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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ärztin oder Krankenschwester? Bin 34 Jahre alt



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Spark
17.06.2011, 10:47
Ich würde mit 34 nicht mehr in der Pflege lernen. Der Beruf ist körperlich nicht ohne, und es meiner Meinung nach nicht wert, ihn so spät noch zu erlernen. Du hättest vielleicht zehn gute Jahre und dann gehts allerspätestens los, Rücken, Stress... Ich hoffe das versteht keiner falsch, ich habe riesen Respekt vor guten Pflegekräften und ihrer wichtigen Arbeit, aber mit 34, Akademikerin und eher verträumt: lass es.

Die Ziele die Du beschreibst passen zu verschiedenen Tätigkeiten, bestimmte ärztliche Bereiche gehören dazu. Dieses "Anstoss geben" findest Du im übrigen auch im (jaja, lacht ruhig alle) pädagogisch-sozialen Bereich. Ein Verwandter von mir macht fast nix anderes, er ist...BERUFSSCHULLEHRER. Bringt recht erfolgreich notorische Ausbildungsabbrecher auf den rechten Weg, mit vielen unkonventionellen Methoden und guten Kontakten zu harten, fordernden "Männerbranchen". Nur als Beispiel wie viele Wege es gibt, diesen Helfer-Anteil auszuüben.

In der Psychiatrie hingegen wirst Du auf GANZ viele Menschen stossen die gerade akut verwirrt sind und da ist nix mit Anstoss. Brauchst Dir nicht vorstellen dass da Leute reinkommen und fragen "was kann ich nur tun" und dann kommt von Dir die umsorgende Lebensweisheit und ein halbes Jahr später siehst Du sie zufrieden in der Stadt flanieren. Auf jeden dem es so ergeht kommen etliche die Du genau so oder schlimmer alle halbe Jahre wieder auf Station hast und gar nicht richtig ansprechen kannst, ahnst Du überhaupt wie elend und aussichtslos ernsthafte psychiatrische Krankheitsbilder oder schwerste Suchterkrankungen aussehen? Insofern wäre Psychosomatik/Psychotherapie eher was für Dich, aber diese Dinge kannst Du auch im Psych- oder SozPäd-Bereich haben. Die lebenspraktischen Anteile eines guten Allgemeinmediziners sind auch nicht zu unterschätzen.

Es wird sich also auf die Frage reduzieren, welches Studium Du absolvieren willst und kannst. Fakt ist, der Medizin-Weg ist der längste bis Du einigermassen das machen kannst was Du Dir jetzt so vorstellst. Wenn Du dem Studium und dem dazugehörigen Lebensstil selbst allerdings auch was abgewinnen kannst (so wie ich, Start mit 30) spricht nichts dagegen.

Gelbes_U
17.06.2011, 11:10
Lass Dir nicht von anderen sagen, dies sei schwer und jenes einfach und man würde auch Dinge fast im Schlaf schaffen. Jeder ist anders. Mach vielleicht den TMS, den kann man auch für sich selbst machen oder mach ihn irgendwo mit, falls das geht. Die Erfahrungen sind eindeutig: Leute, die in dem Test gut sind (zumindest besser als der Durchschnitt) kommen im Studium wesentlich besser klar, die Abbruchquote steigt eklatant mit schlechteren Testwerten.

Und das mit der Erfüllung ist so eine Sache in dem Job. Die Berufsunfähigkeitsversicherer machen nicht umsonst einen Riesenbogen um Ärzte - BU wegen psychischer Gründe ist bei Ärzten besonders häufig. Ich kenne persönlich mehrere Kollegen, die an sich selbst "gescheitert" sind - und ich bin 38... Der eine ist ein halbes Jahre weg - teilweise stationär, der nächste geht nach Haiti und kommt danach nur noch kaputter zurück.

Man kann als Arzt einfach vielen Leuten nicht helfen. Mein Bruder ist Hoschullehrer - dem geht es beim Ausleben von "Hilfestellung für andere" entschieden besser als Ärzten. Schwiegervater Berufsschullehrer, der ist geradezu überzufrieden, weil er halt wirklich was bewirken kann bei jungen Menschen.

