Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Berichterstattung
airmaria
25.03.2003, 09:55
Original geschrieben von MouseMan
Mary meint damit bestimmt, dass er egal welche Argumente auch
immer fallen, die die Amis in ein schlechtes Licht stellen, nicht
gelten lassen wird und dafür auch ganz tief in der Trickkiste
kramt.
Nein! In anderen Beiträgen habe ich durchaus kritische Anmerkungen zu den "herbeigebogenen" Gründen für diesen Krieg z.B. gebracht...
Ich bin bestimmt niemand, der den AMIS alles glaubt, jede Vorgehensweise dieser für gut hält, noch generell für Krieg ist.
Nur diese in unseren Medien aufgebauschte Stimmung gegen die Amerikaner, die inzwischen zu einer gewissen Schadenfreude bei einigen Menschen in Deutschland führt, wenn die Iraker "Teilerfolge" erzielen, halte ich für äußerst bedenklich!
"Mary" airmaria
... ich meine damit die Frage, wie weit man in der Geschichte zurückgehen soll, um jemand zu verurteilen...
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wieso zurückgehen???? die sache mit Guantanamo ist hochaktuell!
Bush lässt jetzt grade (und nicht vor 60 Jahren) ein nicht -kriegführendes Land brutal angreifen.
Das als "Präventivkrieg" zu bezeichnen ist höchst heuchlerisch. ein Präventivkrieg wäre eine Art Notwehr gegenüber einem Land das kurz davor wäre loszuschlagen. Davon kann im Fall Irak gar keine Rede sein. Durch 10 Jahre Embargo und Inspektionen ist Irak wirtschaftlich und militärisch bereits längst am Boden.
Es ist schlicht und einfach ein Angriffkrieg mit imperialistischen Motiven.
Was mich hier interessieren würde ist, warum Mary eine derartige unkritische Haltung ggü. Bush verbreitet.
fassungslos
B
airmaria
25.03.2003, 10:08
@bastian
schön, daß Du von zwei Sätzen in diesem Zusammenhang den falschen zitierst...
zur "Speichelleckerei" und zur Kriegsproblematik an sich siehe die Ausführungen hier (http://www.medi-foren.de/showthread.php?s=&threadid=6462&perpage=5&pagenumber=1) .
Wir sollten bei diesem Thread schon bei der Berichterstattung bleiben, denn sonst erzählen wir alles doppelt und dreifach.
"Mary" airmaria
Entschuldige bitte für den unglücklich gewählten Begriff, Airmaria. Mir ist einfach der Hut hoch gegangen. Habe meinen Beitrag korrigiert.
Trotzdem bleibe ich in der Sache bei meiner Meinung. Bush hat sich mit seinem Angriffskrieg aus der Gemeinschaft der Zivilisierten Staaten herausgeschossen. Moralisch ist sein Verhalten nicht anders zu bewerten als zB der Überfalls Iraks auf Kuweit 1991.
Gruss
B
Original geschrieben von ClooneyGeorge
Ich habe diese Bilder im Fernsehen gesehen und es war ekelhaft, abstossend und unmenschlich....wie die Bilder von den Gefangenen auf Guantamano Bay auf Kuba.
Die US-Regierung wirkt also nicht unbedingt glaubhaft wenn sie sich auf die Genfer Koventionen beruft.
Ich muss sagen ich sehe auf den ersten Blick keinen Verstoss gegen die Genfer Protokole oder die RotKreuz Zusatzprotokolle:
Es steht nur in etwa dass die Gefangenen nicht öffentlich wie auf einem Marktplatz zur Schau gestellt werden sollen...
Und eine Berichterstattung über Gefangene kann man auch positiv so sehen:
Immerhin weiss man dass die Leute noch leben und anscheinend nicht gröbstens misshandelt wurden...
der Übergang zwischen der berichtserstattung un zur Schaustellung ist natürlich fliessend...
Was aber OHNE ZWEIFEL gegen die Genfer Konwention verstösst:
das Festhalten der Taliban auf Gauntanoamo Bay ohne sie wie Kriegsgefangene zu Behandeln!!!!
ClooneyGeorge
26.03.2003, 15:27
Es steht nur in etwa dass die Gefangenen nicht öffentlich wie auf einem Marktplatz zur Schau gestellt werden sollen...
Also etwas komplexer sind sie dann schon...
Schutz vor "öffentlicher Neugier:
Artikel 13 der Konvention besagt: "Die Kriegsgefangenen müssen ferner jederzeit geschützt werden, namentlich auch vor Gewalttätigkeit oder Einschüchterung, Beleidigungen und der öffentlichen Neugier."
