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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Arbeitsbedingungen der (Assistenz)ärzte



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Rico
26.08.2011, 22:09
Ich denke nicht, dass ein Arzt mehr arbeitet als ein Ingenieur oder was anderes.Wieso nicht? Die meisten Ingenieure, die ich kenne sitzen acht Stunden am Tag am Schreibtisch und ruhen sich aus.

Laelya
26.08.2011, 23:31
Er hat einfach keine Ahnung, so sieht's aus!
Ich habe nach wie vor vor Ärzten einen enormen respekt, vor allem wenn ich daran denke in welchen Situationen sie überlebenswichtige entscheidungen treffen müssen!!! von der Arbeitsbelastung mal ganz zu schweigen....

Ich hoffe, das ich irgendwann auch mal so kompetent bin, wie die Leutz aus dem assiforum hier wirken (ich verbringe einfach viel zu viel Zeit hier *g*) :-)

R.P.McMurphy
27.08.2011, 20:27
Wenn das alles stimmt, dann mache ich mir wohl zu viele Sorgen (=.

Andererseits gibt es ja auch andere Forenbeiträge ( z.b. http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/showthread.php?t=22380 ) , sowie zahlreiche Zeitungs- und Fernsehberichte von Ärzten, die praktisch gar keine Zeit mehr für Hobbys und Familie haben.
Durch andere Beiträge hier im Forum könnte man sogar den Eindruck, dass viele Ärzte weit über 60 Stunden in der Woche arbeiten.

(Ich möchte unbedingt vermeiden, dass ich mein ganzes Arbeitsleben unter solchen Bedingungen verbringe. Ich hatte schon kurz eine "Stelle" mit 65 Stunden in der Woche und kann sehr gut abschätzen, nach wievielen Jahren ich anfange die ersten Suizidgedanken zu hegen.)

Ich verstehe euch so, dass

viele Assistenzärzte auch eine Arbeitszeit um die 48 Stunden (mit Überstundenausgleich) schaffen.
viele Niedergelassene Ärzte nicht mehr als 40 Stunden in der Woche arbeiten


Das glaube ich natürlich sehr gern.
Woran liegt es dann eigentlich, dass es so viele Horrorbeispiele gibt?
Wollen die Assistenzärzte mit mehr als 60 Stunden in der Woche alle Forscher oder Chefarzt werden (Es scheint ja angenehmere Arbeitsplätze zu geben zu denen man wechseln kann)?

Ich lese aus euren Beiträgen auch heraus, dass ein Facharzt (der bereit ist entsprechende Einbußen im Einkommen hinzunehmen) relativ frei über seine Arbeitsbelastung entscheiden kann.:-dafür

Feuerblick
27.08.2011, 20:29
Warum sich manche Leute miese Arbeitsbedingungen über Jahre antun, werde ich auch nie verstehen. Gezwungen wird eigentlich niemand... :-dafür

DocEmmetBrown
28.08.2011, 08:42
Bei den Niedergelassenen kann man das auch einfach nicht pauschalisieren, wie bei anderen Selbstständigen aus. Ob jetzt ein Arzt am Wochenende oder am späten Abend noch eine Privatsprechstunde anbietet hängt ja auch individuell vom Geschäftssinn des Arztes ab. Ich kenne welche, die sehr angenehme Arbeitszeiten unterhalten, genauso aber auch welche, die täglich von 7-19 Uhr Sprechstunden anbieten und zusätzlich noch am Wochenende über Vermittler als Leiharzt tätig sind.

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28.08.2011, 10:50
Ich habe nach wie vor vor Ärzten einen enormen respekt, vor allem wenn ich daran denke in welchen Situationen sie überlebenswichtige entscheidungen treffen müssen!!! von der Arbeitsbelastung mal ganz zu schweigen....

Ich hoffe, das ich irgendwann auch mal so kompetent bin, wie die Leutz aus dem assiforum hier wirken

Meines Wissens bewegen sich nur Schamanen regelmäßig derart am Limit - Chirurgen-Gehirne sind dazu in der Regel zu klein... ;-)


Das mag ja vielleicht Seelenbalsam für die ein oder andere verstörte Assistentenseele sein - aber ansonsten 'etwas' over-the-top findest du nicht?!