Vielleicht ist erstmal Psychologie besser? Da stehen Dir nachher mehr Türen in die Richtung "ich helfe Menschen und gebe Anstöße" offen. Und nach Psychologie könntest Du immer noch Medizin studieren. Zumal Psycho der größere Anteil beim Psychiater ist...

konstantin
17.06.2011, 13:14
Die Erfahrungen sind eindeutig: Leute, die in dem Test gut sind (zumindest besser als der Durchschnitt) kommen im Studium wesentlich besser klar, die Abbruchquote steigt eklatant mit schlechteren Testwerten.

Hast du dafuer irgendwelche Belege? Halte ich eigentlich fuer ausgemachten Mumpitz...

Pille_McCoy
17.06.2011, 14:24
Hast du dafuer irgendwelche Belege? Halte ich eigentlich fuer ausgemachten Mumpitz...

Dem schließe ich mich an. Halte das auch für Mumpitz ( tolles Wort übrigens, habe ich lange nicht mehr gehört :) ).
Übrigens hatten wir am Anfang auch einen Eliteabiturienten aus Bayern, der sitzt jetzt bei REWE an der Kasse. Sicherlich korreliert ein gutes ABI oder ein guter Test mit den Noten im Studium, aber das Leute mit weniger guten Testergebnissen eklatant häufiger abbrechen oder zwangsweise schlechte Noten haben müssen, mag ich nicht glauben.

Übrigens muss man wirklich kein Einstein und kein Streber sein um das Studium zu schaffen ( ich bin da wie Roger ). Wer mit 2 oder besser abschneiden will muss halt etwas mehr investieren ( oder wirklich ein Superbrain sein ).

Gelbes_U
17.06.2011, 14:34
Hast du dafuer irgendwelche Belege? Halte ich eigentlich fuer ausgemachten Mumpitz...

Ja, die Österreicher verfolgen das sehr genau, kann man alles im Internet runterladen. In Deutschland wurde das "Verfolgen" der Studenten damals aus datenschutzrechtlichen Bedenken nicht durchgeführt. Ich hatte übrigens 1,8 im Abi und einen guten Test. Meine Schulkameradin und spätere Kommolitonin damals mit nem 1,1-Abi und schlechtem Test hats geschmissen und macht jetzt Soz.Päd....

Es gibt definitiv Leute, die das Studium nicht schaffen, aus welchen Gründen auch immer. Die einen interessiert es nicht und manche sind schlicht überfordert. Und das Abi ist der schlechtere Anhaltspunkt als der Test - zumindest zeigen das die Ergebnisse in Österreich und meine persönliche Erfahrung.

mejakru30
18.06.2011, 17:23
ui- und ich hab den Test überhaupt nicht gemacht! Und nun? Wahrscheinlich bemerke ich bald (9.Semester), dass das gar nichts für mich ist und ich beende mein Studium lieber..... Viell sollte man lieber mal die genauen Vorstellungen der Leute was Arzt-sein bedeutet erfragen. :-meinung
Übrigens eine schwierige Frage ob GuKP oder Medizin mit 34- hab erst Krankenschwester gelernt (und auch als solche gearbeitet) und studiere jetzt. Was man machen will, hängt davon ab, wo die Interessen liegen. Ich bin ein wenig idealistisch veranlagt (halts da mit den "Eisprinzen": Wenn du davon träumen kannst kannst du es auch tun!), desw fällt es mir schwer es vom Alter abhängig zu machen. Sollte man aber beachten wg Lebensplanung (Geld, Familie, Studien- Wohnort)...
Viel Glück bei der Entscheidung!

milz
18.06.2011, 20:26
Die Berufsunfähigkeitsversicherer machen nicht umsonst einen Riesenbogen um Ärzte - BU wegen psychischer Gründe ist bei Ärzten besonders häufig.
Das kann ich nicht so recht glauben. Bei Cosmos direkt werden Ärzte in Risikogruppe 1 von 5 eingestuft. Siehe:

https://secure4.cosmosdirekt.de/WebCosmos/startinternet.do?eventSubmit=start&application=beicrjr_start&techtyp=beitrag&kz_buz=N

konstantin
18.06.2011, 22:15
Ich weiss auch nicht, woher das Gelbe U seine Informationen bezieht, aber das ist ja mal absoluter Quatsch. Versicherungen - egal ob nun Berufsunfaehigkeitvsversicherungen, Krankenversicherungen oder weiss der Kuckuck, sind fuer Mediziner meist noch mit den besten Konditionen ausgestattet.

