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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sammelthread für Fragenrügen



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zoe*
07.10.2011, 16:51
Tag 1 F28 (A) Die Tropenreisende Dengue Fieber vs. Malaria siehe Thread

außerdem die Frage zum Polytrauma Definition mit SIRS vs. MONOtraumatisch
( wobei ich hier denke, es ist ähnlich wie bei der Frage zu dem Histo-Präparat bei Endometriose am 3. Tag dass die Formulierung super fies ist und wohl mehr die Aufmerksamkeit nach 5h Prüfung als das Fachwissen abgeprüft werden, aber letztlich dann doch relativ eindeutig (leider!) )

Bei Tag 2 Frage 36 (A) mit der Akromegalie könnte man sich streiten, denn lt. Herold gehören sowohl IGF-1 i.S. als auch Lokalisationsdiagnostik i.R. eines CT zur Diagnostik, und "am besten" kann man nicht sagen, denn für die Erkenntnis bezüglich Lokalisation und Beschaffenheit der vermuteten! Raumforderung bringt das IGF-1 nichts, das CT eben so wenig bei der Frage nach dem erhöhten Hormon.

Bei der Frage Tag 1 /29 (A) zu den lividen geschwollenen Leistenbeschwerden des gesunden Mannes s. Thread (inkarzerierte Leistenhernie vs. Fournier Gangän) fehlen eindeutige Hinweise zur Unterscheidung..

Die sind mir bisher am meisten aufgefallen als potentiell anfechtbar..

Ich hoffe für alle, bei denen es die Grenze zum Bestehen der Prüfung ausmacht, dass sich zahlreich Studenten beim IMPP beschweren und die Notengrenze entsprechend sinkt!!

tfq94
07.10.2011, 18:27
"Tag 3 Frage 38 (Gruppe B) meiner Meinung nach auch.

Ich bin sicher nicht supergut in Psychiatrie, aber für mich passt das nicht zu einer depressiven Episode mit psychotischen Symptomen, sondern eher zu einer schizoaffektiven Störung, da der Patient einige für eine psychotische Depression nötige Kriterien nicht erfüllt und dafür andere aufweist (z.B. das Gefühl, von Gott auserwählt zu sein und von Engeln Kraft zu bekommen), die eher für eine Schizophrenie sprechen.

Ich würde bei der Frage auch eine Eingabe schreiben. "

:-meinung

Ich hatte mal im Psycho-Seminar eine Patientin zu explorieren und vorzustellen, und die hatte genau die gleichen Symptome: auch manisch u depressive Züge und hat auch Erzengel gesehen, die mit ihr sprachen!
Hab mich bei dir Frage erst gefreut, weil mich das so dran erinnert hat.
Versteh deshalb auch nicht, wieso nicht schizoaffektive Störung richtig ist!?!

Aber wie soll man das beim impp als Beschwerde anmerken, wenn man deren offiz. Lösung noch nicht kennt??

dlu20
07.10.2011, 18:33
Dann schreib am besten auch eine Eingabe, je mehr, um so besser....

Ich habe irgendwo gelesen, dass man die Eingabe innerhalb der ersten 7 Tage nach der Prüfung machen soll.

Enten
07.10.2011, 19:09
@Zoe*:
was meinst du mit dem Endometriose-Pathobild? (B/d3/102)
Ich finde diese Frage sehr irreführend, da im Falltext klar steht, das nur das Rektum herausgeschnitten und eine Deszendostomie gemacht wurde; von Appendektomie steht nichts (auch wenn es vielleicht manchmal mitgemacht wird). Daher konnte man ja schon ausschließen, dass der Appendix in die Patho ging !?

Captain Karacho
07.10.2011, 20:15
Da steht im Fallbeispiel, dass Material aus dem Bauchraum entfernt wurde und nicht lediglich aus dem Rektum.

Roxi
07.10.2011, 20:39
Hej!

