PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Motorradunfall



Seiten : 1 [2]

RS-USER-Sani
09.04.2003, 01:42
ui....erklär das bitte mal jemanden, der von Radiologie net wirklich viel Ahnung hat, was man da in etwas sieht....

des Herz kann ich noch finden....die WS auch....aber was man noch sieht ?? ausser weiß, grau und schwarz ?? :confused:

DerBlinde
09.04.2003, 01:45
Erläuterung:
Der Blick ist immer von caudal nach cranial.
Links sieht man die Niere angeschnitten.
Ansonsten sieht man einen breiten Flüssigkeitssaum vor dem rechten Herzen, der ca. 1,5cm und somit 150-200 ml beträgt.
Der helle Punkt neben der Wirbelsäule ist die Kontrasmittelanreicherung in der Aorta. Die dunkle Manschette ist Blut ausserhalb der Aorta. Eine Dissektionsmembran kann ich hier nicht erkennen.

In der Angiographie kann man gut die Rupturstelle der Aorta auf Höhe des Lig. botalli erkennen und das Paravasat.

RS-USER-Sani
09.04.2003, 01:47
hm...da mir eh nichts anderes übrig bleibt, als dir des mal zu glauben....werd ich das auch einfach mal tun....

Frage am Rande: Hat der Pat. überlebt ??

Froschkönig
09.04.2003, 01:51
Also, ich hätte die Erläuterungen jetzt nich unbedingt gebraucht, aber trotzdem danke.

Keine Dissection, waschechtes rupturiertes Aneurysma....
Akute OP-Indikation, bzw. absolute OP-Indikation....

ich kann auch nur noch fragen : Hat der Pat. überlebt ???

RS-USER-Sani
09.04.2003, 01:54
@Frosch: sei mir net bös...ich glaub dir gerne, das du die Erläuterungen net unbedingt gebraucht hättest....

....aber es gibt hier auch Leute ohne Med. Studium und bestimmt auch ohne ABI (*handheb*)...und die fänden es bestimmt auch mal interessant, was man da in etwa erkennen kann....

diverse Fachbegriffe kann man ja z.B. im Pschyrembl o.ä. nachschlagen...aber Rö-/CT- und sonstige Aufnahmen kann man schlecht nachschlagen....

DerBlinde
09.04.2003, 01:57
Normalerweise macht man bei einer traumatischen Aortenruptur eine linkslaterale Thorakotomie mit wirklich großem Schnitt, da man viel Platz braucht. Operiert wird ohne Herz-Lungen-Maschine (HLM). Da in diesem Fall das rechte Atium ebenfalls rupturiert ist, muß man von vorne operieren. Das heißt, man braucht eine Sternotomie mit erweiterter linkslateralen Thorakotomie, da man sonst nicht an die Descendens kommen würde.
Der rechte Vorhof wird direkt übernäht (bitte KEINE resorbierende Naht! Alles schon gehabt ;) Da dann wieder eine Ruptur auftritt, sobald die Naht resorbiert ist!). Die Aorta wird cranial und caudal der Rupturstelle geklemmt und eine Gefäßprothese (meist Dacron-Rohr) interponiert. Klemmzeit sollte unbedingt unter 30 Minuten liegen, da sonst das Risiko eines Querschnitts exponentiell steigt. Es liegt bei der OP ohnehin bei ca. 15%. Bei 30-35 Minuten Klemmzeit bei ca. 50% und ab 45% bei nahezu 100%.
Beim Klemmen steigt der RR rapide, weil die gesamte untere Körperhälfte von der Zirkulation ausgeschlossen ist, beim Öffnen der Klemmen sinkt der RR rapide ab. Deswegen ist die OP für die Anästhesie ausgesprochen anspruchsvoll und erfodert regelmässige und exakte Rücksprachen zwischen Operateur und Anästhesist. Auch sollte man nicht unbedingt "Frischlinge" zum Hakenhalten nehmen, da auch die Assistenten den genauen Ablauf der OP kennen sollten, um dem Operatuer möglichst optimale Bedingungen bieten zu können.

Das postoperative Ergebnis kann man hier bewundern:

RS-USER-Sani
09.04.2003, 01:59
danke.....

und wieder was gelernt......

hm...soll ich mich mal an ein Fallbeispiel wagen ??

DerBlinde
09.04.2003, 02:03
Klar, man! :D
Ich gehe aber erstmal etwas Essbares einwerfen...sonst mutiere ich noch zum Doc Dolor ;) :D