McDreamy
20.06.2011, 21:44
-Braucht man ein Gehirn, das die Vorträge der Professoren wie ein Schwamm aufsaugt, um ein Medi-Studium zu bewältigen?



Bullshit.






-Muss man tatsächlich acht Stunden am Tag lernen?



Noch größerer Bullshit.





- Kann eine Person, die eher verträumt ist und schnell gedanklich abschaltet, ein Medizinstudium schaffen? :-music



Ja klar.

Ich würde mich an deiner Stelle weniger mit der Schaffbarkeit des Medizinstudiums beschäftigen (obwohl das sicher auch wichtig ist, keine Frage). Das klingt mir doch sehr nach dem altbekannten Vorurteil, Medizin wäre eine Art Geheimwissenschaft, die nur die Superhirne packen... nö also wirklich nicht.

Es ist allerdings VIEL ARBEIT. Und du solltest dich AUSGEZEICHNET darüber informieren, was ein Psychiater so tut den ganzen Tag... Mit "Menschen helfen" ist da nämlich ned viel... sicher, du verhinderst vielleicht das ein oder andere Mal, dass sich ein Patient in deiner Nachtschicht von der Brücke stürzt... wie das in ein paar Monaten aussieht, weiß Allah.
Mit heilen hat das aber wenig zu tun. Du wirst deine Energie hauptsächlich in chronisch Kranke investieren, laaange Therapien mit denen machen, um am Ende festzustellen, dass sie doch von der Brücke gesprungen sind oder nach einem 6-monatigen Entzug am Tag nach der Entlassung wieder sturzbetrunken am Bahnhof abhängen.

Also schau dir genau an, ob der Alltag eines Psychiaters was für dich ist. Wenn ja, dann lass dich bitte nicht durch ein paar Jahre Studium davon abbringen!

Spark
21.06.2011, 10:42
Ich glaube weder ich noch andere wollen Leuten Psychiatrie ausreden, hoffe das kam nicht so an. Das ist eines der Fächer wo es meiner Meinung nach viel zu wenig wirklich gute Ärzte gibt.

Es gibt auch sicherlich Nischen wo man echte Erfolge sehen kann. Im grossen und ganzen ist die Psychiatrie aber eine Abteilung wo die Leute eher "landen", weil sie nicht rechtzeitig Dinge erkannt oder Veränderung sogar abgelehnt haben - oder ihnen schlichtweg die Kräfte fehlen. Daher ist das eine andere Kundschaft als bei den Fachärzten für Psychosomatik und Psychotherapie, die eher mal Patienten haben die von sich aus eine Therapie aufsuchen und dementsprechend bessere Aussichten haben.

Melodie
23.06.2011, 16:51
Mein Traumberuf war ohnehin schon immer Ärztin.

Auf der anderen Seite hätte ich als Krankenschwester vielleicht das Problem, dass ich ständig zu den Ärzten hinüberschielen und denken würde: "warum bin ich keine von Euch? Das, was ich mache, ist nicht 'the real thing' für mich?"


So würde es mir gehen und dieses Gefühl hat natürlich viel mit der Zufriedenheit am Arbeitsplatz zu tun. So oder so mußt du noch ein paar Jahrzehnte arbeiten, da ist es nicht schön, wenn du immerzu denkst:" Hätte ich damals doch den Mut gehabt...".:-((

Von deinem Alter solltest du dich auf jeden Fall nicht abhalten lassen. Du wirst mit 34 bei weitem nicht die älteste sein;-)
Und ein schlechtes Abi hat auch so manch einer, von dem das gar nicht denken würde. Mit einem abgeschlossenen Studium hast du ja schon bewiesen, daß du nicht auf den Kopf gefallen bist.

Würde mir aber auch alle Alternativen ansehen, wenn du eher therapeutisch arbeiten willst.

SidVicious
26.06.2011, 08:28
Hallo,
psychologischer Psychotherapeut und Psychiater sind meine Meinung nach zwei verschiedene Dinge.Wenn du lieber als Psychotherapeut arbeiten willst, dann kann ich dir nur ein Psychologie Studium empfehlen. Nicht aufgrund des Studium sonder weil die therapeutische Ausbildung einfach wesentlich besser ist. Negativ daran ist, dass diese zirka 5 Jahre nach Abschluß des Studiums dauert und du während dieser Zeit kaum Geld verdienst.
Wenn du lieber "Ärztlich" arbeiten willst, also Medikamente Diagnostik usw. dann studier lieber Medizin. Von dem Glauben, dass du durch kurze Interventionen viel ereichen kannst ist sehr weit von der Realität entfernt. In Psychiatrischen Krankenhäuern sind viele Patienten chronifiziert. Da hast du nur minimale Chancen was zu verändern und auch nur dann, wenn der Patient in der Lage dazu ist. Hinzu kommt, dass du die Patienten nicht mehr siehst, welchen das Team geholfen hat.
Eine hohe Frustrationstoleranz solltest du mitbringen, aber die muss man in eigentlich jedem Medizinischen Fach haben.