Ich würde mich gerne am Briefe schreiben beteiligen... Ich habe aber bald mündliche und habe gerade nicht so viel Zeit. Könnte vielleicht jemand von euch, der eh einen Brief schreibt noch mal genau alle Argumente sammeln... dann muss man das ja nur kurz umformuliere.
Wie müssen wir eigentlich unseren Zweifel begründen? Mit Quellenangaben?

Und noch eine Frage: sinkt die Bestehensgrenz pro rausgenommen Punkt um einen Punkt?

Grüße

dlu20
07.10.2011, 20:44
Ich glaube ja.

Was die Fragen angeht: wenn eine Person Fragenrügen für alle Fragen erstellen muss, fände ich das zu aufwändig, aber vielleicht kann ja jeder das, was er geschrieben hat, hier posten?

Ich habe eine Eingabe zu Tag 3, Frage A13/B38 geschrieben und kann sie zur Verfügung stellen. Ist allerdings 2 Seiten lang und nicht wirklich schön formuliert (das ist meine 1. Eingabe und ich habe keine Ahnung, wie man sowas schreibt).

Voila:-lesen:

Lt. Arolt/Reimer/Dilling, Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie, Springer 2007, S. 164, ist eine schizoaffektive Psychose definiert als „endogene Psychosen mit Symptomen aus dem Überschneidungsbereich des schizophrenen und manisch-depressiven Formenkreises“ und gekennzeichnet durch

1. „depressive Verstimmung mit Verlangsamung, Schlafstörungen, Konzentrations-störungen, Schuldgefühlen, Suizidgedanken
2. gehobene, euphorische oder expansiv gereizte Stimmung mit Größenideen, Erregung, Gereiztheit, Antriebssteigerung, Distanzlosigkeit
3. schizophrene Symptome wie Ich-Störungen, parathymer Wahn, Ich-Störungen und Halluzinationen, Gedankenausbreitung.

Der Patient zeigt zunächst depressive Symptome, wie sie in Punkt 1 beschrieben sind. Nach einem medikamentösen Behandlungsversuch durch den Hausarzt treten nach einigen Wochen Symptome auf, die eher zu einer Schizophrenie als zu einem Wahn im Rahmen einer schweren depressiven Episode passen:

• Leibliche Halluzinationen i.S.v. Beeinflussungserlebnissen (zwei Erzengel, die ihm seinem Gefühl nach „spürbar Kraft einflößen“, Erstrangkriterium nach Kurt Schneider (1) )
• Bizarrer, völlig „unrealistischer“ Wahn (2) (Patient fühlt sich als Prophet und glaubt, die Menschen vor einem sich anbahnenden Unheil retten zu müssen, Gott habe ihm das durch einen Bischof während einer Fernsehpredigt mitgeteilt)
• Akustische Halluzinationen i.S.v. Stimmenhören (Engel, die mit dem Patienten reden; dies ist ebenfalls ein Erstrangkriterium nach Kurt Schneider (3) )


Zeitgleich treten weitere Diagnosekriterien einer schizoaffektiven Störung auf (4):

• Größenwahn (der Patient fühlt sich von Gott auserwählt, die Menschheit vor einem sich anbahnenden Unheil zu retten)
• Manische Stimmungslage mit Distanzlosigkeit und Erregtheit (Predigen in der Fußgängerzone, Belästigen von Passanten mit „Umklammern“, Patient reagiert ärgerlich auf die Krankenhauseinweisung ; ein „klassischer“ schwer depressiver Patient wäre in so einer Situation eher resigniert, gleichgültig, emotionslos oder ängstlich und verzweifelt (5) , aber nicht „erbost, weil er gehindert wird, seiner Bestimmung nachzugehen“(6) )

Ob zeitgleich noch depressive Symptome bestehen oder ob die Stimmungslage des Patienten in Richtung Manie umgeschlagen ist, geht aus der Aufgabe leider nicht eindeutig hervor.
Meiner Meinung nach besteht bei dem Patienten eine schizoaffektive Störung, die sich zunächst als Depression geäußert hat, später aber möglicherweise in eine manische Stimmungslage umgeschlagen ist mit zeitgleich bestehenden Symptomen einer Schizophrenie.

