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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nachts 1 Assistent für wieviele Patienten??



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Relaxometrie
03.07.2011, 13:40
Warst Du zufällig in der gleichen Klinik wie ich?
Die Zahlen und Abteilungen kommen mir extrem bekannt vor...
Und wenn es eine andere Klinik ist, ist es unglaublich, dass es mehrere gibt, in denen das so läuft. Ich fand das zumindest unverantwortlich und habe dann auch gekündigt...
"Meine" Klinik liegt in NRW. Alles weitere, falls das Bundesland passt, besser als PN.

Leelaacoo
03.07.2011, 20:48
Hmm...ich finde manche Dinge wirklich erschreckend...z.B. einige eurer Zahlen. Die werde ich meinen Kollegen, die grad voll im Mecker-Modus sind, mal vorlegen. Wir haben 2 Innere Abteilungen (1x 50 Betten, 1x 80 Betten), eine nicht gerade überquellende Ambulanz (wenn Nachts mal 5 Patienten kommen, ist dass schon "sehr viel"), eine ITS mit 12 Betten. Die ITS läuft autonom mit Schichtdienst, die 2 Innere-Abteilungen haben jeweils einen Diensthabenden nachts, wobei einer die Ambulanz und seine Klinik macht, der andere seine Abteilung und ggf. auf der ITS aushilft...was selten genug notwendig ist. Das ist doch traumhaft, oder? Und nun haben vor allem die jüngeren Kollegen (die kein anderes Haus kennen) so lange rumgemeckert, dass der Gesamtklinikumsverwaltung auch aufgefallen ist, dass die 3 Assis im vergleich mit den anderen Standorten wohl eher zu viel sind...mann mann, manchmal kann man sich nur an den Kopf langen:-oopss Dabei wars sooo schön...
Selber schuld, sag ich nur...zum Glück gehöre ich zur ITS...
Oder bin ich schon so alt, dass ich Arbeit nicht mehr soo schlimm finde? (z.B. wird bei uns auf der Peripherie gerne mal gemeckert, wenn man (mal! selten genug...) pro Monat mehr als einen 12 h- Wochenenddienst und mehr als 3 Langsdienste (von 9.30 Uhr bis 20 Uhr) bekommt...ich hab ja auch gerne frei, aber irgendwo muss man halt auch mal ran...auf die ITS will nun gar keiner mehr, wegen Schichtdienst und 5 -6 Wochenendtagen/Monat (jeweils 8,5 h, dafür unter der Woche öfters frei)...wo simmer denn??? Soll jetzt nicht arrogant klingen, aber ich habe irgendwie das Gefühl, unsere Frischlinge sind angesichts des Ärztemangels und des Stellenüberschusses ganz schön verwöhnt..und wenn dann noch diese schlechte Stimmung in der eigentlich netten und angenehmen Abteilung verbreitet wird...:-( Da schick ich den nächsten einfach mal zu euch:-D

LG Lee

Reflex
03.07.2011, 21:13
Neurologie:
61 Betten, 8 Stroke Unit Betten und eine von den Anästhesisten interdisziplinär geführte ITS mit tendenziell ein bis zwei Patienten (von denen man nachts selten was hört) ein Assistent im Vorderngrund, ein OA im Hintergrund, der aber nicht selten auch mal rein kommen muss, da wir die Verlegungen in anderne Kliniken z.b. Neurochirurgie selber begleiten müssen und der Hintergrund dann in der Zeit den Vordergrunddienst machen muss.

