wobei er gleich nach Tubuseinlage auf um die 20 - 30% FiO eingestellt hat.

Nee, das hast Du falsch verstanden. Du kannst Kinder erst präoxygenieren, wenn sie tief schlafen. Wache Kinder können eben nicht mit der Maske wie ein Erwachsener präoxygeniert werden. Erst wenn sie schlafen, kannst Du mit einer adäquaten Maskenbeatmung vernünftige Verhältnisse schaffen. Deswegen gibt es ja diese Leitlinie, die besagt, dass Kinder eben nicht gecrusht werden sollen / können, da sie OHNE Zwischenbeatmung sofort in eine satte Hypoxie rutschen. Glaub mir, ich habe Kinder gesehen, die innert 30 sec. von einer 99% Sättigung auf 2(!) Prozent abgerauscht sind. Und das Gefühl ist nicht schön, wenn die Gesichtsfarbe von rosig über blau zu aschgrau wechselt. Gut, genauso schnell kommen sie auch wieder hoch, wenn sie wieder aufgemacht haben...
Deswegen: Bei Kinder erfolgt die eigentliche Präoxygenierung erst IN Narkose, deswegen keine RSI.

ehemalige Userin 24092013
17.07.2011, 18:45
Nee, das hast Du falsch verstanden.


Ja sag ich doch. :-wand :-wand :-wand - ich lese beim nächsten mal genauer.

Vystup
18.07.2011, 16:47
Wobei man fairerweise sagen muss, dass die Pulsoxymetrie bei einer SpO2 von 2% nicht mehr wirklich genau misst ;) So schnell abrauschen tun eigentlich auch nur die ganz kleinen, ein ansonsten gesundes Schulkind hat meiner Erfahrung nach bei ordentlicher Präoxygenierung durchaus Reserven.

Mal rein interessehalber: wenn ihr jedem Patienten zur Appendektomie eine RSI macht - was nehmt ihr als Relaxans? Succi? Das mag unser Chef nicht so recht, weshalb es eigentlich nur bei der Notsectio zum Einsatz kommt. Wenn ich aber Esmeron nehme, kann ich 15 Minuten später ein paar hundert mg Sugammadex hinterhergeben oder eine Stunde nachbeatmen...

Eilika
18.07.2011, 16:56
Bei uns wird meist mit Succi eingeleitet bei RSI. Und ja, jeder akute Bauch wird gecrusht...

Brutus
18.07.2011, 17:04
Wobei man fairerweise sagen muss, dass die Pulsoxymetrie bei einer SpO2 von 2% nicht mehr wirklich genau misst ;) So schnell abrauschen tun eigentlich auch nur die ganz kleinen, ein ansonsten gesundes Schulkind hat meiner Erfahrung nach bei ordentlicher Präoxygenierung durchaus Reserven.
Ist schon richtig. Aber selbst die 3-4 jährigen rauschen noch ordentlich ab. Und soo klein ist das ja nicht mehr. Bei Schulkindern gebe ich Dir aber recht. So ab 6 (-8) Jahren halten die sich schon ganz gut nach Präoxygenation.


Mal rein interessehalber: wenn ihr jedem Patienten zur Appendektomie eine RSI macht - was nehmt ihr als Relaxans? Succi? Das mag unser Chef nicht so recht, weshalb es eigentlich nur bei der Notsectio zum Einsatz kommt. Wenn ich aber Esmeron nehme, kann ich 15 Minuten später ein paar hundert mg Sugammadex hinterhergeben oder eine Stunde nachbeatmen...

Wir haben Kindern zur Appendektomie keine RSI gemacht! Succi bei Kinder war bei uns ein absolutes No-Go! Wenn schon relaxieren, dann NACH Einleitung und dann mit Esmeron, wenn nötig. Ansonsten kriegt man mit (genügend) Propofol genauso gute Intubationsbedingungen wie nach Relaxanzgabe. Muss man halt nur ein wenig warten, aber nach 2 Minuten ist der Larynx genauso bereit, einen Tubus aufzunehmen, wie nach Relaxierung. :-))

Eilika
18.07.2011, 17:06
Mein Beitrag bezog sich auch nur auf erwachsene Patienten, da wir keine Kinder haben bei uns im Spital...