Gruß

EKT
26.06.2011, 08:33
Wenn du lieber als Psychotherapeut arbeiten willst, dann kann ich dir nur ein Psychologie Studium empfehlen. Nicht aufgrund des Studium sonder weil die therapeutische Ausbildung einfach wesentlich besser ist.

Großer Schwachsinn!!! :-oopss

Die Qualität und der Erfolg einer therapeutischen Ausbildung hängt einzig und allein von der Initiative und dem Engagement des Weiterzubildenden ab!!!!!!

Rechtverdreht
26.06.2011, 14:11
@ Threaderöffnerin:

Es wäre doch sinnvoll, zunächst mal zu kucken, was Deine Optionen sind, also, wo Du Chancen hast, einen Studienplatz zu bekommen und zu den Chancen auf einen Ausbildungsplatz als Krankenschwester können Dir die Leute hier im Forum sicher was sagen, die diesen Job machen.

Auf etwas, was man nicht umsetzen kann, braucht man sich ja nicht verlegen, das wäre nur enttäuschend.

Und wenn Du sozusagen die große freie Auswahl hättest, dann spricht viel für den Arztberuf, z.B. die bessere Vergütung und auch wirklich die Tatsache, dass in der Pflege ja viele diesen Knochenjob nicht bis zum Rentenalter aushalten. Ich glaube, mit Verträumtsein passt Krankenpflege auch nicht zusammen.....Auch das können Dir die Krankenpflegeprofis hier genau sagen. Ich hab' selber viele Jahre gepflegt. Es ist wertvolle Arbeit. Aber sie wird nicht honoriert und es geht auf die Knochen und auf die Psyche, jeden Tag den Dreck von anderen wegmachen, x-mal am Tag, das Gejammer und miterleben, wie Menschen sich in Zerfall auflösen, wie sie immer weniger können, die Schmerzen miterleben und kaum was tun können....Das kann einen auszerren, dass man selber nicht mehr leben will.

Über andere Dinge, die hier gepostet wurden, muss ich mich nur sehr wundern.

Psychologie ist eben eine geisteswissenschaftliches Fach und führt nach dem Studium erst mal nicht direkt zu einem Heilberuf, sondern man kann auch in die Wirtschaft und in die Werbung gehen. Wer als psychologischer Psychotherapeut arbeiten will, muss eine aufwendige Psychotherapeuten-Ausbildung anschließen. Auf alle Fälle gibt's da keine praktische Arbeit im Sinn von manuell was tun. Das finde ich einen großen Unterschied zur Medizin. Ich find's ekelig, fremde Menschen anfassen zu müssen. Wenn Dir das Medizinische doch zuviel wäre, könntest Du halt in Psychologie nach'm Studium doch den vollen Kurswechsel machen und in die Wirtschaft türmen. Aber wenn Du das nicht willst, bist Du als Dipl-Psych. noch nicht viel.

In der Hinsicht sind die Leute, die über das naturwissenschaftliche Studium der Medizin gehen, besser dran, weil sie zunächst eben Medizin studieren und damit eben Arzt werden. Wenn's dann doch nicht die Psy-Schiene sein sollte, könntest Du doch in einem anderen Bereich der Medizin tätig sein, wo weniger psychologische Tätigkeit gefordert wäre.

Zum Kinder-und Jugendlichenpsychotherapeuten könntest Du auch über den Weg eines Pädagogik- oder Sozialpädagogik-Studiums und anschließender spezifischer Ausbildung zum Kinder-und Jugendlichenpsychotherapeuten kommen. Das ist ein relativ einfacher und kurzer Weg zur therapeutischen Arbeit hin.