psycho1899
03.07.2011, 21:14
Hmm...ich finde manche Dinge wirklich erschreckend...z.B. einige eurer Zahlen. Die werde ich meinen Kollegen, die grad voll im Mecker-Modus sind, mal vorlegen. Wir haben 2 Innere Abteilungen (1x 50 Betten, 1x 80 Betten), eine nicht gerade überquellende Ambulanz (wenn Nachts mal 5 Patienten kommen, ist dass schon "sehr viel"), eine ITS mit 12 Betten. Die ITS läuft autonom mit Schichtdienst, die 2 Innere-Abteilungen haben jeweils einen Diensthabenden nachts, wobei einer die Ambulanz und seine Klinik macht, der andere seine Abteilung und ggf. auf der ITS aushilft...was selten genug notwendig ist. Das ist doch traumhaft, oder? Und nun haben vor allem die jüngeren Kollegen (die kein anderes Haus kennen) so lange rumgemeckert, dass der Gesamtklinikumsverwaltung auch aufgefallen ist, dass die 3 Assis im vergleich mit den anderen Standorten wohl eher zu viel sind...mann mann, manchmal kann man sich nur an den Kopf langen:-oopss Dabei wars sooo schön...
Selber schuld, sag ich nur...zum Glück gehöre ich zur ITS...
Oder bin ich schon so alt, dass ich Arbeit nicht mehr soo schlimm finde? (z.B. wird bei uns auf der Peripherie gerne mal gemeckert, wenn man (mal! selten genug...) pro Monat mehr als einen 12 h- Wochenenddienst und mehr als 3 Langsdienste (von 9.30 Uhr bis 20 Uhr) bekommt...ich hab ja auch gerne frei, aber irgendwo muss man halt auch mal ran...auf die ITS will nun gar keiner mehr, wegen Schichtdienst und 5 -6 Wochenendtagen/Monat (jeweils 8,5 h, dafür unter der Woche öfters frei)...wo simmer denn??? Soll jetzt nicht arrogant klingen, aber ich habe irgendwie das Gefühl, unsere Frischlinge sind angesichts des Ärztemangels und des Stellenüberschusses ganz schön verwöhnt..und wenn dann noch diese schlechte Stimmung in der eigentlich netten und angenehmen Abteilung verbreitet wird...:-( Da schick ich den nächsten einfach mal zu euch:-D

LG Lee

Ich denke, man kann die reine Bettenzahlen nicht ausschließlich vergleichen... z.B. war ich in meinem vorherigen Krankenhaus ab 20:00 Uhr alleiniger diensthabender Neurologe für 80 Betten plus Notaufnahme plus Notfallkonsile. Jetzt bin ich ab 23:00 alleiniger diensthabender Neurologe für ca. 55 Betten plus Notaufnahme plus Notfallkonsile...

Nichtsdestotrotz sind die Dienste im aktuellen Klinikum (Maximalversorger) wesentlich unangenehmer/arbeitsintensiver/schlafentzügiger als im Vergleich zum vorherigem Krankenhaus (Schwerpunktversorger). Entscheidend sind, zumindest meiner Meinung nach und für meinen Fachbereich sprechend, eher das Aufkommen an Notfallkonsilen und Vorstellungen in der Notaufnahme als die Bettenzahl. Ob ich die 55 Betten komplett belegt habe oder 15 Betten vor dem WE frei habe, macht für mich im Dienst, außer dass ich die Aufnahmeindikation großzügiger stellen kann, keinen Unterschied. Und wenn wir noch 20 Betten mehr hätten (auf der peripheren Station), würde das wahrscheinlich auch keinen Unterschied machen. Notfälle/BEs etc auf Station stellen für den 1. Dienst im Vergleich zu den Notaufnahmen und -konsilen nur ein Bruchteil der Arbeitsbelastung dar.

Ich finde Euer Dienstmodell auch sehr angenehm, Leela... Station plus gelegentlich aushelfen ist ja mal etwas, was zu Recht als Bereitschaftsdienst bezeichnet werden darf.

Meine jüngeren Kollegen heulen jedoch nicht über die Dienstbelastung rum ;-) Im Gegenteil, die scheinen den Schlafentzug sogar besser wegzustecken... wahrscheinlich haben mich die Dienste biologisch voraltern lassen ;-)

throni
23.09.2016, 11:39
Wollte den Thread mal ausgraben, da ich demnächst meine erste Stelle antrete. Werde in einer Neuroreha anfangen, 240 Patienten, davon 60 Patientin Phase B (also mehr oder weniger IMC Betten) inklusive 10 Beatmungsplätzen. Am Wochenende und nachts ist man alleine. Klingt ziemlich viel, finde ich, aber dafür gibt es ja keine Notaufnahme. Mal sehen, wie das so wird.

Jule-Aline
23.09.2016, 11:55
@Leelaacco: Ehrlich,die Dienstbelastung ist völlig okay. Ich im peripheren Haus hatte monatlich mindst 6
24 h Dienste,viele auch am WE.Die Internisten sind an allen Wochentagen zu zweit,die hatten auch oft Dienste.Schick doch deine jüngeren Kollegen zu uns,da lernen sie eure Klinik schätzen.

Mano
23.09.2016, 15:47
Was mich gerade stutzig macht: Muss auf einer Intensivstation nicht 24h ein Arzt anwesend sein, damit das ganze bezahlt wird? Wird das in Häusern wo die ITS neben Normalstation und Notaufnahme mitbetreut wird einfach irgendwer "eingetragen"? Fällt sowas nicht bei MDK-Prüfungen anhand des Dienstplanes auf? Die diskutieren doch teilweise über jedes EKG - würde mich doch sehr wundern, wenn die auf sowas nicht kommen würden...