Lava
18.07.2011, 17:23
- ZVK: 11
- Arterien: 13


Da hab ich ja mehr :-wow
Aber ich hab die ZVKs dummerweise nicht dokumentiert. Ich hab also keine Ahnung, wieviele es genau waren :-?

Aber 13 Arterien kommt mir wenig vor, selbst wenn du hauptsächlich in der Unfallchirurgie warst. Bei uns bekommen eigentlich fast alle Duokopfprothesen, PFNs, DHS, Knie- und Hüft-TEPs eine :-nix

Brutus
18.07.2011, 18:05
Da hab ich ja mehr :-wow
Aber ich hab die ZVKs dummerweise nicht dokumentiert. Ich hab also keine Ahnung, wieviele es genau waren :-?

Aber 13 Arterien kommt mir wenig vor, selbst wenn du hauptsächlich in der Unfallchirurgie warst. Bei uns bekommen eigentlich fast alle Duokopfprothesen, PFNs, DHS, Knie- und Hüft-TEPs eine :-nix

Bitte??? Wofür? Entweder ihr operiert nur scheintote Opfer, oder jede DHS, PFN oder TEP verblutet bei Euch grundsätzlich. :-))
Sonst sehe ich nämlich eigentlich keinen Grund, diesen Patienten eine Arterie zu legen...

Rumpelstilzchen
18.07.2011, 18:11
Heiße Diskussion hier ...

Ich nehme bei Blinddärmen Succinylcholin, und erst recht, seit letztens eine Patientin bei einem Kollegen aspiriert hat.

Übrigens heißt es Crashintubation, also die Intubation des nicht nüchternen Unfallopfers. Hat mit "crushen", also dem Zermalmen des Patienten, nix zu tun, es sei denn, man haut die Zähne mit dem Laryngoskop klein. RSI ist zwar auch so eine englische Krücke, aber wenn ich eine "schnelle Einleitung" bestelle, weiß eigentlich auch jeder was gemeint ist.

ZVK legen ist in meinem Haus eher selten, wobei es seit der Neueröffnung der Gefäßchirurgie häufiger geworden ist. Invasive Blutdruckmessung machen wir seitdem auch sehr viel häufiger, wobei die Kanülen nie lange bei diesen Patienten halten.

Sugammadex ist in meinem Krankenhaus zwar vorrätig, ist aber mit Hinweis auf die Kosten noch nie benutzt worden. Da werden Patienten mit Verdacht auf Pseudocholinesterasemangel lieber 24 Stunden nachbeatmet. Nun ja. Entscheidungen auf höherer Ebene, die nicht immer verständlich sind.

Ach ja, und obwohl unsere unfallchirurgischen Patienten meistens hochbetagte Menschen sind, kriegen die höchst selten eine volle Verkabelung, nur bei sehr schwerwiegenden Vorerkrankungen. In den meisten Fällen reichen zwei dicke Zugänge und die normale Blutdruckmessung aus.

Evil
18.07.2011, 19:33
Bitte??? Wofür? Entweder ihr operiert nur scheintote Opfer, oder jede DHS, PFN oder TEP verblutet bei Euch grundsätzlich. :-))
Sonst sehe ich nämlich eigentlich keinen Grund, diesen Patienten eine Arterie zu legen...
Ich hab das damals (jaja, lang ist's her :-D) nur bei TEP-Wechseln oder Hochrisikopatienten gemacht. Hat sich dann insbesondere bei einem Fall bewährt, wo der Knochenschrauber versehentlich die A. femoralis erwischt hat, bei der Gelegenheit erlebte ich dann auch gleich meine erste erfolgreiche Massentransfusion ;-)

Brutus
18.07.2011, 20:37
Heiße Diskussion hier ...

Ich nehme bei Blinddärmen Succinylcholin, und erst recht, seit letztens eine Patientin bei einem Kollegen aspiriert hat.
Bei Erwachsenen sehe ich das ja auch genauso. Die "heiße" Diskussion bezog sich ja eher auf Kinder.


