Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Medizingeschichte - Ärzte im Dritten Reich
Kackbratze
20.08.2011, 10:15
Um auf den Eingangspost zurückzugreifen.
Meiner Meinung nach muss sich kein Student mit dem Thema auseinandersetzen. Man wird auf dem Weg zum Abitur durch seine Allgemeinbildung (hoffentlich) mit dem Thema in Kontakt gebracht und kann sich dann seine Gedanken machen.
Ob eine weitere Auseinandersetzung gewünscht ist, entscheidet dann das Individuum und nicht "die Gesellschaft", ein Autor oder die anonyme Betroffenheitsbande aus dem Internet.
"Die Gesellschaft" als amorphe Verantwortlichkeit sollte durch seine freiheitlich-demokratischen Grundlagen dafür Sorge tragen, dass solche verabscheuungswürdigen Taten nicht erneut praktiziert werden und verhindern, dass solche Sachen national wie international wiederholt werden.
Sollte es erneut zu solchen Taten kommen, sind die Schuldigen auf der Basis des Grundgesetzes (Deutschland) oder des internationalen Völkerrechtes (Den Haag) zu verfolgen und zu bestrafen, damit die Grundlagen des menschlichen Miteinanders bewahrt werden.
Durch diese Vorbildfunktion in Verbindung mit Abschreckung wird meiner Meinung nach der richtige Weg beschritten.
Zwangsliteratur ist da meiner Meinung nach der falsche Weg, da sie eher Abwehr erzeugt.
LieberInvasiv
20.08.2011, 11:27
Um auf den Eingangspost zurückzugreifen.
Meiner Meinung nach muss sich kein Student mit dem Thema auseinandersetzen. Man wird auf dem Weg zum Abitur durch seine Allgemeinbildung (hoffentlich) mit dem Thema in Kontakt gebracht und kann sich dann seine Gedanken machen.
Ob eine weitere Auseinandersetzung gewünscht ist, entscheidet dann das Individuum und nicht "die Gesellschaft", ein Autor oder die anonyme Betroffenheitsbande aus dem Internet.
"Die Gesellschaft" als amorphe Verantwortlichkeit sollte durch seine freiheitlich-demokratischen Grundlagen dafür Sorge tragen, dass solche verabscheuungswürdigen Taten nicht erneut praktiziert werden und verhindern, dass solche Sachen national wie international wiederholt werden.
Sollte es erneut zu solchen Taten kommen, sind die Schuldigen auf der Basis des Grundgesetzes (Deutschland) oder des internationalen Völkerrechtes (Den Haag) zu verfolgen und zu bestrafen, damit die Grundlagen des menschlichen Miteinanders bewahrt werden.
Durch diese Vorbildfunktion in Verbindung mit Abschreckung wird meiner Meinung nach der richtige Weg beschritten.
Zwangsliteratur ist da meiner Meinung nach der falsche Weg, da sie eher Abwehr erzeugt.
:-meinung und Danke!
stennadolny
20.08.2011, 12:32
@EKT: Und wieviele imaginäre oder reale Regimegegner (v.a. Linke !) sowie Homosexuelle, Sinti/Roma etc. haben die Nazis systematisch umgebracht ?
Gerade ein (angehender) Psychiater sollte den Unterschiede zwischen dem Holocaust und dem stalinistischen Terror kennen: Der Holocaust in seiner Organisationsform als sogar extraterritorialer (siehe u.a. Ungarn, Griechenland, Frankreich....) Genozid unter massiver Bevölkerungsbeteiligung auch in den okkupierten Gebieten ist historisch einzigartig, nicht jedoch blutrünstige Schreckensherrschaften an sich (siehe Milosevic, Chile, Argentinien etc.).
Man kann nicht Zahlen von Menschenleben gegeneinander aufrechnen, aber bitte ein wenig mehr Geschichtsbewußtsein bei solchen Argumentationen!
Welches Geschichtsbewußtsein denn ?
Die deutsche Psychiatrie, gerade sie, hat sich in der Nazizeit unrühmlichst hervorgetan - da kommt man als Psychiater, der auch die Lokalgeschichte seines Faches repräsentieren muß, nicht drumherum.
Die ernsthafte Aufarbeitung begann etwa in Bayern erst in den 70er (!!) Jahren und ist heute de facto wieder eingeschlafen. So kümmern sich die Bayerischen Bezirke, der Existenzberechtigung eigentlich nur der Betrieb der Psychiatrien ist, um dieses Thema überhaupt nicht, sehr wohl aber um Fischereiberatung und Volksdümmliche Musik sowie Bauermuseen.
Und in praktisch sämtlichen anderen Fächern ist die Fachgeschichte im ehemaligen Dritten Reich ebenso mit dunklen Flecken durchsetzt. Da wird man Position beziehen müssen, ob es einem behagt oder nicht.
@EKT: Und wieviele imaginäre oder reale Regimegegner (v.a. Linke !) sowie Homosexuelle, Sinti/Roma etc. haben die Nazis systematisch umgebracht ?
Gerade ein (angehender) Psychiater sollte den Unterschiede zwischen dem Holocaust und dem stalinistischen Terror kennen: Der Holocaust in seiner Organisationsform als sogar extraterritorialer (siehe u.a. Ungarn, Griechenland, Frankreich....) Genozid unter massiver Bevölkerungsbeteiligung auch in den okkupierten Gebieten ist historisch einzigartig, nicht jedoch blutrünstige Schreckensherrschaften an sich (siehe Milosevic, Chile, Argentinien etc.).
Welches Geschichtsbewußtsein denn ?
Die deutsche Psychiatrie, gerade sie, hat sich in der Nazizeit unrühmlichst hervorgetan - da kommt man als Psychiater, der auch die Lokalgeschichte seines Faches repräsentieren muß, nicht drumherum.
Die ernsthafte Aufarbeitung begann etwa in Bayern erst in den 70er (!!) Jahren und ist heute de facto wieder eingeschlafen. So kümmern sich die Bayerischen Bezirke, der Existenzberechtigung eigentlich nur der Betrieb der Psychiatrien ist, um dieses Thema überhaupt nicht, sehr wohl aber um Fischereiberatung und Volksdümmliche Musik sowie Bauermuseen.
Und in praktisch sämtlichen anderen Fächern ist die Fachgeschichte im ehemaligen Dritten Reich ebenso mit dunklen Flecken durchsetzt. Da wird man Position beziehen müssen, ob es einem behagt oder nicht.
Wer hat dich so furchtbar psychiatriegeschädigt?:-nix
Medusa85
30.08.2011, 22:13
Ich liebe Geschichte. Das muss erwähnt werden :)
So, und nun zum Inhalt:
Wie schon erwähnt wurde, andere Länder wie die USA, sind da kein Deut besser.
Allgemein wurden zahlreiche, geradezu unmenschliche Versuche (Experimente) durchgeführt, die erschaudern lassen. Tatsächlich ist es aber so, dass die Resultate, die Testergebnisse noch heute genutzt werden. Das ist ja doch ein wenig grotesk. Man muss ganz klar sagen, jeder der sich mit der deutschen Geschichte befasst hat, und weiß welch grausame Versuche vielfach auch bei Kindern durchgeführt wurden, der weiß, dass wir uns die Hände nicht in Unschuld waschen können. Ich finde es richtig, sich damit zu befassen, man sollte auch nicht den Fehler machen, dieses Thema zu relativieren, nach dem Motto , schau doch mal wie´s bei unseren Nachbarn gelaufen ist...
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