Die beschriebenen Wahninhalte bzw. die gesamte Symptomatik passt also v.a. durch das Vorhandensein von Symptomen einer Schizophrenie bei gleichzeitigem Auftreten von Symptomen einer affektiven Störung besser zu einer schizoaffektiven Störung als zu einer psychotischen Depression bzw. einer schweren depressiven Episode mit wahnhaften Symptomen.


Ich bitte Sie, meine Eingabe zu berücksichtigen. Vielen Dank und

freundliche Grüße

Und die Fußnoten:
(1) Arolt, Reimer, Dilling, Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie, Springer 2007, S. 120
(2) Arolt, Reimer, Dilling, Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie, Springer 2007, S. 120 -121, sowie Möller, Laux, Deister, Duale Reihe Psychiatrie und Psychotherapie, Thieme Verlag, 2009, S. 147
(3)Arolt, Reimer, Dilling, Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie, Springer 2007, S. 120, sowie Möller, Laux, Deister, Duale Reihe Psychiatrie und Psychotherapie, Thieme Verlag, 2009, S. 147
(4) Arolt, Reimer, Dilling, Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie, Springer 2007, S. 164
(5) Arolt, Reimer, Dilling, Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie, Springer 2007, S. 143, typische Symptome einer depressiven Episode
(6)Aufgabenheft zum 2. Abschnitt der ärztlichen Prüfung, Tag 3, Auflage B, Aufgabe 38, S. 23

schlafmilch
08.10.2011, 13:02
Hey zusammen.

@ dlu20:

Klingt an sich doch ganz gut.
Denke aber, der Sinn einer Fragenrüge ist es, zu Belegen, dass mehr als eine Antwort richtig ist.
Bei dir klingt es eher so, als wenn Du belegen willst, warum deine Antwort richtig ist (und die anderen nicht).
Dabei wissen wir noch nicht einmal, was das IMPP für richtig erachtet. Bisher kennen wir nur die statistische Auswertung und die Medi-Learn-Expertenmeinung.
Weisst Du was ich meine?

Die Frage ist sicher streitbar. Daher solltest Du evtl. versuchen zu erklären, warum die Frage nicht eindeutig zu beantworten ist.

Ansonsten find ichs gut.

dlu20
08.10.2011, 13:34
Ja, ich weiß genau, was du meinst. Allerdings habe ich das erst gestern Abend rausgefunden und da hatte ich die Eingabe schon ans IMPP geschickt und war auch zu faul/müde, um sie hier rauszunehmen. Ich hoffe, ich habe damit jetzt nicht für unnötig Verwirrung gesorgt.

Leider finde ich die Frage ziemlich eindeutig. Eine wahnhafte Störung könnte es evtl. noch sein, obwohl er ja eindeutig eine affektive Symptomatik dabei hat, aber ich setze mich demnächst mal dran.

Was für uneindeutige Fragen gibt es denn noch?

Tag 1, Frage A28/B47 könnte noch was sein, das mit der Troepnrückkehrerin mit Fieber und Durchfall (ich finde Zoes Ausführungen in dem entspr. Thread ziemlich einleuchtend, dass sowohl Dengue als auch Malaria sein könnte).

dlu20
08.10.2011, 13:48
Was haltet ihr eigentlich von Tag 1, A12 /B24, Echinacea purpureae herba zur Infektvorbeugung bei einem Sportler? Bei uns in Pharma haben sie eindringlich vor dem Zeug gewarnt, da es erhebliche Nebenwirkungen bis hin zum anaphylaktischen Schock hat und die Wirksamkeit nicht bewiesen ist.

