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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Verschreibungspflichtig: Sinn und Zweck



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Alcumotativ
08.08.2011, 15:32
Hi,

ich wundere mich immer wieder, was der wahre Sinn und Zweck hinter der Verschreibungspflicht von kostengünstigen Medikamenten ohne Suchtpotential oder schwerwiegenden Nebenwirkungen ist: dran kommt ja eigentlich doch jeder.

Ich meine, es kann doch nicht vom Gesundheitssystem gewollt sein, dass jemand einen halben Tag von der Arbeit (oder Uni) freinehmen muss, nur um sich z.B. ein Antihistaminikum verschreiben zu lassen.

Wie sieht ihr das?

Keenacat
08.08.2011, 15:36
Seit wann sind Antihistaminika denn wieder verschreibungspflichtig? :-)

Ansonsten:
Angesichts der Klappspaten, die hier im Forum ab und zu auftauchen und völlig wirre Thesen über Krankheitsentstehung und -behandlung ablassen, kann man es nur begrüßen, wenn nicht jeder Depp die Apotheke leerkaufen darf, kann ich dazu nur sagen.

epeline
08.08.2011, 16:05
also ich krieg die antihistaminika nach wie vor ohne rezept :)

Alcumotativ
08.08.2011, 16:23
Ok, ok - dann waren Antihistaminika ein schlechtes Beispiel (ich hatte mal ein Rezpet für Xusal, Rp, normales Cetirizin ist aber, wie ich jetzt sehe, frei verkäuflich).

Naproxen Tabletten, Betablocker, die meisten Cortison-Salben, orale Kontrazeptiva, etc.: Wer diese nicht braucht, wird sie bestimmt nicht zum Spass nehmen...

Coxy-Baby
08.08.2011, 16:47
Doch doch betablocker nehmen auch einige einfach mal so wegen Prüfungsangst.....Kontrazeptiva brauchen auch ne regelmässige untersuchung und zu cortison sag ich mal nix..

epeline
08.08.2011, 16:48
cortison-salben gibt es z.t. auch ohne rezept.
und zu meinem entsetzen sehe ich auch ständig leute, ebendiese großflächig auf jedes wehwehchen draufzuschmieren.... und brin froh, dass cremes mit höheren dosen rezeptiert werden müssen

Alcumotativ
08.08.2011, 16:50
Daran ändert der Fakt, dass diese verschreibungspflichtig sind, auch nicht viel :-?

LieberInvasiv
08.08.2011, 16:52
Doch doch betablocker nehmen auch einige einfach mal so wegen Prüfungsangst.....

Gna, da hätte ich ja mehr Angst vor den Nebenwirkungen als vor der Prüfung o.O

Ich finds zwar auch immer wieder nervig zum Arzt laufen zu müssen um mir irgendwas verschreiben zu lassen das ich eh schon weiß (gerade wenn man so langsam anfängt zu verstehen wie/warum man krank ist und was dagegen hilft *g*) - aber ich denke es gibt für alles Missbrauchprotential und viel schlimmer noch die unbegrenzte menschliche Dummheit.

Gibt sicherlich einige Medikamente die man auch unter Beratungspflicht und gewisse Auflagen duch die Apotheke abgeben lassen könnte (siehe Schweiz), aber generell sehe ich da schon einen Sinn in der Verschreibungspflicht.

Kackbratze
08.08.2011, 17:02
Daran ändert der Fakt, dass diese verschreibungspflichtig sind, auch nicht viel :-?

Doch, die Patienten kommen nicht problemlos an die Salben ran um sich damit einzuschmieren.
Logisch, oder?

Alcumotativ
08.08.2011, 17:08
Da würde doch ein Hinweis auf der Packung auch reichen: "Nicht zur großflächigen Anwendung. Nicht zur Langzeitanwendung"...

Aber ich kenne keinen, den ein fehlendes Rezept daran gehindert hat, sich z.B. Metoprolol vor Prüfungen zu verschaffen.

Antracis
08.08.2011, 17:11
Angesichts der Klappspaten, die hier im Forum ab und zu auftauchen und völlig wirre Thesen über Krankheitsentstehung und -behandlung ablassen, kann man es nur begrüßen, wenn nicht jeder Depp die Apotheke leerkaufen darf, kann ich dazu nur sagen.

