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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Studium mit 2 Kindern?



winona85
10.10.2011, 13:35
Hallo!

Einen ähnlichen Beitrag gibt es bestimmt schon (keine Ahnung, hab mich eben angemeldet), aber ich habe hier einen besonderen "Härtefall" ;) ...

Ich habe 2005 Abi gemacht, hab mich danach bei der ZVS beworben für Medizin und 3 mal hintereinander eine Absage kassiert (Durchschnitt 2,0) ...
Leider hatte ich keinen Plan B zur Hand, da Medizin zu studieren und Ärztin zu werden schon immer, seit der Grundschule, mein Ziel war ...
Hab dann, nach 2 Jahren Wartezeit und einigen Krankenhaus-Praktika, eine Ausbildung angefangen, während dieser Ausbildung ein Kind bekommen - meine liebe und süße kleine Liese und bin im letzten Ausbildungsjahr nochmal schwanger geworden ...
Habe meine Ausbildung zur Pharmazeutisch-Technischen Angestellten mit Note 1,5 absolviert (trotz Kind und Schwangerschaft) .... und mir wurde daraufhin von vielen geraten das mit dem Medizinstudium noch in Angriff zu nehmen.

Nun überlege ich seit mehreren Monaten hin und her, ob oder ob nicht ....
Mein Mann ist fest angestellt, verdient nicht schlecht, die Frage der Finanzierung steht erstmal nicht im Vordergrund ... Aber die Frage :

Bleibt mir noch Zeit für meine Kinder, wenn ich dieses Studium auf mich nehme???

Ich würde erst im nächsten Jahr anfangen, dann ist unsere jüngste 1,5 Jahre .... die Große schon 3,5 Jahre .... wir müssten auch umziehen - im Grunde ist alles schon geplant, Kinder sind für die KITA beworben ...
Aber, was haben die Kinder noch von mir, wenn ich studiere???

Ich brauche echt dringend einen Rat von Studenten .... Wie viel Zeit bleibt???
Würdet ihr mir zuraten oder eher abraten ...

Alternative wäre mir in meinem Beruf nächstes Jahr was zu suchen .... ein Beruf der mir im Übrigen auch Spaß macht (nur die Bezahlung ist nicht besonders gut) ....

Wie hart ist ein Medizinstudium??? Man hört ja immer nur so "Geschichten" darüber wie schwer es ist! Ist es wirklich so schwer???
Ich denke, dass mit dem Lernen ist eine Frage der Organisation ... für meine Prüfungen während der Ausbildung habe ich jeden Abend bis in die Nacht hinein gesessen und gelernt, so dass ich tags für meine Kleine da sein konnte .... das hab ich jeden Tag so durchgezogen .... und würde es wieder so machen ....

Es ist so schwer zu entscheiden .... Wie heavy ist denn eigentlich die Facharztausbildung .... da rennt man in Schichten arbeiten, oder? Kann man auch halbtags arbeiten???

Und dann .... wenn man Arzt ist ... hat man dann noch Zeit für die Kinder (ok. die sind bei mir dann natürlich aus dem Gröbsten raus) ... ???

Ich wäre echt dankbar für ein paar Antworten oder Ratschläge ....

Also, Danke schon mal im Voraus ...

Grüße

EVT
10.10.2011, 14:35
Ich habe Kommilitonen, die Kinder haben, auch kleine Kinder und es geht. Alles eine Sache der Organisation.
Eine pendelt sogar jeden Tag zwei Stunden und ist trotzdem in der Regelstudienzeit bis jetzt.
Wo würdest du denn studieren? Gibt es dort Kitas oder Großeltern etc.?
Wenn du deine Ausbildung so gut abgeschlossen hast und damals auch trotz Kindern gut lernen konntest, dann würde ich es versuchen.
Viele sagen, dass das Studium die beste Zeit zum Kinder kriegen sei. Man ist flexibel und es gibt ja auch noch die Semesterferien ;-)
Man muss nicht von morgens bis abends lernen, wenn man nicht gerade überall eine 1 anstrebt. Mir bleibt immer noch genug Zeit für andere Dinge, da sollte genug Zeit für Kinder sein. Aber frag doch mal im Eltern Thread nach, die können es dir am besten beantworten.

