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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Miniumfrage: Doktorarbeit in der Vorklinik



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Jens
30.09.2011, 11:28
Hallo,
wir würden gerne eure Meinung zum Thema Doktorarbeit in der Vorklinik hören. Haltet ihr es für sinnvoll dieses leidige Thema bereits so früh wie möglich hinter euch zu bringen? Oder seid ihr der Meinung in der Klinik wird man dafür noch genüg Zeit haben?
Eignen sich vorklinische Fächer überhaupt für eine Dissertation?
Wir sind gespannt auf eure Meinungen.

bobbit
30.09.2011, 11:39
Man kann doch auch in klinischen Fächern anfangen, wenn man "erst" in der Vorklinik ist :-nix

In der Vorklinik hatte man hier zum Teil schon mehr Zeit, um z.B. Experimente zu machen. Das, was man verpasst hat (Vorlesungen), kann sich in der Vorklinik doch bestens aus Büchern angeeignet werden. Im klinischen Betrieb habe ich eher den Eindruck, dass in den Vorlesungen auf Anwesenheit Wert gelegt wird, weil Tipps und Hinweise gegeben werden. Da kann man bestimmte Krankheitsbilder gelernt haben, aber dennoch nicht die Fragen dazu beantworten können, weil der Dozent ein winziges Detail anders sieht als die Lehrbücher.

Und am Ende schreibt man die Arbeit über so ein winziges Thema, wo man sich, egal ob man in der Vorklinik oder Klinik ist, einlesen muss. Deshalb kann man bereits früh beginnen, wenn Thema und Betreuung gut sind :-meinung

Jemine
30.09.2011, 13:31
Also ich wüßte nicht, wo ich die Zeit für eine Diss in der Vorklinik nehmen sollte... Da hat man ja im normalen Betrieb schon kaum Luft zum Atmen.
Wenn man jedoch z.B. aus irgendwelchen Gründen nicht pünktlich Physikum machen kann, find ich es gar nicht mal so verkehrt, sich zumindest schonmal ganz grob mit dem Thema Doktorarbeit zu beschäftigen.
Kann aber auch daneben gehen!
Eine Komillitonin von mir mußte 2 Semester dran hängen, hat ihre Diss in der Zeit angefangen und ist auch ziemlich gut voran gekommen, aber...tja...wieder nicht zum Physikum zugelassen, weil sie eine entscheidende Prüfung vergeigt hat :-nix

Giant0777
30.09.2011, 19:30
ich habe nach dem 2.semester eine statistische arbeit begonnen. der aufwand hielt sich in grenzen, da ich vorallem die semesterferien für die arbeit genutzt habe. die arbeit ist jetzt fertig ( 10.semester ) und ich bin froh, dass ich ohne großen zeitdruck recht entspannt durchgekommen bin. wirkliches klinisches wissen war für meine arbeit nicht nötig, bzw. war auch so gut anzulesen. semester oder prüfungen hätte ich sicher nicht geopfert.

mein fazit: man sollte ( wenn lust vorhanden ) ruhig zeitig anfangen. man benötigt eh mehr zeit als man vernaschlagt und eine diss während der assizeit stelle ich mir sehr fordernd vor. sollte man das thema auch nicht weiter bearbeiten können aus welchen gründen auch immer, hat man dann auch noch ausreichend zeit ein anderes thema zu finden.

gruss,giant.

IceEngine21
03.10.2011, 17:28
Das größte Problem ist doch, dass bei den meisten Diss. keine Vorkliniker genommen werden. Meine Freundin hat zwar im 2. Sem ein Angebot bekommen, wird aber erst jetzt im 5. damit anfangen.

LG

Strodti
03.10.2011, 18:12
Manche Promotionsordnungen lassen das auch gar nicht zu... (z.B. Marburg).

Alchemist
06.10.2011, 15:24
Ich hätte jetzt im 3. Semester die Möglichkeit, die ersten Schritte zur Promotion in der Biochemie zu machen. Ich habe mir aber vorgenommen, mir erstmal alles in Ruhe anzuschauen und vor Ort zu entscheiden wie es weitergehen wird.

lio
06.10.2011, 16:22
Ich hätte jetzt im 3. Semester die Möglichkeit, die ersten Schritte zur Promotion in der Biochemie zu machen. Ich habe mir aber vorgenommen, mir erstmal alles in Ruhe anzuschauen und vor Ort zu entscheiden wie es weitergehen wird.
Ist Medizin dein Erststudium?
(Hätte nämlich auch Interesse an einer biochemischen Doktorarbeit, hab aber das dumpfe Gefühl, dass das bisschen Biochemie für Mediziner nicht ausreicht!?)

Herzkasperl
06.10.2011, 17:01
Eine Promotion, d.h. selbständiges (!) und wissenschaftliches Arbeiten, in der Vorklinik ist Quatsch. Klar kann man irgendwelche vom Assi vorgesetzten Statistiken auswerten - inwieweit das "Promovieren" ist, zumal wenn man noch in der Vorklinik steckt, darüber möchte ich nicht diskutieren. Zum wissenschaftlichen Arbeiten gehört jedenfalls ein Überblick, gerade über das eigene Spezialthema hinaus.

Gegen eine BC-Promotion spricht in meinen Augen gar nichts, ganz im Gegenteil, man arbeitet sich sowieso in ein extrem spezielles Thema, das man aus dem Studium meist nur oberflächlich kennt, ein. Wichtiger ist, dass man weiß, in welchem Rahmen man sich bewegt - da könnte bei BC ein wenig Klinik, insb. Innere vielleicht nicht schaden, wenn man etwas mit klinischen Bezug machen möchte.