Jule-Aline
23.09.2016, 17:46
Genau aus diesem Grund haben die Internisten einen ITS Dienst eingeführt.In der Anästhesie wurde tagsüber auch ein Arzt abgestellt,der für die ITS zuständig war.Und derjenige musste die ZBIntensivmedizin ahben,damit man das Ganze auch als Intensivbehandlung abrechnen konnte.

Brutus
24.09.2016, 09:34
Was mich gerade stutzig macht: Muss auf einer Intensivstation nicht 24h ein Arzt anwesend sein, damit das ganze bezahlt wird?
Da musst Du unterscheiden: der Aufenthalt ansich wird trotzdem bezahlt. Du kannst halt die Intensivkomplexbehandlung nicht abrechnen. Um die abrechen zu können musst Du eben 24h einen Arzt vorhalten.


Wird das in Häusern wo die ITS neben Normalstation und Notaufnahme mitbetreut wird einfach irgendwer "eingetragen"? Fällt sowas nicht bei MDK-Prüfungen anhand des Dienstplanes auf? Die diskutieren doch teilweise über jedes EKG - würde mich doch sehr wundern, wenn die auf sowas nicht kommen würden...
Nee, einfach eintragen geht natürlich nicht. Entweder 24h Arzt anwesend oder die Komplexbehandlung wird nicht abgerechnet.


In der Anästhesie wurde tagsüber auch ein Arzt abgestellt,der für die ITS zuständig war.Und derjenige musste die ZBIntensivmedizin ahben,damit man das Ganze auch als Intensivbehandlung abrechnen konnte.
Dazu hätte ich gerne mal eine Quelle. M.W.n. muss der Arzt nicht die Zuastzbezeichnung haben. Es kann auch ein WBA sein, nur der Leiter der Intensiv muss die Zusatzbezeichnung haben. Die einzige Bedingung ist eben, dass ein Arzt nur für die Intensivstation vor Ort ist, um die Komplexbehandlung abzurechnen.

Jule-Aline
24.09.2016, 13:38
Die Quelle kann ich ehrlicherweise nicht liefern Mir hatte es der Anästhesie OA so gesagt,der diese ZB hat und tagsüber die ITS leitet.Da er der neben dem Chef als einziger die ZB hat,wurde er dazu abgestellt.

Jule-Aline
24.09.2016, 13:43
www.dgim.de/portals/pdf/Newsletter/DGIM_aktuell_5_2012_ok_E_final.pdf

Habe was dazu gefunden,siehe Seite 4

und noch ein Forum dazu:
https://www.mydrg.de/forum/index.php?thread/10416-8-980-bald-nur-noch-mit-zusatzbez-intensivmedizin/

Brutus
24.09.2016, 14:37
Gerade weil Du Dich ja auf die Anästhesie beziehst, kann ich mit den o.g. Links nicht sooo viel anfangen. ;-)
Fakt ist, Du wirst in der Intensivmedizin nicht durchgehend Ärzte MIT Zusatzbezeichnung finden. Gerade Nachts / im Dienst werden weiterhin WBA ihre Stunden ableisten. Wichtig ist eben der "Leiter" der Intensivstation / der Patientenbetreuung. Sprich der OA / Chefarzt / Weiterbildner muss eben die Qualifikation haben und mit seiner Expertise die Stationsabläufe verantworten.
Und es muss eben vor Ort 24h ein Arzt NUR für die Intensivstation da sein. Der hat dann eben nix in der Ambulanz / auf der Station / oder im OP / Funktion zu suchen.

ACP
25.09.2016, 21:29
Innere:
Nachts ein Assistent für ca. 140 Betten plus Notaufnahme sowie ein Assistent für die ITS.
Je nach Bettenauslastung und Andrang auf der Notaufnahme ist das mehr als grenzwertig. An Pause oder gar Schlafen ist i.d.R. nicht zu denken.
Aber scheinbar geht es ja noch schlimmer :-oopss

lux12345
25.09.2016, 21:50
Innere:
Nachts ein Assistent für ca. 140 Betten plus Notaufnahme sowie ein Assistent für die ITS.
Je nach Bettenauslastung und Andrang auf der Notaufnahme ist das mehr als grenzwertig. An Pause oder gar Schlafen ist i.d.R. nicht zu denken.
Aber scheinbar geht es ja noch schlimmer :-oopss