"Jeder Kriegsgefangene ist auf Befragen hin nur zur Nennung seines Namens, Vornamens und Grades, seines Geburtsdatums und der Matrikelnummer oder, wenn diese fehlt, einer anderen gleichwertigen Angabe verpflichtet." Verhöre gegen den Willen eines Gefangenen sind ausdrücklich verboten
Sie haben "unter allen Umständen Anspruch auf Achtung ihrer Person und ihrer Ehre" ( Artikel 14
Gefangene müssen nach ihrer Festnahme laut Artikel 17 nur ihren Namen, Vornamen und Dienstgrad, Geburtsdatum und Matrikelnummer oder, wenn diese fehlt, eine andere gleichwertige Angabe nennen. Zu irgendwelchen anderen Auskünften können sie "weder (durch) körperliche noch seelische Folterungen" gezwungen werden
Die Konventionen wurden also in mehrfacher Hinsicht verletzt, die Befragung eines Gefangenen ob "er hier sei um Irakis zu töten", dass zur Schau stellen der teilweise verletzten Gefangenen, die enorme Einschüchterung der Gefangenen.
Und eine Berichterstattung über Gefangene kann man auch positiv so sehen:Immerhin weiss man dass die Leute noch leben und anscheinend nicht gröbstens misshandelt wurden
Woher weißt du das ?
Was aber OHNE ZWEIFEL gegen die Genfer Konwention verstösst: das Festhalten der Taliban auf Gauntanoamo Bay ohne sie wie Kriegsgefangene zu Behandeln!!!!
Das stimmt, trotzdem sind die Gefangenen auf beiden Seiten nach den Genfer Konventionen zu behandeln.
P.S.: Quelle der Auszüge der Genfer Konventionen von tagesschau.de
Zum Thema "Berichterstattung" möchte ich noch anmerken, dass ich mir die gleiche Pressefreiheit wie im Vietnamkrieg auch heute wünsche. Es kann nicht angehen, dass Journalisten von der US Regierung Sprechverbote ausgeteilt bekommen, bloss weil die Berichte ihrer Lügenpropaganda nicht entsprechen.
Ein Berichterstatter muss alles was er vorfindet der Öffentlichkeit zugänglich machen dürfen. Auch Militärs eines kriegsführendes demokratischen Staates müssen durch die Bürger kontrolliert werden können.
Auch wenn es die Militärs natürlich anders sehen werden, finde ich es zB gerade im Falle des Vietnamkrieges richtig, dass auf Grund der Proteste einer aufgeklärten Öffentlichkeit die GIs abgezogen werden mussten.
Auch die Bilder des irakischen Fernsehens müssen dem westlichen Publikum zugänglich gemacht werden. Gerade dann, wenn diese Bilder juristisch illegale Vorgänge zeigen. Für evtl. Rechtsübertretungen sind die Täter verantwortlich zu machen und nicht die Berichterstatter die sie zeigen. Sie erfüllen nur ihre journalistische Pflicht.
Gruss
B
Alles wird gut
27.03.2003, 13:30
Um noch mal ganz kurz auf die "Chirurgische Kriegsführung" zurückzukommen:
Ich empfinde diesen Ausdruck als eine Beleidigung für jeden Mediziner und setze ihn ganz oben auf die Liste der Unwörter der Neuzeit!!!!!
Die Chirurgie ist da, um Menschen zu helfen, sie gesund zu machen und da kann es kaum was widersprüchlicheres geben als sie mit Krieg in Verbindung zu bringen! :-meinung
Sebastian1
27.03.2003, 19:17
Einerseits hast du recht, AWG, aber um deinen Punkt gehts mir eigentlich nicht: Es ist ganz klar eine Metapher, und ich mache mir um andere Dinge Sorgen als um solche Worte (oder Worte überhaupt....teilweise scheint das ja nicht der Fall zu sein, siehe diese "Freedom Fries"-Farce....)....
Mal eine andere Frage:
Wer von euch schafft es eigentlich noch, sich hier eine fundierte Meinung zu bilden? Ich versuche nun wirklich auf dem tagespolitiosch aktuellen Stand zu bleiben, aber der Irakkrieg ist leider so ein Thema für sich. Selten habe ich so eine polarisierende und parteinehmende Berichterstattung erlebt wie in Falle des Irakkrieges....je nachdem, woher und von wem man seine Informationen gerade bezieht. (Siehe z.B. die Medien von Rupert Murdoch etc...). Ich vermag da nicht mehr zwischen wahr und falsch, Information und Propaganda zu unterscheiden....und das erschreckt mich wirklich....
Gruß,
Sebastian
airmaria
27.03.2003, 22:52
Original geschrieben von Bastian
Sie erfüllen nur ihre journalistische Pflicht.
Genau das tun sie nicht! Du bist bestimmt auch einer derjenigen, die sich früher über blutrünstige Berichterstattung bei Verkehrsunfällen oder sonstetwas beschwert haben... und zurecht.
Denk mal drüber nach!
"Mary" airmaria
PS: ... und alleine wenn die Stimmung durch das Zurückhalten von Informationen dazu führt, daß die Truppe motivierter und zuversichtlicher ist... dadurch der Krieg schneller - und so auch beiderseitig natürlich verlustärmer zuendegebracht wird - (und es zweifelt wohl keiner dran, daß dieser Krieg zuendegebracht wird) ist diese Maßnahme doch vollstens gerechtfertigt, oder nicht?