Meinst Du jetzt die mit Approbation, oder ohne ? :-))

Michael72
08.08.2011, 17:29
Meinst Du jetzt die mit Approbation, oder ohne ? :-))

Geht wohl eher in die Richtung...

Keenacat
08.08.2011, 17:30
Meinst Du jetzt die mit Approbation, oder ohne ? :-))

:luigi: Du stellst zu viele Fragen.

Evil
08.08.2011, 18:02
Da würde doch ein Hinweis auf der Packung auch reichen: "Nicht zur großflächigen Anwendung. Nicht zur Langzeitanwendung"...
Klar, denn die Hinweise auf Zigarettenpackungen halten ja auch unheimlich viele vom Rauchen ab :-))

Alcumotativ
08.08.2011, 18:16
Hinter den Zigaretten steckt aber eine Nikotinabhängigkeit. Soetwas kann ich mir bei Cortison-Salbe nicht vorstellen.

Pherenike
08.08.2011, 18:24
Auf der Packung steht aber auch der Hinweis " nicht längere Zeit" und "nicht großflächig auftragen".

Naproxen Tabletten sind ebenfalls in bestimmten Stärken, Indikationen und Packungsgrößen nur apothekenpflichtig (außerdem gibt es genügend Alternativen)

und zu Cortison und orale Kontrazeptiva sag ich jetzt nichts, denn da ist das NW-Profil nun mal nicht so günstig.

Sinn und Zweck ist einfach der Verbraucherschutz
.

Feuerblick
08.08.2011, 18:28
Es macht schon Sinn, dass ein Arzt entscheiden muss, ob ein vermeintlich "harmloses" Medikament zum jeweiligen Patienten passt. Mit Betablockern kannst du bei verschiedenen Erkrankungen durchaus Schaden anrichten. Dann gibts Allergien, Wechselwirkungen, Gegenanzeigen etc. für alle Medikamente. Kurzum: Es ist nicht sinnvoll, dass Hinz und Kunz ohne jegliche medizinische Vorbildung selbst entscheiden, welche Pillchen sie gegen das Wehwehchen XYZ heute mal einwerfen. Gibt schon genug Schäden durch NSAR und Co...:-oopss
Suchtpotential ist hierbei nun wirklich nicht das wichtigste Entscheidungskriterium.

Alcumotativ
08.08.2011, 18:36
[...]
Sinn und Zweck ist einfach der Verbraucherschutz.

Solange wie die NW mit Absetzen des Medikamentes reversibel sind, schätze ich die eigentliche Gefahr eher gering ein.

Ich denke auch nicht, dass man jedem Verbraucher immer absolute Ignoranz unterstellen muss. Oh ja, die Apotheken beraten und erklären eigentlich doch auch noch :)

Keenacat
08.08.2011, 19:28
Solange wie die NW mit Absetzen des Medikamentes reversibel sind, schätze ich die eigentliche Gefahr eher gering ein.


Mit welcher Qualifikation schätzt du die Gefahr denn so ein? :-???



Ich denke auch nicht, dass man jedem Verbraucher immer absolute Ignoranz unterstellen muss. Oh ja, die Apotheken beraten und erklären eigentlich doch auch noch :)
Schon mal was vom DAU (http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCmmster_anzunehmender_User) gehört?

Rico
08.08.2011, 19:28
Eigentlich müssten noch viel mehr Medis verschreibungspflichtig sein. :-meinung
Es geht ja nicht nur um die schon genannten Nebenwirkungen und die Langzeitfolgen von unkontrollierter Anwendung (Cortisonhaut lässt grüßen), sondern auch ganz wichtig un die Wechselwirkungen. Da haben ja die Ärzte schon echte Mühe den Überblick zu behalten, aber die haben in der Regel wenigstens die wichtigsten WWs parat, aber welcher Patient ahnt schon, dass er sich mit nem rezeptfreien PPI umbringen kann wenn er nen frischen Stent im Herz hat und auf eine duale Plättchenhemmung angewiesen ist?

Die Verantwortung wird bequem via Beipackzettel an den Patienten geturft so nach dem Motto: "Hier ist das Handbuch der 747 - Guten Flug!"