Solara
28.08.2011, 17:59
Warum sich manche Leute miese Arbeitsbedingungen über Jahre antun, werde ich auch nie verstehen. Gezwungen wird eigentlich niemand... :-dafür
:-meinung

Laelya
30.08.2011, 12:32
aber ansonsten 'etwas' over-the-top findest du nicht?!

vielleicht ein klein wenig ;-)

andre1983
04.09.2011, 13:52
Zu den Arbeitszeiten - ich habe in vielen Stellen hospitiert und dort sowohl die assis als auch Oberärzte unabhängig voneinander befragt:

- in der Gyn z.b. haben die Assis meist nicht zu viele Überstunden gemacht
- der Oberarzt in der Plastischen meinte - unter 70 Stunden kommen Sie hier sicher nicht aus dem Krankenhaus.

Es hängt glaube ich sehr von der Anzahl der Dienste (Unfall, Chirurgie sehr viele) und von der Beliebtheit des Faches ab. Je beliebter, desto mehr sind die Ärzte dann auch bereit zu Arbeiten (z.B. Derma, Päd)

Kann natürlich wie immer nicht verallgemeinert werden. Es gibt bestimmt auch Stellen in der Unfallchirurgie mit nur 4 Diensten im Monat und einer 24h/ Woche.

R.P.McMurphy
01.10.2011, 22:09
Bei den Niedergelassenen kann man das auch einfach nicht pauschalisieren, wie bei anderen Selbstständigen aus. Ob jetzt ein Arzt am Wochenende oder am späten Abend noch eine Privatsprechstunde anbietet hängt ja auch individuell vom Geschäftssinn des Arztes ab. Ich kenne welche, die sehr angenehme Arbeitszeiten unterhalten, genauso aber auch welche, die täglich von 7-19 Uhr Sprechstunden anbieten und zusätzlich noch am Wochenende über Vermittler als Leiharzt tätig sind.

Ich habe gehört, dass man als niedergelassener Arzt eine bestimmte Anzahl Patienten im Quartal bedienen muss...
Stimmt das? Würde das nicht bedeuten, dass deine durchschnittliche Arbeitszeit im hohem Maße fremdbestimmt ist?

Kackbratze
01.10.2011, 23:23
Ich habe gehört, dass man als niedergelassener Arzt eine bestimmte Anzahl Patienten im Quartal bedienen muss...

Man muss nur soviel arbeiten wie man will. Eine gewisse Anzahl an Patienten sollte schon dabei sein, damit die Grundkosten wie Miete, Materialien und Löhne/Gehälter gedeckt sind.

R.P.McMurphy
03.10.2011, 18:55
Man muss nur soviel arbeiten wie man will. Eine gewisse Anzahl an Patienten sollte schon dabei sein, damit die Grundkosten wie Miete, Materialien und Löhne/Gehälter gedeckt sind.

Interessant. Ich hatte diese Geschichte mit der Mindestpatientenzahl von einem Facharzt für Allgemeinmedizin gehört.
Vielleicht haben die ja so eine Art Versorgungspflicht?


So 100%ig verstehe ich manche Angaben hier im Forum leider noch nicht!
Wenn jemand schreibt, dass er 42,5 Stunden in der Woche + 6 Dienste (24h) im Monat ableisten muss...
...kann man doch davon ausgehen, dass ein Teil der Wochenarbeitszeit schon in diesen Diensten enthalten ist? (Wie viel Mehrarbeit bringt so ein Dienst? Sind das praktisch zwei normale Arbeitstage zusammengenommen + 8 Stunden in der Nacht?)

Kackbratze
03.10.2011, 19:04
Vielleicht haben die ja so eine Art Versorgungspflicht?

