PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Antibiose bei Endokarditis lenta



christie
19.07.2011, 17:58
Hallo Zusammen,

ich brüte hier gerade über folgender Altklausurfrage:

"Bei einem 60-jährigen ohne weitere bekannte Erkrankungen diagnostizieren sie Endocarditis lenta durch Streptococcus sanguis (vergrünende Streptokokken), der folgendes Antibiogramm aufweist: Penicillin G: sensibel, Gentamicin: resistent, Cefotaxim: sensibel, Vancomycin: sensibel, Erythromycin: sensibel. Welches der folgenden Antibiotikaregime ist für die gezielte antimikrobielle Therapie indiziert:

- Penicillin G + Gentamycin
- Gentamycin + Erythromycin
- Vancomycin
- Vancomycin + Erythromycin


Hat jemand Ahnung bzw. eine Idee?

Danke schonmal!

Alcyon
19.07.2011, 18:38
Vancomycin i.v. über 4 Wochen.

http://leitlinien.dgk.org/index.php

FEik
19.07.2011, 18:43
Vancomycin wird bei beta-Lactam-Allergie gegeben.
Standard ist Penicillin + Gentamicin. Durch das Zerströßen der Zellhülle durch das beta-Lactamantibiotikum kann Gentamicin intrazellulär wirken, auch wenn es alleine gegeben nicht wirken würde.

Alcyon
19.07.2011, 23:41
Vancomycin wird bei beta-Lactam-Allergie gegeben.
Standard ist Penicillin + Gentamicin. Durch das Zerströßen der Zellhülle durch das beta-Lactamantibiotikum kann Gentamicin intrazellulär wirken, auch wenn es alleine gegeben nicht wirken würde.

Aaaaaargh! :-top:-bee:-music

christie
20.07.2011, 23:37
Super! Vielen Dank!

dantheg
22.07.2011, 05:21
Also ich wäre bei einem 60 jährigen mit Gentamicin eher vorsichtig (ja ja, da steht keine Vorerkrankungen, trotzdem) ... eigentlicher Standard in meinen Augen wäre Penicillin alleine über 4-6 Wochen.

Schnatti
22.07.2011, 13:57
Standard ist Penicillin + Gentamicin. Durch das Zerströßen der Zellhülle durch das beta-Lactamantibiotikum kann Gentamicin intrazellulär wirken, auch wenn es alleine gegeben nicht wirken würde.

Jo, und wer sagt dass tatsächlich die Penetrationsbarriere 'Zellwand' die Gentamicinresistenz erwirkt? Wenn hier Ribosomenveränderungen vorliegen oder massive enzymatische Lysen geschehen nützt auch kein intrazelluläres Gentamicin in monströsen Dosierungen.

Initial muss man erstmal mit beidem feuern, aber bei (in der Folge herauszubekommendem) Nachweis von Highlevel-Resistenzen darf man das Gentamicin gerne rausnehmen, denke ich.
Schon klar dass die bisherigen Antwortmöglichkeiten keine andere Lösung hergeben, aber ein blindes "wirkt immer synergistisch, auch bei Resistenz" zu suggerieren? - dafür gibt es zuviele Resistenzgründe.

Gruß,
Schnatti