Trianna
10.10.2011, 16:12
Hier sind einige (auch ich) die mit Kind studieren und zumindest bei mir ist es so, dass ich noch genügend Zeit habe für meine Tochter. Sie ist auch in einer Kita welche sehr flexibel ist und das klappt alles :)

Wenn du es möchtest, dann mach es. Deine Kinder werden darunter nicht leiden.

Viele Grüße

jijichu
10.10.2011, 18:32
Ich kenne auch einige, die mit Kindern studieren. Einige haben alles direkt durch gezogen (im Nachhinein aber auch gesagt, das die Zeit mit den Kindern doch ein wenig knapp war), andere haben sich nicht für alle Kurse in jedem Semester angemeldet und so das Physikum nach 6 Semestern statt in Regelstudienzeit gemacht. Es ist möglich und an vielen Unis gibt es Programme und Unterstüzung für Studierende mit Kindern!

Viel Erfolg!

winona85
10.10.2011, 19:18
Danke für die Antworten!

Das klingt ja alles ganz positiv .... zumindest macht es mir Mut doch den Weg zu gehen ...

Ich hab ja die Entscheidung vor ner Weile auch schon getroffen und entschieden den Schritt zu wagen und das Studium nächstes Jahr anzugehen ... Aber sobald ich dann höre " das wird viel zu schwer mit den Kindern " oder " Du wirst die Entwicklung deiner Kinder verpassen, weil du keine Zeit mehr hast " - kippt der Entschluss wieder und ich denke, ich sollte es doch nicht tun .... Ich habe einfach Angst nicht mehr genügend für meine Kinder da sein zu können oder tatsächlich etwas in ihrer Entwicklung zu verpassen .... Ich will nicht in ein paar Jahren feststellen, es war die falsch Entscheidung oder gar bereuen nicht genug für meine Kinder dagewesen zu sein.
Wiederum dürfte ich dann auch niemals arbeiten gehen, weil ich ja dann auch etwas in ihrer Entwicklung verpassen könnte und nicht immer da sein kann ...

Aber wenn ich das jetzt so lese, gerade von jemanden, der auch ein Kind hat, dann würde es vielleicht doch nicht so schlimm ...

Ich wohne zur Zeit in Chemnitz, bin mit meinem Mann wegen meiner Ausbildung hierher gezogen ... In Dresden will ich studieren .... da wohnt meine Schwester mit ihrem Freund und meine Eltern sind auch näher dran ....

Wir haben unsere Mäuse für die KITA-Plätze beworben, wollen dann im nächsten Jahr, sobald eine KITA-Zusage eintrudelt nach Dresden ziehen ...

Mit der Uni hab ich schon gesprochen, nächstes Jahr hab ich da nochmal einen Termin zur Beratung, mir wurde nur gesagt, es wäre eine sehr kinderfreundliche Uni ... Was das genau heißt, weiß ich jetzt noch nicht .... Ich hab mir auch schon von einem Bekannten den Link zu den Stundenplänen an der Uni in Dresden geben lassen .... Also, vom zeitlichen Aufwand her sieht es da ganz akzeptabel aus ... Da könnte ich die Kinder einen Großteil der Woche nachmittags selber vom Kindergarten abholen ....

Ich muss die Seiten hier nochmal ein bisschen studieren und mal gucken, wie ich hier anderen Eltern schreiben kann ....

Jedenfalls danke nochmal für die Antworten ....

Solara
10.10.2011, 19:29
Danke für die Antworten!

Ich hab ja die Entscheidung vor ner Weile auch schon getroffen und entschieden den Schritt zu wagen und das Studium nächstes Jahr anzugehen ... Aber sobald ich dann höre " das wird viel zu schwer mit den Kindern " oder " Du wirst die Entwicklung deiner Kinder verpassen, weil du keine Zeit mehr hast " - kippt der Entschluss wieder und ich denke, ich sollte es doch nicht tun .... Ich habe einfach Angst nicht mehr genügend für meine Kinder da sein zu können oder tatsächlich etwas in ihrer Entwicklung zu verpassen .... Ich will nicht in ein paar Jahren feststellen, es war die falsch Entscheidung oder gar bereuen nicht genug für meine Kinder dagewesen zu sein.