Ich schau mal, ob ich eine Leitlinie finde, in der das explizit so steht (also dass man Echinacea-Präparate nicht empfehlen soll), dann wäre die Frage nämlich nicht bewantwortbar, weil es keine korrekte Antwort gibt.

dlu20
08.10.2011, 14:51
Eingabe:

"Sehr geehrte Damen und Herren,

laut der DEGAM-Leitlinie Nr. 14, „Halsschmerzen“ (10/2009) wird darauf hingewiesen, dass eine Wirksamkeit von Echinacea-Präparaten zur Vorbeugung oder Behandlung von Erköltungskrankheiten nicht bewiesen ist:

„Der Cochrane Review zur Wirksamkeit von Echinacea-Präparaten kommt zu dem Schluss, dass die Präparate erhebliche Unterschiede in der Zusammensetzung aufweisen und eine Wirksamkeit weder zur Prävention noch zur Therapie von
Erkältungskrankheiten sicher belegt ist “.

Eine Empfehlung zur Anwendung von Echinacea-Präparaten wird in dieser Leitlinie nicht ausgesprochen.

In der DEGAM-Leitlinie Nr. 10, Rhinosinusitis, wird vor einer vor einer langfristigen Anwendung, wie sie bei dem Patienten in der Frage vermutlich durchgeführt würde, (er müsste das Präparat zur Vorbeugung von rezdivierenden Erkältungen ja nicht nur 3 Tage, sondern längerfristig anwenden) sogar explizit gewarnt.

„2.3.8.2. Auszüge aus Echinaceaspezies
Melchart et al. untersuchten 1998 im Rahmen einer Cochrane-Analyse Placebo-kontrollierte Studien mit insgesamt 3396 Teilnehmern zur Therapie der „Common Cold“ mit Echinacea-Auszügen. Die Autoren bewerteten, dass einige Präparate besser als Placebo wirkten, aber der Effekt für eine Empfehlung noch nicht ausreiche. (T I / B )

Zwei nach der Cochrane-Analyse durchgeführte große doppelblinde placebokontrollierte Studien (Melchart 1998 bzw. Grimm 1999) konnten keine
vorbeugenden Wirkungen gegen Atemwegsinfekte finden.
In Anbetracht der insgesamt unklaren Evidenz bei einem allergenen Potential
der verarbeiteten oberflächlichen Pflanzenteile muss zumindest vor
einer unkritischen oder langfristigen Verwendung gewarnt werden. Das
Vorliegen einer Allergie auf Korbblütler bzw. polyvalenter Allergien stellt
eine Kontraindikation dar“ .

Damit trifft Lösung C nicht zu. Da auch keines der anderen genannten Präparate zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten in Frage kommt, ist die Aufgabe nicht lösbar.

Ich bitte Sie, diese Aufgabe aus der Wertung zu nehmen.

Vielen Dank und

freundliche Grüße"


Findet ihr das so schlüssig, oder muss ich noch mehr Beweise finden? Ich habe in den Fußnoten nur auf die jeweilige Stelle aus der Leitlinie (Titel, Nr, Seitenzahl) hingewiesen, werde die entspr. Leitlinien aber mitschicken.

atatqc
08.10.2011, 16:42
Tag 2 - B17 – Lärmschwerhörigkeit:
Druckfehler: Die C5-Senke liegt bei 4000 Hz und nicht bei 4000 kHz, das wäre ja Ultraschall.

fürchte, dass da auch einfach eine andere Antwort richtig sein könnte, nämlich:

"Es besteht ein Tinitus von pulsartigem Charakter und ein "watteaertiges Gefühl" im Ohr"

Das ein watteartiges Gefühl bei Lärmschwerhörigkeit bestehen soll hab ich gefunden, ebenso den Tinitus. Aber was es mit dem pulsartig auf sich haben soll weiss ich nicht.

jsthemaster
09.10.2011, 00:29
Beste Ausichten haben wahrscheinlich folgende Fragen:

-Prostata-Stanze: In der Leitlinie steht, dass man eigentlich noch nicht weiß wie hoch dieser "verdächtige Anstieg" ausfallen sollte: http://www.aezq.de/mdb/downloads/dgurologie/prostatakarzinom-lang.pdf - Seite 29

-Einheitenprobleme (siehe früher im Thread) bei der Anämie-Frage und Schwerhörigkeits-Frage.