Weiter blieben Berufe wie Ergotherapeutin, Arbeitserzieherin, Musiktherapeuten, Körpertherapeuten, Kunsttherapeuten und noch so'n paar exotischere Dinge wie Reittherapeutin..., die in nonverbalen Verfahren in Kliniken arbeiten.

Grundsätzlich läuft es überhaupt nicht so, dass das, was man vom Ausbildungsweg her macht, später automatisch und quasi zwangsweise zu einer bestimmten Sparte, Arbeitsstelle, bestimmten klinischen Bereich führt.

Der Psychiater arbeitet nicht automatisch in der Psychiatrie mit hoffnunglosen und unverbesserlichen Fällen. Der psychologische Psychotherapeut arbeitet gleichgestellt neben ärztlichen Psychotherapeuten in psychosomatischen Kliniken. Was in den jeweiligen Kliniken und Stationen gemacht wird, ist von Haus zu Haus unterschiedlich. Es gibt Psychiatrien, die massiv psychotherapeutisch ausgerichtet sind, und umgekehrt Psychosomatiken, wo in alter psychiatrischer Manier gearbeitet wird und eigentlich wenig Psychotherapie zum Einsatz kommt.

In der Psychiatrie arbeiten klinische Psychologen, ebenso wie Psychiater. In der Psychosomatik genau das gleiche Bild. Auch da arbeiten Leute, die vom Psychologiestudium kommen, aus der Medizin, die einen haben den FA für Psychiatrie und Psychotherapie, manche den FA für psychotherapeutische Medizin und Psychosomatik. Je nach Klinik gibt's wieder andere, die dort mit dem FA für innere Medizin, spezialisiert auf Psychosomatik, tätig sind, z.B. im Bereich Psychoonkologie, Transplantationsmedizin und Essstörungsbehandlungseinheiten usw..

Also, wenn Du unbedingt später psychotherapeutisch arbeiten willst und den Leuten Anstöße geben willst, mit Leuten intensiver arbeiten willst, dann wirst Du das erreichen können. Und welchen Weg dahin Du nimmst, kannst Du Dir unter den gegebenen Bedingungen dann raussuchen, würde das nehmen, was mir mehr liegt oder anspricht.

Es gibt jede Menge Psychiater, die sich zum ärztlichen Psychotherapeuten weitergebildet haben und die arbeiten stationär und auch ambulant, genau so wie Du Dir das vorstellst. Und es gibt auch massenweise psychologische Psychotherapeuten, die genau das Gleiche machen.

Manche der Postings hier sind für mich nicht nachvollziehbar. Ich frage mich, wer von den Leuten hier mal in einer psychosomatischen Klinik gearbeitet hat und sich da wirklich auskennt?? Oder wer die ambulante Psy-Szene kennt?? Die Postings hier weichen stark von dem ab, was sich einem vor Ort in den Kliniken präsentiert.

In mancher Beziehung würde ich aber dazu raten, sofern nicht doch alternativ mit dem Abwandern in Werbung oder Wirtschaftspsychologie geliebäugelt wird, die medizinische Schiene zu nehmen. Es ist einfach manchmal bei der psychotherapeutischen Arbeit von Vorteil ein größeres medizinisches Wissen zu haben, z.B. bei chronisch somatisch kranken Patienten, bei Essstörungen, bei Selbstverletzungen u.s.w. und auch Medikamente verordnen zu können, ein Arzt kann im Notfall selber einweisen, auch das kann der psychologische Psychotherapeut nicht. Die haben also nicht exakt die gleichen rechtlichen Möglichkeiten. Der Arzt darf mehr.

Es liegt ja später bei Dir, wohin es Dich zieht und wo Du Dich weiterbilden willst, wo Du arbeiten willst und wie, wo Du Dich bewirbst, bei wem Du Dich fortbilden willst. Du musst als Psychiater nicht in einer Psychiatrie arbeiten, Du kannst Dir auch einen anderen Tätigkeitsbereich suchen, stationär, psychosomatische Akutklink oder Rehaklinik oder ambulant eine Praxis eröffnen, diese Tätigkeit kannst Du teilen in psychiatrische Praxis und Psychotherapiepraxis, oder reine psychotherapeutische Arbeit machen. Gehen tut da eigentlich fast alles. Das machen viele auch so! Ich kenne nicht wenige ärztliche Psychotherapeuten, die ihre Ausbildungszeit in der Psychiatrie eben notgedrungen absolviert haben und sich dann schleunigst aus der Psychiatrie abgesetzt haben und nun genau so, wie Du Dir das denkst, arbeiten und zwar mit Patienten, die hochkompetent sind und motiviert und frustriert sind von den ärztlichen Psychotherapeuten meiner Meinung nach nur die, die ihren Job nicht beherrschen. Die guten aber sind recht gut drauf, weil sie schnelle und viele Erfolgserlebnisse haben und sehr viel bewirken und verändern. Und die Therapien gehen dort dann auch über lange Zeiten hinweg und sind intensiv.