Wenn du es nicht ausprobierst, dann wirst du es nicht rausbekommen, ob es bei euch klappt oder nicht.
Aufhören kannst du immer noch.

Also ran ans Studium!

Muriel
10.10.2011, 19:35
Was wäre denn Deine Alternative? Sollte diese sein, zu Hause zu bleiben und ganz für Kinder und Haus dazustehen, dann "verpasst" Du natürlich tatsächlich etwas im Vergleich. Solltest Du aber andersherum arbeiten gehen, dann sehe ich da keinen großen Unterschied. Vorteil der Arbeit ist sicherlich der, dass die nach ein paar Stunden am Tag (ich gehe mal von einer Teilzeitstelle aus) auch wieder rum ist und Feierabend auch ein solcher ist. Das wäre im Studium anders, da Du auch Lernzeiten einrechnen musst, die neben den Univeranstaltungen aufgebracht werden müssen. Aber vielleicht kannst Du ja auch gut abends, wenn die Kinder schlafen, lernen, dann relativiert es sich, anstrengend ist es sicherlich. Der große Vorteil am Studium ist der, dass Du selbst bestimmen kannst, in welchem Tempo Du studierst. Du musst nicht zwangsläufig alle Kurse belegen, Du kannst schieben, Du kannst auch kurzfristig entscheiden, dass es zu viel ist und Du kürzer treten musst/willst. Das alles kannst Du einem Arbeitgeber nur schwer beibringen, wenn Du den Job behalten möchtest. Versuch es einfach und schau, wie es läuft, abbrechen kannst Du immer noch (und lass Dir dann bitte nicht einreden, Du hättest damit irgendwem den Platz weggenommen!). Und bedenke, dass Kinder doch auch immer froh und glücklich sind, wenn sie im KiGa, bei Freunden, bei der Oma etc sind. Die freuen sich doch über anderen Input als das, was Mama bieten kann :-)

Traverso
10.10.2011, 20:57
Hey!

ich würde dir auch raten, daß es einen Versuch wert ist. Du kannst ja jederzeit aussteigen. Sich aber später zu ärgern und zu sagen "ach hätte ich doch damals..." ist blöd.
Ich werde nächste Woche mit 4 Kindern in das Abenteuer Medizinstudium starten und ich wohne nicht in einer Unistadt und kann da auch nicht hinziehen. Aber ich wills trotzdem versuchen, einfach für mich.
Komischerweise bekommt man das Abraten immer von Menschen zu hören, die selbst nicht Medizin studiert haben ergo keine Ahnung haben, wie es wirklich ist.
Wie schon andere gesagt haben, es ist eine Frage der Organisation und man muss halt auch sehr wachsam sein, daß dabei die Familie nicht unter die Räder kommt. Aber wer´s nicht versucht hat kanns nicht wissen. Also ran!

Miyu
11.10.2011, 09:52
Wenn du es willst, und so kommt es mir vor, dann solltest du es angehen! Ich finde, persoenliche Traeume sollte man immer versuchen zu verwirklichen. Mit einem gewissen Maß an persönlicher Organisation wird das moeglich sein, und wenn es dir zuviel wird, kannst du ja immer noch Kurse auslassen. Es zwingt dich ja niemand, in den vorgegebenen 12 Semestern fertig zu werden. Zumal wenn du sagst, dein Mann verdient ganz gut, dann ist der finanzielle Druck, so schnell wie moeglich fertig werden zu muessen ja nicht ganz so groß.

Ich wünsch dir auf jeden Fall alles Gute dafuer!

Feuerblick
11.10.2011, 10:05
Ich habe den Thread mal ins passende Unterforum geschoben. Hier findest du einige Leute, die in der gleichen Situation sind.

