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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fachliche Frage an die augenärztlich Tätigen



Syringa
07.09.2011, 13:48
Hallo,

vielleicht könnt ihr ja für mich etwas Licht ins Dunkel bringen? :-))

Pat. (m, 24 Jahre) kommt heute in die allgemeinmedizinische Sprechstunde mit der Diagnose "Verkalkung des Sehnervs". Dies soll wohl angeboren und beidseitig sein?

Vorgeschichte: Sehverschlechterung im peripheren Gesichtsfeld, war dann über den niedergelassenen Augenarzt der Augenklinik zugewiesen worden.

Ich habe weder aus der einen noch der anderen Ecke einen Befund.

Kann mir jemand für weitere Recherche mit einem Fachbegriff einhelfen oder hat sogar eine Idee, um welche Erkrankung es sich da handeln könnte?

Möglicherweise welche Therapie/Prognose?

Die Nachfragen des Pat. konnte ich heute leider nicht beantworten...

Vielen Dank, Syringa

Muriel
07.09.2011, 20:36
Sorry, aber was eine Verkalkung des Sehnerven sein soll, kann ich Dir absolut nicht beantworten :-nix Der Patient soll doch bitte einen schriftlichen Befund mitbringen, so ist das alles totale Rumraterei.

Sunflower
07.09.2011, 20:46
Hm, hab zwar auch gerade nur gegoogelt aber könnte es sich um Drusenpapillen handeln?

"Drusen des Sehnervs" (North American Neuro-Ophthalmology Society (NANOS)):

http://www.nanosweb.org/i4a/pages/index.cfm?pageID=3310


"Verkalkungen im Sehnervenkopf"
http://www.auge-online.de/Erkrankungen/Sehnervenerkrankungen/sehnervenerkrankungen.html


Ansonsten hat Muriel natürlich Recht: Bitte einen ordentlichen Befund mitbringen lassen (warum der Augenarzt den nicht gleich mitgegeben hat verstehe ich auch nicht ganz)

Muriel
07.09.2011, 21:12
Ah, das könnte tatsächlich sein. Daran habe ich gar nicht gedacht.

Feuerblick
07.09.2011, 22:52
Ich habs mal in die Fachsimpelei verschoben.
Die Beschreibung "Verkalkungen des Sehnervs" passt eigentlich recht gut zu einer Drusenpapille. Die kann auch gerne mal Einschränkungen des Gesichtsfeldes nach sich ziehen. :-nix
Was die Befunde angeht: Bei dem Patientenaufkommen, das man gerade in einer Klinik am Tag so hat, ist es meist einfach nicht machbar, mal eben einen Befund zu schreiben und mitzugeben. Zumindest ist es aber bei uns so, dass wir zum einen die Patienten darüber informieren und zum anderen die Befunde zeitnah an überweisenden Augenarzt und Hausarzt schicken.

Sunflower
08.09.2011, 02:16
Ok, das mit dem Befunde-nicht-sofort-schreiben-können sehe ich ein, aber bekommen die Patienten nicht i.d.R. eine Überweisung vom Facharzt wenn er den Patienten in die Klinik überweist?
D.h. zumindest auf der Überweisung wäre ein Hinweis wie V.a.Drusenpapille, etc. ganz hilfreich gewesen.

...oder der Arzt hatte sich einfach zu sehr auf die Aufnahmefähigkeit des Patienten was Informationen angeht verlassen (erinnert mich gerade stark an die Diskussion im Assistenzarzt-Forum ;-) )

Wie auch immer, bin mal gespannt, ob es sich tatsächlich um Drusenpapillen handelte....

Syringa
08.09.2011, 13:16
Ich hatte schon befürchtet, dass diese - laienhafte- Beschreibung wohl nicht zur Diagnosestellung ausreichen würde.

Trotzdem "Danke" an alle, die sich Gedanken gemacht haben.

Der Pat. kam aus der Augenklinik direkt in die hausärztliche Praxis, psychisch doch deutlich derangiert, mit der Angst vor zeitnaher Erblindung.

Die Anbindung an den niedergelassenen augenärztlichen Kollegen war nicht durch uns erfolgt, der Pat. war dort direkt vorstellig geworden, so dass ich gestern wirklich keinerlei Befunde hatte.

Leider konnte ich den Kollegen heute nicht erreichen und muss daher etwas vertrösten, werde aber bei mehr Informationen hier zügig updaten.

Grüße Syringa

Sunflower
08.09.2011, 13:35
psychisch doch deutlich derangiert, mit der Angst vor zeitnaher Erblindung.

..durchaus verständlich.

(Jetzt verstehe ich auch den zeitlichen Ablauf besser...dachte vorher, dass er von der Praxis in die Klinik überwiesen worden wäre).