Viel Glück!

Rechtverdreht
26.06.2011, 14:32
@ Threaderöffnerin:

Noch was vergessen:

Natürlich gibt's auch somatische Fächer, wo die Nähe zur Psychosomatik stärker ist, zum Beispiel Gynäkologie (sicher gibt's noch mehr..), es gibt ja nicht wenige Mediziner, die ihrem Fachgebiet treu bleiben, aber Weiterbildung machen und psychosomatische Grundversorgung anbieten.

Du siehst, es gibt viel mehr Möglichkeiten und die Dosis, wie sehr Du in eine Materie einsteigst, kannst Du bestimmen.

Was Dir noch bleibt als alternativer und kürzerer Weg: Heilpraktiker werden und dann Heilpraktiker (Psychotherapie HPG = Heilpraktikergesetz) als Spezialisierung nehmen.

Das geht auch und machen auch einige.

Und mit einem Psych-Studium kannst Du auch ins Coaching gehen.

EKT
26.06.2011, 18:18
........

Gelbes_U
26.06.2011, 19:33
Das kann ich nicht so recht glauben. Bei Cosmos direkt werden Ärzte in Risikogruppe 1 von 5 eingestuft. Siehe:

https://secure4.cosmosdirekt.de/WebCosmos/startinternet.do?eventSubmit=start&application=beicrjr_start&techtyp=beitrag&kz_buz=N

Dann versuche mal, eine Versicherung für einen Chriurgen ohne Verweisungsrecht für den Versicherer zu bekommen... Das im Internet sind Lockangebote, bei denen die Berufe mit guten Gehältern oben eingestuft werden, damit man die "richtigen" Kunden anlockt.

Auf das Versorgungswerk würde ich mich in jungen Jahren auch nicht blind verlassen, wenn man da nicht ordentlich eingezahlt hat, z.B. wegen Kindererziehung, sieht es schnell mau aus. Daneben hat das Versorgungswerk (oder die Versorgungswerke, um exakt zu sein...) noch ein paar andere Nachteile - aber auch Vorteile.

Latomba
15.07.2011, 21:57
Vielen Dank an alle von Euch für Eure zahlreichen Antworten!
Sie lassen meine Zweifel an einer Krankenpflegeausbildung größer werden. Vielleicht ist es wirklich für mich nicht das Richtige.

Liebe Grüße!

fatali
18.07.2011, 12:07
vom psycho studium würde ich abraten, denn nur mit abgeschlossenen master darf man auch eine psychotherapie ausbildung machen - und der master ist ja auch wieder nur mit gutem schnitt zu machen, was bedeutet, dass man im bachelor richtig ran muss. da zählt ja auch jede benotung rein, was im medizinstudium nicht ist.
die ausbildung ist es ja auch erst, die einem das handwerk dazu bringt.
das psychologiestudium beschäftigt sich wohl mehr mit theorien & statistik.
medizin studium geht zwar länger, aber letztendlich "kann" und darf man dann auch mehr.

eine andere möglichkeit wäre aber der "kleine heilpraktiker", also der heilpraktiker für psychothearpie. ist natürlich schwerer damit auf den beinen zu stehen - man kann das aber auch neben seinen jetzigen beruf betreiben.

krankenpflege ist ausbeutung. das problem ist, dass viele leute in der pflege des helfens willen anfangen - und die werden gnadenlos vom kapitalismus ausgebeutet durch ihr gutmenschentum. massiv viel stress, körperliche anstrengung und miese bezahlung.

PAIng
18.07.2011, 12:33
krankenpflege ist ausbeutung. das problem ist, dass viele leute in der pflege des helfens willen anfangen - und die werden gnadenlos vom kapitalismus ausgebeutet durch ihr gutmenschentum. massiv viel stress, körperliche anstrengung und miese bezahlung.

Das trifft allerdings auch immer mal wieder auf Ärzte zu...