-Schizoaffektive Störung: Auch im ICD-10 sehr undeutlich differenziert.
In der Praxis sind die genannten Störungen selbst für erfahrene Fachärzte schwer zu differenzieren. Beispielsweise kann eine "klassische" Schizophrenie durchaus mit affektiven Symptomen beginnen...

-Leistenhernie/Nekrotisierende Fasziitis: Meiner Meinung nach viel zu wenig klinische Informationen in der Frage, um das wirklich sicher differenzieren zu können...

-Gründe für Selbstverletzung bei Borderline-Störung: Auch in der Fachwelt extrem umstritten.

ggoderich
09.10.2011, 10:26
Sehr geehrte Damen und Herren,

in Bezug auf die Frage A29/B2 (Tag 2) des Examens habe ich folgende Anmerkung:
Die Problematik dieser Fragstellung liegt darin, ob der Patient biopsiert werden sollte oder ob Kontrolluntersuchungen (wie sie bisher beim Patienten erfolgten) genügen.

Auszug aus der S3-Leitlinie Prostatakarzinom :
3.11 Im Rahmen der Früherkennung soll eine Prostatabiopsie bei
Vorliegen von mindestens einem der folgenden Kriterien
empfohlen werden:
• kontrollierter PSA-Wert von ≥ 4 ng/ml* bei der erstmaligen
Früherkennungskonsultation;
• karzinomverdächtiges Ergebnis bei der digitalen-rektalen
Untersuchung;
• auffälliger PSA-Anstieg (ohne Wechsel des
Bestimmungsverfahrens und unter Berücksichtigung der
intraindividuellen Variabilität).
Empfehlungsgrad A, LoE: 2+,
Gesamtabstimmung: 82

Der Patient in der Fragestellung erfüllt eine der drei oben genannten Bedingungen der S3-Leitlinie Prostatakarzinom, wonach eine Abklärung durch eine Biopsie indiziert ist, nämlich ein auffälliger PSA-Anstieg. Somit gäbe es eine Indikation für eine Biopsie (Antwort D).
Allerdings zeigt eine aktuelle Studie von 2011, dass die Höhe der PSA-Anstiegsgeschwindigkeit umstritten und kein sicheres Screening-Kriterium ist. Zusammen mit dem negativen Sonographiebefund, dem unauffälligen Tastbefund (lediglich Hinweis auf eine benigne Prostatahyperplasie), keiner Überschreitung aller gemessenen PSA-Werte > 4 ng/ml, sowie auch sonst fehlender Anzeichen für Malignität, ist es in Zusammenschau der Befunde durchaus auch nicht falsch, den Patienten weiter regelmäßig engmaschig zu kontrollieren (Antwort C).

Insgesamt ist die Frage nicht eindeutig zu lösen. Da gerade der PSA-Wert mittlerweile als Screeninguntersuchung generell umstritten ist (siehe z.B. Krebsinformationsdienst: „Auch der Nutzen dieser Untersuchung [PSA-Bestimmung] zur Krebsfrüherkennung ist umstritten.“ ), ist es meiner Meinung nach erforderlich, eindeutige und wegweisende Befunde in einer Fragestellung rund um die Früherkennung von Prostatakarzinomen darzulegen.
Deshalb bitte ich Sie, diese Frage aus der Wertung zu nehmen.