Alchemist
07.10.2011, 19:46
Ist Medizin dein Erststudium?
(Hätte nämlich auch Interesse an einer biochemischen Doktorarbeit, hab aber das dumpfe Gefühl, dass das bisschen Biochemie für Mediziner nicht ausreicht!?)

Ja. Allerdings studiere ich gleichzeitig Chemie.


Eine Promotion, d.h. selbständiges (!) und wissenschaftliches Arbeiten, in der Vorklinik ist Quatsch. Klar kann man irgendwelche vom Assi vorgesetzten Statistiken auswerten - inwieweit das "Promovieren" ist, zumal wenn man noch in der Vorklinik steckt, darüber möchte ich nicht diskutieren. Zum wissenschaftlichen Arbeiten gehört jedenfalls ein Überblick, gerade über das eigene Spezialthema hinaus.

Gegen eine BC-Promotion spricht in meinen Augen gar nichts, ganz im Gegenteil, man arbeitet sich sowieso in ein extrem spezielles Thema, das man aus dem Studium meist nur oberflächlich kennt, ein. Wichtiger ist, dass man weiß, in welchem Rahmen man sich bewegt - da könnte bei BC ein wenig Klinik, insb. Innere vielleicht nicht schaden, wenn man etwas mit klinischen Bezug machen möchte.

Ich will eh in die Forschung und kein praktizierender Arzt werden, von daher ist es für mich durchaus sinnvoll... Ausserdem bin ich extrem an Biochemie interessiert und lese viel zusätzliche Literatur.

lio
07.10.2011, 20:06
Ja. Allerdings studiere ich gleichzeitig Chemie.Ah, okay. Das hatte ich mir auch schon überlegt, aber halt erst nach dem Physikum. Hast du mit beiden Fächern gleichzeitig angefangen?

Alchemist
08.10.2011, 10:10
( Ist schon ein bisschen Off-Topic, aber da ja lio gefragt hat: Nein, "offiziell" bin ich Chemie-Student erst seit diesem Semester, ich habe aber in den ersten zwei Medizin-Semestern einige Chemie-Veranstaltungen besucht. :-stud )

Jemine
08.10.2011, 12:38
:-notify
Ist mir persönlich ein Rätsel, wie man das schaffen kann, aber bitte :-)

Zurück zum Thema: Ich hab mich auch schon erkundigt und meine Idee jemandem vorgeschlagen. Aber ich persönlich werd mich hüten, damit vor dem Physikum anzufangen. :-)

Thunderstorm
08.10.2011, 13:07
Ich hatte zwecks vergeigter BC2-Klausur ein "Leersemester" vor dem Physikum, in dem ich "nur" für die Klausur und das Physikum lernen musste.
Die restliche Zeit habe ich genutzt, um die Literaturrecherche für meine Doktorarbeit fertigzustellen. Nach dem Physikum konnte ich dann gleich mit Ethikantrag und dann mit der Datenerhebung anfangen.
Ohne "Leersemester" hätte ich aber nie und nimmer die Zeit dafür gefunden.
Aber möglich ist alles!

Zünder
08.10.2011, 13:23
In Hamburg darf man laut Promotionsordnung erst in der Klinik damit anfangen.

Alchemist
09.10.2011, 10:03
:-notify
Ist mir persönlich ein Rätsel, wie man das schaffen kann, aber bitte :-)


Och ja, es geht ganz gut, wenn mans wirklich will. Chemie war schon immer Leidenschaft und es wirkt echt entspannend, wenn man endlich mal wider im Studium ein bisschen Logik hat und nicht nur stupides Auswendiglernen. Und ausserdem studiere ich ja in NRW, nicht in Baden-Württemberg oder Bayern. ;)

Herzkasperl
10.10.2011, 11:08
@Alchemist: Würde ich dann so angehen: Abwarten, bis die Abschlussarbeit in Chemie ansteht - Med.-relevantes Thema suchen und dann die Abschlussarbeit schreiben und dann gleich noch eine Arbeit, in welcher die med. Aspekte behandelt werden und als Dr.-Arbeit einreichen. So sollte sich der Aufwand minimieren lassen.

Aber gut, manche wollen auch mit dem Kopf durch die Wand und wenn es der Forschung nutzt nur zu... :-)

bipolarbär
29.10.2011, 12:09
Ja. Allerdings studiere ich gleichzeitig Chemie.



Ich will eh in die Forschung und kein praktizierender Arzt werden, von daher ist es für mich durchaus sinnvoll... Ausserdem bin ich extrem an Biochemie interessiert und lese viel zusätzliche Literatur.

Mit den ganzen chemischen Praktika stelle ich mir das ganze ziemlich anstrengend vor, auch wenn das Meiste in den Semesterferien stattfindet. Ich kann das Argument mit der Logik aber gut nachvollziehen.

Wenn sich die Gelegenheit ergibt würde ich auch schon in der Vorklinik anfangen, Biochemie ganz klar das Fach der Wahl :-party

Stupfelspaten
05.11.2011, 23:24
Also ich werd mich nach dem Physikum mal umsehen was die Diss angeht, davor find ich es auch zu stressig. Aber der Aufwand des Ganzen hängt ja ohnehin davon ab, was man damit tun will. Wenn man in die Wissenschaft will sollte man schon ein bisschen Gas geben, ein gutes Thema wählen und Zeit investieren, da medizinische Dissertationen von den "richtigen" Naturwissenschaftlern ohnehin schon genug belächelt werden... Aber wenn man vorhat zu Praktizieren lohnt sich ja kein großer Aufwand, braucht man ja nur fürs Türschild, also statistische Arbeit, halbes Semester und gut is... Ich werd wohl letzteres tun :)

Alchemist
06.11.2011, 07:49
da medizinische Dissertationen von den "richtigen" Naturwissenschaftlern ohnehin schon genug belächelt werden...

Und manchmal zu Recht...