Sugammadex ist in meinem Krankenhaus zwar vorrätig, ist aber mit Hinweis auf die Kosten noch nie benutzt worden. Da werden Patienten mit Verdacht auf Pseudocholinesterasemangel lieber 24 Stunden nachbeatmet. Nun ja. Entscheidungen auf höherer Ebene, die nicht immer verständlich sind.
Nun ja, wenn man sich ansieht, was eine Ladung Bridion kostet... Zur Aufhebung der Wirkung von Esmeron sind 2-4mg/kgKG notwendig. 1ml Bridion enthalten 100mg Wirkstoff. Beim Otto-Normal-Ruhrpottler sind das schon mal gepflegt 300-400mg. Macht Behandlungskosten von ca. 250€ pro Reversierung.
Wenn man dann mal den Erlös durch die Nachbeatmung rechnet, dann wird ein Schuh draus. Es sei denn, für die Bridiongabe existiert ein Sonderentgelt. Kann ich mir aber ehrlich gesagt nicht vorstellen, sonst würde das Zeuch ja standardmäßig am Ende einer OP gegeben: nach dem Motto, zum Zunähen schön weich und dann schnell wieder extubieren...


Ach ja, und obwohl unsere unfallchirurgischen Patienten meistens hochbetagte Menschen sind, kriegen die höchst selten eine volle Verkabelung, nur bei sehr schwerwiegenden Vorerkrankungen. In den meisten Fällen reichen zwei dicke Zugänge und die normale Blutdruckmessung aus.
So kenne ich das auch! Kann man ja engmaschig einstellen, so alle 2,5-3 Minuten RR wenn notwendig.


Ich hab das damals (jaja, lang ist's her :-D) nur bei TEP-Wechseln oder Hochrisikopatienten gemacht. Hat sich dann insbesondere bei einem Fall bewährt, wo der Knochenschrauber versehentlich die A. femoralis erwischt hat, bei der Gelegenheit erlebte ich dann auch gleich meine erste erfolgreiche Massentransfusion ;-)
Beim TEP-Wechsel kann das ja auch Sinn machen, wobei wir auch da erstmal klein angefangen haben. Wenn das dann ein Gemetzel gab, konnte man ja auch noch intraoperativ das Sortiment erweitern. :-))

Die Niere
18.07.2011, 20:38
Da hab ich ja mehr :-wowDafür ist meiner aber der längste :-D.

Wo verfrachtet ihr denn all die Patienten nach Hüft-TP und Co. postop hin oder dürfen Patienten mit Arterie bei euch auf Station liegen und bekommt da jeder ne Runde auf der IMC?

Brutus
18.07.2011, 20:41
Da hab ich ja mehr :-wow


Dafür ist meiner aber der längste :-D.

Im direkten Vergleich auf jeden Fall! :-)) :-D :-wow :-))

Eilika
18.07.2011, 21:43
Arterien kriegen in meinem überschaubaren Spital eigentlich nur die großen Bauch-OPs. Also Whipple, totale Gastrektomien und ähnliches. Wobei in der kurzen Zeit die ich da war noch keine TEP-Wechsel auf dem Programm waren.

Lava
19.07.2011, 16:23
Wo verfrachtet ihr denn all die Patienten nach Hüft-TP und Co. postop hin oder dürfen Patienten mit Arterie bei euch auf Station liegen und bekommt da jeder ne Runde auf der IMC?

Ja, kommen alle auf die IMC. Es sei denn, die sind 40 Jahre alt und topfit.

Die Niere
19.07.2011, 17:09
Ja, kommen alle auf die IMC. Es sei denn, die sind 40 Jahre alt und topfit.
Und sind denn viele von denen so instabil, dass man sie invasiv monitorisieren muss oder ist das mehr aus Komfortgründen?

Lava
20.07.2011, 19:32
Naja, die TEPs bluten ja doch hin und wieder mal nach und auf der Normalstation würde man die dann morgens tot im Bett finden...

Ansonsten sind, wie ich schon öfter erwähnt habe, die unfallchirurgischen Patienten auf der IMC die unkompliziertesten.

Sebastian1
20.07.2011, 19:43
Find ich seltsam, muss ich gestehen. Femurersatz, Acetabulumfrakturen und Co., ok, die können gern auf ITS kommen, entsprechend vorerkrankte Hochrisikopatienten natürlich auch, aber jede TEP auf IMC hab ich noch nie vorher gehört. Wird das bei anderen UCs hier auch so gehandhabt?