Quellen:
http://www.krebsgesellschaft.de/download/s3-leitlinie-prostatakarzinom.pdf
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/44882/Prostatakarzinom_Schneller_PSA-Anstieg_kein_sicheres_Screening-Kriterium.htm
http://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/prostatakrebs/psa-test-frueherkennung.php

tapuach
09.10.2011, 10:30
noch mal was zur depressiven episode, falls sich da jemand die mühe machen will zu beweisen, wieso alle antworten nicht sein können (ich stehe kurz vor der mündlichen, werds nicht mehr vorher schaffen):

(A)
aus dem Taschenführer zur ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen (H. Dilling, H.J. Freyberger) , 4. Auflage

zu F32.3 schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen

"Wahnideen oder Halluzinationen kommen vor, aber andere als die für F.20.0-F20.3 als typisch schizophrenen aufgelisteten, d.h. die Wahngedanken sind nicht bizarr oder kulturell unangemessen; bei den Halluzinationen handelt es sich nicht um Rede in der dritten Person oder kommentierende Stimmen. Am häufigsten sind depressiver, Schuld-, hypochcrondrischer, nihilistischer, Beziehungs- oder Verfolgungswahn."

wie kulturell unangemessen das ist, was unser patient da macht, hat das impp in der frage ja extra betont.

(B)schizoaffektive Störung: hier müsste man wohl argumentieren, dass nicht eindeutig klar wird, dass depressive Symptome und Wahn zeitgleich auftreten.

(C) schizotype störung: müsste in jedem buch stehen, dass da nie eindeutig die kriterien für wahn erfüllt sind, sind sie aber hier im fall eindeutig.

(D)wahnhafte Störung: "Die Wahngedanken müssen über mindestens 3 Monate vorhanden sein" (aus derselben Quelle wie oben, zu F22.0 wahnhafte Störung)

(E)Zyklothymia: erfüllt nie die Kriterien für Depression oder Manie, und schon gar nicht für Wahn (steht auch in jedem Lerhbuch)

tapuach
09.10.2011, 11:33
so, ich hab daraus jetzt doch noch schnell nen brief gebastelt, könnt ihr mir sagen, ob ihr das an die postfachadresse oder an die andere (große langgasse ...) geschickt habt? ich finde dazu irgendwie nichts und wie gesagt müsste ich eigentlich fürs mündliche lernen und hab jetzt auch keine zeit noch ewig weiter zu suchen. wär echt nett :-)

endlos1
09.10.2011, 11:52
Meine, dass wir damals zur großen Langgasse geschrieben haben.

dlu20
09.10.2011, 11:59
Ein Postfach gibts auch:

IMPP
Postfach 2528
55015 Mainz

Ich denke, es kommt bei beidem an.

schlafmilch
09.10.2011, 16:04
Hat sich jetzt schon jemand mit der Borderliner-Frage, in der es um Gründe für selbstverletzendes Verhalten geht, beschäftigt?

Bzw. hat da noch jemand Quellen, die für A und / oder D sprechen?

Falls ja, bitte melden, finde da nicht gerade viel zu.

Danke.

ArmandVanPsy
09.10.2011, 17:05
Bei den Borderlinern musst du dir das so vorstellen, dass ihre Glücksempfindungen ziemlich verstellt sind. Und nach den neuesten Studien, die schon lange vermutete Wahrheit ans Licht kam.Das Ritzen löst den übelsten Hormoncocktail bei denen aus, anders als bei "normalen", danach fühlen sie sich befreit, können kurz wieder fühlen, dass sie real sind und sie auch zwischenzeitlich wieder sowas wie "Glück,Freude" empfinden können. Wenn sie sich grad wieder an ihrer Borderkippe befinden.

Dieser Glückscocktail bzw. dieses Feuerwerk im Kopf macht wie bei "anderen Drogen" süchtig.

Gefragt war sozusagen nach der größten Motivation. Das ist neben der "Befreiung" , die Sucht die dabei entsteht. Allerdings nur bei den Bordern, "Normale" haben andere Kompensationsmechanismen.

Viele werden wahrscheinlich "sie wollen sich dadurch Aufmerksamkeit verschaffen" angekreuzt haben. Das ist aber Klischee, ein Vorurteil und trifft wenn überhaupt als tertiärer, quartärer Grund zu. Viele ritzen sich einfach auch nur für sich allein, ohne anderen davon zu erzählen oder es zu zeigen.

Die Frage ist wirklich schwer, aber von den angegebenen Antworten , hat das größte Motivationspotential die Sucht die das Ritzen auslöst.