Bei uns ist es exakt auch so... nur halt mit nur einem Assistenten... In der Regel klappt das ganz gut, aber wenn mal zwei Notfälle gleichzeitig kommen oder ein instabiler Patient auf Intensiv ist, darf man triagieren...

throni
27.10.2016, 09:29
Hey Leute,

ich habe diesen Thread mal ausgegraben, weil ich gerade meine erste Stellenzusagen bekommen habe und nun den Arbeitsvertrag zu Hause liegen habe. Anfangen würde ich in einer recht "rennomierten" neurologischen Rehaklinik. Was der Chefarzt und ein Kumpel von mir, der da mal famuliert hat, erzählt haben, klang eigentlich alles ziemlicht gut. Allerdings kann ich die Dienstbelastung nicht so recht einschätzen. Dienste 3-5 pro Monat und laut Chef frühestens ab dem dritten Monat. In den Diensten ist man dann alleine für das ganzen Haus zuständig: 280 Betten, davon 60 Patienten Phase B inklusive 10 Beatmungsplätzen. Phase B ist ja faktisch IMC, wenn ich das richtig sehe. Würde mich mal interessieren, wie ihr das so einschätzt. Bin als Studentin nie auf einer IMC gewesen, kenne mich daher nicht so aus mit dem Klientel.

wischmopp
27.10.2016, 10:09
In meinem Exhaus war man für alle internistischen Betten AUSSER Intensiv, IMC und Notaufnahme zuständig, das waren auch 270. Da war man aber gut beschäftigt, schlafen war die Ausnahme.
Als Anfänger würde ich mir nie Intensiv oder IMC aufs Auge drücken lassen :-(

Und: frühestens nach 3 Monaten sagen alle, aber dann lass mal jemanden krank werden oder im Urlaub sein. Wobei es bei Dir ja sogar ab dem 3. Monat heisst, das wäre ja dann schon nach 2....

Trenn
27.10.2016, 15:58
@ throni:

Phase B ist ja nicht zwangsweise IMC. Meistens reicht es, dass ein Patient aphasisch, hochgradig hemiparetisch oder eine Dysphagie hat, sodass er keine 20 Punkte im Barthel erreicht und so eingestuft wird. Die Leute bleiben bei uns (normales KKH) auch nicht bis zur Verlegung auf der Stroke unit (würde ich am ehesten mit einer IMC vergleichen), sondern liegen ihrer Zeit bis zur Reha auch auf ganz normalen Stationen ab. Sie sind anfälliger für Infekte und Elektrolytentgleisungen, ein erstaunlich großer Teil ist aber auch stabil und machen (ärztlicherseits) wenig Aufwand.
Beatmungspatienten sind wohl etwas aufwendiger, aber da sie tracheotomiert zu euch kommen, wirst du nur selten in die Verlegenheit kommen, einen Tubus schieben zu müssen.
Letzten endes wird es wohl auch wie auf eine Stroke ablaufen (da hängen Frischlinge auch nach wenigen Monaten alleine rum), man muss nur entscheiden, ob der Patient intensivpflichtig wird (ab zu erfahrenen Internisten/Anästhesisten) oder nicht. In deinem Fall wäre es die Rückverlegung in die Akutklinik.
Mal aus reiner Neugier, hab ihr da ein CT (in der Nähe)?

throni
27.10.2016, 16:09
Danke für die Antwort, das entschärft das ganze ja vielleicht ein bisschen. Laut Klinikhomepage steht eine umfangreiche neuroradiologische Diagnostik inkl. CT im Haus zur Verfügung. Was ich seltsam finde ist, dass kein Radiologe im Ärzteteam genannt wird. Ob einem das CT im Dienst zur Verfügung steht, weiss ich auch nicht.

anignu
27.10.2016, 22:08
Ich kenn so eine Neuroklinik, da gehört das CT den Radiologen und das ist eine eigenständige Praxis die ihre Räumlichkeiten in der Klinik hat. Kann ja so ein Modell sein.
Ob das dann nachts zur Verfügung steht ist natürlich eine andere Frage.

FirebirdUSA
28.10.2016, 05:27
Danke für die Antwort, das entschärft das ganze ja vielleicht ein bisschen. Laut Klinikhomepage steht eine umfangreiche neuroradiologische Diagnostik inkl. CT im Haus zur Verfügung. Was ich seltsam finde ist, dass kein Radiologe im Ärzteteam genannt wird. Ob einem das CT im Dienst zur Verfügung steht, weiss ich auch nicht.

Teleradiologisch?