Ja, aber wenn niemand krank ist, müssen die nicht grundlos Leute in ihre Praxis reinziehen. ;-)

Muriel
03.10.2011, 19:05
Es gibt unterschiedliche Dienstmodelle, daher kann man das nicht pauschal sagen. Wenn ein wirklicher 24h-Dienst herrscht, dann ist es meist so, dass man zur gewohnten Zeit morgens (z.B. um halb acht) anfängt, seine 8,5h inkl. 3min Pause arbeitet und die restlichen knapp 16h dann Bereitschaftsdienst hat und am nächsten Tag nach der Frühbesprechung, der Visite oder was auch immer abteilungsintern geregelt ist, nach Hause geht. Man kommt dann erst am folgenden Tag wieder normal zur Arbeit. Daher ergeben sich an reiner Arbeitszeit, die als solche zählt 24h minus die acht Stunden, die man normalerweise sonst am jetzt freien Tag gehabt hätte.

R.P.McMurphy
03.10.2011, 19:47
Daher ergeben sich an reiner Arbeitszeit, die als solche zählt 24h minus die acht Stunden, die man normalerweise sonst am jetzt freien Tag gehabt hätte.

Und durch den Dienst hätte man dann 8 Stunden zusätzliche Arbeit
(16 zusätzliche Stunden nach der regulären Arbeitszeit - 8 Stunden die man am nächsten Tag nicht arbeiten muss).
Stimmt das so?


Ich frage, weil ich gerade diese Interviews gelesen hatte
(http://www.mlmr.de/medizinstudium/foren/showthread.php?t=64019 - Danke für den Link Muriel :-top)
Dort liest man ja sowas wie: Dienstbeginn 7:20 [...] Dienstende 17-18Uhr.
Das wären ja schonmal ganze 50Stunden/Woche (für nen Akademiker ja okey) , aber muss man sich da nicht noch die Dienste dazurechnen? :-((

Mich verwirrt, dass diese bei den Interviews kaum angesprochen werden.
Stehen diese nicht fest im Arbeitsvertrag (Mindestmenge an Diensten)?
Welche Anzahl an Nachtdiensten muss man denn im Normalfall auf die reguläre Arbeitszeit draufrechnen?

(Hab nochmal nachgerechnet. Die meisten Assis scheinen auf 42.5 Stunden ohne Dienste (und Überstunden) zu kommen, mit zwei Diensten wären das dann 58.5 Stunden in der Woche, von denen man aber auch ein paar im Bett verbringt. Das klingt ja gar dann nicht mehr soo übel. Es scheint ja auch mitlerweile die Regel zu sein, dass man (viele) Überstunden bezahlt bekommt)


Wie sieht das eigentlich mit den Fortbildungen aus (wusste gar nicht das es sowas gibt, dachte dass die Arbeit quasi die Weiterbildung IST)?

TommyTheCat
12.10.2011, 09:56
Und durch den Dienst hätte man dann 8 Stunden zusätzliche Arbeit
(16 zusätzliche Stunden nach der regulären Arbeitszeit - 8 Stunden die man am nächsten Tag nicht arbeiten muss).




(Hab nochmal nachgerechnet. Die meisten Assis scheinen auf 42.5 Stunden ohne Dienste (und Überstunden) zu kommen, mit zwei Diensten wären das dann 58.5 Stunden in der Woche, von denen man aber auch ein paar im Bett verbringt. Das klingt ja gar dann nicht mehr soo übel. Es scheint ja auch mitlerweile die Regel zu sein, dass man (viele) Überstunden bezahlt bekommt))?

Ich verstehe leider nicht ganz wie mit den Diensten gerechnet wird.
Geht diese Rechnung auf? Entsprich jeder Dienst einer zusätzliche Arbeitszeit von 8 Stunden?

Peter_1
12.10.2011, 14:48
Interessant. Ich hatte diese Geschichte mit der Mindestpatientenzahl von einem Facharzt für Allgemeinmedizin gehört.
Vielleicht haben die ja so eine Art Versorgungspflicht?

Die Versorgungspflicht besteht vA daraus, dass Du wie jeder Selbstständige halt dafür zu sorgen hast, dass Du am Ende vom Monat noch genug Knete hast um Deinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Alleine deshalb bist Du natürlich gezwungen eine gewisse Mindespatientenzahl zu haben. Ist halt wie beim Friseur auch, der kann auch nicht von 10 Kunden pro Monat leben.