Sie rettet Menschenleben!!!
Du bist bestimmt auch einer derjenigen, die sich früher über blutrünstige Berichterstattung bei Verkehrsunfällen oder sonstetwas beschwert haben... und zurecht.
Ganz im Gegenteil. Die Berichterstattung über Unfälle kann mir gar nicht realistisch (von mir aus blutrünstig) genug sein, wenn sie auch nur einige Raser dazu bringt, über ihr Tun nachzudenken.
In diesem Fall sollen sich die Zuschauer in den USA genau anschauen, in welche Lage ihre Söhne, Ehemänner, Väter durch die verbrecherische Politik ihres Präsidenten gebracht wurden.
Ich sehe es auch nicht als wünschenswert an, dass "die Truppe motivierter und zuversichtlicher ist"
Lieber wäre mir, wenn die GIs endlich ihre Gehirne einschalten und den Befehl verweigern und im Optimalfall nach Hause gehen. Sie haben im Irak nichts verloren.
Wenn Du Verluste vermeiden willst, dann wärs am besten wenn die Inspekteure weiterhin das Land durchforsten würden, wie es die meisten Regierungen auf diesem Planeten befürwortet haben.
airmaria
28.03.2003, 00:24
Original geschrieben von Bastian
Ganz im Gegenteil. Die Berichterstattung über Unfälle kann mir gar nicht realistisch (von mir aus blutrünstig) genug sein, wenn sie auch nur einige Raser dazu bringt, über ihr Tun nachzudenken.
Hier implementierst Du, daß alle Unfälle durch Raserei enstehen, was auch schon wieder ein bestimmtes Fehlverhalten suggerieren soll... Blödsinn!
Des weiteren sehe ich es eher so - und die Genfer Kommission zumindest auch - daß es einen gewissen Grad Menschenwürde zu achten gibt...
und für mich ist ein Sender, der menschenunwürdiges Verhalten nicht zur Dokumentation und zur Anklage bei entsprechenden Stellen verwendet, sondern für seine Einschaltquoten und zur Meinungsmache nutzt, ebenso schuldig!
Wenn Du Verluste vermeiden willst, dann wärs am besten wenn die Inspekteure weiterhin das Land durchforsten würden, wie es die meisten Regierungen auf diesem Planeten befürwortet haben.
Das ist ein Hauptprobelm! Ihr könnt einfach nicht mit der Lage, wie sie jetzt ist, nämlich Krieg, umgehen und dafür die bestmögliche Lösung suchen.
Du glaubst doch selbst nich daran, daß dieser Krieg aufhört, bevor Bagdad eingenommen ist.
Warum kannst Du nicht über vernünftige Argumente diskutieren, wie dieses möglichst glimpflich ablaufen könnte und berufst dich dann gleich wieder auf generelles Gefasel, was überhaupt nicht mehr relevant ist, zu diesem Zeitpunkt und in dieser Situation?
Hier könnten Menschenleben gerettet werden... wenn man nicht so verbohrt wäre.
"Mary" airmaria
Selbstverständlich werden die allermeisten Unfälle durch menschliches Fehlverhalten verursacht. Genauso wie Kriege übrigens.
Du glaubst doch selbst nich daran, daß dieser Krieg aufhört, bevor Bagdad eingenommen ist.
Es steht in der Macht der USA die Kriegshandlungen zu unterbrechen, einen Waffenstillstand und Verhandlungen vorzuschlagen. In dieser Zeit könnte die humanitäre Katastrophe in den belagerten Städten verhindert werden. Da leben Millionen Menschen, die durch allierte Angriffe von Strom und Wasser abgeschnitten sind, und das bei diesem Klima!
Wir sprechen hier nicht mehr von irgendwelchen lächerlichen Übertretungen der Genfer Konvention sondern vom drohenden Massensterben der Zivilbevölkerung.
Es gibt viele Lösungsmöglichkeiten aus der aktuellen Situation.
Wenn einem Menschenleben am Herzen liegen, ist die Belagerung Bagdads sicherlich die allerschlechteste von allen. Auch wenn du und Donald "wollt ihr den totalen Krieg" Rumsfeld zu verbohrt seid anderes in Betracht zu ziehen.
Froschkönig
28.03.2003, 02:34
Original geschrieben von Bastian
Wir sprechen hier nicht mehr von irgendwelchen lächerlichen Übertretungen der Genfer Konvention sondern vom drohenden Massensterben der Zivilbevölkerung.
Nur der Vollständigkeit halber :
Meines Wissens gehört der Irak nicht zu den Signatarstaaten der Genfer Konvention und ist somit nicht durch sie geschützt.
Ich will damit nicht irgendwelches Vorgehen seitens der USA rechtfertigen sondern nur mal bewußt machen, daß man oftmals etwas voreilig mit so großen Dingen wie "Genfer Konvention" oder "Kriegsrecht" um sich wirft....
ClooneyGeorge
28.03.2003, 08:16
Nur der Korrektheit wegen, der Irak hat die Genfer Konventionen unterzeichnet.
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