Grüße
Feuerblick

Tudo
12.10.2011, 13:20
Bei mir an der Uni gibt es auch einige Frauen, die ein Kind haben. Eine gute Bekannte von mir hat auch zwei kinder und hat mit 29 angfangen zu Studieren. Sie meinte es funktioniert, wenn man sich ordentlich organisieren kann. Natürlich muss man dann auf Sachen wie Weggehen evtl. verzichten, aber dafür hat man ja auch Kinder, die einem den Tag versüßen... :)

winona85
12.10.2011, 19:22
Das stimmt!
Während meiner Ausbildung - gerade die Prüfungszeit war echt hart - da hatte ich meine Kleine und es hat mir so einen Ansporn gegeben und so einen Ausgleich .... Trotz des Stresses, war ich immer irgendwie ausgeglichen ... Weil sie mir wirklich die Zeit, die ich mit ihr haben konnte, "versüßt" hat.

Mir hat schon eine Freundin gesagt, dass ich in der Zeiteinteilung im Studium wahrscheinlich flexibler bin, als wenn ich arbeiten gehe ... und wenn ich die Beiträge gerade so lese ... Da hab ich noch gar nicht drüber nachgedacht, dass man ja auch Kurse schieben kann bzw. weglassen und dann zu einem späteren Zeitpunkt nachholen ...
Das ist natürlich ein SEHR großer Vorteil ....

Und es stimmt schon, ich würde mich immer ärgern, es nicht versucht zu haben ... Das würde ich wirklich ....

Prusseliese
13.10.2011, 21:08
Eine gute Organisation ist (fast) alles. So lange niemand krank wurde, hat in der Vorklinik alles super geklappt. Ansonsten wurde es stressig. Da meine zwei Schätze beide den August frei hatten, habe ich mein Physikum einfach auf März verschoben. Das geht natürlich nur, wenn man nicht unter Druck steht. So kam bisher jedenfalls niemand zu kurz und mir macht das Studium immer noch irre Spass!!! Also machbar ist es auf jeden Fall!!!:-dafür

fredzi
26.10.2011, 11:53
Also ich habe eine Tochter mit 7 Jahren und wills nächstes Jahr auch noch mal wissen... Ich werde in Ulm anfangen, an welche Uni gehst du denn? Bekommst du gute Unterstützung von deinem Mann? Bei mir fehlt die leider:-kotz Ich habe mich erst mal bei der Studienberatung beraten lassen, das hat mir sehr geholfen und mich in meinem Entschluß gefestigt.

Liebe Grüße!

Dormicum
26.10.2011, 23:44
Also ich habe eine Tochter mit 7 Jahren und wills nächstes Jahr auch noch mal wissen... Ich werde in Ulm anfangen, an welche Uni gehst du denn? Bekommst du gute Unterstützung von deinem Mann? Bei mir fehlt die leider:-kotz Ich habe mich erst mal bei der Studienberatung beraten lassen, das hat mir sehr geholfen und mich in meinem Entschluß gefestigt.

Liebe Grüße!

COOL, von wo kommst du denn? (kannst mir ja ne PN schreiben). Meine Tochter ist 6 und ich studiere auch (grade noch) in Ulm. :-party

Aber zum Hauptthema:
Es geht alles...klar, man muss oft viel organisieren, oft ist es stressig (ich habe die letzten Jahre und auch während dem PJ sogar noch ca. 50% nebenher gearbeitet und hatte trotz allem auch noch Spaß dran). Letztendlich lohnt es sich, wie ich finde. Meine Tochter ist wie gesagt 6 und ich habe angefangen als sie 9 Monate war. Jetzt habe ich in 2 Wochen mündliches Examen. Die Zeit geht soooo schnell rum.
Das schlimmste sind in der Tat die Reaktionen von Außenstehenden. Grade hier im Süden hat man doch gleich den Stempel "Rabenmutter" wenn man seine Kinder nicht begluckt. Aber für mich wäre das so oder so nichts gewesen. Ich war zwischen Abi und Studium 1 Jahr zu Hause und das war echt genug, länger hätte ich es nicht ausgehalten. Da ist eben jeder anderst...
Mach einfach was du für richtig hältst und wo deine nächsten Angehörigen mitziehen, dann kann dir der ganze Rest so egal sein...